Rund 40 Beschäftigte sollen Unterlagen sichern
Apple erhöht Druck auf frühere Mitarbeiter bei OpenAI
Apple weitet den Rechtsstreit mit OpenAI auf frühere Mitarbeiter aus. Rund 40 Beschäftigte des KI-Unternehmens, die zuvor für den iPhone-Hersteller gearbeitet haben, erhielten persönliche Schreiben von Apples Anwälten. Sie sollen Dokumente und Nachrichten aufbewahren und sich mit den Rechtsvertretern des Konzerns treffen.
An Apples Geschäftsgeheimnissen nicht interessiert: OpenAI-CEO Sam Altman
Wie die Financial Times berichtet gingen die Schreiben an etwa jeden zehnten der mehr als 400 ehemaligen Apple-Mitarbeiter, die inzwischen bei OpenAI tätig sein sollen. Apple will offenbar weitere Belege für seine Klage sammeln. Der Konzern wirft OpenAI vor, vertrauliche Informationen über unangekündigte Geräte für den Aufbau einer eigenen Hardwaresparte genutzt zu haben. Beklagt sind bislang OpenAI und zwei frühere Apple-Beschäftigte.
In der Klageschrift (PDF) hatte Apple bereits Dateizugriffe und interne Nachrichten beschrieben. Diese Hinweise seien nur ein kleiner Teil des möglichen Geschehens. OpenAI hatte seinerseits erklärt, kein Interesse an Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen zu haben, und sieht keine belastbaren Belege für die Vorwürfe. Zu den neuen Schreiben äußerten sich beide Unternehmen nicht.
Gerätepläne geraten unter zusätzlichen Druck
Der Konflikt trifft OpenAI während der Entwicklung eigener Geräte mit dem früheren Apple-Designer Jony Ive. Als erstes Produkt wird ein tragbarer Lautsprecher für den Einsatz zu Hause erwartet. Es soll etwa handtellergroß sein, keinen Bildschirm besitzen und seine Umgebung über Mikrofone und Kameras erfassen. Ein KI-Assistent könnte diese Informationen mit persönlichen Daten verbinden.
- KI-Hardware von OpenAI: Es wird ein Lautsprecher ohne Bildschirm
Eine Auslieferung war bereits vor der Klage nicht mehr für dieses Jahr vorgesehen. Die Entwickler müssen klären, wie der Assistent hilfreich reagiert, ohne sich aufzudrängen. Hinzu kommen Fragen zum Schutz persönlicher Daten und die Suche nach Chips, die KI-Modelle direkt auf einem Gerät für den Massenmarkt verarbeiten können.
Apple verlangt Schadenersatz, die Vernichtung vertraulicher Unterlagen und ein Verbot ihrer weiteren Nutzung. Sollten Informationen von Apple in die Entwicklung eingeflossen sein, könnten technische Prüfungen oder Änderungen nötig werden. Dies würde den für 2027 erwarteten Marktstart zusätzlich belasten. Zugleich verschärft das Vorgehen die Spannungen zwischen den Unternehmen, die seit 2024 unter anderem mit der ChatGPT-Einbindung in iOS zusammenarbeiten.
