Nach Teasern und Leaks
DJI Osmo Pocket 4P offiziell vorgestellt: Zwei Kameras ab 599 Euro
Nach mehreren Wochen mit Teasern, vorzeitig veröffentlichten Händlerangaben und einer ersten Präsentation in Cannes hat DJI die Osmo Pocket 4P nun offiziell auf den Markt gebracht. Die erste Pocket-Kamera des Herstellers mit zwei Objektiven ist ab sofort erhältlich und soll die Lücke zwischen kompakter Alltagskamera und professionellem Filmwerkzeug schließen.
Das Grundprinzip bleibt dabei unverändert: Kamera, drehbarer Bildschirm und mechanischer Drei-Achsen-Gimbal stecken in einem nur 230 Gramm schweren Gehäuse. Gegenüber der bereits im April veröffentlichten Osmo Pocket 4 ergänzt DJI jedoch nicht nur ein zweites Objektiv, sondern tauscht auch den Sensor der Hauptkamera aus.
Zwei echte Kameras statt Digitalzoom
Die Weitwinkelkamera arbeitet mit einem neuen 1-Zoll-Sensor, einer auf Kleinbild umgerechneten Brennweite von 20 Millimetern und einer Blende von f/2.0. Sie eignet sich damit vor allem für Landschaften, Gruppenaufnahmen, Vlogs und typische Reisevideos.
Daneben sitzt eine separate Telekamera mit eigenem 1/1,28-Zoll-Sensor. Ihre 60 Millimeter Brennweite und die lichtstarke Blende von f/1.8 sollen natürlichere Porträts, eine stärkere Trennung vom Hintergrund und Detailaufnahmen aus größerer Entfernung ermöglichen. Die Teleansicht entspricht einer dreifachen Vergrößerung gegenüber dem Weitwinkel. Digital lässt sich das Bild bis auf den Faktor zwölf vergrößern.
Besonders auf Reisen und im Low-Light-Bereich spielt die Pocket 4P ihre Stärken aus.
Neues D-Log 2 mit bis zu 17 Blendenstufen
Für die Hauptkamera nennt DJI einen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen. Dieser Maximalwert wird allerdings nur bei Aufnahmen mit dem neuen 10-Bit-Farbprofil D-Log 2 erreicht. Das bewusst flach wirkende Material bewahrt mehr Details in hellen und dunklen Bildbereichen, muss anschließend aber auch entsprechend bearbeitet werden.
Das Weitwinkel nimmt Zeitlupen mit bis zu 4K und 240 Bildern pro Sekunde auf. Die Telekamera schafft in diesem Modus maximal 4K/200. Für Fotos stehen bis zu 37 Megapixel zur Verfügung. Eine neue Live-Foto-Funktion speichert zusätzlich kurze Videosequenzen rund um den eigentlichen Aufnahmezeitpunkt.
Die Osmo Pocket 4P ist auch als Webcam verwendbar.
Tracking bis zum 12-fachen Zoom
ActiveTrack 8.0 soll nicht mehr nur Menschen, sondern auch Tiere, Fahrzeuge und weitere bewegte Objekte verfolgen. Die Motivverfolgung funktioniert laut DJI über den gesamten Zoombereich hinweg und kann mehrere Personen automatisch im Bild anordnen. Gesten starten auf Wunsch die Aufnahme oder aktivieren das Tracking.
Für die Übertragung auf iPhone, iPad oder Mac stehen 103 GB interner Speicher, ein Steckplatz für microSD-Karten und USB 3.1 bereit. Der fest verbaute Akku soll unter optimalen Bedingungen bis zu 210 Minuten durchhalten und sich innerhalb von 18 Minuten wieder auf 80 Prozent laden lassen.
Anders als bei der Insta360 Luna Ultra ist das Zusatzdisplay FrameTap separat erhältlich.
Ab 599 Euro erhältlich
Die Osmo Pocket 4P wird in klassischem Schwarz und Perlweiß angeboten. Die Standard Combo kostet 599 Euro. Für 689 Euro bietet DJI zusätzlich eine Vlog Combo an. Diese ergänzt unter anderem einen DJI Mic Mini 2, die Display-Fernbedienung Osmo FrameTap, ein Mini-Stativ und eine Transporttasche.
Damit liegt die neue Dual-Kamera 100 Euro über der regulären Osmo Pocket 4, bleibt aber deutlich unter der kürzlich von uns getesteten Insta360 Luna Ultra. Ob sich das zusätzliche Objektiv und das neue D-Log-2-Profil im Alltag auszahlen, klären wir in einem ausführlichen Test der Vlog Combo. Anschließend treten beide Dual-Kameras auch direkt gegeneinander an.



