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Weniger statt mehr Wahlmöglichkeiten

Argumente gegen Sideloading: Apple lädt zum Ortstermin

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45 Kommentare 45

Apples Gatekeeper-Funktion auf dem iPhone wird durch die Europäische Union schon länger infrage gestellt. Im kommenden Jahr will die EU auf dem Apple-Smartphone nun durchsetzen, was auf den Macs des Unternehmens schon seit jeher zum Alltag gehört und den Konzern dazu zwingen, Anwendern die Möglichkeit einzuräumen, beliebige Anwendungen zu installieren, auch solche die in Apples offiziellem Softwarekaufhaus nicht zugelassen sind.

Apple Labor

Apple befürchtet Umsatzeinbußen

Während es der Europäischen Union darum geht, die Torwächter-Position Apples aufzulösen zu stellen und für einen größeren und fairen Wettbewerb zu sorgen, könnten sich die neuen Vorgaben signifikant auf den Umsatz auswirken, den Apple über das hauseigene Softwarekaufhaus generiert.

Würden Entwickler ihre Anwendungen auch außerhalb des App Store anbieten, wären diese nicht mehr auf eine Abrechnung über Apples In-App-Käufe angewiesen, sondern könnten alternativ auch PayPal-Transaktionen oder die Eingabe von Kreditkartendaten anbieten – mit einem Ausschluss aus dem App Store könnte Apple dann nämlich nicht mehr drohen.

Apple selbst hat sich öffentlich mehrfach gegen die Installation von Anwendungen am App Store vorbei ausgesprochen, drückt jetzt, da das Sideloading-Thema zunehmend in den Vordergrund rückt, jedoch noch etwas intensiver aufs Gas.

Apple lädt zum Ortstermin

So hat Cupertino mehrere europäische Medienvertreter nach Paris eingeladen und diesen dort die hauseigenen Cyber-Security-Labore der Abteilung „Security Engineering and Architecture“ (SEAR) präsentiert, um dort auch gegen die Installation von Drittanwendungen am App Store vorbei zu argumentieren.

Anwesend und offenbar beeindruckt waren nicht nur Reporter vom SPIEGEL („In einem Labor in Paris hackt Apple seine Produkte, bevor es jemand anders schafft. Erstmals haben Journalisten Zutritt bekommen.“), sondern auch der britische INDEPENDENT, der ebenfalls Mitarbeiter vor Ort hatte („In a secret location in Paris, Apple has hired an elite team of laser-wielding hackers to try and crack its iPhones.“).

Weniger statt mehr Wahlmöglichkeiten

Hier hat Apple daran erinnert, dass Bedrohungen nicht nur von Kriminellen und staatlichen Akteuren ausgehen würden, sondern auch von Stalkern, Lebensgefährten und anderen Personen aus dem privaten Umfeld. Konsequenterweise warnt Apple natürlich auch vor einer freien App-Installation, würde diese doch die Einschränkung der Wahlmöglichkeiten bedeuten, statt deren Ausweitung.

Ivan Krstić, Chef der Apple-Sicherheitsabteilung SEAR, argumentiert gegen eine freie App-Installation, da Anbieter ihre Apps dann vollständig aus dem Vertrieb über Apple zurückziehen könnten:

[…] In Wirklichkeit ermöglichen die Anforderungen an den alternativen Vertrieb, dass Software, die Nutzer in Europa benötigen – manchmal Unternehmenssoftware, manchmal persönliche Software, soziale Software, Dinge, die sie nutzen wollen – nur außerhalb des Stores, im alternativen Vertrieb, erhältlich ist. In diesem Fall haben die Nutzer keine Möglichkeit, die Software über einen Vertriebsmechanismus zu beziehen, dem sie vertrauen. Es ist also einfach nicht so, dass die Nutzer weiterhin die Wahl haben, ihre gesamte Software aus dem App Store zu beziehen.

Mit Dank an Ehssan!

