EU-Digitalgesetze zu milde?
Jugendschutz-Bericht: Schwere Vorwürfe gegen TikTok, Insta und Co.
Ein neuer Bericht des Verbraucherzentrale Bundesverbands wirft Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und YouTube vor, den Schutz Minderjähriger hinter die Interessen ihrer Geschäftsmodelle zu stellen. Funktionen wie personalisierte Endlosfeeds, automatische Wiedergaben und andere aufmerksamkeitsfördernde Mechanismen seien weiterhin darauf ausgelegt, junge Nutzer möglichst lange auf den Plattformen zu halten.
Standard: Manipulative Designelemente animieren zur Dauernutzung
Kritisiert werden leicht umgehbare Schutzmechanismen, manipulative Designelemente und Empfehlungsalgorithmen, die vor allem auf lange Nutzungszeiten ausgerichtet seien.
Für die Untersuchung legten die Verbraucherschützer in den Apps der Netzwerke Testkonten für fiktive 13-Jährige an und analysierten zwischen März und Juni dieses Jahres Registrierung, Standardeinstellungen und zentrale Funktionen der fünf meistgenutzten sozialen Netzwerke in Deutschland.
Schutzfunktionen oft nur minimal wirksam
Zwar bieten alle untersuchten Plattformen spezielle Konten oder Einstellungen für Kinder und Jugendliche an. Nach Ansicht der Autoren reichen diese jedoch nicht aus. Viele Schutzfunktionen könnten von Minderjährigen selbst verändert oder umgangen werden. Teilweise seien Profile trotz Jugendschutzmodus auffindbar und Kontaktmöglichkeiten zu Fremden weiterhin vorhanden.
Kritisch bewertet der Bericht auch den Umgang mit persönlichen Daten. Mehrere Plattformen würden junge Nutzer wiederholt dazu auffordern, Kontakte aus dem Telefonbuch freizugeben oder Standortdaten zu teilen. Besonders Snapchat wird vorgeworfen, Nutzer mit auffälligen Hinweisen und wiederkehrenden Nachfragen zu einer möglichst weitreichenden Standortfreigabe bewegen zu wollen.
Auch bei der Alterskontrolle sehen die Verbraucherschützer erhebliche Defizite. Zwar verlangen die Plattformen bei der Registrierung die Angabe eines Geburtsdatums. Eine tatsächliche Überprüfung des Alters fand im Test jedoch bei keinem der untersuchten Dienste statt.
Weiter auf Endlosscrollen optimiert
Besonders deutlich fällt die Kritik bei den Empfehlungsalgorithmen aus. Nach Angaben der Verbraucherschützer setzen alle untersuchten Plattformen auf personalisierte Feeds, automatische Wiedergaben und ähnliche Mechanismen, die Nutzer möglichst lange auf der Plattform halten sollen. Zwar existieren teilweise Alternativen ohne personalisierte Empfehlungen, diese seien jedoch oft schwer zu finden oder nicht dauerhaft als Standard festlegbar.
Wer Inhalte beschränken möchte, muss sich rechtfertigen
Auch vorhandene Zeitlimits und Schlafenszeit-Erinnerungen überzeugten die Tester nicht. In mehreren Fällen ließen sich die Beschränkungen mit wenigen Fingertipps ignorieren oder abschalten. Die Schutzmaßnahmen seien damit eher Hinweise als wirksame Begrenzungen.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Forderungen der Verbraucherschützer vergleichsweise moderat ausfallen. Statt eines Verbots sozialer Netzwerke für Minderjährige verlangen sie vor allem die konsequente Umsetzung bereits bestehender Regeln. Endlosscrollen und automatische Wiedergaben sollen standardmäßig deaktiviert werden. Zudem soll die Europäische Kommission die Vorgaben des Digital Services Act präzisieren und Schlupflöcher schließen.
EU-Digitalgesetze zu milde?
Die Diskussion reiht sich in eine längere Auseinandersetzung um sogenannte Dark Patterns und andere manipulative Designtechniken ein. Schon in früheren Untersuchungen hatten Verbraucherschützer kritisiert, dass große Plattformen ihre Dienste vor allem auf Aufmerksamkeit, Datensammlung und Nutzungsdauer optimieren.
Der neue Bericht legt nahe, dass sich daran auch nach Inkrafttreten der europäischen Vorgaben bislang wenig geändert hat. Viele der nun beanstandeten Praktiken sind seit Jahren bekannt. Entsprechend stellt sich weniger die Frage, ob die Plattformen die Probleme kennen, sondern vielmehr, ob sie ohne zusätzlichen regulatorischen Druck bereit sind, ihre Geschäftsmodelle tatsächlich anzupassen.



Wird sich leider auch eher nicht ändern, wenn mensch ab 14 einer Konsumgruppe und deswegen werberelevant eingestuft wird
Es geht ja gar nicht um die möglichst lange Nutzung (auch wenn es suchtfördernd ist) sondern darum möglichst viel Werbung in allen Formen vor die Augen zu bekommen
Im Kino klappt die Alterskontrolle seit 100 Jahren recht gut.
Naja. Eher nicht.
Vermutlich haben die auch ein anderes Geschäftsmodell und verlangen von jedem Geld für den Eintritt. So zumindest meine Beobachtung seit 100 Jahren.
Nicht wirklich.
Man wird nach der Snackbar kontrolliert je nach gekauftem ticket, aber in welchen saal man reinrennt bekommt keiner mit
Im Kino?
Du vergleichst physischen Raum mit digitalem?
Hm…
Finde ich recht schwer nachvollziehbar
Sozialmediaverbote mögen einen Handlungsspielraum schaffen, sind aber keine Lösung.
Da die Hersteller nachweislich Schindluder treiben und Inhalte mittlerweile zu 98% aus Schrott bestehen, MÜSSEN die Hersteller mit empfindlichen Strafen überzogen werden, anders ändert sich nicht. Oder Plattformen müssen geschlosssen werden. Mal Ehrlich: welchen wirklichen Nutzen haben denn Tiktok, Insta und Facebook wirklich, so, wie sie sich entwickelt haben?
Wenn ich an der Schule Drogen verkaufe, was verboten ist, mir aber dabei überhaupt nichts passiert und den Käufern höchstens ein „dududu!“ droht, wer gleubt denn ernsthaft, dass sich da die Situation ändert?
Es ist absolut traurig mit anzusehen, wie Wirtschaftliche Interessen, vor alles gestellt werden und die Gesellschaft dabei kaputt geht. Es wird wirklich nur bis maximal zum Ende der eigenen Amtszeit oder das eigene Wirkungsende gedacht. Dass die aktuellen genrationen die Arbeits- und Kaufkraft der Zukunft sind, scheint man da zu übersehen…
Sehe ich ebenso – wer TikTok, Insta und Facebook (in Massen) konsumiert hat schon ein Problem!
Aber RTL(2), Pro7 usw. haben auch viele Zuschauer
Das sind nicht die einzigen Probleme.
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Soziale Medien bleiben Schund und Dreck und generieren nur Aufmerksamkeit, die Währung unserer Zeit. LIch lass vor kurzem das 45 % aller Jugendlichen zwischen 16 und 25 Content Creator oder Influencer werden möchten, sowas kann einen nur schockieren. Hohe Strafen oder Verbote sind offensichtlich das einzige was hilft aber in Deutschland (dem Land der Romantiker) diskutieren wir lieber bis zum Erbrechen, kommen aber selten zu eine sinnvollen Entscheidung. Im Grunde ist das eine Katastrophe ein Zeitlupe.