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Projekt VERS

Zukunftsticket: TU Berlin präsentiert Ideen für mobile Fahrscheine

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21 Kommentare 21

Nachdem die Bahn ihre funktional hervorragende iPhone-Applikation Touch and Travel vom Markt genommen hat, gleicht das Mobilgeräte-Angebot der Hauptstadt einem Brachland. Zwar bieten sowohl die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) eigene iPhone-Applikationen zum Ticket-Kauf an, die beiden Alternativen schaffen es jedoch nicht ansatzweise den Komfort der Touch and Travel-Anwendung nachzubilden.

Tu Berlin

Was nun? Eine Frage, die nicht nur die Berliner Bürger, sondern auch die Projektgruppe VERS (kurz für VERkehrszugangsSysteme) der TU Berlin beschäftigt hat. Diese präsentiert auf der Webseite zukunftsticket.berlin nun ihre Ideen und Erkenntnisse für ein brauchbares Zukunftsticket.

Vom 01. November bis zum 23. Dezember 2016 konnten auf der Seite eigene Ideen beschrieben und Meinungen geäußert werden, die dann von anderen Besuchern kommentiert und bewertet werden konnten.

Gestern wurde in der TU Berlin das Bürgergutachten sowie das Factsheet zum Online Dialog des Projektes VERS feierlich an die BVG übergeben. Zuvor hatten 23 Bürger*innen in einer Kurzplanungszelle zwei Tage lang Szenarien für den Zugang zum ÖPNV erarbeitet. Anschließend hatten die Online Nutzer*innen die Möglichkeit diese Szenarien zu diskutieren und neue Ideen in den Online Dialog einzubringen.

Das Bürgergutachten und das Factsheet können hier aus dem Netz geladen werden.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • 1. Vor allem aufgrund der Erfahrungen im Ausland sahen die TeilnehmerInnen des Online-Dialogs Innovationsbedarf beim Verkehrszugang im Berliner ÖPNV und forderten mehr technische Hilfestellungen und Modernisierungen.
  • 2. Papiertickets wurden kaum befürwortet, weil ihr hoher Materialverbrauch der Umwelt schade und die Automaten zusätzlich hohe Kosten verursachten.
  • 3. Häufigstes Thema war der Komfort-Aspekt einer anonymen Chipkarte als Ticket – vor allem die Möglichkeit der automatischen Berechnung des Fahrpreises zum günstigsten Tarif, der dann unkompliziert vom darauf befindlichen Guthaben abgezogen werden könnte.
  • 4. Auch die Möglichkeit mit solch einer anonymen Chipkarte andere Dinge wie z. B. den Eintritt in Museen oder die Fahrt mit dem Taxi bezahlen zu können, erschien den TeilnehmerInnen als eine praktische Möglichkeit.
  • 5. Als noch komfortabler wurden dahingehend personalisierte Chipkarten oder Smartphone-Apps gesehen, die direkt mit dem eigenen Bankkonto verknüpft wären – diese Ticketarten lagen den Überlegungen der TeilnehmerInnen aber deutlich seltener zugrunde als anonyme Chipkarten.
  • 6. Wegen dahingehender Bedenken zur Datensicherheit sprachensich die NutzerInnen neben der notwendigen Gewährleistung des Datenschutzes über wiegend für ein Nebeneinander von anonymen und personalisierten Ticket-Arten aus.
  • 7. Unabhängig von der präferierten Ticket-Art plädierten etliche TeilnehmerInnen für ein geschlossenes Zugangssystem mit physischen Barrieren wie Schranken oder Drehkreuzen zur Erhöhung der Sicherheit auf den Bahnsteigen und Reduzierung von Schwarzfahrern.
  • 8. Andere TeilnehmerInnen kritisierten solche geschlossenen Zugangssysteme, weil sie nicht nur aufgrund finanzieller und brandschutzrechtlicher Gründe schwer umsetzbar seien, sondern auch für Menschen mit Behinderung oder während der Rush Hour nachteilig wären.
  • 9. Auch die Diskussion um einen ticketfreien ÖPNV fand einige Befürworter – dieser sollte über Jahrespauschalen von den BerlinerInnen finanziert werden und dadurch allen frei zugänglich sein.
Mittwoch, 22. Feb 2017, 9:07 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Vl. einfach mal in Japan fragen und nicht immer Millionen von Steuergeldern verschwenden. Felica oder wie heißt das System da noch einmal?

  • Ich finde die BVG-App super, für eine Monatskarte fahre ich persönlich zu unregelmäßig ÖPNV. Das günstige 4-FahrtenTicket benutze ich am liebsten und dieses Ticket in der App kaufen zu können empfinde ich als sehr komfortabel.

