Ungewöhnliche Lieferanten
Damit das iPhone nicht teurer wird: Apple sucht Speicher-Ausweg
Apple greift im Kampf gegen steigende Speicherpreise offenbar zu ungewöhnlichen Mitteln. Laut Mark Gurman von Wirtschaftsmagazin Bloomberg verhandelt der Konzern mit den chinesischen Speicherherstellern CXMT und YMTC. Beide Unternehmen stehen auf einer Liste des US-Verteidigungsministeriums, die Firmen mit mutmaßlicher Nähe zu Chinas Militär- und Sicherheitsapparat aufführt.
Der Hintergrund ist schnell erklärt: RAM und Flash-Speicher sind derzeit knapp und teuer. Vor allem der KI-Boom sorgt dafür, dass Rechenzentren enorme Mengen Speicherchips kaufen. Für Hersteller von Smartphones, Tablets, Computern und nahezu allen anderen elektronischen Geräten wird es dadurch schwieriger, ausreichend Bauteile zu vertretbaren Preisen zu bekommen.
Apple hat die Folgen bereits gespürt. Wir hatten zuletzt über die Speicherkrise und teurere Apple-Produkte berichtet. Kurz darauf folgten weitere Preisaufschläge bei Macs, iPads und Home-Produkten. Das iPhone blieb bislang außen vor, doch auch hier stellt sich die Frage, ob Apple steigende Kosten dauerhaft schlucken kann.
Speicher wird zum Preistreiber
CXMT produziert vor allem Arbeitsspeicher, YMTC ist auf NAND-Flash spezialisiert. Beides braucht Apple in großen Mengen – nicht nur für iPhones, sondern auch für iPads, Macs und andere Geräte. Neue Lieferanten könnten helfen, die Abhängigkeit von Samsung, SK Hynix und Micron zu verringern und den Preisdruck etwas abzufedern.
Auch wenn Apple Herzstücke seiner Produkte selbst entwickelt, braucht man dennoch externe Zulieferer.
Ganz einfach wäre der Schritt aber nicht. Die betroffenen chinesischen Firmen stehen auf der sogenannten 1260H-Liste des Pentagon. Das bedeutet nicht automatisch, dass Apple dort gar nichts kaufen dürfte, macht Geschäfte aber politisch heikel. Laut früheren Berichten bemüht sich Apple daher um Rückendeckung beziehungsweise Klarheit aus Washington.
Politisch heikle Lieferanten
Da sich Speicherpreise direkt auf Gerätepreise niederschlagen, sind die aktuellen Entwicklungen besonders spannend zu beobachten. Das aktuelle iPhone-17-Lineup startet bereits mit höheren Speicherausstattungen und entsprechend hohen Preisen. Beim iPhone 17 Pro Max reicht die größte Konfiguration bis 2 TB.
Noch ist offen, ob Apple tatsächlich Speicher von CXMT oder YMTC kauft. Die Gespräche zeigen aber, wie groß der Druck inzwischen geworden ist. Wenn ein Konzern wie Apple politisch schwierige Lieferanten prüft, geht es nicht um Centbeträge. Es geht darum, steigende Bauteilkosten zu bremsen, bevor sie bei den nächsten iPhones, iPads oder Macs noch deutlicher auf dem Preisschild landen.


Warum steigt Apple nicht auch hier selbst ein, wie schon beim Silicon der CPUs? Weiß das jemand?
Weil Apple auch die silicons nicht selbst produziert, sondern lediglich designed. Da wäre aber nichts gewonnen, da die Limits die Schnittstellen vorgeben, diese bereits ausgereizt sind und für die Produktion dennoch jegliche Kapazitäten erschöpft sind. Wenn Apple eigene Speicher produzieren lassen würde, würde das die Situation nur zusätzlich belasten.
Es wurde überhaupt nicht behauptet, dass Apple die eigenen APU/CPUs oder wie Apple die nennt produziert.
Ich denke es sprechen einige Dinge dagegen. Die RAM Herstellung war schon immer ein sehr zyklisches Geschäft. Die Unternehmen haben in der Vergangenheit immer wieder Jahre mit hohen Milliardenverlusten gehabt. Sobald die Kapazitäten ausgebaut sind – was vermutlich noch mindestens 2-5 Jahre dauern wird – werden die Preise wieder sinken.
Dann dauert es sowas aufzubauen. Forschung und Entwicklung dauern. Eine Produktionslinie aufzubauen wird auch mehrere Jahre benötigen. Und wenn Apple nur für sich selbst produziert wird es schwer eine profitable „Econmy of Scale“ zu erreichen. Eine Produktionsanlage kann 15-30 Milliarden kosten.
