Kassenfilter schützt nicht
Doctolib-App: Filter zeigt trotzdem kostenpflichtige Termine
Die Doctolib-App soll die Suche nach Arztterminen vereinfachen. Für gesetzlich Versicherte kann die Buchung aber weiterhin in die Irre führen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, dass Doctolib trotz gesetztem Filter für Kassenpatienten weiterhin Privatsprechstunden und Selbstzahlerleistungen anzeigt.
Konkret geht es um die Filteroption „Nur Termine mit gesetzlicher Versicherung anzeigen“. Wer diese Auswahl in der App oder auf der Webseite setzt, dürfte erwarten, nur Termine zu sehen, die über die Krankenkasse abgerechnet werden. Laut vzbv erscheinen aber weiterhin Angebote, bei denen Patienten selbst zahlen müssen.
In einem Marktcheck wurden 349 Terminarten aus 37 gynäkologischen und dermatologischen Praxen in Berlin und Hamburg untersucht. Mehr als ein Drittel der geprüften Terminarten enthielt Hinweise auf eine mögliche Selbstzahlung. Teilweise wurde erst spät im Buchungsprozess sichtbar, dass es sich um kostenpflichtige Angebote handelt – also nachdem Praxis und Termin bereits ausgewählt waren.
Filter weckt falsche Erwartung
Das Problem ist nicht neu. Bereits im Januar hatte das Landgericht Berlin nach einer Klage des vzbv entschieden, dass eine solche Darstellung irreführend sein kann. Doctolib hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Wir hatten die Kritik an Online-Arztterminen über Doctolib und Jameda bereits im Frühjahr aufgegriffen.
Anstatt der Website dient die App mittlerweile vielen als zentrale Anlaufstelle für Arzttermine, Videosprechstunden, Erinnerungen und Dokumente. Wenn dort ein Filter gesetzt wird, muss das Ergebnis entsprechend verlässlich sein. Andernfalls wird aus der schnellen Buchung schnell eine Kostenfalle oder zumindest eine unnötige Suche.
Terminbuchung soll klarer werden
Die Verbraucherzentrale fordert deshalb klare Mindeststandards für Arztterminportale. Privatsprechstunden und Selbstzahlertermine sollen eindeutig gekennzeichnet werden und gesetzlich Versicherten nur dann angezeigt werden, wenn sie das ausdrücklich wünschen. Außerdem soll die Terminvergabe nicht vom Geldbeutel abhängen.
Bis sich daran etwas ändert, bleibt Nutzern nur der genaue Blick auf Versicherungsart, Terminbeschreibung und Hinweise kurz vor der Buchung. Wer unsicher ist, sollte vor der Bestätigung direkt bei der Praxis nachfragen. Praktisch ist die Doctolib-App weiterhin – blind verlassen sollte man sich auf die Filter aber offenbar nicht.


Der Filter bei Doctolib ist auch wirklich bescheiden… wenn man Termine frei in den nächsten X Tagen wählt werden auch Praxen ohne Termine gezeigt, manchmal greifen die Filter gar nicht usw.
Für Patienten ist diese APP eine Frechheit. gerade bei dringenden, akuten Fällen bekommt man Termine dann am gefühlten St. Nimmerleinstag. Vom Arzt gewünschte, kurzfristige Termine – etwa zu einer Nachuntersuchung – werden oft fürs nächste halbe Jahr angeboten; keine Chance etwa darauf hinzuweisen, dass dies ein aus Sicht des Arztes notwendiger, kurzfristiger Termin sein muss. Auch Terminverschiebungen werden oft ignoriert, die APP schaltet da oft auf „schwerhörig“ um. Da braucht man sich nicht wundern, wenn die Ambulanzen der Krankenhäuser noch mehr überfüllt werden. Kurz gefasst: „Patientenverarsche“
Da kann die App ja nichts dafür. Die Praxen stellen die Kontingente.
