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Seid wachsam: Wie die “Travelcloud” App unsere Alarmglocken schellen lässt

30 Kommentare

Quasi zeitgleich schwappen uns momentan zahlreiche Rezensionen über die deutschsprachige AppStore-Neuerscheinung “Travelcloud” aus dem Netz entgegen und irgendwie hinterlässt die offensichtlich generalstabsmäßig geplante Marketing-Welle, auch beim flüchtigen Überfliegen der vermeintlich objektiven Texte einen bitteren Nachgeschmack.

Zwei Observationen, die wir an euch weiterreichen möchten und auf die man heutzutage vor dem Download fast jeder Applikation achten sollte:

1. Gekaufte Texte:

Die durchweg positiven Besprechungen der selbsternannten “Urlaubs-Schnäppchen-App” werden im Web stellenweise als “Gesponserter Artikel”, also als gekauft gekennzeichnet, unterscheiden sich inhaltlich jedoch kaum von den fast wortgleichen Besprechungen die auf die Werbe-Kennzeichnung verzichten.

schnaeppchen-travelclopud

Während die eine Webseite, den Travelcloud-Artikel als Werbung kennzeichnet und schreibt:

Das eigene Redaktionsteam von Travelcloud recherchiert täglich nach den besten Deals im Internet […]

heißt es auf anderen Seiten ohne Kennzeichnung:

Hinter Travelcloud sitzt ein redaktionelles Team, das täglich das Internet durchforstet und auf der Suche nach den besten Reise-Deals ist.

und so weiter…

2. Merkwürdige Rezensionen:

Die ausschließlich guten Bewertungen der “Travelcloud”-App – die in unserem Test übrigens weder funktionierte, noch eine Verbindung zum Server herstellen konnte – überraschen nicht nur mengenmäßig. Üblicherweise dauert es einige Zeit bis Nischen-Apps wie Travelcloud überhaupt Wortmeldungen einsammeln.

Hinzu kommt, dass die durchgängig verteilten 5-Sterne-Bewertungen all zu oft von App Store-Nutzern kommen, die ansonsten noch keine anderen Titel besprochen haben, ihre Begeisterung über den Reise-Dienst jetzt aber überaus euphorisch formulieren. Auf die gewählten Nutzernamen müssen wir wahrscheinlich gar nicht erst hinweisen.

rezension

Also: Unabhängig von eurer Schlussfolgerung, gilt es Blogs und Webseiten die den Verkauf redaktioneller Inhalte nicht kategorisch ausschließen, eben so kritisch zu hinterfragen, wie die im App Store abgegebenen Rezensionen.

Zwei zusätzliche Klicks schaden nicht und bewahren euch im besten Fall davor, dass mühsam gesparte Urlaubsgeld in ein namenloses Reiseportal zu investieren, dessen Popularität eingekauften Blogger-Texten zu verdanken ist. Seid wachsam!

Diskussion 30 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  1. Ich fürchte den Tag an dem Fake-Accounts für Rezensionen einfach mal kunterbunt vorher ~10 andere Apps bewerten :/

    — iChef
  2. Gesponsorte Blogmeldungen vs. 1:1 Pressemeldungen vs. Redaktionel bearbeiteter Pressemeldungen…

    Auf deutsch gesagt: die überwiegende Mehrzahl an Produktartikeln im Web basiert auf ein und dem selben Text, nämlich der Pressemeldung des Herstellers.
    Was auch legitim ist, sofern dies gekennzeichnet ist.

    — Micha
  3. Die Entwickler der App sind doch nur an den Provisionen interessiert, die sie für die Vermittlung der Reiseangebote erhalten.

    — Björn
    • Nicht zwangsläufig…unter Umständen wird irgendwann kassiert, und dann nicht mal mehr vermittelt…(und dann abgetaucht)

      — iDirkPeter
      • Üblicherweise zahlt man direkt an den Veranstalter und nicht an einen Vermittler.

        — Archetim
    • Was an sich ja nicht verwerflich ist. Das machen die üblichen Urlaubsportale ja auch nicht anders. Solange die Angebote gut sind, sollen sie doch auch ruhig ihr Geld verdienen.

      — Archetim
      • Jap, wobei die Art wie Travelcloud für sich geworben hat, die Seriosität des Unternehmens schon irgendwie in Frage stellt.

        — Björn
  4. Eigentlich kann man Fake Accounts ganz leicht aussperren. Jeder Account wird mit dem Personalausweis des Erstelltes gekoppelt.

    — Duff-Man
    • und gleich kommt keine Kommando vom Datenschutz bei dir vorbei und wird dich für die Aussage gleich mit nehmen ^^

      — MysticEmpires
    • Frage ist: will man für alles einen Personalausweis vorweisen, bzw. seine “echten” Personalien weiter geben?

      — KaroX
    • Ich glaube mit dem neuen Personalausweis müsste sich sogar so etwas realisieren lassen ,ohne das irgendwelche persönlichen Daten verraten werden. Es müsste einfach im Personalausweis für jeden Diensts eine ID erzeugt werden, sodass Apple zwar feststellen kann, dass es diese ID noch nicht gibt, aber ansonsten keine Daten bekommt. Das wäre eine sinnvolle Anwendung für den E-Perso.

      — Gerum
  5. Hammer. Zum Glück gibt’s die Internet Polizei iFun die alles aufdeckt. Ohne euch wäre ich drauf reingefallen.

    — Heinz aus meinz
    • ‘Heinz aus meinz’ – ganz klar ein automatisch generierter Nutzername. Auch der Inhalt spricht dafür, dass die Redaktion hier einen Dienstleister in Anspruch genommen hat, der positive Kommentare schreibt.
      Nene, und das auch noch in einem Artikel, der auf solche dunklen Machenschaften hinweist. Hätte ich nicht von euch gedacht :)

      — Das Kontor
  6. Ich habe bei der App jetzt kein Problem gesehen. Aber ich würde mich auch über ein frisches Warnsystem für falsche Apps freuen, bei dem man einfach Apps melden kann, wie z.B. Widgets… Selbst bei E-Mails macht Apple gar nichts!

    Appfel
  7. Ein Dankeschön für eure Warnung.
    Ja, es ist leider so, dass in alle Richtungen manipuliert wird. Viele können dem Druck nach Erfolg nicht standhalten. Auch sind die Lebenskosten relativ hoch und da werden viele schwach.
    Es ist schon so: Besprechungen analysieren, erstens. Zweitens, Texte genau scannen. Meistens sind Möchtegerns nicht so schlau, dass sie die Sprache überlisten können. Drittens, nicht Vogel sein. Gratis? Beste Gelegenheit? Nur kurze Zeit? Deine Gelegenheit / Chance? Letzte Möglichkeit? Deine Freunde nutzen diese Angebote auch? Wenn du …, dann bekommst du?
    Und so weiter!

    — avilluk
  8. Ich hab den Text erst gar nicht verstanden, bis ich “Besprechungen” durch “Bewertungen” ersetzt habe. Wer sagt denn dazu “Besprechungen”?

    — Sprengbirne
  9. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen wo jetzt das böse in der Applikation steckt? Ich habe die App. heruntergeladen und ausgiebig getestet. Die Funktionen in der App. haben keine Fehler und das Design ist durchdacht. Im Appstore hat diese App. nun schon mehr als 100 positive Bewertungen mit durchaus unterschiedlichen Standpunkten die dort vertreten werden. Anscheinend hat das Team von iFun oder Nicolas keine derzeit konstruktiven News über die er objektive Berichterstattung verfassen kann.

    — Alex

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