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Marvin, Yomu, YiBook & Co.

iBooks-Alternativen für iOS? ePub- und eBook-Reader für iPhone und iPad

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Ach Herrje. Auf der Suche nach einer brauchbaren Alternative zu Apples iBooks-Applikation haben wir gestern mehr als 20 Anwendungen aus dem App Store geladen, ausprobiert und sind von einer Enttäuschung zur nächsten gesprungen.
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Wir präsentieren euch die engere Auswahl gleich im nächsten Absatz, wollen eure Aufmerksamkeit vorher aber noch für eine Frage in die Runde nutzen: Nutzt ihr einen E-Book Reader, nicht iBooks, mit dem ihr rundum zufrieden seid?

Warum nicht iBooks?

Wir sind auf der Suche nach einer Applikation, die fünf Punkte unserer Wunschliste in Sachen Lese-Kompagnon erfüllt.

  • Eine ordentliche ePub-Unterstützung: Schön wäre, wenn auch PDF und Mobi-Dateien gelesen werden können, wichtig ist uns aber der volle Support für das offene E-Pub Format.
  • Licht und Schrift: Wir hätten gerne die volle Kontrolle über Schriftgröße, Zeilenabstand, Font, Farbe und Helligkeit. Schön wäre, wenn sich die Voreinstellungen „per Buch“ setzen lassen können. Ein Modus mit ganz geringem Kontrast für das Lesen in den Dämmerstunden ist uns wichtig.
  • Meta-Informationen: Wie viel % des Buches haben wir schon gelesen? Wie viele Seite hat das Werk, wenn unsere Schriftgröße berücksichtigt wird? In welchem Kapitel befinden wir uns? Wie lang ist das Kapitel noch?
  • Export per Mail: Wir wollen unsere (gemeinfreien) Bücher per Mail versenden dürfen. Vielleicht in die eigene Dropbox legen und an andere Apps übergeben können.
  • Import, bitte einfach: Auch der Weg neuer Bücher in die App soll bitte recht einfach von statten gehen. Gerne über iTunes, am liebsten jedoch mit Hilfe eines drahtlosen Web-Servers. Eine Dropbox-Anbindung, der Zugriff auf Google Drive und vielleicht auch auf das Projekt Gutenberg wären wünschenswert.

Also los. Werfen wir einen Blick auf die im App Store gelisteten Kandidaten. Die acht folgenden Applikationen wollten wir erwähnt haben – die Reihenfolge spiegelt unsere persönliche Platzierung der Angebote wieder. Derzeit hält die Universal-Applikation Marvin unangefochten den ersten Platz.

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Wer möchte kann die Marvin-App in ihrer abgespeckten Gratis-Ausgabe testen, mit Blick auf die Kosten der Vollversion (2,69€) lohnt sich jedoch der Griff zum Komplett-Paket.

Marvin arbeitet hervorragend mit der Desktop-Anwendung Calibre – einer Art „iTunes für Bücher“ – zusammen und bietet so viele Einstellungsmöglichkeiten an, dass sich die App problemlos an jeden Geschmack anpassen lassen dürfte. Eine Dropbox-Anbindung holt sich neue Bücher aus eurem Dropbox-Account ab, ein E-Mail-Export verschickt spannende Werke im Freundeskreis. iPhone und iPad-App gleichen die Lesepositionen miteinander ab, ein Nachtmodus mit Extra-Dimmung sorgt für geschonte Augen, die Schrift-Konfiguration ist so umfangreich, dass sie auf mehrere Seiten aufgeteilt werden muss.

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Die Marvin-App gehört derzeit zu den besten Kandidaten, den E-Book-Freunde im App Store aufspüren können und führt unsere Vorstellungen nicht ohne Grund an. Kritisieren lässt sich die umfangreichen Konfiguration vielleicht wegen der fehlenden Übersichtlichkeit – wer jedoch gerne selbst Hand anlegt, wird von Marvin hervorragend bedient.

Die Universal-App macht einen positiv schlichten Eindruck, kann gratis geladen und bei Gefallen für 2,69€ von ihrem 5-Buch-Limit erlöst werden. Eine Anbindung an das Projekt-Gutenberg ist vorhanden. Notizen und Lesezeichen lassen sich setzen, ausgewählte Bücher Mailen. Eine Prozentanzeige zeigt die Position im Buch an. Neue Bücher können per W-Lan an die App übergeben werden.

Was uns nicht gefällt: Die Einstellungen für Schrift und Helligkeit sind nicht stufenlos. Der Font kann geändert, Spaltenbreite und Zeilenabstand aber nicht beeinflusst werden. Der Dropbox-Zugriff beschränkt sich auf die mobile Dropbox-Webseite. Die Bibliotheks-Ansicht ist etwas lieblos gestaltet, die Buch-Metainformationen erst nach einem zusätzlichen Tap erreichbar.

