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Ausprobiert: Nest Sicherheitskameras für innen und außen

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Die Rauchmelder und Sicherheitskameras von Nest sind seit Jahresbeginn offiziell in Deutschland erhältlich. Nachdem wir den Rauch- und Kohlenmonoxidmelder Nest Protect schon vor einiger Zeit ausführlich vorgestellt haben, konnten wir nun auch ein wenig Erfahrungen mit den Kameras der ursprünglich vom iPod-Erfinder Tony Fadell gegründeten und später von der Google-Mutter Alphabet übernommenen Firma sammeln.

Nest Cam Indoor Lieferumfang

Nest Cam Indoor Lieferumfang

Nest bietet mit der Nest Cam Indoor und der Nest Cam Outdoor zwei unterschiedliche Kameramodelle für den Einsatz im Innen- und Außenbereich an. Bemerkenswert bei beiden Geräten ist die hochwertige Verarbeitung. Im Lieferumfang ist zudem sämtliches Montagematerial enthalten, wobei die Indoor-Ausführung wahlweise auf einem Standfuß oder in einer Wandhalterung platziert werden kann, während die Außenkamera grundsätzlich an die Wand geschraubt wird. Als Wandhalterung dienen Magnetfassungen, die eine flexible Kameraeinstellung zulassen und zugleich absolut sicheren Halt bieten. Der Standfuß für die Innenkamera ist wie die restliche Kamerahalterung aus solidem Metall und steht entsprechend sicher. Bei der Außenkamera ist zusätzlich zum 3 Meter langen USB-Anschlusskabel ein 4,5 Meter langes Kabel mit USB-Netzteil, also insgesamt 7,5 Meter Zuleitung enthalten.

Die Inbetriebnahme beider Kameras erfolgt schnell und unkompliziert, die Kameras verbinden sich direkt mit dem heimischen WLAN, die Datenübertragung erfolgt nach AES (128 Bit) mit TLS/SSL verschlüsselt. Zum Einrichten liest man über die Nest-App einen Barcode ein und wird dann Schritt für Schritt durch die Installation geführt. Voraussetzung ist ein Internetanschluss sowie ein Benutzerkonto bei Nest. Für zusätzliche Sicherheit besteht hier seit März auch die Möglichkeit, die zweistufige Verifizierung zu aktivieren. Sicher keine schlechte Idee, denn für Bequemlichkeit und ein auch für wenig versierte Nutzer verwendbares System müssen die Daten über die Server des Anbieters geschoben werden. Wer dies nicht will, muss mehr Konfigurationsaufwand auf sich nehmen und auf ein anderes Produkt zurückgreifen, als Beispiel hierfür haben wir kürzlich erst die Kamera Instar IN-6014D vorgestellt.

Nest Cam Indoor Vergleich D Link Omna 360

Nest Cam Indoor neben der D-Link 360 Omna

Die Google-Kameras müssen bei uns dem Vergleich mit der vom Konzept her vergleichbaren Piper nv sowie der D-Link Omna 180 standhalten, wobei letztere unsere Erwartungen ja zu weiten Teilen nicht erfüllen konnte. Nest dagegen schneidet hier ausgesprochen gut ab und erfüllt hier mit der Möglichkeit, das Livebild direkt zu Zoomen, auch eine unserer wichtigsten Voraussetzungen. Wer die Weitwinkelaufnahme einer Kamera auf dem iPhone betrachtet, kann ohne die Möglichkeit Bildausschnitte zu vergrößern keinerlei Details erkennen. In Sachen Bildqualität würden wir ansonsten bei allen drei Kameras sowohl die Tageslicht- als auch die Nachtaufnahmen mit integrierter Infrarot-Funktion als absolut ausreichend beschreiben.

Nest Cam Bild

Sehr gut gefällt uns die beim Betrachten des Livebildes verfügbare Option „Zoomen und Optimieren“. Man zieht einen gewünschten Bildausschnitt auf und tippt auf die „Optimieren“-Taste. Anschließend werden Fokus und Belichtung auf diesen Bereich ausgerichtet und es wird bis zum erneuten Tippen auf die „Optimieren“-Taste auch stets nur dieser Bildausschnitt angezeigt. Ebenfalls positiv zu erwähnen sind die umfangreichen und detaillierten Einstellungsoptionen.

