Sensoren für Alltag und Training
Apple-Brille: Gesundheit und Fitness rücken näher
Apple denkt seine künftigen Brillen offenbar nicht nur als Kamera, Kopfhörer und Siri-Zugang im Gesicht. Nach Informationen von Bloomberg soll die zuständige „Vision Products Group“ des Unternehmens daran arbeiten, kommende Brillen und Headsets stärker in Richtung Gesundheit und Fitness zu entwickeln. Ein Hinweis darauf findet sich in einer neuen Stellenausschreibung für eine leitende Produktdesign-Position.
Die gesuchte Person soll demnach die künftigen Gesundheits-, Wellness- und Fitnesserlebnisse für Apples Vision-Produkte mitgestalten. Genannt werden außerdem Erfahrung mit digitalen Gesundheits- oder Fitnessprodukten sowie Kenntnisse bei sensorbasierten Anwendungen. Das passt zu der Linie, die Apple bereits bei anderen Geräten verfolgt: Die AirPods starteten als Ohrhörer für Musik und Telefonate, inzwischen spielen die ergänzenden Hörgeräte-Funktionen eine deutlich größere Rolle. Bei der Apple Watch ist der Gesundheitsbezug ohnehin zentral.
Fitness+ scheiterte an Gewicht und Technik
Ganz neu ist die Idee für Apple offenbar nicht. Schon bei der ursprünglichen Vision Pro soll das Unternehmen größere Fitnesspläne verfolgt haben. Bloomberg berichtet von einer geplanten Variante von Apple Fitness+, die direkt im Headset laufen sollte. Nutzer hätten das Gerät beim Training getragen, während die Körpererfassung Bewegungen analysiert.
Gestartet ist diese Funktion jedoch nie. Gründe sollen technische Hürden und das Gewicht des Headsets gewesen sein. Gerade bei Trainingskursen ist das keine Nebensache. Was beim Filmabend noch akzeptabel wirkt, wird bei Kniebeugen schnell zur sehr konkreten Produktkritik.
Die Einordnung passt zum bisherigen Bild der Vision Pro. Apples Headset bleibt bislang ein Gerät für eine vergleichsweise kleine Zielgruppe, während ein Nachfolger offenbar länger auf sich warten lässt. In den vergangenen Monaten mehrten sich zugleich Hinweise, dass Apple Ressourcen stärker auf leichtere, alltagstaugliche Brillen verlagert.
Brille als Gesundheitsgerät braucht Zeit
Bei den smarten Brillen soll Apple nun prüfen, wie sich der Formfaktor für Gesundheits- und Fitnessfunktionen nutzen lässt. Bloomberg nennt Sensoren, die Daten erfassen und Bewegungen des Nutzers erkennen können. Daraus könnten langfristig Anwendungen entstehen, die Training, Wohlbefinden oder Bewegungsanalyse unterstützen.
Für die erste Generation erwartet Bloomberg diese Funktionen allerdings noch nicht. Die Brille, die nach früheren Berichten im kommenden Jahr debütieren soll, dürfte zunächst mit anderen Aufgaben starten. Zuletzt war vor allem von Kameras, Mikrofonen, Audiowiedergabe, KI-Funktionen und enger iPhone-Anbindung die Rede. Auch Datenschutzfragen spielen dabei eine zentrale Rolle. Apple soll für die Brille unter anderem prüfen, welche Funktionen zu riskant wirken und wie viele KI-Berechnungen direkt auf dem Gerät laufen können, wie wir im Juli zusammengefasst haben.
Die neue Ausschreibung zeigt dennoch, wohin Apple die Produktfamilie entwickeln will. Die Brille soll offenbar nicht bei Fotos aus der Ich-Perspektive, Benachrichtigungen und Sprachbefehlen stehen bleiben. Sie könnte langfristig eine weitere Gesundheitsschnittstelle im Apple-Ökosystem werden, neben Uhr und Kopfhörern.



Mehr als ein teures Spielzeug ist die Vision pro auch nicht. Es fehlen Inhalte die das Potenzial voll ausnützen. Hier ein Demo und dort ein Filmchen ist eben nicht genug. Aber für Inhalte muss mehr Hardware verkauft werden und das wird es nicht. Demzufolge lohnt es nicht, vernünftige Inhalte dafür zu produzieren. Schade! Das was ich bisher erlebt habe ist wirklich erste Klasse. Aber bei dem Angebot, nein.
Bin mal gespannt, was folgt.
Hauptsache Apple verkauft was. Am Ende verliert dann Apple daran die Lust und das Produkt stirbt vor sich hin.
Und dabei hat Apple ja genug Geld rumliegen und könnte die Entwicklung vorfinanzieren…
Datenschutztechnisch für die EU eher eine Totgeburt.
Will keine Kamera aus der Nase sondern einfach nur silent Notifications sehen ohne auf Watch oder iPhone zu gucken
Sorry, ich vertipp‘ mich auch oft, aber „Kamera aus der Nase“ ist einfach herzallerliebst!!!
;-D
Klingt für mich so unkonkret, dass ich keine Brille von Apple vor 2030 erwarte. Ist vielleicht auch besser so.
Ich bin Kontaktlinsenträger und kann mir nicht vorstellen für sowas wieder auf eine Brille umzusteigen. Bei einer Sonnenbrille vielleicht noch, aber würden hier auch Leute wirklich sowas tragen, wenn sie keine Sehbeeinträchtigung hätten? Interessiert mich wirklich für wen der Markt so gedacht ist.
In den vergangenen Jahren habe ich tatsächlich Menschen gesehen die eine Brille ohne medizinische Notwendigkeit tragen. Es ist zu einem Accessoire geworden. Sicherlich nicht wie Ketten oder Ohrringe, der Markt ist aber da.
Bei Meta wirds ja vorgemacht. Anscheinend kaufen die Brille Menschen, die keine Brille bräuchten.