Kein Tausch durch Nutzer
EU: Apple Watch kann von neuer Akku-Ausnahme profitieren
Die Europäische Kommission will die Vorschriften für austauschbare Akkus in bestimmten Produktgruppen lockern. Apple würde davon mit Produkten wie der Apple Watch und den AirPods profitieren. Die Neufassung sieht vor, sechs weitere Kategorien von Geräten von den Verpflichtungen auszunehmen. Dazu zählen unter anderem Smartwatches, Fitness-Tracker und elektrische Spielzeuge.
Die EU-Batterieverordnung schreibt grundsätzlich vor, dass tragbare Akkus in vielen Produkten von Verbrauchern selbst entnommen und ausgetauscht werden können müssen. Damit soll die Lebensdauer von Geräten verlängert und das Recycling gebrauchter Batterien erleichtert werden.
Weitere Ausnahmen von der Akku-Pflicht
Bereits heute gelten jedoch für einige Produktgruppen Ausnahmen. So müssen beispielsweise Akkus in bestimmten Medizinprodukten oder Geräten wie elektrischen Zahnbürsten nicht vom Nutzer selbst gewechselt werden können. In diesen Fällen reicht es aus, wenn der Austausch durch unabhängige Fachbetriebe möglich ist. Auch das iPhone ist aufgrund seiner Wasserdichtigkeit und der von Apple garantierten Ladezyklen von dieser Pflicht ausgenommen. Vorausgesetzt wird dabei allerdings auch, dass der Akku durch einen Fachbetrieb getauscht werden kann.
Akku-Tausch bei der Pixel Watch 4
Mit dem neuen Rechtsakt soll die bestehende Ausnahmeliste um weitere Produktkategorien ergänzt werden. Das Ganze wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union zur Prüfung vorgelegt und tritt 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft, sofern keines der beiden Gremien Einspruch erhebt.
Nach Angaben der Kommission basiert die Entscheidung auf einem mehrstufigen Verfahren. Im Jahr 2025 waren Unternehmen und andere Interessengruppen aufgefordert worden, Vorschläge für weitere Ausnahmen einzureichen. Anschließend seien unter anderem Verbraucherverbände, Hersteller, Mitgliedstaaten und externe Fachleute beteiligt worden.
Pixel Watch zeigt, dass es anders geht
Google hat allerdings bewiesen, dass sich eine Smartwatch durchaus so konstruieren lässt, dass der Akku vom Nutzer gewechselt werden kann. Mit der Pixel Watch 4 hat der Apple-Konkurrent im vergangenen Jahr eine Smartwatch vorgestellt, die auf klassische Dichtringe und selbstabdichtende Schraubverbindungen setzt. Der Akku der Uhr kann vom Nutzer getauscht werden, ohne dass die Smartwatch ihre zertifizierte Wasserbeständigkeit verliert.
Wieso „profitiert“ die Apple Watch von der Nichtaustauschbarkeit ihres Akkus?
Nicht die Watch, sondern Apple :)
Aus Apple Sicht…
Weil sie dadurch leichter wasserdicht bleiben kann. Weniger Material, leichteres Gewicht.
Ich frag mal andersrum, wem traust du zu, dass jemand in einer Apple Watch einen Akku austauschen kann? Außer Nerds die hier schreiben
Ich traue es denen jedenfalls nicht zu, die rumheulen, wenn bei einer Akkuwechselmöglichkeit die Uhr dicker wird.
Die ach-so-cleveren wechseln lieber selber mit Föhn und Skalpell, um sich zu wundern, wenn die Uhr im Freibad ertrinkt.
Weil es für alle dieser Produktkategorie gilt und nicht nur für Apple.
Beeindruckend wie reparierbar die Google Uhr ist.
Gleichzeitig traurig, dass bereits jetzt Ausnahmeregelungen für die Reparierbarkeit überlegt werden.
Ich finde den letzten Absatz sehr wichtig.
Es ist offensichtlich möglich es besser zu machen, als Dinge zu verkleben.
Seit Jahren oder Jahrzehnten ging es immer nur um schneller, höher, weiter.