Nest Cam Einstellungen

Die Google-Kameras bieten die Möglichkeit, alternativ zur vollen Auflösung von 1080p auch nur mit 720p und 360p aufzuzeichnen. Dies hat teils deutliche Auswirkungen auf den von den Kameras verursachten Traffic und ebenso die Streaming-Leistung. Über die App lässt sich die gewünschte Auflösung für jede installierte Kamera einzeln aber auch auf eine bestimmte Auflösung festlegen, oder aber die Auflösung wird abhängig von der Internetverbindung automatisch angepasst. Auf den von den Kameras verursachten Datenverkehr wirkt sich neben dieser Einstellung auch drastisch aus, ob ihr lediglich die kostenlosen Basisfunktionen nutzt, oder aber ein sogenanntes „Nest Aware“-Abo mit Zusatzleistungen bucht.

Erweiterter Funktionsumfang per Abo

In der kostenlosen Basisversion besteht jederzeit die Möglichkeit, das Livebild der Kamera abzurufen. Gleichzeitig werden Fotos von Aktivitäten bis zu drei Stunden rückwirkend auf den Nest-Servern gespeichert und zum Abruf bereitgehalten. Wer weiter oder umfassender in die Vergangenheit blicken will, muss ein „Nest Aware“-Abo abschließen und bezahlt dann 100 Euro pro Jahr für die Möglichkeit, Videos von allen Aktivitäten der letzten 10 Tage bzw. 300 Euro pro Jahr für die letzten 30 Tage. Die Preise gelten für die erste Kamera, pro weitere Kamera kommt dann jeweils noch die Hälfte dazu. Hier vermissen wir einen Kompromiss wie ihn beispielsweise Piper anbietet. Dort werden parallel zu Benachrichtigungen stets kurze Videoclips aufgezeichnet und die jeweils letzten etwa 100 davon können gebührenfrei jederzeit wieder abgerufen werden.

Unabhängig von einem aktiven Abo können die Nest-Kameras bei erfassten Bewegungen oder Geräuschen Warnhinweise verschicken. Ihr könnt über den in die Kamera integrierten Lautsprecher auch jederzeit mit Personen vor der Kamera sprechen, wenn ihr diese auch hören wollt, muss allerdings das integrierte Mikrofon ebenfalls aktiviert sein. Nest hat dies in Deutschland standardmäßig ausgeschaltet, die Einstellung lässt sich aber per App ändern. Nur mit einem Nest-Abo habt ihr darüber hinaus die Möglichkeit, eine spezielle Warnung zu erhalten wenn Personen erkannt werden, sogenannte Alarmbereiche im Kamerabild festzulegen oder einzelne Aufnahmen als Video oder Zeitraffer dauerhaft zu archivieren. Ob man das braucht oder nicht, weiß jeder für sich. Was allerdings nervt ist die Tatsache, dass Nest in der Basisversion immer wieder mit kleinen „Werbebannern“ auf die kostenpflichtige Option hinweist.

Nest Benachrichtigung

Benachrichtigungen können per E-Mail, aufs iPhone und auf die Apple Watch kommen
Was bei uns ziemlich gut funktioniert hat, ist die automatische Anwesenheitserkennung. Nest betont, dass dies nicht ausschließlich auf Basis von Geofencing realisiert wird, sondern spezielle Algorithmen und Sensorwerte mit in die Berechnung einbezogen werden. Konkret haben die Kameras zuverlässig nahezu immer nur dann Warnhinweise geschickt, wenn tatsächlich auch keine von beiden registrierten Personen im Haus war. Die Einstellung diesbezüglich erfolgt über die Nest-App, wo die Kameras über eine Familienfunktion auch für mehrere Nutzer freigegeben werden können. Als erweiterte Option besteht auch die Möglichkeit, die Kameras automatisch auszuschalten, sobald ein oder mehrere Familienmitglieder im Haus sind, ebenso kann eine Zeitsteuerung auf Tagesbasis aktiviert werden. Nest signalisiert auf Wunsch auch direkt an der Kamera, sobald auf das Bild zugegriffen wird, die grüne Kontrollleuchte fängt zu blinken an, sobald das Kamerabild von einem Mobilgerät oder über das ebenfalls verfügbare Webinterface abgerufen wird.