RAM war früher ein Billig-Produkt mit relativ geringen Margen oder sogar negativen. Solange Apple da langfristig keine Vorteile sieht, werden die dort nicht einsteigen.
Den RAM selbst designen und dann bei TSMC herstellen geht wohl auch nicht so einfach, weil dass andere Fertigungsprozesse sein soll. Deshalb produziert TSMC auch keine DRAM-Chips für irgendeinen Kunden.
Ich gehe davon aus, dass das kurzfristig nicht so einfach sein dürfte. Und ob es dann – aufgrund des Rohstoffbedarfs – im Wettbewerb mit den etablierten asiatischen Speicherherstellern lukrativ wird, ist auch fraglich.
Die CPUs werden doch nur von Apple entwickelt und nicht selbst hergestellt.
Weil sie nichts produzieren, sondern nur zukaufen. Chips werden nicht von Apple hergestellt. Bis zum 6S kamen die iPhone CPUs sogar von Samsung, danach nur noch von TSMC. Designed by Apple, aber keine eigene Produktion.
Äppel stellt keine CPUs selbst her. Schon mal was von TSMC gehört?
TSMC ist ein Auftragsfertiger, der u.a. für Apple arbeitet. Das hat nichts mit Eigenfertigung zu tun.
weil das entwerfen von Chips und und Produzieren von Chips zwei verschiedene hausnummern sind.
Apple macht auch bei den CPUs nur das Design, produziert wird es von anderen (TSMC, Samsung, …): https://en.wikipedia.org/wiki/Apple_silicon
Weil die Chips trotzdem bei tsmc vom Band laufen müssten und die mit Sicherheit auf Jahre ausgebucht sind.
Denke dass RAM früher fast schon Commodity war und es ein Überangebot gab, und Apple das als strategisch nicht wichtig (damals) gesehen hatte. Sie erzeugen ja auch den Karton für die Verpackungen nicht selber…
Weil Apple auch die CPUs nicht herstellt, sondern nur designed. Bei CPUs hat man beim Design viel Spielraum, weshalb es sich für Apple lohnt, da selbst einzusteigen und TSMC die Chips fertigen zu lassen. RAM- und NAND-Speicher hat sich hingegen seit Anfang an kaum verändert, die Komponenten werden nur kleiner und mehr. Alles was es da an Design gibt, ist die Anordnung der Komponenten, um die Anzahl zu maximieren. Für Apple gibt es da also nichts zu tun, was sie hervorheben würde.
Im Gegensatz dazu ist aber die Herstellung von RAM- und NAND-Speicher sehr teuer, weil die Maschinen, die man dafür braucht, extrem teuer sind. Den Gewinn macht man da durch die Masse. Da Apple nur für sich selbst produziert, kämen sie nie auf die gleiche Masse wie die Konkurrenz, weshalb die Herstellung immer noch teurer wäre als einzukaufen.
Auch für Apple Silicon betreibt der Konzern keine eigenen Fabs, sondern kauft sich Fertigungskapazitäten bei einem Auftragsfertiger (TSMC). Sie kümmern sich also nur um Entwicklung und Design und lassen extern beim gerade besten Zulieferer fertigen. (Das ist übrigens nicht unüblich. Nvidia, AMD und teilweise sogar Intel machen das genauso.)
Und eine eigene Litho ist auch nicht so schnell hochgezogen. Von Planung bis zur laufenden Produktion einer Fab vergehen gut und gerne 5 Jahre. Davon ab schwanken z.B. RAM Preise stark. Nicht grundlos wird der Markt von drei Herstellern dominiert. Die meisten kleineren Hersteller haben die üblichen Schweinezyklen nicht überlebt.
Apple stellt doch ihre Chips nicht selbst her. Doch dafür scheint es genügend Kapazitäten zu geben. Denn die für AI gefragten GPUs werden von Nvidia produziert.
Aber es gibt vermutlich keine RAM Hersteller, die bereit sind, „billigen“ Consumer-RAM herzustellen. Die wollen alle etwas vom großen Kuchen abhaben.
Nach meinem Kenntnisstand fertigt Apple, die CPUs nicht selber.
Weil es Jahre bis Jahrzehnte dauert so eine Entwicklung und Produktion aufzubauen und es bisher so war dass Speicher sehr günstig war.
Apple fertigt seine CPUs ja auch nicht selbst, da geht es „nur“ um das Design. Preistreiber ist aber gerade die Knappheit an Produktionskapazitäten, weil die Nachfrage durch KI enorm gestiegen ist. Beziehungsweise geht es auch um eine Verschiebung hin zu High-End-Speicher aufgrund enormer Margen.
