Apple will jetzt mitverdienen
Apple verschärft App-Store-Regeln: Auch Patreon muss nun zahlen
Apple verlangt erneut, dass Patreon alle noch verbliebenen Anbieter mit älteren Abrechnungsmodellen auf ein reines In-App-Abo umstellt, mit der dann obligatorischen Umsatzbeteiligung für den Konzern. Irgendwoher müssen die Umsatzrekorde im Services-Bereich ja kommen.
Patreon ist eine Onlineplattform, über die Videomacher, Podcaster, Autoren und andere Kreative ihre Arbeit direkt von Fans und freiwilligen Unterstützern finanzieren lassen können. In der Regel geschieht dies über regelmäßige Beiträge, die im Gegenzug oft den Zugang zu exklusiven Inhalten ermöglichen.
Nun hat Apple eine neue Frist gesetzt bis zum 1. November 2026 sollen alle Patreon-Konten auf die In-App-Abos umgestellt werden.
Bereits 2024 hatte Apple eine ähnliche Forderung erhoben und eine Umsetzung bis November 2025 verlangt. Nach einer Gerichtsentscheidung im vergangenen Jahr erklärte Apple diese Frist zunächst für ausgesetzt. Nun folgt eine erneute Kehrtwende mit einem neuen Termin.
Auswirkungen für Kreative
Für bestehende Mitglieder soll sich zunächst wenig ändern. Laufende Unterstützungen werden weiterhin zum Monatsanfang abgerechnet. Die Umstellung betrifft neue Mitglieder und künftige Zahlungen. Für Nutzer in den USA bleibt zudem der Beitritt über das mobile Web möglich, wodurch Apples Gebühr umgangen werden kann. Grundlage ist die aktuelle Rechtslage vor Ort.
Patreon erklärt, dass ein Verbleib im App Store zwingend notwendig sei, da viele Unterstützer über iPhone und iPad auf die Plattform zugreifen. Apple hatte dies bereits Ende 2025 verdeutlicht, als ein App-Update von Patreon nicht freigegeben wurde.
Werkzeuge zur Umstellung
Um den Wechsel abzufedern, stellt Patreon zusätzliche Funktionen bereit. Dazu gehören Übersichten über Zahlungsstatus und Leistungsansprüche, flexible Preisanpassungen für Mitgliedsstufen sowie Optionen für Rabatte, Probezeiträume und Geschenke. Zudem plant Patreon reine Jahresabos als Alternative zur monatlichen Abrechnung. Diese sollen vor Ablauf der neuen Frist verfügbar sein.
Kreative können bis Ende September 2026 individuelle Unterstützung anfordern, um den Übergang vorzubereiten. Patreon räumt ein, dass das zwischenzeitliche Aussetzen der Vorgaben zusätzliche Unklarheit geschaffen hat. Mit der nun festgelegten Frist soll zumindest der zeitliche Rahmen klar sein, auch wenn die grundlegende Abhängigkeit von Apples App-Store-Regeln bestehen bleibt, deren Ausgestaltung von den Machern der Onlineplattform weiterhin kritisiert wird.



Apple lebt hier nicht von Kundenbindung, sondern von Gefangenschaft. Nutzer bleiben nicht aus Vertrauen oder Zuneigung, sondern weil sie im Ökosystem festhängen und der Ausstieg teuer, unbequem und riskant ist. Die erzwungene Umstellung bei Patreon zeigt dieses Machtverständnis in Reinform. Apple greift in die Einnahmen von Kreativen ein, ohne zu ihnen in Beziehung zu stehen, ohne Verantwortung zu tragen und ohne realen Mehrwert zu liefern. Das ist kein partnerschaftliches Plattformmodell, sondern reines Rent-Seeking. Kurzfristig mag das die Service-Zahlen schönen, langfristig untergräbt es die Loyalität, die Apple einst stark gemacht hat. Wer Nutzer nur noch über Abhängigkeit hält, darf sich nicht wundern, wenn immer mehr aktiv an Fluchtszenarien arbeiten. Ich übrigens auch.
Gut geschrieben
Ich hoffe, dass so ein Verhalten von Apple schneller dazu führt, dass Behörden den AppStore- und Umsatzzwang endlich mal verbieten! Die aktuelle Regelung der EU ist ein zahnloser Papiertiger.
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Du hast mir aus der Seele gesprochen!
Wie sieht es anderswo aus? Auch nicht besser, oder?
Was meinst du mit „anderswo“? Android? Wie sieht es denn dort aus, du scheinst das ja zu wissen
Genau so ist es.
Jepp, so ist es. Die Aktionäre mögen sich freuen, sie dürften aber auch die einzigen sein.
Apple hat unter Tim Cook eine sehr unschöne Entwicklung genommen: vom sich am Kunden orientierenden Innovator zum Verkäufer von Statussymbolen, der den Kunden in seinem Walled Garden als Cashcow begreift.
Die Loyalität früherer Apple-User speiste sich aus der Bewunderung für die Produkte bzw. der Idee(n) dahinter; inzwischen dürfte aus Be- mindestens Verwunderung geworden sein, dass man Kundenbindung heute über Zwangsmodelle und Abhängigkeiten generiert.
Danke, sehr gut zusammengefasst
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Besser kann man es kaum zusammenfassen.
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Mittlerweile sollte man echt wann immer möglich den AppStore umgehen und Käufe über die Website tätigen. Apple ist so unfassbar dreist geworden mittlerweile. Patreon sollte einfach die Möglichkeit zum Abschluss aus der App entfernen und auf die Website verweisen.
Ich hoffe, dass die EU hier doch noch einiges regelt zumindest für Europa, um Apple davon abzuhalten sein Ziel durchzusetzen.
Es gibt Leute die den Hals nie voll kriegen und hier sollte doch Einhalt geboten werden, meine ich jedenfalls.
Direkte Unterstützung und Spenden vielen früher nicht unter die 30% Apple Steuer
Ich frag mich eher warum patreon das bisher eine Sonderstellung hatte und davon befreit war.
Ich kaufe Apps aber abos kommen mir nicht in die Tüte.
Okay, du hast also nicht verstanden worum es in dem artikel und patreon im allgemeinen geht.
Apple hat gerade seine letzten Quartalszahlen veröffentlicht. Angeblich sind die Topmanager selbst überrascht über den besten Umsatz und den größten Gewinn . Warum wohl?
Tja, da wird die Mafia auch jedes Jahr total überrascht sein :)
Unterirdisch. Kündigt bitte Eure Abos bei Apple. Die bewegen sich erst zurück zum Kunden wenn sie richtig Dreck fressen.