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Marvin, Yomu, YiBook & Co.

iBooks-Alternativen für iOS? ePub- und eBook-Reader für iPhone und iPad

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32 Kommentare 32

Ach Herrje. Auf der Suche nach einer brauchbaren Alternative zu Apples iBooks-Applikation haben wir gestern mehr als 20 Anwendungen aus dem App Store geladen, ausprobiert und sind von einer Enttäuschung zur nächsten gesprungen.
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Wir präsentieren euch die engere Auswahl gleich im nächsten Absatz, wollen eure Aufmerksamkeit vorher aber noch für eine Frage in die Runde nutzen: Nutzt ihr einen E-Book Reader, nicht iBooks, mit dem ihr rundum zufrieden seid?

Warum nicht iBooks?

Wir sind auf der Suche nach einer Applikation, die fünf Punkte unserer Wunschliste in Sachen Lese-Kompagnon erfüllt.

  • Eine ordentliche ePub-Unterstützung: Schön wäre, wenn auch PDF und Mobi-Dateien gelesen werden können, wichtig ist uns aber der volle Support für das offene E-Pub Format.
  • Licht und Schrift: Wir hätten gerne die volle Kontrolle über Schriftgröße, Zeilenabstand, Font, Farbe und Helligkeit. Schön wäre, wenn sich die Voreinstellungen „per Buch“ setzen lassen können. Ein Modus mit ganz geringem Kontrast für das Lesen in den Dämmerstunden ist uns wichtig.
  • Meta-Informationen: Wie viel % des Buches haben wir schon gelesen? Wie viele Seite hat das Werk, wenn unsere Schriftgröße berücksichtigt wird? In welchem Kapitel befinden wir uns? Wie lang ist das Kapitel noch?
  • Export per Mail: Wir wollen unsere (gemeinfreien) Bücher per Mail versenden dürfen. Vielleicht in die eigene Dropbox legen und an andere Apps übergeben können.
  • Import, bitte einfach: Auch der Weg neuer Bücher in die App soll bitte recht einfach von statten gehen. Gerne über iTunes, am liebsten jedoch mit Hilfe eines drahtlosen Web-Servers. Eine Dropbox-Anbindung, der Zugriff auf Google Drive und vielleicht auch auf das Projekt Gutenberg wären wünschenswert.

Also los. Werfen wir einen Blick auf die im App Store gelisteten Kandidaten. Die acht folgenden Applikationen wollten wir erwähnt haben – die Reihenfolge spiegelt unsere persönliche Platzierung der Angebote wieder. Derzeit hält die Universal-Applikation Marvin unangefochten den ersten Platz.

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Wer möchte kann die Marvin-App in ihrer abgespeckten Gratis-Ausgabe testen, mit Blick auf die Kosten der Vollversion (2,69€) lohnt sich jedoch der Griff zum Komplett-Paket.

Marvin arbeitet hervorragend mit der Desktop-Anwendung Calibre – einer Art „iTunes für Bücher“ – zusammen und bietet so viele Einstellungsmöglichkeiten an, dass sich die App problemlos an jeden Geschmack anpassen lassen dürfte. Eine Dropbox-Anbindung holt sich neue Bücher aus eurem Dropbox-Account ab, ein E-Mail-Export verschickt spannende Werke im Freundeskreis. iPhone und iPad-App gleichen die Lesepositionen miteinander ab, ein Nachtmodus mit Extra-Dimmung sorgt für geschonte Augen, die Schrift-Konfiguration ist so umfangreich, dass sie auf mehrere Seiten aufgeteilt werden muss.

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Die Marvin-App gehört derzeit zu den besten Kandidaten, den E-Book-Freunde im App Store aufspüren können und führt unsere Vorstellungen nicht ohne Grund an. Kritisieren lässt sich die umfangreichen Konfiguration vielleicht wegen der fehlenden Übersichtlichkeit – wer jedoch gerne selbst Hand anlegt, wird von Marvin hervorragend bedient.