20. Nov 2023 um 10:24 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Wäre für Apple eher ne Katastrophe, da genug Appentwickler dann freie Hand hätten und in alternativen Stores Apps rausschmeissen, die so im System herumdoktoren, was im normalen App Store nie möglich wäre. Ich sag nur eigene Watchfaces auf der Apple Watch etc.

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  • Ach nee jetzt nicht schon wieder..

    machen wir es kurz:

    * Apple geht’s ums Geld, nicht um sicherheit
    * der Apple App Store ist eh nicht Sicher, eine 88% Sicherheit gibts nämlich nicht
    * warum sollte es bitte unsicherer sein den VLC medien player direkt von vlc zu laden, macht jeder beim Mac, windows, linux auch
    * es geht um zusätzliche Möglichkeit, wer nicht will der hat schon

    und bitte nicht der vollkommen verblödete Spruch, ihre plattform usw. quatsch: wir leben nicht mehr im 18. Jahrhundert

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    • Wenn Apple diese „Labor“ dort wirklich so betreibt warum geht es Apple dann nur ums Geld?
      Vielleicht noch mal den Artikel lesen, es hat immer zwei Seiten und dann kann der Stalker jede beliebige App installieren?!

      • Und ich sollte genau warum einem Stalker mein iPhone geben, sodass er jede beliebige App installieren kann?

      • Braucht man keinem Stalker geben
        Einfach mal Bericht schauen, was mit Android Handys von Passanten in einem Kaufhaus gemacht werden kann, fernspionage auch mittels Installation ohne zutun des Eigentümers.
        Man sieht immer nur den Vergleich – bei Apple funktioniert das nicht

      • @max: viele Stalker kommen aus dem persönlichen Umfeld (Partner) und haben jederzeit Zugriff auf das Handy.

      • @John
        Der Bericht würde mich schon interessieren. Hast du einen Link?

      • Klar Pegasus & Co. Sind nur Fakenews innerhalb des Apple Universum, träum weiter von deiner heilen Welt.

    • Der AppStore ist sicherer als alle anderen. Es wird immer alles geprüft was rein kommt. Dei den anderen nicht.

      • Bei den anderen nicht**

      • Wenn Apple alles prüft winken sie also bewusst Fake Apps, Kopien und nicht funktionierende Apps durch?

      • Hinweise darauf, das eben nicht alles geprüft wird sondern maximal stichprobenartig, gab es in den letzten Jahren mehr als genug.

    • Da gebe ich dir recht. Solange die Entscheidung bei jedem persönlich liegt ob ich sideloading betreiben will oder nicht ist das völlig ok. Aber apple wird Hürden einbauen, da geht es um viel Geld!

    • Weil Downloadserver auch mal gehackt werden und man sich dann beim Anbieter Schadsoftware runterlädt. Und niemand prüft doch die Checksummen.

      Das kann natürlich auch Apple mit dem AppStore passieren, aber ist vermutlich wegen dem ganzen Zertifikate-Kram dann schwieriger.

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    • VLC ist kein gutes Beispiel. Die Frage ist doch eher, wie weit wir Meta, TikTok oder Temu vertrauen. Würden diese ihre Apps nur noch auf der eigenen Website anbieten, könnten die alles mögliche dort einbauen. Da bevorzuge ich dann doch eine vorgeschaltete Kontrollinstanz.

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  • Haltet euch daran einfach was euch die EU vorgegeben hat und schaltet nächstes Jahr sideloading frei. Jeder Nutzer kann schließlich dann immer noch selber entscheiden ob er es nutzt oder nicht ganz einfach.

    • Naja wenn Software, die du benötigst nicht im App Store erhältlich ist, hast du keine Wahl.