Es muss nun aber (leider staatlich reguliert) nun einfach auch mit einfliessen, dass Dinge umweltfreundlicher und reparierbarer gebaut werden.
Der Fakt, dass es heute zumeist günstiger ist eine neue Waschmaschine zu kaufen, anstatt die alte zu reparieren kann doch nicht im Grundinteresse der Menschheit liegen.
Und so müssen nun auch im Kleinen, also im Bereich der Watches etc diese Richtlinien greifen.
Und wie gesagt, bzw. von Google gezeigt, geht es ja.
100%
Ich erinnere mich, dass mir immer das Herz geblutet hat, wenn der Lexmark Tintenstrahldrucker innerhalb der Garantie kaputt ging und der Hersteller sagte: schmeißen sie ihn weg, wir schicken einen Neuen.
Natürlich war das nicht nur bei Lexmark so….
Wenn Produkte denn länger halten würden, heißt das noch lange nicht, daß sie auch länger benutzt werden können. Was nützt es mir, den Akku vom iPhone oder der Watch selbst tauschen zu können, wenn mir das iOS-Ende bzw. Watch-OS-Ende zuvorkommt? Mein iPhone 12 wird wohl demnächst nicht mehr unterstützt. Meine Apple Watch 5 bekommt schon länger keine Updates mehr und läuft mit 80 % Akku noch ganz ordentlich. In beiden Fällen ist nicht der Akku das Problem.
Waschmaschinen, ja die sind meist günstiger in der Neuanschaffung. Wobei ich mir auch vorstellen kann, daß die Ersatzteilversorgung manchmal schlicht nicht ausreicht. So war es zumindest bei meiner Miele aus den 80ern.
Die Geräte werden auch auf einer älteren OS Version laufen, wichtig ist eher das es noch Sicherheitsupdates gibt. Unabhängig von Feature Updates. Darauf wird es vermutlich bei den ganzen Uhren hinauslaufen, die aus den Updates fliegen. Haben die ja mit alten iPhone OS Versionen auch gezeigt, da gibt es teilweise ja jetzt noch Updates für iOS 17 und ähnlich
Ohne Batterie wird das schwieriger…
Es gibt durchaus für ältere iOS-Versionen Updates, das möchte ich nicht leugnen. Fakt ist aber auch, daß die Apps irgendwann eine höhere iOS-Version an sich voraussetzen um laufen zu können. Ist die iOS-Version nicht passend, laufen die Apps nicht mehr. So verliert ein iPhone im Lauf der Zeit an Funktionen, je älter es wird. Auch wenn ein altes iOS noch gepatcht wird, deshalb wir WhatsApp z. B. auch nicht mehr laufen. D. h. du kannst dein altes iPhone zwar weiterhin zum Surfen im Internet via Safari verwenden, E-Mails schreiben und empfangen, telefonieren usw… aber halt keine Drittanbieter-Apps mehr nutzen.
Ich möchte einfach ein iPhone länger nutzen und da mangelt es nicht am Akku sondern am iOS.
ich wollte z. B. vor längerer Zeit mal auf dem iPhone 4s meiner Mutter die Fritz!-Fon-App nutzen und deshalb installieren. Ließ sich nicht installieren, da höhere iOS-Version voraus gesetzt wurde. Kurioserweise konnte ich mit meinem iPhone 4s die App nach wie vor nutzen, weil ich sie vorher installiert hatte. Siehst du das Problem?
Jetzt erklär doch mal einer älteren Person, ü70, wieso das iPhone ersetzt werden muß, damit die App funktioniert.
Genau das ist mein Problem. Der Akku und der Funktionsumfang des iPhone 4s hatte meiner Mutter gereicht. Aber erst ließ sich die Fritz!Fon-App nicht installieren, später ging WhatsApp nicht mehr… Uprade auf Phone SE, ist mittlerweile auch obsolet.
Das Problem ist, wie geschrieben, nicht der Akku sondern das iOS.
Ich weiß irgendwie gar nicht, was ich überhaupt noch „fühlen“ soll bei solchen Nachrichten. Enttäuschung? Bestätigung, dass die Korruption in der EU gewonnen hat?
