iphone-ticker.de — Alles zum iPhone. Seit 2007. 19 490 Artikel
   

1-zu-1 kopiert: Apple bietet gecrackte Apps zum Kauf an

Artikel auf Google Plus teilen.
28 Kommentare 28

Jon Lipsky ist verantwortlich für die iOS-Applikation TouchDraw, eine 8€ teure Anwendung, mit der sich Flussdiagramme und Vektor-Grafiken auf Apples Mobilgeräten erstellen lassen. Ein solides Projekt. Seit 2011 im App Store vertreten. Inzwischen knapp 30 mal aktualisiert und – wenn auch hierzulande relativ unbekannt – im amerikanischen App Store außerordentlich gut bewertet.

Lipsky kümmert sich unter anderem auch um die Support-Anfragen und eMails, die seine Nutzer über die Hilfe-Funktion der Anwendung einreichen und stolperte kürzlich über ein gravierendes Problem in Apples Zulassungsprozess. Die Eingangskontrolle des Software-Kaufhauses nickt offensichtlich auch schwarzkopierte Anwendungen ab, die einmal gecrackt und leicht umgestaltet, meist aus China, unter einen anderen Namen als neue Apps in den App Store eingestellt werden.

original

Auf die Spur der dreisten Kopierer kam Lipsky durch neue Support-Anfragen, die zwar aus seiner Anwendung verschickt wurden, auf diese jedoch mit einem anderen Namen referenzierten. Anstatt sich über Probleme mit Lipskys „TouchDraw“-App zu beschweren, informierten die Nutzer über Fehler in der App „Diagram Touch“. Fehler die Lipsky längst behoben hatte.

Lipsky fing an zu recherchieren und fiel nach dem Blick auf „Diagram Touch“ fast vom Stuhl. Bei „Diagram Touch“ handelte es sich um eine zwei Jahre alte „TouchDraw“-Version, deren Icons, Hintergrundbilder und Grafiken ausgetauscht worden waren. Und die nun gecrackt und mit einem günstigeren Preis als das Original im App Store zum Kauf angeboten wurde.

kkopie

Das Support-Formular und die im Quellcode fest verankerte eMail-Adresse hatten die Trittbrettfahrer übersehen.

Seit seinem Fund hat Lipsky inzwischen fünf Anwendungen im App Store aufgespürt, die alte Versionen seiner „TouchDraw“-App unter neuen Namen verkaufen. Jede einzelne davon muss es durch Apples Einlasskontrolle geschafft haben. Lipsky hat die Kopien seiner Anwendung bei Apples Rechtsabteilung gemeldet und wartet nun schon länger auf eine Antwort…

I have filed complaints with Apple Legal; however as the 4 other apps that I found back in May using TouchDraw screenshots are still for sale in the App Store I don’t have much hope for a satisfactory resolution.

Mittwoch, 03. Jul 2013, 10:04 Uhr — Nicolas
28 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • Inwieweit ist der Zulassungsprozess denn automatisiert bei der App-Prüfung?

  • Rüdiger Pretzlaff

    Das Apple mit einer Antwort so lange auf sich warten lässt ist mal wieder nicht so toll.

    Aber die Überschrift ist ja mal wieder sehr reißerisch. Als wenn Apple bei der großen Anzahl an Apps im App Store jeder App kennen würde und in der Lage wäre Einschätzen zu können was von wem geklaut wurde.

    Schön ist es nicht wenn die Arbeit von Entwicklern kopiert wird. Gerade wenn die Apps sehr gut sind und die Entwickler nicht dafür bezahlt werden.

    • Die Überschrift gibt doch wieder was stimmt. Ich wusste anhand der Überschrift sofort um was es geht. Apple lässt raubkopierte Apps zu.

    • Warum schätzen was von wem geklaut wurde? Quellcodes vergleichen die bei einer bestimmten Länge sich überschneiden & außerdem gibt es ein Datum vom Upload & Update, somit dürfte klar sein, wer von wem..

  • Woher soll die Einlasskontrolle merken, dass die Apps kopiert wurden? Bei der Vielzahl an Apps?

    Da sind die Entwickler gefordert…

    • die frage ist dann aber: wofür gibts die tolle eingangskontrolle? was machen die jungs da überhaupt? vermutlich den ganzen tag nur nippel sichten und ablehnen.
      gewalt und piraterie egal, aber im updateverzögern bei kritischen appfehlern u beim ablehnen von nackter haut sind sie gross.

    • Falsch! Apple lässt sich den den AppStore von Entwicklern mit $99/Jahr bezahlen! Das kann und darf nicht nur eine „Provision“ sein! Apple ist hier zentrale Anlaufstelle und verwaltet (lässt Apps zu / lehnt sie ab) eingereichte Apps. Und HIER MUSS die Überprüfung stattfinden und wenn es „nur“ über die Header-Dateien einer App funktioniert, denn die sind (nahezu) immer public und können aus dem App Bundle ausgelesen werden!

    • Die Apps müssten einfach mit einem Schlüssel signiert werden, der stark genug ist, dass sich ein knacken nicht mehr lohnen würde. Apple hätte da aus technischer Sicht durchaus schon Möglichkeiten was zu machen.

    • Dann muss aber auch zügig auf solche Beschwerden reagiert werden.

    • Indem man das tut was man verspricht. Eingangskontrolle? Wie können sich denn dann solche Apps wie TV Deutschland ( nur Fake Bewertungen ) Monate lang auf den ersten Plätzen im AppStore halten?

