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Ergänzung oder Ersatz?

DJI Osmo Pocket 4 und Mic Mini 2 im Test: Kamera statt iPhone

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Das iPhone ist für viele längst die wichtigste Kamera. Es ist immer dabei, liefert sehr gute Videos und ermöglicht es, Aufnahmen direkt zu schneiden und zu teilen. Trotzdem gibt es Situationen, in denen eine separate Kamera angenehmer ist: beim Spaziergang, im Urlaub, bei Familienfeiern oder wenn Kinder und Haustiere ständig in Bewegung sind. Genau hier will Drohnen-Experte DJI mit der Osmo Pocket 4 und dem Mic Mini 2 ansetzen.

DJI Osmo Pocket 4 2

Die Pocket 4 und das Mic Mini 2 sind ein super Team.

Die Kombination aus kompakter Gimbal-Kamera und kleinem Funkmikrofon verspricht eine komplette Videoausrüstung, die kaum mehr Platz als ein Smartphone benötigt. Die Pocket 4 soll dabei nicht nur ruhige Bilder liefern, sondern auch Motive automatisch verfolgen und schneller einsatzbereit sein als ein iPhone mit zusätzlichem Gimbal. Das Mic Mini 2 kümmert sich parallel um verständliche Stimmen und kommt ohne komplizierte Verkabelung aus.

Im Test zeigt sich, dass beide Geräte vor allem normalen Anwendern den Einstieg in bessere Videos erleichtern. Die Kombination ersetzt das iPhone nicht vollständig, ergänzt es aber genau dort, wo freihändige Aufnahmen, ruhige Kamerafahrten oder klarer Ton wichtiger sind als maximale Einfachheit.

Fast gleich – und das ist gut so

Auf den ersten Blick hat sich bei der DJI Osmo Pocket 4 nur wenig verändert. Sie sieht ihrer Vorgängerin nahezu zum Verwechseln ähnlich und ist lediglich etwas höher geraten. Im Alltag fällt das kaum auf, solange beide Generationen nicht direkt nebeneinanderstehen. Auch Gewicht und übrige Abmessungen bleiben weitgehend auf dem bekannten Niveau.

Das ist vor allem für Besitzer einer Pocket 3 eine gute Nachricht. Vorhandenes Zubehör lässt sich größtenteils weiterverwenden. Dazu zählen Halterungen, Batteriegriffe und sogar die bereits gekauften ND-Filter. Wer von der Vorgängerin umsteigt, muss seine bisherige Ausstattung daher nicht vollständig ersetzen. Neueinsteiger finden im Creator Bundle der Pocket 4 bereits einen umfangreicheren Lieferumfang.

DJI Osmo Pocket 4 5

Das Fülllicht lässt sich magnetisch aufsetzen.

Zwei Änderungen fallen dennoch sofort auf. Am Gimbal befinden sich nun vier sichtbare Kontakte, an denen sich ein Fülllicht magnetisch befestigen lässt. Dieses soll Gesichter bei Selfies, Familienvideos oder Aufnahmen in schlecht beleuchteten Räumen gleichmäßiger ausleuchten. Das zusätzliche Licht wird direkt von der Kamera erkannt und benötigt keine umständliche Verkabelung.

Auch unter dem drehbaren Display hat DJI nachgebessert. Wird der Bildschirm zur Seite gedreht und die Pocket 4 dadurch eingeschaltet, kommen zwei neue Tasten zum Vorschein. Über eine davon kann schnell zwischen verschiedenen Zoomstufen gewechselt werden. Die zweite Taste lässt sich mit mehreren Funktionen belegen und beispielsweise an die eigene Arbeitsweise anpassen.

Ganz ohne Einschränkung funktioniert das neue Bedienkonzept allerdings nicht. Wird das Display für Hochkantaufnahmen gedreht, werden die beiden Zusatztasten verdeckt und lassen sich nicht mehr erreichen. Gerade bei Videos für TikTok, Instagram oder andere soziale Netzwerke ist das etwas unpraktisch.

