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Länder finanzieren das Konkurrenzprojekt

Check-in-Funktion: Corona-Warn-App überlässt Luca das Feld

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Das Magazin „Spiegel“ hat den Chaos Computer Club zum Thema Kontaktnachverfolgung befragt. In dem am Wochenende erschienenen Artikel wird der „Quasi-Zwang zur Luca-App“ kritisiert. Ein Umstand, den viele von euch inzwischen auch am eigenen Leib erfahren haben dürften. Zwar verfügt die staatliche Corona-Warn-App seit April ebenfalls über eine Check-In-Funktion zur Kontaktnachverfolgung, doch kommt diese weiterhin vergleichsweise selten zum Einsatz.

Luca App

Die Tatsache, dass sich obwohl die Bundesregierung die Corona-Warn-App mit Ausgaben im oberen zweistelligen Millionenbereich finanziert, ein privatwirtschaftliches und zudem auch noch als unsicher geltendes Projekt in dieser Form etablieren konnte, ist an sich schon schwer nachvollziehbar. Vollkommen unverständlich ist damit verbunden dann die Tatsache, dass die einzelnen Bundesländer ungeachtet der Entwicklungskosten für die Corona-Warn-App mittlerweile mehr als 20 Millionen Euro an Lizenzzahlungen an die Betreiber der Luca-App entrichtet haben.

Luca-App ein „handfester Skandal“

In der Folge finanziert der Steuerzahler in Deutschland momentan zwei parallel laufende Projekte mit gleichem Ziel, eines davon erhält zudem miserable Noten von unabhängigen Sicherheitsforschern. Ein Sprecher des Chaos Computer Club fasst das Projekt Luca-App gegenüber dem Spiegel ernüchternd zusammen: „Die Qualität der App, die Unaufrichtigkeit der Betreiber im Umgang damit und die fragwürdige Vergabepraxis sind nichts anderes als ein handfester Skandal“.

Die Frage, warum es soweit kommen konnte, will weder in der Politik noch in der Wirtschaft jemand hören. Bereits vor vier Wochen haben wir beispielsweise eine Presseanfrage zu diesem Thema an die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App gestellt und wurden anfangs noch vertröstet, mittlerweile stellen sich die Verantwortlichen komplett stumm.

Verantwortliche stellen sich stumm oder weichen aus

Hintergrund unserer Anfrage war die Tatsache, dass für die Corona-Warn-App schon im Frühjahr die Möglichkeit zum Scan auch von Luca-Codes angekündigt wurde. Geschehen ist seither nichts und inzwischen gewinnt man den Eindruck, dass die Macher der App das Thema am liebsten aussitzen wollen und sich im Stillen mit der Vorreiterrolle von Luca abgefunden haben. Dabei ist bei SAP & Co. hinter verschlossenen Türen durchaus von akuten Sicherheitsmängeln im Zusammenhang mit der Luca-App die Rede.

Corona Warn App Check In Funktion

Check-in-Funktion in der Corona-Warn-App

Unabhängig von den bislang nicht eingehaltenen Versprechungen mit Blick auf eine Kompatibilität der Luca-Codes müssen sich die Entwickler der Corona-Warn-App auch vorwerfen lassen, dass sie die „offizielle“ Check-In-Funktion ihrer Anwendung zu wenig bewerben. Erinnert man sich an die massiven PR-Kampagnen beim Start der App, so muss man sich jetzt fragen, warum die Verantwortlichen mit einer derart wichtigen Funktion nicht „hausieren“ gehen und auf diese Weise zumindest versuchen, die eigenen QR-Codes als sichere und komfortable Alternative zum privatwirtschaftlichen Projekt Luca zu platzieren.

Der Steuerzahler bezahlt doppelt

Angesichts der ohnehin schon immensen Kosten für die Entwicklung und den Betrieb von Corona-Warn-App und verwandten Anwendungen wie CovPass erscheinen uns die Ausgaben der einzelnen Bundesländer für die Luca-App unverantwortlich. Als Begründung für den Quasi-Alleingang der Länder wird angeführt, dass die Verantwortlichen für die Corona-Warn-App eine Möglichkeit zur Anbindung der Gesundheitsämter nicht geschaffen hätten. Davon, warum man dies nicht zeitnah auf Bundesebene thematisiert und im besten Fall auch korrigiert hat, ist leider nicht die Rede.

Die bis Ende März erfassten Ausgaben der Landesbehörden für die Luca-App lassen sich nach Ländern aufgelistet bei Netzpolitik.org nachlesen.

05. Jul 2021 um 15:29 Uhr von chris Fehler gefunden?


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