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Apple Pay: Alles was ihr noch vor dem Deutschland-Start wissen müsst

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Die Tatsache, dass Apples neues Bezahlsystem „Apple Pay“ vorerst exklusiv innerhalb der USA angeboten wird, bietet den europäischen iPhone-Nutzern einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zu den Amerikaner (nur drei Tage nach dem Start zählt Apple inzwischen mehr als eine Million registrierte Kreditkarten) steht uns ausreichend Zeit zur Verfügung, um das System noch vor einer etwaigen Nutzung zu begreifen und seine Abläufe halbwegs korrekt nachvollziehen zu können.

apple-pay-deutschland

Apple Pay, dies wird klar wenn man sich in den Marketing-Texten Cupertinos zurechtzufinden versucht, ist nämlich viel einfacher zu benutzen als zu verstehen.

Die fünf, unserer Meinung nach wichtigsten Punkte zur Apple Pay haben wir im Anschluss versammelt.

Wenn ihr eure Kreditkarte zur Integration in Apple Pay abfotografiert, dann sichert das iPhone nicht eure herkömmlichen Kreditkartendaten. Kurz nach der Foto-Aufnahme kommuniziert euer Gerät über eine verschlüsselte Leitung mit dem ausgebenden Kreditkarteninstitut und bekommt eine zufällig generierte „Device Account Number“ zugeteilt. Diese wird verschlüsselt auf dem iPhone gesichert und lässt sich weder aus dem Gerät extrahieren, noch Rückschlüsse auf eure Person zu.

Bei neuen Transaktionen überträgt das iPhone nun nicht eure Kreditkarten-Nummer an das Verkaufsterminal des Geschäftes, sondern ausschließlich die „Device Account Number“ und einen Einmal-Code, der für die Autorisierung der Zahlung erstellt wurde.

Hier kommen zwei große Vorteile von Apple Pay zum Tragen: Zum einen müsst ihr den Laden-Verkäufern zukünftig weder euren Namen (auf konventionellen Kreditkarten aufgedruckt) noch eure Kreditkarten-Nummer (ebenfalls aufgedruckt) geschweige denn euren Sicherheits-Code (auf der Rückseite aufgedruckt) präsentieren.

Zum anderen, und diese Neuerung ist fast noch wichtiger, können die Shops eure „Device Account Number“ in ihren Systemen speichern, ohne Gefahr zu Laufen, die so aggregierten Kreditkartennummer bei einem Hacker-Angriff zu verlieren. Mit der „Device Account Number“ allein lässt sich kein Schaden anrichten.

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Die Kirsche auf dem Kuchen.

Abgerundet wird das „Apple Pay“-Angebot von einem Umstand, der auch vielen amerikanischen iPhone-Nutzern derzeit noch nicht wirklich klar ist: Apple selbst hat mit euren Zahlungen überhaupt nichts zu tun! Ist Apple Pay fertig eingerichtet, spielt sich die zur Zahlung benötigte Kommunikation ausschließlich zwischen euch, eurem Kreditkarten-Institut und dem Laden ab, in dem ihr gerade einkauft.

Ihr habt bestellt und wollt zahlen? Das iPhone sendet nun die bei der Apple Pay-Ersteinrichtung zufällig erstellte „Device Account Number“ (diese sieht übrigens wie eine herkömmliche Kreditkartennummer aus) und einen, von Apples Secure Element erstellten Einmal-Schlüssen an das Bezahl-Terminal des Ladens. Von hier aus tritt das Datenpaket die Reise zur Prüfstelle eures Kreditkarten-Unternehmens an. Dort wird die Freigabe der Zahlung nun angewiesen, die Kasse quittiert euren Einkauf. Fertig.

Weder Apple noch der Shop-Verkäufer haben eure Kreditkartendaten zu Gesicht bekommen.

pay-time

In den USA, in denen wegen einer Umstellung von Magnetstreifen- hin zu Chip-Karten gerade die Terminals ausgetauscht werden, dürften spätestens im Herbst 2015 alle relevanten Geschäfte mit Apple Pay-kompatiblen NFC-Empfänger ausgestattet sein. Ob sich Apples Bezahlsystem – schon jetzt der Marktführer in Übersee – hier durchsetzen wird, hängt vor allem von der Akzeptanz der großen Einzelhändler ab. Wie auch andere Anbieter verdient Apple einen Bruchteil der umgesetzten Transaktionssumme – es bleibt daher spannend zu beobachten, wie konkurrenzfähig der von Apple geforderte Anteil am Umsatz langfristig sein wird.

Die Mitbewerber machen aktuell jedenfalls eine schlechte Figur.

Zwei Drogerie-Ketten – ifun.de berichtete – hatten die Apple Pay-Annahme nach anfänglichen Feldversuchen wieder eingestellt um dem konkurrierenden Partner-Angebot CurrentC einen Vorteil zu verschaffen.

CurrentC setzt auf ein ähnliches Konzept wie Apple Pay, sammelt im Gegensatz zu Cupertinos drahtloser Börse aber auch persönliche Einkaufsdaten und private Verbraucher-Informationen ein. Anders formuliert: CurrentC kombiniert einen drahtlosen Bezahldienst mit einem klassischen Tracking-Service, der an die Bonus-Programme hiesiger Einzelhändler erinnert, das Einverständnis des Kunden aber nicht zwingend voraussetzt. Entsprechend schlecht ist die CurrentC-App derzeit bewertet – seit wenigen Stunden steht zudem fest, dass mehrere E-Mail-Adresse aktiver CurrentC-Kunden bei einem Hack gestohlen wurden…

Bei Interesse am Thema empfehlen wir euch sowohl den Bericht „How Apple Pay Really Works“ von Kirk Lennon, als auch einen erneuten Abstecher auf Apples offizielle Apple Pay-Seite. Cupertino fasst das Kern-Argument für den Einsatz des drahtlosen Bezahlsystems hier noch mal in fünf Sätzen zusammen:

Every time you hand over your credit or debit card to pay, your card number and identity are visible. With Apple Pay, instead of using your actual credit and debit card numbers when you add your card, a unique Device Account Number is assigned, encrypted, and securely stored in the Secure Element, a dedicated chip in iPhone, iPad, and Apple Watch. These numbers are never stored on Apple servers. And when you make a purchase, the Device Account Number, along with a transaction-specific dynamic security code, is used to process your payment. So your actual credit or debit card numbers are never shared by Apple with merchants or transmitted with payment.

Video: Tim Cook stelle Apple Pay vor

(Direkt-Link)

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29. Okt 2014 um 17:57 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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