Strengere Regeln für soziale Medien gefordert
Impulspapier der SPD: Social-Media-Verbot für Kinder bis 14 Jahre
Die Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche steht nun euch in Deutschland im Fokus der regierenden Parteien. Fachpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion haben heute ein Impulspapier vorgelegt (PDF-Download), das einen stärker regulierten und altersgestuften Zugang zu Plattformen wie Instagram oder TikTok vorsieht.
Ziel ist es, junge Nutzer früher vor suchtfördernden Mechanismen, Desinformation und sozialem Druck zu schützen und zugleich eine kontrollierte Teilhabe zu ermöglichen.
Altersgestufter Zugang statt pauschalem Verbot
Ausgangspunkt der Vorschläge ist die Einschätzung, dass soziale Netzwerke zwar politische Beteiligung und gesellschaftlichen Austausch fördern können, ihre heutigen Geschäftsmodelle jedoch stark auf Aufmerksamkeit und Verweildauer ausgerichtet sind. Gerade algorithmisch gesteuerte Feeds und automatische Empfehlungen gelten als Treiber von Abhängigkeit und Polarisierung. Kinder und Jugendliche seien diesen Mechanismen besonders ausgesetzt und benötigten daher einen stärkeren gesetzlichen Schutz.
- Kern des Papiers ist eine klare Altersstaffelung. Für Kinder unter 14 Jahren schlagen die Autoren ein vollständiges Nutzungsverbot sozialer Medien vor. Plattformen sollen verpflichtet werden, den Zugang technisch zu unterbinden. Verstöße müssten sanktioniert werden.
- Für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren ist eine verpflichtende Jugendversion vorgesehen. Diese soll ohne algorithmische Feeds, personalisierte Inhalte oder automatische Abspielfunktionen auskommen. Ziel ist ein Umfeld, das eher dem ursprünglichen Prinzip sozialer Netzwerke folgt, bei dem Nutzer selbst entscheiden, welchen Inhalten sie folgen.
- Ab 16 Jahren sollen algorithmische Empfehlungssysteme standardmäßig deaktiviert sein. Ihre Nutzung wäre nur nach ausdrücklicher Zustimmung möglich. Dieses Opt-in-Modell soll auch für Erwachsene gelten. Damit würde die automatische Steuerung der Inhalte nicht mehr vorausgesetzt, sondern bewusst gewählt.
Altersverifikation und europäischer Rahmen
Voraussetzung für die Umsetzung ist eine verpflichtende Altersverifikation. Vorgeschlagen wird eine datensparsame Lösung auf Basis der europäischen EUDI-Wallet. Plattformen sollen lediglich bestätigt bekommen, dass ein Nutzer einer bestimmten Altersgruppe angehört, ohne weitere personenbezogene Daten zu erhalten. Anonymität und pseudonyme Nutzung sollen weiterhin möglich bleiben.
Die SPD verweist darauf, dass sich der Ansatz an bestehenden EU-Regelwerken wie dem Digital Services Act orientiert, der algorithmische Systeme als Risiko einstuft. Sollte auf europäischer Ebene keine Einigung erzielt werden, schließen die Autoren nationale Regelungen nicht aus. Parallel dazu betont das Papier die Bedeutung von Medienbildung in Schulen und Elternarbeit, um Kinder frühzeitig für Chancen und Risiken digitaler Kommunikation zu sensibilisieren.
Bundesregierung bislang eher passiv
Obwohl immer mehr europäische und internationale Partner Regeln zum Schutz von Kindern vor den Social-Media-Apps der großen Digitalkonzerne erarbeitet haben, blieben die Bundesregierung, der Suchtbeauftragte Streeck und Bildungsministerin Prien bislang eher passiv.
Bundesministerin Karin Prien | Bild: Dominik Butzmann / photothek
Streeck forderte freiwillige Altersfreigaben nach dem Vorbild der Filmwirtschaft, Bildungsministerin Prien setzte auf eine Expertenkommission, die erst mal Empfehlungen zum Umgang mit Handys und Bildschirmzeiten bei Kindern und Jugendlichen erarbeiten soll. Der SPD-Vorstoß liefert nun erstmals konkrete Forderungen aus Reihen der Bundesregierung.