Ich habe gerade eine Klage laufen und gehe gegen einen Arzt vor, der ausschließlich Termine über diese App macht. Man kann da nicht mal mehr anrufen! Ich war gezwungen, das alles am Handy zu machen, da meine Mutter (86) DRINGEND eine Untersuchung benötigte aber kein Handy besitzt. Man wollte sich mit mir bereits außergerichtlich einigen, habe dies aber abgelehnt.
Bravissimo
+1
Anderer Arzt? Kann man ja frei wählen.
Sehr gut! Das sollte viel mehr Gehör verschafft bekommen. Und eigentlich auch von der Allgemeinheit unterstützt werden wie durch die Verbraucherzentralen
Bist mal vorbeigefahren? Kenne das vom Radiologen. Geht kein Mensch ans Telefon. Aber vor Ort kann man alles super regeln.
Wo kann ich solche Arten von Verstöße melden? Zum Beispiel werden auf Bild.de beim Versuch eine Werbeanzeige zu schließen die Website des Werbepartners geöffnet. Immer.
Oder ich möchte mich aus einem Newsletter austragen und der Link dazu funktioniert nicht.
Naja, wieso wird eigentlich nicht offen kommuniziert das Ärzte auch nichts anderes als Dienstleister sind und Geld verdienen müssen.
Das mag so sein; aber, wenn ich das richtig verstanden habe, ist dafür ja der Filter für GKV-Patienten gedacht. Und wenn der nicht funktioniert, dann ist da wohl ein Fehler im System der App oder des Arztes.
Es sind aber spezielle Dienstleister.
Das Gesundheitssystem muss schon hergeben, dass man auch beim Facharzt zeitnah einen Termin bekommt.
Die App hat das Filterproblem seit der ersten Version. ich bin selber Entwickler und verstehe das ehrlich gesagt nicht.
Die erste wichtige Funktion zur Terminvereinbarung ist die Suche. Die Suche impliziert auch die Filterung und Sortierung.
Es sollte doch möglich sein, das wichtigste Merkmal einer App fehlerfrei zu programmieren?!
DoctoLib ist leider immer noch ziemlich unreif.
Solche Apps sind sicherlich nicht die beste Lösung. Ich meide sie, wo immer es geht. Beste Lösung für einen schnellen Termin: persönlicher Besuch zur Terminvergabe. Geht das nicht, ist eine Mail noch immer besser, als diese dämlichen Buchungssysteme.
Ich verstehe den Sinn dieser App nicht. Mein Hausarzt ist seit zwei Monaten dabei. Ansonsten habe ich mehrmals nach verschiedenen Ärzten gesucht. Im Umkreis von 50km ist da kein Arzt drinnen. Mehrere Fachrichtungen. Also was soll das dann? Entweder mache ich für alle eine App und die Leute können Termine machen, oder ich lass es einfach. Wieder so etwas undurchdachtes.
Doctolib war und ist das letzte..
und leider die angeschlossen Praxen auch..
diese lassen in der Regel nur noch „Doctolib“ Kommunikation zu.
Habe gestern mal versucht einen Termin bei einem Urologen über die 116117-App zu buchen. Überweisung vom Hausarzt inklusive Dringlichkeit-Code hatte ich vorliegen. Obwohl in einer eigentlich gut versorgten Region lebend, wurden mir nur Termine in über 100 km entfernten Praxen angeboten, wobei nicht ersichtlich war, ob diese überhaupt den erforderlich operativen Eingriff vornehmen können. Nun habe ich über direkten Kontakt zu einer Praxis einen Termin in 4 Monaten ergattern können. Das Problem sind nicht die Apps – das System ist das Problem. Wohl dem, der gesund ist und dieses System nicht in Anspruch nehmen muss – oder PKV; PKV geht auch.
Ich bin mit der App sehr zufrieden, bietet mir bei der Suche unkompliziert Termine, falls der Termin weiter entfernt in der Zukunft liegt, kann ich mich per Klick auf die Warteliste setzen. Dadurch habe ich schon sehr kurzfristige Termine bekommen.
Im Zweifel immer noch anrufen, ist immer noch die beste Lösung