Unverändert vorhanden sind die separate Aufnahmetaste und der kleine Joystick. Mit ihm lässt sich entweder der Gimbal bewegen oder der Zoom steuern. Die Bedienung bleibt dadurch auch für Einsteiger schnell verständlich. Wer bereits eine ältere Pocket genutzt hat, findet sich praktisch sofort zurecht. Übrigens verfügt die Pocket 4 nun über 107 GB internen Speicher und ist damit nicht mehr auf eine externe microSD-Karte angewiesen. Diese lassen sich weiterhin verwenden und verstecken sich hinter einer kleinen Abdeckung.

DJI Osmo Pocket 4 3

Die neuen Tasten erleichtern die Bedienung deutlich.

Mehr Reserven für schwieriges Licht

Bei der Bildqualität gehört die Osmo Pocket 4 zu den besten Kameras, die man derzeit in die Hosentasche stecken kann. Schon im automatischen Modus entstehen scharfe, kontrastreiche und angenehm stabilisierte Videos, ohne dass man sich vorher mit Belichtung oder Farbprofilen beschäftigen muss. Gerade für Urlaubsaufnahmen und spielende Kinder liefert die Kamera praktisch auf Knopfdruck sehr gute Ergebnisse.

Gegenüber der Pocket 3 hat DJI vor allem die Reserven bei schwierigen Lichtverhältnissen erhöht. Der Dynamikumfang liegt nun bei bis zu 14 Blendenstufen. In der Praxis bleiben dadurch helle Bereiche wie Himmel oder Fenster länger erkennbar, während in Schatten gleichzeitig mehr Details erhalten bleiben. Das macht sich besonders bei Gegenlicht, Sonnenuntergängen und Aufnahmen in Innenräumen bemerkbar.

Neu ist zudem echtes 10-Bit-D-Log. Die Pocket 3 bot bereits das etwas stärker vorverarbeitete D-Log M, während die Pocket 4 mehr Spielraum für die nachträgliche Farbkorrektur lässt. Für normale Anwender ist das kein Muss: Die Standardfarben sehen bereits ansprechend aus und können direkt geteilt werden. Wer Videos später am Mac oder iPhone bearbeiten möchte, kann aus D-Log jedoch sichtbar mehr herausholen.

Auch Zeitlupen legt DJI deutlich nach. Statt maximal 120 Bildern pro Sekunde nimmt die Pocket 4 nun bis zu 240 Bilder pro Sekunde in 4K auf. Bewegungen von Kindern, Haustieren oder beim Sport lassen sich dadurch achtfach verlangsamen, ohne auf Full-HD-Auflösung zurückfallen zu müssen. Für gute Ergebnisse wird allerdings ausreichend Licht benötigt; in dunklen Innenräumen steigt das Bildrauschen bei der hohen Bildrate schneller an.

DJI Osmo Pocket 4 1

Zubehör gibt es für die Pocket 4 schon viel, da einfach das der Pocket 3 weiterverwendet werden kann.

Bei wenig Licht schlägt sich die Pocket 4 insgesamt etwas besser als ihre Vorgängerin. Straßenbeleuchtung, Restaurants oder schwach beleuchtete Räume bleiben besser nutzbar und das Bild wirkt etwas sauberer. Der spezielle Nachtmodus hellt dunkle Szenen stärker auf, greift dabei aber sichtbar mit Rauschreduzierung ein. Häufig wirken Aufnahmen im normalen Modus natürlicher.

Auch bei Fotos legt die Osmo Pocket 4 deutlich zu. Statt der rund 9,4 Megapixel der Pocket 3 stehen nun bis zu 37 Megapixel zur Verfügung. Dadurch bleiben bei Landschaften, Gruppenbildern und spontanen Schnappschüssen mehr Details erhalten, und Aufnahmen lassen sich später stärker zuschneiden. An ein aktuelles iPhone mit mehreren Brennweiten kommt die Pocket als Fotokamera zwar weiterhin nicht heran, für eine primär auf Videos ausgelegte Gimbal-Kamera sind die Ergebnisse aber überraschend brauchbar.