  • Da es hier gerade um ein ähnliches Thema geht: Der Mercury-Browser ist zur Zeit in zwei „Versionen“ im Appstore zu finden. Erstens als kostenloser Download; zweitens als „pro“-Variante zu 0,89 Euro. Einen Unterschied kann ich nach Vergleich beider Apps nicht erkennen. Übersehe ich da etwas?

    Zumindest dürfte man hier aber keinem Betrüger in die Arme gelaufen sein, denn die beiden Apps stammen vom selben Entwickler (= keine 1-zu-1 Abzocke wie hier beschrieben).

    • Vielleicht ist es einfach so gedacht, dass der Entwickler den Browser prinzipiell kostenlos anbieten möchte, aber auch eine kostenpflichtige Version anbietet, für die, die den Entwickler unterstützen möchten. Die kostenpflichtige Version ist quasi die Spendenversion des Browsers.

  • Es ist richtig, dass Apple nicht jede App mit jeder anderen (teilweise älteren Version) vergleichen kann. Wenn Sie aber von jemandem darauf aufmerksam gemacht werden, müssen sie auch die App sofort entfernen, da sie sich sonst mit strafbar machen (in DE mindestens die sog. Störer-Haftung, evtl. sogar mehr).

    • Naja, erstmal sollte Apple den Vorwurf überprüfen eh die löschen. ;-)
      Mit unter kann das schon etwas dauern. Man sollte aber bei Apple bei so einen Vorwurf zumindestens erst einmal die Auszahlungen bis zur Klärung einfrieren.

      • Mein Fehler, ich hätte schnellstmöglich statt ’sofort‘ schreiben sollen. ;-)

  • Ihr glaubt ja wohl nicht, dass die Apps vollautomatisiert zugelassen werden bzw. die jeweiligen Mitarbeiter alle Apps im AppStore auswendig kennen um feststellen zu können, ob kopiert wurde.

    Da sind ganz klar die Entwickler oder Nutzer gefragt dies zu melden,

  • … oder jeder heult rum wenn eine AppStore Zulassung 4 Wochen dauert, weil man alle Apps abgleichen muss ;)

  • Muss denn nicht auch der Quellcode mit bei Apple eingereicht werden?
    Xcode kompiliert doch eine App. Oder nicht?

    • Nö, Quellcode bleibt (ausser manchen Header-Files) beim Entwickler. Da geht nur die kompilierte Version (welche halt eben manche Header-Files enthält) raus.

  • Bei der Headline dachte ich zuerst an eine Fortsetzung des, Anfang d.J. aufgetauchte ‚China AppStore‘, indem ja nur gecracktr Apps Gratis angeboten wurden.

    Ist jemandem schon aufgefallen das App-Updates die ein höheres iOS voraussetzen als auf dem iDevice vorhanden, nicht mehr unter den Updates gelistet werden? Marke: Apple Intelligenz! Warum kriegen die es bei den Updates nicht auf die Reihe eine Auswahl per Klickbox zu etablieren, die dann in einem Rutsch geladen werden.

  • Heiliger Strohsack

    Tja, das kommt dabei heraus, wenn oberste Priorität immer noch hat, dass man bei jeder Gelgenheit mit der Anzahl der Apps prahlt. Quantität vor Qualität.

  • Hallo,
    Sorry kenne mich nicht so aus. Doch gibt es für Software jeglicher Art nicht sowas wie ein patent Amt ?
    Ich kann doch zb FIFA 13 nicht einfach kopieren und rausbringen unter anderen Namen !?
    Außerdem denke ich schon das Apple da was tun kann und auch muss.
    Wer kassiert hat auch Verantwortung !
    Aber wahrscheinlich befürworten sie die Kopien noch. Den sie kassieren ja bei ihnen auch mit ;-)

    • Apple prüft nur ihre Patente auf Verletzung. Oder prüfst du, ob dein WasAuchImmer irgend ein Patent von irgendwem verletzt?
      Betr. Code vergleichen: wofür gibt es Computer, die diesen Vorgang automatisiert durchführen können?

  • also wirklich sorgfältig sind die nicht. Ein Freund von mir hat mal eine Vokabellern-App programmiert, mit verschiedenen „Ebenen“, je nachdem wie oft man die Vokabel richtig weiß und die wurde erst rejectet, weil sie angeblich nur ein pdf-Viewer sei, das mit den Vokabeln haben die überhaupt nicht geblickt…
    Dann musste er erst widersprechen und dann gings irgendwann..

  • Suicide27Survivor

    Sowieso nicht das was man von einer Kontrolle seitens Apple erwarten dürfte.
    Manchmal schon mehr als fragwürdig was Apple da alles durchwinkt und solange Apple weiterhin gut an Apps verdient liegt der Schwerpunkt der Kontrolle mit Sicherheit nicht darin solche Apps zu verhindern,denn auch an den Kopien verdient Apple seinen 30% Anteil.
    Daher wird der Entwickler mit Sicherheit noch lange darauf warten das die Kopien aus dem Store entfernt werden und werden 5gelöscht kommen 10weitere nach.

  • Ein gutes hat die Geschichte der raupkopierten App dann aber doch! Nun weiß die Kommunity – und somit potentielle Kunden – dass es die App TouchDraw überhaupt gibt ;-D

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 19490 Artikel in den vergangenen 3386 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2016 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Datenschutz   ·   Auf dieser Seite werben aketo GmbH Powered by SysEleven