Die Universal-App macht einen positiv schlichten Eindruck, kann gratis geladen und bei Gefallen für 2,69€ von ihrem 5-Buch-Limit erlöst werden. Eine Anbindung an das Projekt-Gutenberg ist vorhanden. Notizen und Lesezeichen lassen sich setzen, ausgewählte Bücher Mailen. Eine Prozentanzeige zeigt die Position im Buch an. Neue Bücher können per W-Lan an die App übergeben werden.

Was uns nicht gefällt: Die Einstellungen für Schrift und Helligkeit sind nicht stufenlos. Der Font kann geändert, Spaltenbreite und Zeilenabstand aber nicht beeinflusst werden. Der Dropbox-Zugriff beschränkt sich auf die mobile Dropbox-Webseite. Die Bibliotheks-Ansicht ist etwas lieblos gestaltet, die Buch-Metainformationen erst nach einem zusätzlichen Tap erreichbar.

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Ebenfalls eine Universal-App. Yomu hat deutsche Interface-Elemente und glänzt mit einer guten Vorauswahl an Schriften, einem exzellenten Import von Dropbox-, Web-, iTunes- und Google-Drive Dokumenten und einer klugen Kapitel-Übersicht. Die Bücher lassen sich per E-Mail weitergeben – ein Nacht-Modus färbt das Display schwarz ein. Die Leseeinstellungen können pro Buch gesetzt werden, die Kapitel-Übersicht und die Zusammenfassung der Anmerkungen ist wesentlich aufgeräumter als bei der Konkurrenz. Auch Yomus In-App-Kauf zum Erwerb der Vollversion kostet 2,69€ , die Anwendung lässt sich aber ebenfalls kostenlos testen.

Was uns nicht gefällt: Wir finden keine Helligkeits-Einstellungen. Yomus optimierte Seitendarstellung scheint vom Buchautor vorgesehene Absätze manchmal einfach zu zerreißen. Die App nutzt nicht den ganzen Screen zur Text-Darstellung, sondern lässt oben und unten einen weißen Rand, der auch dann angezeigt wird, wenn die Werkzeugleiste eigentlich ausgeblendet ist.

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Documents. Kostenlos, universal und seit langer Zeit einer unserer Favoriten zur Dokumentenverwaltung zeigt ePub-Dateien zwar an, ist jedoch nicht für das Lesen längerer Texte ausgelegt und lässt quasi alle Werkzeuge vermissen, die für den entspannten Konsum von E-Books benötigt werden. Auch die „sehr kleine“ Schrift der Documents-App erscheint noch zu groß. Das Lesezeichen-Menu ist versteckt, die Auflistung der eigenen Werke nicht wirklich übersichtlich. Documents bekommt zwar eine 1+ für den abgedunkelten Nachtmodus, eignet sich ansonsten jedoch nur als Lese-Notlösung.

documents

Auch wenn Icon und Branding euch etwas anderes vormachen wollen, bei den beiden kostenlosen Applikationen txtr und Sony Reader handelt es sich unter der Haube mehr oder weniger um die gleiche Anwendung. Als Kompagnon-Apps zu den jeweiligen Lese-Diensten angeboten, funktionieren die Applikationen zwar auch mit eigenen ePub-Werken tadellos, die nicht genutzten Verknüpfungen in die Portale der Anbieter, der etwas angestaubte Look des Buchregals, der Verzicht auf Sharing-Dienste und der fehlende Export disqualifizieren die Applikationen aber als ernste Kandidaten.

Schade, da txtr und der Sony Reader schöne Einstellungsmöglichkeiten bei der Seiten-, Schrift- und Absatz-Konfiguration zulassen.

txtr

Hier ärgern wir uns ein wenig. Sowohl Readmill als auch dotdotdot sehen verdammt vielversprechend aus, sind tadellos gestaltet, fühlen sich jung und brauchbar an, aber: Beide E-Book Leser setzen einen personalisierten Login und einen Account auf dem Server der Anbieter zur Nutzung voraus.