Find ich gut und ist längst überfällig
Öffnet leider Tür und Tor für Überwachung. In einer Demokratie sollte man sowas ablehnen. Anonymität im Netz ist ein sehr wichtiger demokratischer Faktor. Siehe Staaten wie Russland oder China wo du nicht mehr anonym sein kannst und das im Zweifel dein Leben kostet.
Anonymität im Netz öffnet allerdings vielen Tür und Tor, die Kindern schaden wollen. Ich unterstütze den Vorschlag.
@DoubleQ Schon heute sind die Leute welchen Kindern schaden sehr gut verfolgbar. Noch besser wenn man den Behörden das Geld und die Befugnisse geben würden die sie bräuchten. Das würde Kinder viel mehr schützen und keine Überwachung in dem Ausmaß begünstigen.
Du hast vergessen die USA einzubeziehen. Also, eine Demokratie die abrutscht und jetzt unendlich viele Daten missbraucht.
+1, wird endlich Zeit, dass der Mist mal reguliert und für Kinder gesperrt wird.
Der Vorschlag ist einfach falsch. Die Verantwortung liegt bei den Eltern und die sollten in Ihrer Medienkompetenz gestärkt werden. Verbote sind der falsche Weg.
+100%
Genau, jawohl ja.
Und Supermärkte & co. Sollten auch nicht das Alter überprüfen bei Kauf von Alkohol und Zigaretten. Das ist Aufgabe der Eltern!
Kinobesuch, warum müssen da die Betreiber das Alter überprüfen. Finde ich auch absolut daneben.
Go freier Markt! Eure Selbstregulation und die power der Eltern werden das schon machen.
Am Kiosk, im Supermarkt und auch im Kino kannst du die Leute ja auch prüfen. Im Internet genügt ein Proxy außerhalb De/der EU und das war’s mit der Altersverifikation.
Nun sind wir Deutschen unfassbar schlecht in Sachen Prävention. Bevor du Eltern und Lehrer*innen den Umgang mit digitalen Medien beibringst, ist ein Verbot viel einfacher.
@Maik … und wenn Du es den Eltern beigebracht hast, halten sich die Kinder an die Bitten/Regeln.
100%.
Nicht!
@ichsagsjanur als Eltern kaufst du deinem Kind ein Smartphone oder nicht. Du richtest Bildschirmzeit ein oder nicht. Man kann es schon kontrollieren(bis zu einem gewissen grad, was bei Freunden passiert ist ja was anderes)
Definitiv! Das sehe ich genau so.
Ich sehe das anders. Bei anderen „Drogen“ obliegt die Verantwortung ja auch nicht nur den Eltern, sondern eben auch beim Händler respektive Anbieter!
nur die gefährlichsten Drogen sind,abgestuft für alle erreichbar. (Alkohol und Nikotin)
Und ja, es gibt Altergrenzen, nur sehe ich regelmäßig jüngere jugendliche rauchen und öfters auch trinken
Für alle erreichbar?
Nur wenn die Person an der Kasse pennt, sonst ja wohl nicht! Was ein Schmu,
Der Beweis, dass die Eltern das entweder nicht können oder nicht schaffen, ist doch längst erbracht. Wie viele Zombies braucht unser Land noch?
Die Konzerne hetzen ganze Heere von absoluten und professionellen Experten, einschließlich psychologischer Strategen, auf die Kinder und die Eltern sollen es dann richten?
ab 16 bitte und wenn das umgangen wird die hersteller zur Kasse bitten.
Es gibt soviel Spam das man die Kinder schützen muss. Tiktok ist kein Duden
TikTok ist ein Plage. Der Content ist überwiegend schlimm. Unsere Kinder dürfen sich das gerne ab 18 auf dem selbst gekauften Smartphone installieren. Diese App ist nichts für Minderjährige.
Wenn du uns jetzt noch erklärst, wie ein Anbieter herausfinden soll, dass jemand wirklich in Deutschland lebt wenn ein Proxy verwendet wird…
Also ja, man kann ein Nutzungsverbot einführen. Aber man sollte bitte nicht erwarten, dass eine beliebig geartete Altersverifikation nicht binnen Minuten zu umgehen wäre.