Weil Arbeitszeit in China (z.T. durch Zwangsarbeit) deutlich günstiger ist und Apple ja jeden Cent sparen möchte um mehr Gewinn zu machen.
Hat schon jemand erwähnt, dass Apple seine CPUs nicht selbst herstellt, sondern produzieren lässt?
Das habe ich ja noch nie gehört. Woher hast du die Informationen? :-D
Es gäbe noch eine andere Möglichkeit den Preis zu halten. Einfach mal die Kalkulation so anpassen, dass die Gewinne nur noch minimal unanständig und nicht – so wie gegenwärtig – maximal unanständig sind.
Das Argument finden die Aktionäre vielleicht nicht so überzeugend wie Du…
Der Glaube das die Endkunden jeden Preissprung bezahlen…
Naja…Die Aktionäre werden es schon spüren.
Das ist rein polemisch, deine Bewertung der Gewinnmarge ist völlig subjektiv.
Das ist gar nicht polemisch. Vor 50 Jahren waren Firmen noch mit Gewinn Margen von 10% sehr zufrieden, heute ist 40% das Minimum was die Investoren erwarten. Das einzig fragwürdige ist, dass der Eindruck entsteht, Appel ist schuld an den hohen Gewinnmargen. Das geht aber von den Großinvestorn aus.
VOR der Chipkrise lagen Apples Bruttomargen bei den Macs je nach Modell und Ausstattung zwischen 20 und 35 Prozent, also durch die Bank weg bereits unter deinen 40 Prozent.
@Pazuzu
Ich weiß gerade nicht ob Apple die Margen für Macs irgendwo angegeben hat. Bei iPhones mussten sie damals in Streit mit Samsung die Hosen runter lassen, da lagen die reingewinn-Margen bei 40-60% (Je nach Speichergröße). Das dürfte heute noch ähnlich sein. Und ich hätte eigentlich vermutet das Apple die Margen für alle Produkte erzielt.
Äh, Mischkalkulation?
Nein, Apple erzielt nicht bei jedem Produkt oder bei jeder Produktgruppe die gleiche Bruttomarge. Wie auch Samsung Electronics deutlich niedrigere Bruttomargen bei ihrer Kühlschrank- oder auch Fernsehersparte erzielt und dennoch auf eine Gesamtbruttomarge von etwa 47% kommt. (Was unter anderem daran liegt, dass die Samsung Electronics Sparte SD aktuell mit Speicher die 80% Bruttomarge knacken dürfte.)
Apple hat ja nicht zum Spaß die höheren RAM Konfigurationen, etwa beim Studio, längst aus dem Programm geworfen. Zu den alten Preisen hätte Apple bei den Geräten draufgezahlt, also eine negative Bruttomarge erzielt. Da die Marge bei den Macs deutlich niedriger ist ging entsprechend allmählich „die Luft aus“. Einige andere Unternehmen erzielten im PC Segment natürlich dennoch niedrigere Bruttomargen. Diese haben aber entsprechend auch schon vor Monaten ihre Preise deutlich nach oben korrigiert.
Dann zieht der Großteil der Investoren sein Geld ab, dann wird weniger investiert, und dann können wir uns alle Androids kaufen.
Vor vielen, vielen Jahren gab es die Software RAM-Doubler. ;)
Kenne ich auch noch :) Das hat alle Dateien komprimiert. So hat das Schreiben und Lesen länger gedauert, dafür hatte man mehr Festplattenplatz.
Der Arbeitsspeicher wurde dadurch aber eher weniger. Inzwischen sind die Speicherformate (Bilder, Videos, …) aber schon so optimiert, dass eine weitere Komprimierung nicht viel bringt. Kann man ausprobieren: Einfach zippen (im MacOS Kontextmenu archivieren auswählen).
Apple sollte mal bei Tesla vorstellig werden, die haben es ja geschafft ihre neueste Echtzeit-Ki FSD auf die deutlich niedrigere Speicherausstattung der HW3 zu shrinken – und das bei nur minimal größeren Antwortzeiten bei sehr komplexen Szenarien.
Damit würden sie gleich auch etwas ältere iPhone Modelle zurück ins AI-Boot holen…
Dann würden aber extrem viele Apple-Kunden das Weite suchen. Apple und Tesla sind keine Unternehmen, welche mehrheitlich die gleichen Leute ansprechen.
Also ich kenne viele Teslafahrer und von denen hat ausnahmslos jeder ein iPhone. Und auch wenn man im TFF Forum unterwegs ist, bekommt man den Eindruck, dass es unter Tesla Fahrern kaum Androidnutzer gibt.
