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Bei „foodQuest“ nachgefragt: Warum sollen wir eure App überhaupt mit Inhalten füllen?

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17 Kommentare 17

Nach Lektüre der foodQuest-Pressemitteilung waren wir von der nett aufgemachten und simpel zu bedienenden Applikation hin uns her gerissen. Der schön gestaltete Restaurant-Wegweiser setzt auf ein einfaches und wirklich mal brauchbares Konzept. Die Anwendung hat sich die situationsabhängige Empfehlung ausgesuchter Restaurants aus der unmittelbaren Umgebung auf die Fahne geschrieben und verfolgt das langfristige Ziel, euch abhängig vom Anlass (Essen mit dem Partner, Business-Lunch, Lecker Frühstücken Dinner mit Kids etc.) mit passenden Restaurant-, Cafè- und Bar-Empfehlungen zu versorgen.

Eine Idee die einerseits gut klingt, andererseits jedoch nur funktionieren kann, wenn die den Empfehlungen zugrundeliegende Datenbank auch ordentlich gefüllt und regelmäßig gepflegt wird. Wie so viele junge Startups setzt auch das deutsche Projekt „foodQuest“ (AppStore-Link) hier auf die Auslagerung der eigentlichen Bewertungs-Arbeit an die Community. „Yeah, das Crowdsourcen wir einfach“…

Eine Tatsache, die unser Interesse für den 22MB großen Download wieder ordentlich zurückgefahren hat. Der leicht pessimistische Blick auf die Dinge: Am Ende des Tages halten wir wieder eine der neuen, auf Teufel komm raus sozialen Applikationen in der Hand, die wir – sollte der Einsatz Spass machen und der Mehrwert erkennbar sein – regelmäßig pflegen, in die Zeit und Aufmerksamkeit investiert werden muss, und die letztlich entweder untergeht, weil sich niemand einen Kopf um die Finanzierung gemacht hat, oder die von einem der großen Player im Geschäft aufgekauft und eingestampft wird. Gute Beispiele der letzten Wochen sind hier etwa die Rezept-Bewertungsseite Punchfork oder das Community-News-Projekt Everyblock.

Punchfork etwa, hier noch mit seiner iOS-Applikation in unseren News, hat sich von Pinterest kaufen lassen und wird das komplette Archiv, bewerteter und kategorisierter Rezepte aus mehr als 1000 unterschiedlichen Food-Blogs am 15. März einfach in die Tonne kloppen.

Um zur Einstiegsfrage zurückzukommen: Warum sollten wir also überhaupt erst damit anfangen, unsere Freizeit in die neuen Hipster-Erfindungen zu investieren? Wir haben Chris von foodQuest das Beispiel auf den Tisch geworfen, nach Herkunft und Aufbau der foodQuest-Datenbank gefragt und wollten wissen, ob sich in Darmstadt schon mal jemand Gedanken über das langfristige Finanzierungsmodell gemacht hat. Chris hat geantwortet. Wir drucken den kompletten Text unten ab und hoffen euch damit eine Antwort auf unsere Frage zu geben, die ihr sicherlich auch schon gestellt habt.


Also: Ich kann Deine Skepsis voll nachvollziehen, gerade das Punchfork-Beispiel war für viele User ja extrem ärgerlich, zumal das wie ich finde jetzt ziemlich unglücklich gehandhabt wird, das könnte man sicherlich deutlich geschickter machen. Ich gehe im Folgenden auf Deine Fragen ein. Da der Text etwas länger geworden ist habe ich noch ein paar Überschriften eingefügt.

Crowdsourcing & Vision: Natürlich: Wir setzen auf Crowdsourcing! User teilen Empfehlungen und der Wert der Plattform steigt (andersrum wärs ja auch irgendwie tragisch ;)
Die allererste Idee zu foodQuest vor rund 1.5 Jahren war, die Inhalte alle redaktionell zu erarbeiten und zu pflegen, weil uns hohe Qualität überaus am Herzen liegt. Aber mit welchem Geschäftsmodell lässt sich sowas heutzutage noch finanzieren? Wie kann sowas skalieren? Mit einer App, die (idealerweise) kostenlos ist jedenfalls sicherlich nicht. Und mit unabhängigen Empfehlungen erst recht nicht. Deswegen haben wir uns nach langem hin und her entschieden, die Community in die Rolle der Bewerter zu setzen. Wir wollen (trotz Crowdsourcing) die Qualität hoch halten, alle Crowdsourcing-Funktionen sind darauf ausgerichtet: Wir wollen das Vimeo der Restaurant-Szene sein. Empfehlungen, Geheimtipps und Wertschätzung statt Frustablass, Flaming und ellenlange Texte über Mittelmäßigkeit.