Verbot hilft nicht. Besser ist ein Programm das eine Nachricht erst zustellt wenn alles richtig und und korrekt geschrieben ist.
Schön das der Staat sich um den Schutz der Kinder kümmern muss, wofür meiner Meinung nach die Eltern verantwortlich sind. Aber da die mittlerweile auch nur noch am Handy hängen. Letztens lief eine Mutter mit Kinderwagen und Blick aufs Handy über den Fußgängerüberweg ( Zebrastreifen) ohne einmal auf den Verkehr zu achten. Wäre da mal ein unachtsamer Autofahrer gewesen, hätte es geknallt.
Eltern haben I.d. R. Ihre Erziehungsaufgabe längst an den Staat ausgelagert, frag einfach mal in den Schulen nach, welch krumme gestalten dort aufschlagen und wenn es nicht so läuft wie die dann abschneiden sind die Lehrer schuld. Dann werden die Anforderungen heruntergeschraubt, wie jetzt beim Führerschein und dann kommen die zu uns in den Betrieb und selbst Abiturienten beherrschen kaum die Mindestanforderungen was deutsch oder Mathe angeht. Jeder 8 jährige Straßenhändler in Indien kann besser rechnen – von der Motivation möchte ich gar nicht sprechen.
Wer seinem Erziehungsauftrag nicht nachkommt sollte meines Erachtens auch nicht staatlich alimentiert werden Kindergeld streichen wäre das mindeste.M
Was sind das hier für (bezahlte) Leute, welche versuchen einem die Totalüberwachung zu verkaufen. Halten die dieses Publikun für so beschränkt? Wer sich hier als Normalbürger auf eigentlich Tech-Blogs rumtreibt, dürfte es in dem ein oder anderen Fall mit dem Kopierschutz nicht so ernst nehmen. Da fängt es dann aber an – bei der Klarnamenpflicht für 100% der Internetnutzer. Der Rest wird dann der Chilling-Effekt; Winston…
Ist das nicht eigentlich die Aufgabe der Eltern? Was wird noch auf den Staat abgewälzt?
Die Gefahr die ich sehe ist, dass man sich, um die sozialen Medien nutzen zu dürfen, authentifizieren muss. Also mit Personalausweis o. ä.
Und ruckzuck ist meine persönliche Meinung (Meinungsfreiheit!) nach verfolgbar. Und wo das hinführen kann wissen wir dank „Schwachkopfklagen“
Das ist nicht die Gefahr! Das ist das einzige was damit bezweckt werden soll. Um irgendwelche Wohle geht es nicht im Geringsten. Chilling-Effekt
Ich fände ein Verbot gut. Allerdings ginge das zu Lasten des Datenschutzes (Alterskontrolle) die Nachteile würden also mehr als deutlich überwiegen.
Dann lieber Social Media für alle dicht machen ;-). Dann brauch es keine Kontrolle mehr und den Erwachsenen hat das Zeug offenbar ja auch nicht so gut getan…. wenn man sieht wer heute so in unserem Bundestag sitzt oder aktuell in der US-Regierung sein Unwesen treibt. ;-)
Es bringt nichts, dieses Problem auf die Kinder abzuwälzen.
Die erwachsenen können auch nicht damit umgehen.
Es sind keine Kinder, die gerade SportlerInnen auf Olympia anpöbeln…
Man könnte es in diesem Fall ausnahmsweise machen wie die anderen Europäer.
Was Kinder sehen und hören dürfen oder nicht, das ist alleine Sache der Eltern, keiner Regierung oder eines Staates.
Immerhin, das darf man in dieser Diskussion nicht vergessen, dürfen Kinder in einigen Kommunen und Ländern ab 16 schon wählen. Sie sind also kompetent genug, politische Verantwortung zu übernehmen, aber nicht in der Lage, sich vorher zu informieren?
Auf TikTok?
Es gibt noch mehr als TicTok oder ?
ü60 aufh?
Hmmm, Sie sollen also ab 16 wählen, aber Social Media ist dann zufiel? Wie sollen sie sich dann informieren?