      • Aber nur, wenn man diese wirklich ‚benötigt‘. Meistens bin ich nicht gezwungen eine bestimmte App zu nutzen, wenn eine Softwareschmiede ihre App nur außerhalb des AppStore anbietet und nur wenige das von dort laden, weil die Mehrheit Sicherheitsbedenken hat, dann hat das Softwarehouse ein Problem.
        Das wird sicherlich nicht auf die BigPlayer zutreffen, da vertrauen Nutzer eben. Es ist eher ein Problem für kleinere Entwickler, die nicht groß bekannt sind.
        Für die könnte es natürlich teurer werden, weil die großen eben sich aus dem AppStore zurückziehen oder Sonderkonditionen aushandeln (gibt es ja jetzt schon) und Apple die Preise für die verbleibenden noch weiter erhöht, was ich aber eher für unwahrscheinlich halte.
        Aber ja, es gibt halt nicht nur eine einfache Antwort auf dieses Thema, wie so oft, ist es eine Abwägung verschiedener Argumente. Wer mit dem (wie auch immer gearteten) Ergebnis unzufrieden ist, muss sich halt vorab in die Diskussion einbringen oder sich bei der nächsten Wahl überlegen, was er wählt (oder überhaupt mal wählen gehen).
        Aber auf die ach so böse EU zu schimpfen geht natürlich einfacher.

      • Wird nicht kommen, denn auch wenn die EU das fordert und einige User befürworten. Wird der deutlich größere Teile (was DAUs sind) kein Sideloading betreiben und somit weiterhin denn Apple AppStore nutzen, dieses Geld wollen sich auch die Entwickler nicht entgehen lassen.

        Selbst EPIC wird das merken, wenn übers Sideloading Fortnite wieder aufs iPhone kommt und so an Apples Bezahlsystem vorbei die In App Käufe gemacht werden können. Die Kids es aber nicht machen werden, da sie so einfach die V-Bucks nicht kaufen können. Denn mal einfach eine V-Buck Karte beim Supermarkt um die Ecke kaufen ist nicht, aber eine Apple Gift Card kann da gemütlich gekauft werden.

  • Das klingt alles sehr erhitzt. Ist das Thema denn wirklich so emotional?

    Ich bin mit der aktuellen Lösung (geschlossenes System) relativ ganz zufrieden. Hab noch keine App gebraucht, die es nicht im AppStore gibt. Im Gegenzug hatte ich noch nie Probleme mit irgendeinem Dreck aufm Handy.

    • Aus Apples Sicht ist das Thema hoch rational (Umsatzeinbußen).
      Auch die EU kommt ihrer Funktion als Verbraucherschützer ganz rational nach.
      Emotional wird es doch nur hier im Forum diskutiert.

    • +1
      Bin auch froh drüber, dass ich mir über sowas dann keinen Kopf machen muss. Ganz einfach, weil es jmd anderer für mich tut.
      Da bin ich dann gerne bereit, ein paar € zu zahlen. Denn die Entwickler wollen (und sollen) ja auch leben.
      Und ob ich nun 3,99 im App Store für geprüfte Apps zahle oder 2,99 für irgendwo aus dem Netz mach für MICH preislich nix aus.
      Allerdings ist der Kopf wesentlich beruhigter…

      • Die Entwickler sollen auch leben…

        Ja.

        Eine App die im Android Store beispielsweise 10 Euro kostet, gibt es sufgrund der hohen umsstzbeteiligung von Apple für z.b. 13 Euro.

        Der Entwickler kassiert für sich selbst das gleiche, aber der Kunde muss dann Apple mehr zahlen.

        Insofern hätte ich mit sideloading kein Problem, wenn man sich Apps z.b. direkt auf der herdtellerseite laden könnte.

      • Dank Apple.

      • @Liontology
        Im Play Store gelten ähnliche Umsatzbeteiligungen wie im App Store.

      • Korrigiert mich aber Google nimmt doch die gleichen Prozente wie Apple. Empfinde ich also als schlechten Vergleich.

    • Seh ich auch so. Ich hätte nichts dagegen wenn Sideloading nicht kommt…die Paar Euro mehr für Apps hab ich auch noch…

      Ob man Apps dann „einfach so installieren“ kann, oder ob man dann wieder eine Art „store“ dafür braucht?
      In dem Fall befürchte ich eher eine Fragmentierung wenn dann jeder zweite Anbieter von Apps einen anderen Store/App zum installieren von Apps bevorzugt…
      Mal abwarten was am Ende des Tages rauskommt.