Basisdaten: Grundsätzlich setzen wir auf der foursquare-Datenbank auf, daher: Alle Restaurants, die man bei foursquare finden kann, findet man mit den Basisdaten auch bei uns. Die foursquare-Daten sind in Städten recht gut, auf dem Land oft nicht so prall. Dafür aber das geringste Übel: Qype, Tripadviser, Google Places – wir haben alles in Erwägung gezogen, aber entweder die API-Bestimmungen lassen unseren Use-Case nicht zu oder eine Internationalisierung wäre nur schwer machbar. Und eine Kombination der verschiedenen Datenquellen, die wir eigentlich vornehmen wollten, schließen die Terms of Use der jeweiligen Anbieter kategorisch aus.

Wertungen: Unsere Community reichert die Foursquare-Daten dann mit Wertungen für die 16 Anlässe an (Perfekt geeignet für „Business Dinner“, Ungeeignet für „Lecker Frühstücken“, etc.). In unserer Datenbank pflegen wir diese eigenen Bewertungen ein.

Quelle der Wertungen: Im Vorfeld haben wir viel selber eingetragen und Freunde ausgefragt, was sie empfehlen (Rhein Main Gebiet und Hannover). Danach hatten wir eine Beta-Phase mit 50 foodies der Sternefresser.de-Community, die nochmal Schwung in die Ratings gebracht haben.

Geschäftsmodell: Unser Geschäftsmodell basiert auf der Vermittlung von Online-Restaurant-Reservierungen: Wir vermitteln Buchungen an OpenTable und Livebookings. Für den Nutzer ein kostenloser Service (die Buchbarkeit spielt bei dem Ranking keine Rolle, sonst wären die Rankings witzlos) – und für uns eine kleine Einnahmequelle. Später sollen noch Rabatte/Gutscheine und andere passende Dienstleistungen vermittelt werden.

Möglichkeit einer Übernahme: Wir sind ein junges Startup. Ich kann Dir heute nicht versprechen, dass wir uns niemals aufkaufen lassen. Wieso auch nicht. Aber was ich Dir versprechen kann, ist, dass wir mit foodQuest mit voller Leidenschaft und viel Herz versuchen, eine richtig geile Plattform für foodies (wie uns) aufzubauen. Die Nutzer und deren Zufriedenheit stehen für uns an absolut erster Stelle. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir unsere Community im Falle einer Übernahme hängen lassen.

Donnerstag, 07. Feb 2013, 19:08 Uhr — Nicolas
17 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • Sollte die App jetzt auch mit VoiceOver bedien wahr sein, werde ich sie gerne testen.
    Da ich bisher leider nichts gefunden habe was mir wirklich zugesagt hat für diese Sache

  • Ich finde die Idee gut, aber ich verstehe nicht was der Unterschied zu Yelp sein soll? Yelp ist vielleicht eine Nummer größer und auch auf andere Geschäffte ausgelegt.

    Nur kann ich den Mehrwert dieses Start-Ups leider nicht erkennen.

  • …“niemand hat vor eine Mauer zu bauen“ … aber dennoch … ich würde mitmachen :)

  • Glaubt Ihr ernsthaft daran was Ihr da von euch gibt? Wer sollte z.B. eine Anwendung ohne Ihnalte und jegliche Nutzer übernehmen, zudem wären es nicht mal eigene Inhalte, skuril.

  • Gerade getestet,
    Mit VoiceOver leider nur eingeschränkt bedienbar
    Wirklich schade!

  • „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir unsere Community im Falle einer Übernahme hängen lassen.“
    Macht DAS bitte zur Überschrift, wenn’s denn dann doch so gekommen ist. |-:

  • Ich könnte mit Suchmaschine so vieles nicht vorstellen was dann dennoch prompt eingetreten ist.

  • getestet und echt schick. hat eine chance verdient. ich mach mit.

  • Hä? Das setzt auf der Foursquare-API auf? Aber dann kann man gleich die Tipps und Bewertungen dort lesen. Weiß keiner, was das wieder soll.

  • schliesse mich da an sieht gut aus … habe es auch schon mit einigen bewertungen unterstützt und meine lieblings lokalitäten hinzugefügt jedoch mache ich mir etwas sorgen das die app schnell untergeht…

    für mich ist jetzt noch garnichts dabei… obwohl ich in einer grossstadt lebe ^^(Köln)

    ich hoffe die betreiber geben gas

  • Jemand der „richtig geile Platform für foodies“ sagt sollte man boykottieren.

  • Imbiss und Dönerbude sind da amerikanische Küche???

  • Ich wohne in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern. Die App kennt alle! Tankstellen und einen Döner. Leider unbrauchbar.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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