Und zwar auch dann, wenn ihr ausschließlich auf eure eigenen Bücher zugreifen wollt. Ein No-Go für einen E-Book Reader. Wir legen gerne 10€ auf den Tisch, wollen unsere Lesegewohnheiten aber nicht an ein personalisiertes Konto binden und verzichten lieber auf den von Readmill gebotenen Austausch unter Freunden – oder die von dotdotdot integrierte Später-Lesen-Funktionen die mit Pocket und Instapaper konkurriert und das Lesen von E-Books so mit dem Lesen kurzer Web-Texte kombinieren will.

readmill

Readmill

Trotz der gut umgesetzten, durchaus innovativen Ideen (Dotdotdot etwa, hat Nutzer-Timelines die jeden Buch-Zugriff öffentlich machen) entscheiden wir uns hier lieber gegen das „soziale Lese-Erlebnis“ als für einen Account, der unsere E-Books-Sammlung mit unserer E-Mail-Adresse kombiniert. Nicht desto trotz, die Apps der beiden Anbieter sehen sehr gut aus.

dotdotdot

dotdotdot

Unterm Strich:

Die gelisteten Kandidaten gehören zu den besten Applikationen, die wir zum Lesen eigener ePub-Bücher aufspüren konnten. Und wir haben wirklich viele getestet. Die Downloads – alle für iPhone und iPad optimiert – haben wir hier untereinander in der Reihenfolge abgelegt, in der wir den Selbsttest empfehlen würden.

100% glücklich sind wir jedoch mit keiner der App-Vorstellungen – auch nicht mit Apples Werks-Applikation – und freuen uns über eure Tipps, solltet ihr einen brauchbaren ePub-Reader kennen und empfehlen können.

Montag, 30. Dez 2013, 10:10 Uhr — Nicolas
32 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
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  • Mir reicht iBooks völlig aus. Wieso sollte ich noch mal 2,**€ ausgeben? iBooks hat eigentlich alles was man zum mobilen Lesen auf dem iPhone braucht. Die % stehen zwar nicht da, aber die Seiten schon. Auch wieviele Seiten es noch bis zum nächsten Kapitel sind. Also mir reicht das voll und ganz.

    • Ich finde, dass iBooks zuviel Platz auf kleinen Displays verschwendet. Zu große Ränder und die nutzlos schwarze Statusleiste oben. Schade, dass es keine App gibt, die iBooks-Dateien öffnen kann. Ich habe den Fehler gemacht, bei Apple Bücher zu kaufen und bin nun an den Reader (und die iOS-Plattform) gebunden. Requiem fuktioniert in neuen iTunes-Versionen ja leider nicht mehr.

      • Bin Apple Fan durch und durch aber nach ein paar Wochen probieren mit iBooks kam ich zu dem Schluss dass in dem Bereich amazon immer das Nonplusultra sein wird.

  • Gibt es für aus der Stadtbücherei ausgeliehene E-Books eine Alternative zu Bluefire? Können die oben genannten E-Book Reader mit solchen (nicht freien) Büchern/Rechteverwaltung umgehen?

  • Warum man mit Marvin nicht 100% zufrieden ist, kann ich nicht nachvollziehen. Ihr findet doch selber nichts daran auszusetzen, außer vielleicht die zu umfangreichen (und damit automatisch unübersichtlichen?) Möglichkeiten zur Konfiguration. Gibt’s die nicht, führt’s aber auch zu Punktabzug. Einen wichtigen Aspekt habt ihr sowie vergessen: ePubs mit (adobe-DRM. Dafür braucht man z.B. den Bluefire Reader, bei euch gar nicht erwähnt.