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Ebenfalls eine Universal-App. Yomu hat deutsche Interface-Elemente und glänzt mit einer guten Vorauswahl an Schriften, einem exzellenten Import von Dropbox-, Web-, iTunes- und Google-Drive Dokumenten und einer klugen Kapitel-Übersicht. Die Bücher lassen sich per E-Mail weitergeben – ein Nacht-Modus färbt das Display schwarz ein. Die Leseeinstellungen können pro Buch gesetzt werden, die Kapitel-Übersicht und die Zusammenfassung der Anmerkungen ist wesentlich aufgeräumter als bei der Konkurrenz. Auch Yomus In-App-Kauf zum Erwerb der Vollversion kostet 2,69€ , die Anwendung lässt sich aber ebenfalls kostenlos testen.

Was uns nicht gefällt: Wir finden keine Helligkeits-Einstellungen. Yomus optimierte Seitendarstellung scheint vom Buchautor vorgesehene Absätze manchmal einfach zu zerreißen. Die App nutzt nicht den ganzen Screen zur Text-Darstellung, sondern lässt oben und unten einen weißen Rand, der auch dann angezeigt wird, wenn die Werkzeugleiste eigentlich ausgeblendet ist.

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Documents. Kostenlos, universal und seit langer Zeit einer unserer Favoriten zur Dokumentenverwaltung zeigt ePub-Dateien zwar an, ist jedoch nicht für das Lesen längerer Texte ausgelegt und lässt quasi alle Werkzeuge vermissen, die für den entspannten Konsum von E-Books benötigt werden. Auch die „sehr kleine“ Schrift der Documents-App erscheint noch zu groß. Das Lesezeichen-Menu ist versteckt, die Auflistung der eigenen Werke nicht wirklich übersichtlich. Documents bekommt zwar eine 1+ für den abgedunkelten Nachtmodus, eignet sich ansonsten jedoch nur als Lese-Notlösung.

documents

Auch wenn Icon und Branding euch etwas anderes vormachen wollen, bei den beiden kostenlosen Applikationen txtr und Sony Reader handelt es sich unter der Haube mehr oder weniger um die gleiche Anwendung. Als Kompagnon-Apps zu den jeweiligen Lese-Diensten angeboten, funktionieren die Applikationen zwar auch mit eigenen ePub-Werken tadellos, die nicht genutzten Verknüpfungen in die Portale der Anbieter, der etwas angestaubte Look des Buchregals, der Verzicht auf Sharing-Dienste und der fehlende Export disqualifizieren die Applikationen aber als ernste Kandidaten.

Schade, da txtr und der Sony Reader schöne Einstellungsmöglichkeiten bei der Seiten-, Schrift- und Absatz-Konfiguration zulassen.

txtr

Hier ärgern wir uns ein wenig. Sowohl Readmill als auch dotdotdot sehen verdammt vielversprechend aus, sind tadellos gestaltet, fühlen sich jung und brauchbar an, aber: Beide E-Book Leser setzen einen personalisierten Login und einen Account auf dem Server der Anbieter zur Nutzung voraus.

Und zwar auch dann, wenn ihr ausschließlich auf eure eigenen Bücher zugreifen wollt. Ein No-Go für einen E-Book Reader. Wir legen gerne 10€ auf den Tisch, wollen unsere Lesegewohnheiten aber nicht an ein personalisiertes Konto binden und verzichten lieber auf den von Readmill gebotenen Austausch unter Freunden – oder die von dotdotdot integrierte Später-Lesen-Funktionen die mit Pocket und Instapaper konkurriert und das Lesen von E-Books so mit dem Lesen kurzer Web-Texte kombinieren will.

readmill

Readmill

Trotz der gut umgesetzten, durchaus innovativen Ideen (Dotdotdot etwa, hat Nutzer-Timelines die jeden Buch-Zugriff öffentlich machen) entscheiden wir uns hier lieber gegen das „soziale Lese-Erlebnis“ als für einen Account, der unsere E-Books-Sammlung mit unserer E-Mail-Adresse kombiniert. Nicht desto trotz, die Apps der beiden Anbieter sehen sehr gut aus.

dotdotdot

dotdotdot

Unterm Strich:

Die gelisteten Kandidaten gehören zu den besten Applikationen, die wir zum Lesen eigener ePub-Bücher aufspüren konnten. Und wir haben wirklich viele getestet. Die Downloads – alle für iPhone und iPad optimiert – haben wir hier untereinander in der Reihenfolge abgelegt, in der wir den Selbsttest empfehlen würden.

100% glücklich sind wir jedoch mit keiner der App-Vorstellungen – auch nicht mit Apples Werks-Applikation – und freuen uns über eure Tipps, solltet ihr einen brauchbaren ePub-Reader kennen und empfehlen können.

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30. Dez 2013 um 10:10 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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