  • Ich möchte nicht, dass auf meinem iPad sidegeloadet werden kann. Wenn es eine Sicherung dazu gibt, ist mir das egal. Es ist mir wichtig, ein Gerät verfügbar zu haben, dass ein hohes Vertrauen genießt, sicher und sauber zu sein.

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  • Apple zeigt erneut seine wahre Farbe und behauptet, uns vor uns selbst zu schützen. Sie laden Journalisten zu aufwendigen PR-Stunts ein, um die Tatsache zu verbergen, dass es ihnen nur darum geht, ihr Monopol zu verteidigen und uns weiterhin von alternativen App-Installationen abzuhalten.

    • Na gut, dass Du das so sicher weißt. Hättest Du doch den ganzen Redaktionen mal erzählen können, dann würden die sich die RechercheArbeit sparen! Und außerdem solltest Du dringend Politikberater werden, gibt schliesslich wenige, die so einen absoluten Durchblick haben. Hast bestimmt immer schön viel Internet und Bild gelesen, toller Hecht.

  • Es wird Apple zwar wundern, aber wir kaufen laufen Produkte ohne die Kontrolle von Apple: Beim Autohaus, im Möbelhaus, beim Lebensmitteleinkauf. Überall beurteilen wir selbst, ob wir einem Betrüger auflaufen und gehen Risiken nach Abwägung ein. Nur bei Software auf dem iPhone sollen wir das nicht können? Lame Argument.

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  • Endlich wieder Fortnite auf dem iPhone – (aktuell erscheint nur diese Abzock-App die so tut, als wäre sie das richtige Spiel und zum Abo auffordert!) Hat Apple natürlich super geprüft.

    Die andere Kategorie sind Emulatoren.

  • Ein PR-trächtiges Sicherheits-„Labor“ ist gut. Noch besser wäre es, Apps wie GeForce Now nicht zu blockieren, obwohl man dort ohnehin nur Spiele spielen kann, die man schon bezahlt hat. Sideloading regelt (für die, die es wollen).

  • Schieberegler in den Einstellungen „Sideloading erlauben“ Ja/Nein
    Kann ich kurzzeitig auf Ja stellen, wenn ich mal unbedingt eine App installieren will, die es im Apple App-Store nicht gibt. Danach stelle ich wieder auf Nein. Änderung Ja/Nein nur mit Face-ID möglich.
    Wäre doch ne gute Lösung, nicht?

    • Wenn dann sollte es mindestens wie unter Android sein. Hier muss man bei jeder App, welche eine App Installation durchführen will (Browser, Dateimanager, alternativer App Store, …) separat abnicken ob das tatsächlich erfolgen soll.

  • Was ist das für ein Labor im Titelbild. Bekommen die Pentester bei Apple kein Tageslicht?

  • Oh wie sehr ich das begrüße. Endlich wird das ganze mal so richtig Fahrt aufnehmen. Alleine was man aus dem Lockscreen machen könnte. Apples innovationslose Salamitaktik geht mir schon seit Jahren auf den Keks. Tim sollte das ganze sogar unterstützen statt sich querzustellen. Ich bin fest davon überzeugt dass die Entwickler die iPhones, Watches etc. auf links drehen werden und den Geräten völlig neue daseinsberechtigungen spendieren werden. Ich freu mich.

  • Ich kann die Diskussion gut verstehen. Es ist vollkommen OK wenn sich sich User irgendwelche Viren und Co. Von verschmutzten Seiten zu laden, solange es mich nicht – über Hintertüren – kontaminiert. Zum weitern Thema „Wir kaufen auch in verschiedenen Geschäften ein“ ist korrekt aber da gibt’s zum einen einen greifbaren Verantwortlichen und zum anderen die Gewerbeaufsicht/Gesundheitsamt die diese Geschäfte überprüft. Im Netz ist das nicht möglich….. erinnert euch an die Betrüger auf eBay …. weiterhin viel Spaß bei Sideloading ….

  • Hauseigene Cyber-Security-Labore halten, aber der Hackercommunity kaum Anreize bieten, Fehler zu suchen/finden.

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  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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