  • Ich habe mit Marvin das Problem, dass er die Leseposition zwischen ipad und iphone scheinbar nicht korrekt überträgt.
    Auch kann er das wohl nicht automatisch??
    Ich musste öfter auf den „Refreshbutton“ Drücken.

  • Schade, dass es nichts vergleichbares gibt, wie unter Android den Moonreader + Pro.
    Ich habe vor ein paar Monaten von Android auf IOS gewechselt.
    Zwangsweise musste ich mir zusätzlich den Kindle anschaffen, da kein wirklich guter und ‚easy to handle‘ ebookreader auf IOS existiert

  • Wer Calibre einsetzt, braucht den ganzen anderen Schnick-Schnack sowieso nicht mehr und kommt mit iBooks oder der Kindle-App aus.

  • Mir wär wichtig, wie einfach es ist, Notizen zu machen und Texte zu markieren.
    Ausserdem ist bei vielen das Problem, dass minimum ios6 erforderlich ist.
    Ipad 1 geht nur bis ios5.
    Da geht dann nix an ibooks vorbei.
    Oder weiss jemand was besseres?

  • Ich bin mit Documents sehr zufrieden.

  • Warum ist Stanza eigentlich nicht mehr im App-Store? Das hatte ich vor iBook immer verwendet. Habe es auch noch auf dem Handy. Aber eben bemerkt dass es nicht mehr im App-Store ist.

  • Fehlt „KyBook“. In meinen Augen der einzig legitime Konkurrent. Marvin ist ausgezeichnet, nur die inkohärente UX und die dezimierte Format Vielfalt lassen ihn auf den 3ten Platz rutschen.

    – EPUB, FB2, fbz, fb2.zip, PDF, DJVU, CHM, CBR, CBZ, MP3, M4A, M4B formats
    – OPDS catalogs and network folders 

    – Google Books, Google Drive, Dropbox, Yandex Disc
    – SMB
    – OCR tool
    – …

  • also auch wenn es dekadent rüberkommt habe ich mir einfach neben einem Telefon (iPhone), was zum spielen auf der Couch (iPad) gekauft und zum lesen einen Paperwhite den ich mit Calibre verwalte. Das einzig für mich interessante wäre ein automatischer Abgleich zwischen Paperwhite und iPhone Reader bezüglich des Lesestands um eventuell unterwegs noch ein Kapitel lesen zu können wenn der Kindle vergessen wurde. Funktioniert das mit Marvin? Meine Calibre Bibliothek habe ich einfach in meine Dropbox gelegt, falls das ausschlaggebend sein sollte

  • Leider nicht für iOS. Bluereader bilder noch eine Ausnahme, weil er auch Adobe DRM versteht. Auf Win PE (2003) gab es mal einen eBook Reader, der mir gut gefallen hat. Damit konnte man in Büchern (mehrfarbig) malen.

  • Ich habe soviele epubs in iBooks, würde sie gerne auch mal verschicken! ZB von meinem iPad Mini auf mein iPad Mini Retina, aber alles was über iBooks gespeichert wurde, kann man nicht verschicken :( und übern PC rauskopieren klappt auch nicht :( und ja, es sind nicht nur gekaufte ebooks aus Apples Bookstore.

  • Hallo zusammen,

    kennt jmd eine eBook Reader App in iOS mit der man bei ausländischen eBooks (ePub, pdf etc.) nach einer Workmarkierung die Möglichkeit hat es zu übersetzen? Analgog iTunes, da hat man dann die Option „Definition“. Leider ohne Dictionary.

    Danke vorab!!!

    Viele Grüße ernie

  • Danke für die Tipps! Mir fehlt allerdings „Totalreader“ bei eurer Liste – ist für mich neben Martin ein absolutes Muss.

  • Habe vor 2 Jahren auf das iPhone gewechselt und vermisse immer noch meinen Moon Reader. Für iOs gibt es leider immer noch keine gute Alternative :(.

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