Die Unterschiede zur Pocket 3 sind nicht in jeder Szene dramatisch. Wer die Vorgängerin besitzt und überwiegend bei Tageslicht filmt, erhält keinen völlig neuen Bildeindruck, aber kann durch das etwas hellere Display mehr erkennen.

Das iPhone bleibt die Schaltzentrale

Über die DJI-Mimo-App lässt sich die Osmo Pocket 4 mit dem iPhone verbinden. Dort stehen Livebild, Fernsteuerung, Firmware-Updates und weitere Einstellungen bereit. Das ist sehr praktisch, wenn die Kamera weiter entfernt steht oder man sich selbst filmen möchte.

Aufnahmen können anschließend drahtlos auf das iPhone übertragen, dort bearbeitet und direkt geteilt werden. Für einzelne Clips funktioniert das komfortabel, bei größeren 4K-Dateien ist eine Kabelverbindung allerdings meist schneller.

DJI Osmo Pocket 4 App

Über die App lassen sich alle wichtigen Parameter anpassen.

Kleines Mikrofon, deutlich besserer Ton

Passend zur Pocket 4 bietet DJI das Mic Mini 2 an. In der Pocket 4 Audio Combo sind Kamera und Funkmikrofon bereits gemeinsam enthalten. Der Sender verbindet sich direkt mit der Pocket 4, sodass kein zusätzlicher Empfänger angeschlossen werden muss. Einschalten, koppeln und an der Kleidung befestigen genügt.

Das Mic Mini 2 ist nahezu so kompakt wie das teurere Mic 3, wiegt mit rund elf Gramm aber noch einmal weniger. Am T-Shirt oder Hemd fällt es daher kaum auf. Mit magnetischen Abdeckungen in unterschiedlichen Farben lässt sich das Mikrofon zudem an Kleidung oder Anlass anpassen – ein kleines Detail, das gerade bei Familienvideos oder Aufnahmen für soziale Netzwerke durchaus nett ist.

DJI Osmo Pocket 4 6

Das Mic Mini 2 besticht durch den guten Sound, seine Kompaktheit und die anpassbare Optik.

Technisch fällt die Ausstattung einfacher aus als beim Mic 3. Auf Funktionen wie interne 32-Bit-Float-Aufnahmen oder eine Timecode-Synchronisation muss man verzichten. Für normale Anwender spielt das jedoch meist kaum eine Rolle. Stimmen klingen klar, natürlich und deutlich verständlicher als über die eingebauten Mikrofone der Kamera, insbesondere bei etwas größerem Abstand oder in einer lauteren Umgebung. Alternativ kann man es auch direkt mit dem iPhone verbinden.

Damit ist das Mic Mini 2 eine sinnvolle Ergänzung zur Pocket 4, ohne deren unkompliziertes Konzept zu verwässern. Für Urlaubsvideos, Spaziergänge, Familienfeiern oder Aufnahmen mit Kindern reicht die Qualität problemlos aus und der Akku hält mehr als zehn Stunden. Wer Kamera und Mikrofon ohnehin gemeinsam kaufen möchte, fährt mit der Audio Combo am bequemsten.

Fazit: Die bessere Ergänzung zum iPhone

Die Osmo Pocket 4 ersetzt das iPhone nicht, ergänzt es aber hervorragend. Sie ist schneller einsatzbereit als ein Smartphone mit Gimbal, stabilisiert Bewegungen zuverlässig und liefert bei Tag wie bei wenig Licht sehr gute Videos. Auch Fotos, Zeitlupen und der Dynamikumfang haben sichtbar zugelegt.

Gemeinsam mit dem Mic Mini 2 entsteht eine unkomplizierte Kombination für Urlaub, Familie und soziale Netzwerke. Wer beides ohnehin zusammen kaufen möchte, erhält mit der Audio Combo das rundeste Gesamtpaket. Besitzer der Pocket 3 müssen dagegen prüfen, ob ihnen die Verbesserungen den Wechsel wert sind.

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20. Juni 2026 um 13:03 Uhr von Ben Fehler gefunden?


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