Filtern, melden, blockieren
Apps mit anonymen Chats: Apple präzisiert App-Store-Regeln
Apple hat seine sogenannten App Review Guidelines überarbeitet und dabei klargestellt, dass Anwendungen mit anonymen Chats oder zufällig ausgewürfelten Gesprächspartnern künftig eindeutig unter die Regelungen für nutzergenerierte Inhalte fallen.
Klarstellung zur Einordnung
Die Anpassung richtet sich vor allem an Entwickler sozialer Anwendungen, die bisher in einem Graubereich agierten, wenn Kommunikation ohne feste Nutzerbeziehungen oder mit anonymen Teilnehmern ermöglicht wurde.
Nach Angaben des Entwickler-Teams werden Apps mit zufälligen oder anonymen Chatfunktionen nun ausdrücklich Punkt 1.2 der für alle Entwickler verbindlichen Richtlinien zugeordnet. Dieser befasst sich mit Inhalten, die von Nutzern selbst erstellt werden. Hintergrund ist, dass solche Angebote besondere Risiken bergen, etwa im Hinblick auf beleidigende Inhalte, Belästigung oder rechtliche Verstöße. Die Klarstellung bedeutet nicht zwangsläufig neue Regeln, sondern eine präzisere Auslegung bestehender Vorgaben für den Apple App Store.
Filtern, melden, blockieren
Die Richtlinie 1.2 schreibt vor, dass entsprechende Apps mehrere Schutzmechanismen bereitstellen müssen. Dazu gehört zunächst eine Möglichkeit, problematische Inhalte bereits vor der Veröffentlichung zu filtern. Zusätzlich müssen Nutzer Inhalte melden können, wobei Apple eine zeitnahe Reaktion auf entsprechende Hinweise erwartet.
Ebenfalls verpflichtend ist eine Funktion, mit der einzelne Nutzer blockiert werden können, um wiederholte Belästigungen zu verhindern. Schließlich müssen Entwickler gut erreichbare Kontaktinformationen veröffentlichen, damit Nutzer bei Problemen direkt Unterstützung erhalten können.
Apple weist zudem darauf hin, dass bestimmte Nutzungsformen grundsätzlich nicht mit den App Store Richtlinien vereinbar sind. Dazu zählen Anwendungen, die überwiegend für pornografische Inhalte, zufallsbasierte Videochats, anonyme Chats ohne ausreichende Kontrolle, die Bewertung realer Personen nach Attraktivität, körperliche Bedrohungen oder gezieltes Mobbing genutzt werden. Solche Apps können ohne Vorankündigung entfernt werden.