Irgendwie fühlt man sich irgendwann so leer und machtlos trotz Stimme…
Warum sind elektrische Zahnbürsten ausgenommen? Gerade bei diesen ist der Akkuverschleiss ein seit Jahrzehnten bekanntes Ärgernis.
Die EU halt mal wieder …
Wahrnehmen, nicht bewerten hilft in vielen Fällen. Muss man allerdings trainieren.
Mit dem einfachen Akku Tausch würden viele ihre Uhr noch weitere Jahre nutzen. Wieder armselig von Apple
das glaub ich nicht. Meine Apple Watch 5 bekommt seit längerem keine Updates mehr. Der Akku ist mit 80 % noch gut. Also ist nicht der Akku das Problem, vielmehr die fehlenden Updates. Beim iPhone ist es ähnlich, der Produktzyklus ist nicht von der Hardware limitiert sondern von der Software.
Und bei der Software fällt auf, daß App-Updates irgendwann einfach ein höheres iOS verlangen und dann nicht mehr laufen, wenn für diese Hardware keine höhere iOS-Version mehr geht.
Der Hebel, um Geräte länger wirklich nutzen zu können ist also nicht die Hardware (also der Akku) sondern die Software.
Ich trage im Moment sogar noch ne Series 4 am Arm.
Für mich war damals wie heute das unauffällige Lesen von Nachrichten und das „Nicht-Klingeln“ des Telefons die Gründe für eine Smartwatch.
Und die Uhrzeit zeigt sie auch noch.. juhu. Daher für mich kein Grund sie zu tauschen.
Den ganzen Fitness-Kram braucht grundsätzlich keiner, es ist halt „chic“ geworden das zu tracken und ggf. zu dokumentieren. Aber deswegen gehe ich nicht öfter oder weniger oft joggen.
Die kontinuierliche Puls-Messung und regelmäßige EKGs mit der Watch gehen in meinem Fall regelmäßig an meine Klinik und ersparen mir viele Klinikbesuche. Für mich und viele Andere ist das schon sehr wichtig.
@Miles:
Ich bin voll bei Dir.
Die neuen Funktionen helfen sicherlich Millionen von Menschen und sind in jeder Hinsicht sinnvoll.
Nur für meinen eigenen Anwendungszweck bin ich froh, dass die (nicht tauschbare) Batterie hält und benötige nicht das neueste OS.
Ich freue mich über jede Funktion, die Menschen, die krankheitsbedingt eingeschränkt sind, hilft.
Meine Aussage von vorher, dass sie keiner braucht ist insofern in der Eile getroffen und falsch. Bitte verzeih!
Viele Grüße
ich schätze, dass ist Marketing: nicht zu lange nutzen, eher neu kaufen!
Batterieservice kostet bei Apple 109€. Gut, nicht wirklich günstig. Aber in vielen Fällen bekommst du dann die Uhr getauscht nicht nur die Batterie.
+1
Auch die watch profitiert davon… oder hast du Bock, dass deine Uhr nicht mehr Wasserdicht ist?!
Grundsätzlich sind Ausnahmen sinnvoll – Gesetze sollten die technische Realität berücksichtigen. Eine wasserdichte Smartwatch stellt andere Anforderungen als eine Fernbedienung. Problematisch wird es aber, wenn aus einer begründeten Ausnahme ein Freifahrtschein wird. Gerade Wearables gehören zu den Geräten mit den am stärksten beanspruchten Akkus. Wenn deren Austausch unnötig erschwert wird, landen funktionierende Geräte oft viel zu früh im Elektroschrott. Die EU sollte deshalb Ausnahmen nur dort zulassen, wo sie technisch wirklich unvermeidbar sind – und gleichzeitig sicherstellen, dass Akkus zumindest von unabhängigen Fachwerkstätten einfach und bezahlbar ersetzt werden können. Das wäre ein vernünftiger Kompromiss zwischen Innovation, Wasserdichtigkeit und Nachhaltigkeit.
Ich fänds o.k wenn es nur durch ein Fachbetrieb tauschbar wäre, wenn die Kosten angemessen gedeckelt, der neue Akku wieder Garantie auf Ladezyklen wie der ursprüngliche hätte und garantierte Wasserdichtigkeit gegeben wären.