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EU drängt auf schnellen Start

Altersprüfung per App: Rollout bis Jahresende vorgesehen

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8 Kommentare 8

Die Europäische Kommission erhöht den Druck beim Thema Altersverifikation. Nach der Vorstellung eines technischen Konzepts und ersten Sicherheitsanalysen fordert Brüssel die Mitgliedstaaten nun auf, die angekündigte Anwendung noch in diesem Jahr breit verfügbar zu machen. Damit konkretisiert sich der Zeitplan deutlich schneller als bislang erwartet.

Eudi Wallet

Bereits Mitte April hatte die Kommission eine App-Lösung präsentiert, mit der Nutzer ihr Alter nachweisen können, ohne persönliche Daten offenzulegen. Kurz darauf zeigten erste unabhängige Prüfungen jedoch technische Schwächen auf. Diese sollen bis zur breiten Einführung behoben werden.

Rollout bis Jahresende vorgesehen

In einer aktuellen Empfehlung ruft die Kommission die Mitgliedstaaten dazu auf, die Altersprüfungs-App bis Ende 2026 bereitzustellen. Nationale Behörden können dabei entscheiden, ob sie eine eigenständige Anwendung anbieten oder die Funktion direkt in bestehende Systeme integrieren. Dazu zählt insbesondere die geplante europäische Digital-Wallet, die ohnehin verschiedene Nachweise bündeln soll.

Technisch basiert die Lösung weiterhin auf dem bekannten Prinzip. Nutzer bestätigen lediglich, dass sie eine bestimmte Altersgrenze überschreiten. Weder das genaue Geburtsdatum noch weitere Identitätsdaten werden übermittelt. Die Umsetzung erfolgt auf Basis eines gemeinsamen Bauplans, den die Mitgliedstaaten anpassen können.

Eudi Wallet App

Parallel dazu soll eine europaweite Infrastruktur entstehen. Geplant sind Listen vertrauenswürdiger Anbieter, die Altersnachweise ausstellen dürfen. Diese könnten etwa über Ausweisdokumente oder digitale Identitäten prüfen, ob ein Nutzer die erforderliche Altersgrenze erreicht hat.

Auf Basis der EU-Digitalgesetze

Der Vorstoß steht im direkten Zusammenhang mit dem Gesetz über digitale Dienste. Dieser verpflichtet Plattformbetreiber dazu, Minderjährige besser vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Altersprüfungen gelten dabei als ein möglicher Baustein, etwa beim Zugriff auf Glücksspielangebote oder Inhalte für Erwachsene.

Die Kommission betont, dass die Verfahren nicht nur zuverlässig, sondern auch datensparsam und diskriminierungsfrei sein müssen. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Nutzer über verschiedene Dienste hinweg verfolgt werden können.

Mit der neuen Empfehlung setzt die Kommission nun einen klaren Rahmen für die nächsten Schritte. Die Mitgliedstaaten sollen konkrete Umsetzungspläne erarbeiten und eng zusammenarbeiten, um eine einheitliche Nutzung in der EU zu ermöglichen. Eine EU-weite Altersprüfung ab Anfang 2027 scheint damit halbwegs realistisch.

05. Mai 2026 um 15:58 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Dann bin ich mal gespannt wie gut das funktionieren wird…

    • Das kannste jetzt schon in anderen Ländern die eine alters Prüfung schon haben sehen.
      Garnicht…

      • Dann eröffne ich hier jetzt mal die „Liga der Zuversicht“. Immer nur meckern und das schon, bevor etwas am Start ist. Ich kann’s einfach nicht mehr ertragen.

      • Soll das die Liga der technischen Laien sein? Jedes Kind kann diese Sperren durch einen simplen Proxy umgehen. VPN Dienste werden den Kids sowieso seit Jahren von ihren Lieblingsinfluencern beworben. Davon ab sind Kinder keine isolierten Wesen. In Australien, als viel zitiertes Musterbeispiel, lassen die Kids, welche keine Proxies nutzen, einfach die Altersverifikation durch Volljährige (ältere Geschwister, Eltern, volljährige Mitschüler für fünf Dollar auf’m Pausenhof etc.) freischalten oder umgehen die biometrischen Verifikationen mittels generativer KI. Rechtliche Konsequenzen gibt es für die Kids keine, also pen-testen die natürlich fleißig. Die Verantwortung wurde an die Anbieter übertragen, aber die sind aufgrund der technischen Begebenheiten (das Internet ist kein Straßenkiosk) faktisch machtlos.
        Das ganze Unterfangen hat in der Form also ziemlich wenig Nutzen. Und diese EU Lösung bläst ins gleiche Horn. Wobei die App, bei der dann nachträglich, nachdem sie binnen weniger Stunden gehackt war, behauptet wurde es sei ja nur eine „Demo“ gewesen, bereits Usertracking ermöglichte. Insofern ist das für Werbetreibende natürlich ein Serai. Free data, free tracking.
        Zwar sollte man bei der Nutzung von Social Media* sensibilisieren. Das ist nämlich in der Tat keinesfalls uneingeschränkt gut für Kinder und Jugendliche – im Gegenteil. Aber stumpfe Altersverifikationen bringen da erstmal wenig bis gar nichts, bergen aber haufenweise Nachteile und Risiken.
        (*Dies sollte auf entsprechende Dienste spezifiziert werden, ansonsten betrifft das auch jedes Forum und jeden Blog mit simpler Kommentarfunktion.)

      • Oliwa, vielleicht liegt es an der Erfahrung derjenigen, die meckern? Anyway, man kann schön in Australien sehen wie es nicht funktioniert: Kids lassen sich von Freunden oder Eltern „freischalten“, es werden Accounts auf dem Schulhof gehandelt, es werden VPNs genutzt.

        Und was ist die Antwort? Nun wird über Einschränkungen von VPNs diskutiert, es soll ggf. Strafen für Eltern oder Freunde geben usw. und so fort… ach, und auf eine Ausweitung wird auch schon gedrängt: KI-Chatbots, andere KI-Systeme usw.

  • Jawohl, rein in die vollständige Überwachung!
    Es ist nicht mehr weit bis zum Social Credit System!

  • Zitat aus dem Artikel: „Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Nutzer über verschiedene Dienste hinweg verfolgt werden können.“ Zitat Ende

    Wie soll das gehen? Eine App, die das Alter verifiziert und dann ein „OK“ weiter gibt. Die App muß ja wissen, wohin sie das OK gibt. Muß bestimmt auch protokolliert werden, zwecks Nachvollziehbarkeit usw…

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