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Noch zu viele Einschränkungen

Review: HomeKit-Kamera D-Link Omna 180

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Mit der D-Link Omna 180 ist nun die erste mit Apple HomeKit kompatible Webcam erhältlich. Wir haben die Kamera ausprobiert und ziehen einen Vergleich zu bereits verfügbaren Heimüberwachungskameras, konkret der bereits längere Zeit bei uns eingesetzten Piper nv.

D Link Omna Vs Piper Nv

Links die D-Link Omna 180, rechts die Piper nv

Die D-Link Omna sieht ohne Frage schon mal besser aus, als das Gros der derzeit verfügbaren Alternativen. Der wertige Aluminiumzylinder erinnert vielleicht etwas an die Netatmo-Produkte und fällt erfreulich kompakt aus. Wie leider bei den meisten Webcams der Fall, kann das Kameraobjektiv jedoch nicht mit einer mechanischen Abdeckung verschlossen werden. Eine Ausnahme machen hier bislang nur Withings Home und Myfox, dabei wird die mit einer derartigen Funktion verbundene erhöhte, zumindest gefühlte Sicherheit regelmäßig von potenziellen Käufern nachgefragt.

Schnell und einfach eingerichtet

Das Einrichten der D-Link Omna mithilfe von HomeKit ist der Hammer. Wohl kein anderes vergleichbares Produkt lässt sich derart einfach in Betrieb nehmen. Bei der Installation mithilfe der Omna-App werden die Verbindungsdaten des heimischen WLAN-Netzes automatisch vom iPhone an die Kamera übergeben und die Aufnahme in euer HomeKit-Konto erfolgt durch einfaches Scannen der Kamera-ID mithilfe der App. Fertig.

Die Anbindung über HomeKit dürfte derzeit auch ein Maximum an Sicherheit garantieren. Ihr müsst kein Benutzerkonto bei D-Link oder sonst einem externen Dienst anlegen, der Zugriff auf die Kamera von extern läuft ausschließlich über euer iCloud-Konto und HomeKit. Weitere Kamerabenutzer können über die Nutzerverwaltung in der Home-App freigegeben werden. Voraussetzung für den Zugriff von außerhalb des Hauses ist wie bei HomeKit üblich allerdings ein Apple TV 4 oder ein iPad.

D Link Omna Einrichten

Die D-Link Omna ist eine reine HomeKit-Kamera. Dies bedeutet, dass ihr ausschließlich von iOS-Geräten aus auf das Kamerabild zugreifen könnt. Es gibt (zumindest momentan) auch keine Möglichkeit, die Kamera mit einem Mac anzusteuern, geschweige denn mittels Android oder einem Windows- oder Linux-Rechner. Das HomeKit-Plus an Sicherheit geht nun mal zwangsläufig mit eingeschränktem Komfort einher.

Omna-App und Apples Home-App

Für Einstellungen und erweiterte Kamerafunktionen bietet D-Link die Omna-App für das iPhone und das iPad an. Damit lassen sich auch mehrere Omna-Kameras verwalten und ihr könnt auf das Live-Bild sowie auf die auf einer optionalen Micro-SD-Karte gespeicherten Clips zugreifen (dazu später mehr). Unbedingt erwähnenswert ist hier die Möglichkeit, den in die Kamera integrierten Bewegungssensor erweitert zu konfigurieren. In 16 Rasterfelder unterteilt könnt ihr den Sensor auch nur für ausgewählte Bildbereiche aktivieren und zudem die Empfindlichkeit des Sensors justieren.