Genau … und alle Deutschen tragen Lederhose und trinken maasweise Bier
Fahre Tesla und habe ebenso ein iPhone seit 3GS
In einem Bericht eines bekannten IT Magazins, wird davon gesprochen, dass Apple bei Micron in der Zeit wo Speicher in ausreichender Menge verfügbar war, absolute Tiefstpreise diktiert hat, und dadurch die Mage so gering war, dass nötige Investitionen in die Zukunft nicht möglich waren.
Micron ringt aktuell um Ausreden, denn auch diesmal werden Preisabsprachen vermutet. Wie es sie auch schonmal zwischen Samsung Electronics und SK Hynix gab, für welche die beiden Konzerne verurteilt wurden.
Alle Marktteilnehmer verhandeln mit harten Bandagen. Als hätte Apple bei lediglich 3 Speicherherstellern aber tausenden Abnehmern die Preise einseitig diktieren können. Micron wollte genau so die Konkurrenz ausstechen und hat das auch getan.
Wenn du dir aber mal angeschaut hast, was Apple für die jeweils größere Speichervarianten als Aufpreis verlangt und jetzt um einen Bruchteil ihrer Marge jammert, ist vielleicht sogar an den Preisdiktaten etwas dran.
Apple verlangte bis vor kurzem z.B. beim MBP für das Upgrade von 24 auf 64 GB Speicher 750€. Nach der jüngsten Preisanpassung sind es nun 1100€. Aber auch Dell verlangt bereits seit Monaten 1253,07€ Aufpreis für ein Upgrade auf 64 GB. Bevor sich die Speicherkrise letzten Herbst so schlagartig zuspitzte, lagen die Upgradepreise von Apple aber natürlich über denen der Konkurrenz.
Falls du anhand der Upgradepreise dingfest machen möchtest, dass Apple Micron zu wenig bezahlt hat, weil ihre Upgradepreise höher waren, während die Konkurrenz mehr bezahlt hat, weil sie die Upgrades günstiger an ihre Endkunden durchreichen konnten, steht die These auf eher wackeligen Füßen.
Wie gesagt, die Preisverhandlungen wurden von allen mit harten Bandagen geführt. Micron hat durch Preiskämpfe bereits folgende Konkurrenten in die Insolvenz getrieben und anschließend geschluckt: Elpida, Inotera, Rexchip und die komplette Speichersparte von Texas Instruments. (Dann haben sie zuletzt noch das P5 Werk von PSMC übernommen. Aber ohne Preiskampf, sondern einfach weil Micron mit bis zu 90% Bruttomarge aktuell schlichtweg Geld wie Heu verdient.)
Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass Apple hart verhandelt hat. Aber Micron hat die Konkurrenz mit Sicherheit auch nicht ohne Eigennutzen ausgebotet.
Nochmal: Es läuft aktuell eine Kartellklage gegen Micron, Samsung Electronics und SK Hynix wegen mutmaßlicher Preisabsprachen.
Apple kann sich auch bei mir melden, hab in meinem Windows Rechner noch 64 gb
Ich weiß zwar um die immens hohen Investitionskosten, aber so arm können doch Europas Großkonzerne auch nicht sein, um sich einem Oligopol aus quasi 3-4 asiatischen Herstellern ausliefern zu müssen. Und Apple doch schon mal gar nicht. Dass das Geschäft unrentabel ist oder wird, glaube ich nicht. Die Samsung Chipsparte hat angeblich umgerechnet 350.000 Euro pro Mitarbeiter an Prämie ausgezahlt.
Warum soll die Produktion hierzulande oder in der EU nicht rentabel möglich sein? Die Fabriken brauchen vergleichsweise wenig Mitarbeiter.
Es beschleicht einen mehr und mehr das Gefühl, dass die Käufer von Macs, iPads, TVs, usw. ….. dafür hergenommen werden, die iPhone Preise zu halten, damit Apple in diesem Bereich keine Kunden verliert an günstigere Konkurrenz. Apple ist wirklich ein sehr schäbiges Unternehmen geworden, das steht fest.
Die Marge bei den iPhones ist erheblich höher als etwa bei den Macs. Gleichzeitig schlagen bei letzteren die Preissteigerungen härter durch, da mehr Speicher verbaut wird. Entsprechend hat Apple bei den iPhones mehr Luft um Preisanpassungen hinauszuzögern.
Wer den Markt beobachtet weiß, dass bei der Konkurrenz die Preise für entsprechende Komponenten, Pre-Build Desktops und natürlich auch Laptops bereits seit letzten Herbst drastisch steigen. Komm doch einfach mal in der Realität an.