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iPhone-Werbeblocker in iOS 9: Alles wird schlecht

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Werbeblocker in iOS 9. Als wir am Dienstag zum ersten Mal über die in den Tiefen des iPhone-Betriebssystems gesichtete Option berichteten, war das Feedback erstaunlich homogen. Die Reaktion der Community: „Das ist klasse.“ Punkt.

Inzwischen werden die ersten kritischen Stimmen zu den hier von Apple beschriebenen Neuerungen laut.

zeit-online

Zwar wird die Integration der Plugin-Architektur im mobilen Safari-Browser grundsätzlich begrüßt, der vorgesehene Einsatz der JSON-Schwarzlisten, mit deren Hilfe sich Online-Elemente, Webseiten und die Server-Farmen der großen Vermarkter blocken lassen, trifft jedoch nicht nur auf ungeteilte Zustimmung.

Zum einen scheint Apple es mit der Safari-Integration vornehmlich auf das von Google dominierte Geschäft der Web-Anzeigen abgesehen zu haben. Bislang deutet jedenfalls nichts darauf hin, dass die Reklame-Blockade auch die Apple-eigenen iAD-Banner reduzieren könnte, bzw. in der Lage wäre, native iOS-Applikationen von ihrer Finanzierungsgrundlage zu befreien.

Es geht um ein (weitgehend) werbefreies Netz, nicht um werbefreie Apps.

Zum anderen könnten die iPhone-Werbeblocker einen Trend beschleunigen, dessen durch und durch negativer Einfluss sich schon seit rund drei Jahren beobachten lässt: Die beschleunigte Ausbreitung des sogenannten „Native Advertising“ – Werbung die nicht mehr neben, sondern im Inhalt bzw. im Text der von euch besuchten Webseiten platziert wird.

Ein Thema, dem wir uns auf ifun.de nur ab und zu aber stets mit angewiderter Miene widmen. Waren E-Mails wie die gleich abgedruckte vor wenigen Jahren noch die Ausnahme, vergehen Mitte 2015 keine sechs Stunden mehr ohne Zuschriften wie:

Wir sind an der Veröffentlichung eines interessanten Artikels (inclusive Link) auf Ihrer Website interessiert. Der Artikel soll auf XXXXXXX verlinken. Ich wollte fragen, ob sie an einer Kooperation mit uns interessiert sind und fragen was es kosten würde.

Schlimmer noch als die Kauf-Anfragen, die ihre Platzierung im redaktionellen Bereich stets ordentlich vergüten wollen, ist die Tatsache, wie viele Webseite auf die unserer Meinung nach verdammt unseriösen Angebote eingehen. Inzwischen zählen wir die Artikel, die 2-3 Stunden nach entsprechenden E-Mails im deutschen Netz auftauchen gar nicht mehr.

Zurück zum Thema: Sobald die ersten Werbeblocker für iOS 9 verfügbar sind, werden wir uns vor bezahlen Inhalten wohl nicht mehr retten können. Im besten Fall als unschuldige Sponsorings, im schlechtesten als konventionelle Test-Artikel getarnt, kommen diese dann zwar ohne blinkende Banner aber mit verlogenen Inhalten. Wirklich schade.

inhalte

Zu allem Überfluss steht nicht mal fest, dass die zum Jahresende erhältlichen Werbeblocker ihren Job überhaupt ernst nehmen. Mit Blick auf die fragwürdigen Machenschaften der Adblock-Verantwortlichen, die die Banner zahlender Vermarkter mit einem Achselzucken auch bei installierter Erweiterung einblenden, scheinen die Sorgen vor der zukünftigen Entwicklung berechtigt.

Wir empfehlen euch die beiden im Anschluss verlinkten Artikel zum Thema. Sowohl Joshua Bentons Stück „A blow for mobile advertising“ auch auch der Artikel „Collateral Damage“ von Eric Law machen eine Handvoll guter Punkte und vergessen nicht, dass die Inhalte-Anbietern mit ihren Werbeteppichen, den automatischen Umleitungen, den schlecht funktionierenden Bezahlschranken und blinkenden Vollbildanzeigen auch nicht ganz unschuldig an der aktuellen Entwicklung sind.

Momentan jedoch – und dies sollte bei der Installation des ersten iPhone-Werbeblockers im Hinterkopf behalten werden – scheinen wir in eine Richtung zu Steuern, die alle Beteiligten auf Seite der Verlierer zu platzieren scheint.

Zwei Lese-Empfehlungen:

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11. Jun 2015 um 14:56 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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