D Link Omna Einstellungen

Alternativ steht das Kamerabild auch in der mit iOS ausgelieferten Home-App und darüber auch auf der Apple Watch zur Verfügung. In der Home-App erscheint die Kamera auch nicht nur als Kamera, sondern separat auch als Bewegungssensor, der als Auslöser für HomeKit-Szenarien dienen kann. Die Möglichkeit, sich bei Bewegungserkennung Push-Mitteilungen senden zu lassen, kann zwar über die Home-App aktiviert werden, dürfte aber vorerst nur in Ausnahmefällen Anwendung finden. Es ist nicht möglich, die Push-Option zeitgesteuert oder noch besser in Verbindung mit der persönlichen Anwesenheit zu konfigurieren. Man müsste bei Verlassen des Hauses also stets den mühsamen Weg über die Sensor-Einstellungen gehen, um diese eigentlich durchaus sinnvolle Option zu nutzen. Die Push-Mitteilung kommt dann nämlich in Verbindung mit einem kleinen Thumbnail-Bild und direktem Link zum Livebild der Kamera aufs iPhone.

Schade auch, dass die Kamera zwar als Favorit auf dem Startbildschirm der Home-App abgelegt werden kann, nicht aber wie andere HomeKit-Favoriten auch im Kontrollzentrum des iPhone erscheint. Dies und eine Reihe weiterer Unzulänglichkeiten auf Softwareseite (s.u.) nehmen uns dann auch schnell die anfängliche Begeisterung für die Kamera. Hier besteht allerdings die begründete Hoffnung, dass Apple und D-Link mit den nächsten Updates für die Kamera-Firmware und HomeKit noch deutlich nachbessern.

Theoretisch sollte sich das Kamerabild auch durch einen Siri-Befehl aufrufen lassen. Dazu ist es nötig, der Kamera einen eindeutigen HomeKit-Name zu geben. Leider öffnet Siri sobald das Wort „Kamera“ im Name vorkommt allerdings lieber die iPhone-Kamera als das Livebild der Omna. Eine Liste mit kompatiblen Siri-Befehlen konnten uns bislang weder D-Link noch Apple liefern.

Die Kamera im Einsatz

Das Kamerabild der D-Link Omna ist hervorragend. Der 180-Grad-Weitwinkel wird in der Kameraansicht sehr gut entzerrt und ihr bekommt statt dem von anderen Kameras wie auch unserem Vergleichsobjekt Piper bekannten Fischauge ein rechtwinkliges Weitwinkelfoto. Das Objektiv ist Lichtstark und liefert auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch gute Bilder, nachts kommen die integrierten Infrarotsensoren zum Tragen und erlauben auch bei völliger Dunkelheit einen Blick in den überwachten Raum. Hier sei kurz erwähnt, dass sich die LED der Kamera nicht deaktivieren lässt. Das kleine grüne Lämpchen ist allerdings auch nicht störend, es sei denn, ihr wollt einen Raum heimlich überwachen. Ergänzend zum Videobild habt ihr die Möglichkeit, den Raum akustisch zu überwachen und könnt die Kamera dank integriertem Mini-Lautsprecher auch als Gegensprechanlage nutzen.

D Link Omna Bild

D-Link Omna 180 Livebild

Als klares Manko betrachten wir allerdings die Tatsache, dass es zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich ist, das Kamerabild zu vergrößern. Heimkameras werden oft auch für die Überwachung von Haustieren oder Kindern genutzt. Wer auf dem vergleichsweise kleinen Bildschirm des iPhone nun aber sehen will, ob der Hund tatsächlich nur auf einem alten Knochen kaut oder sich ein Buch aus dem Regal geholt hat, muss bei der D-Link den Umweg über einen Screenshot nehme bzw. von der in der Omna-App vorhandenen Möglichkeit Gebrauch machen, einen Kamera-Schnappschuss im Fotoalbum zu speichern und dann in das Bild hinein zoomen. Unsere Referenz Piper erlaubt das freie Zoomen und Scrollen im Livebild, ein Feature, dass wir nicht missen wollen und hoffentlich in der Omna-App noch nachgerüstet wird.