Die Nest-Kameras sind in Deutschland zum Preis von jeweils 199 Euro erhältlich.

Nest Cam Outdoor Lieferumfang

Nest Cam Outdoor Lieferumfang
Produkthinweis
Nest Cam Indoor Überwachungskamera 169,99 EUR
Produkthinweis
Nest Cam Outdoor Überwachungskamera 229,00 EUR
Montag, 22. Mai 2017, 9:51 Uhr — chris
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  • Die Amazon-Bewertungen sind nicht gerade rosig. :D

  • Danke für das Review. Mehr davon bitte in Zukunft :)

  • Mein Fazit ist dass die Netatmo Kameras es besser können und mit Dropbox eine kostenlose akzeptable Lösung anbieten. Ich habe hier kein Feature gefunden wo ich sagen würde, das kann die Nest besser

  • Wie schnell benachrichtigt die Nest im Vergleich zur Netatmo oder Withings ? Wie stark ist das „lag“ ? Sieht man ein Livebild, wenn noch aufgezeichnet wird ?

  • Benutzerkonto bei NEST notwendig ? Warum ??? Lesen die etwa meinen videostream mit ?? So wie bei Withings / NOKIA ???

  • Das mit dem Lieferumfang ist doppelt gemoppelt.
    Mich würde mal ein Vergleich mit Netgear Arlo Pro interessieren.

  • Die neue Kamera von Canary finde ich besser. Ohne Kabel und klare Videos in der Cloud.

  • Schaut euch die Indor Yi Home Dome 1080p am. Wahnsinn für den Preis von 90€ bei Amazon. Habe 5 in Betrieb.

  • Liebes iFun Team
    Wünsche mir eine Tabelle über alle Netzwerk Kameras in einer Vergleichs Tabelle nach Eigenschaften, könnt ihr mal sowas erstellen fals es das nicht schon gibt?

  • Speicherung auf Server? Somit disqualifiziert. Setzen sechs!
    Einbindung in die Synology Surveillance Station ist wohl nicht möglich.

  • Habe ich das richtig verstanden, dass wenn ich im Urlaub bin, jemand in die Wohnung einbricht und der Einbruch erst 4 Stunden später entdeckt wird, ich in der Basis-Version keinen Zugriff mehr auf die Bilder vom Einbruch habe. Und dann 100€ pro Jahr für dieses Feature. Öh nö danke.

  • Warum man selbst für Funktionen der Kamera selbst (ohne Serververbindung) ein 100€-Abo bei einer 200€ Kamera benötigt, ist mir absolut schleierhaft.

  • Kleiner Fernsehtip für alle Smart Home-Begeisterte: »WIR HACKEN DEUTSCHLAND«
    ARD-Reportage, 22:45 – 23:45 Uhr
    http://www.daserste.de/informa.....d-100.html
    „… Mit den Daten, die sie auf diese Weise abgreifen, werden sie elektronische Schlösser hacken und die Alarmanlage deaktivieren. Ohne eine Scheibe zu zerbrechen, ohne Spuren zu hinterlassen, dringen zwei jungen Männer in das Gebäude ein. …“ – Ob sich die Sendung lohnt, weiß ich natürlich nicht, aber es klingt schon interessant.

  • Danke :-) gerade noch rechtzeitig

  • hmmm. Schade, nicht jeder hat ne Flatrate (gerade im Ausland) zur Verfügung oder möchte, dass seine privaten Daten auf externen Servern gespeichert werden. Das kling zwar einfach (kein eigener Server nötig zum konfigurieren), aber bringt Bedenken bezüglich des Datenschutzes.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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