Piper Nv Bild

Piper nv Livebild mit Zoom-Option

Ebenfalls unbefriedigend ist die eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit der von der Kamera aufgezeichneten Videoclips. Die D-Link-Kamera speichert ja keinerlei Videos auf externen Servern, sondern HomeKit stellt jeweils die direkte Verbindung von der App zur Kamera her. Mit großartiger Sicherheitsaspekt, der sicherlich einige Einschränkungen rechtfertigt. Allerdings lässt sich damit nicht begründen, warum sich die optional auf einer in die Kamera eingesetzten Micro-SD-Karte gespeicherten Videoclips nicht flexibler nutzen lassen. Momentan läuft es so, dass sofern die Option aktiviert ist bei Bewegungserkennung ein 20 Sekunden langer Clip dazu gespeichert wird. Die Kamera puffert automatisch immer 3 Sekunden und hängt diese im Falle einer Bewegungserkennung vorne an, dazu kommen 17 Sekunden nach dem Auslöser. Dieser Kurzfilm wird dann nach Datum und Uhrzeit sortiert in einem Archiv abgelegt, auf das über die Omna-App zugegriffen werden kann. Wenn ihr die Kamera allerdings in einem bewohnten Raum platziert habt, läuft jede SD-Karte auf kurz oder lang voll. Die ältesten Clips werden dann automatisch überschrieben, ihr könnt zudem auch manuell ausgewählte Clips löschen. Die Möglichkeit zum dauerhaften Speichern oder auch herunterladen oder teilen der Videos besteht überraschenderweise jedoch nicht. Natürlich lässt sich auch dies softwareseitig nachbessern, man muss sich allerdings fragen, warum die Entwickler derart relevante und naheliegende Funktionen völlig ignoriert haben.

D Link Omna Aufnahmen

Ob nun D-Link oder Apple für die Menge an Einschränkungen verantwortlich ist, die aktuell mit der Nutzung der HomeKit-Kamera einhergehen, ist schwer zu sagen. D-Link deutet in einer Stellungnahme zumindest an, dass Apple hier streng reglementiert. Die aktuelle Funktionalität sei durch die Implementierung Apples beschränkt, dies würde die Möglichkeiten von D-Link ebenso wie jedem anderen potenziellen Anbieter von HomeKit-Kameras beschränken. Der Hersteller gibt sich jedoch zuversichtlich, dass Apple in Zukunft einen erweiterten Funktionsumfang ermöglicht.

In diesem Zusammenhang auch eine Überlegung wert wäre zumindest die Option, aufgezeichnete Videoclips auch außerhalb der Kamera zu sichern. Sei es auf einem NAS-Laufwerk oder auch im eigenen iCloud-Konto. Im Moment genügt es, die eingesetzte SD-Karte zu entfernen, um alle Aufzeichnungen verschwinden zu lassen.

Fazit

Wir haben es eingangs schon betont: Mit Blick auf die einfache Einrichtung und auch hinsichtlich der durch HomeKit gegebenen Sicherheit der persönlichen Daten sucht die D-Link Omna noch ihresgleichen. Dies geht bislang allerdings mit zu vielen, teilweise nicht nachvollziehbaren Abstrichen bei der Benutzung und dem gebotenen Funktionsumfang einher. Apple und D-Link müssen hier noch deutlich nachbessern, erfreulicherweise lässt sich dies soweit absehbar jedoch softwareseitig bewerkstelligen. Somit darf man die Kamera letztendlich als attraktives Zubehör für iOS-Nutzer sehen, deren wahres Potenzial allerdings noch von der Kette gelassen werden muss.

UPDATE: Preissenkung und Funktionserweiterung

D-Link Omna 180 hat mittlerweile mit einem Update nahezu alle von uns kritisierten Punkte adressiert. Zudem wurde der Preis für die Kamera von 229 auf mittlerweile 129 Euro gesenkt. Die D-Link Omna 180 ist zu diesem Preis bei exklusiv bei Apple und bei Amazon erhältlich.

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Entwickler: D-Link Corporation
Preis: Kostenlos
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26. Feb 2017 um 14:30 Uhr von chris Fehler gefunden?


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