    • Kann ich nur bestätigen und seit die Geo-Position beim Ticket-Kauf (BVG-App) automatisch eingetragen wird, gibt es an der Funktionalität nicht zu bemängeln

    • Für den Berliner vielleicht, für den Turi war TnT optimal, weil er die Fahrt starten konnte ohne zu wissen wo er ist und durch welche Tarifbereiche er sich bewegt und beim Ausstieg hat er sich ausgeloggt. Wenn er mit dem Museeumsbesuch fertig war ging’s nach diesem Muster weiter, Und am Ende des Tages hat dir TnT gesagt, ob 3 Einzelfahrten oder die Tageskarte günstiger sind und dies berechnet.
      Mitunter ist eine Tageskarte auch gegenüber einer 4-Fahrten-Karte die bessere Wahl. Kommt immer drauf an, ober worauf, damit soll sich im Idealfall der Turi nicht beschäftigen müssen.

  • Punkt 8 kann ich nicht nachvollziehen. In anderen Metropolen wie New York, Paris usw. funktioniert es doch auch.. und hier sind wesentlich mehr Menschen unterwegs. Für Menschen mit Behinderung und Gruppen gibt es separate Durchgänge, welche von einem Angestellten bewacht werden und für den Brandschutz können diese ebenfalls genutzt werden. Zusätzlich kann man die Drehkreuze auch öffnen. Außerdem dämmt es das Schwarzfahren enorm ein. Das einzige was meiner Meinung nach dagegen spricht ist der (finanzielle) Aufwand.

    • Das Problem ist hier die bereits bestehenden Gewerke im Berliner Bahnverkehr. Diese sind baulich nicht darauf ausgelegt, solche Barrieren einzubauen. Die Umbaukosten bei insgesamt fast 200 U- sowie über 200 S-Bahnhöfen die teilweise 120 Jahre alt sind wäre immens. Deshalb ist das nie nachträglich eingeführt worden.

  • In Hamburg läuft genau dieses Konzept mit HVV-Card bereits an. Ende 2017 entfallen für Abo-Kunden zumindest die Papier-Wermarken komplett!

    Ich bin gespannt…

    • Bei uns im VRR sind Studententickets ebenfalls Papierlos und werden via Barcode vom Smartphone gescannt. Alternativ kann der aber auch als Print benutzt werden. Kann also nicht mehr lange dauern, bis das es auch auf reguläre Monatstickets ausgeweitet wird.

  • Touch & Travel war doch unbrauchbar, hat immer den teuersten Preis berechnet. Kein Wunder, dass das kaum einer genutzt hat.

    • „Zwar bieten sowohl die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) eigene iPhone-Applikationen zum Ticket-Kauf an, die beiden Alternativen schaffen es jedoch nicht ansatzweise den Komfort der Touch and Travel-Anwendung nachzubilden.“
      Danke, jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.

      Genau wegen der Berechnung des günstigsten Preises war TnT ja der BVG haushoch überlegen. Ich konnte mich nie über falsche Preisberechnungen beklagen. Man musste natürlich dran denken sich bei Beenden der Fahrt auch auszuloggen. Aber das wird bei intelligenten Systemen wie in Punkt 3 gefordert immer nötig sein.

      Ich kenne aber auch jemanden, der es genau als Vorteil ansah, dass das Ticket der BVG-App (wie ein Papierticket auch) 2 Stunden gültig war und es an nichts denken musste. So ist der Bedarf doch sehr unterschiedlich.

  • Die Verkehrsbetriebe könnten viel Geld sparen und einiges für die Umwelt tun, wenn die Beförderung kostenlos wäre.

    • Ahja. Und die Busfahrer verzichten auch alle auf ihr Gehalt, oder wer genau soll das finanzieren?

    • Die Verkehrsbetriebe könnten Geld sparen, indem sie keines mehr verdienen.
      Interessante Logik!
      Erklär mir das doch bitte mal!

      Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, dass wir darüber nachdenken, den öffentlich Personennahverkehr kostenfrei einzuführen, speziell für sozial schwache oder Jugendliche bis 18 Jahre – aber bitte nicht mit solchen Argumenten, sondern auf Basis von sachlich fundierten und wissenschaftlich recherchierten Argumenten.

    • Das ist vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt, aber nicht ganz falsch. Einen kostenlosen ÖPNV zu bekommen wird schwer, aber man könnte den Individualverkehr im Stadtgebiet unattraktiv teuer machen und damit den ÖPNV einerseits ausbauen (Linien- und Taktzeitverdichtung) und gleichzeitig für den Fahrgast günstiger machen. Nach der Rechnung Fahrgast 100% + Individualautofahrer 0% = 100% aber auch Fahrgast 30% + Individualautofahrer 70% = 100%

      Und damit, da hat NicoF schon recht, wäre auch etwas für die Umwelt getan.

  • Oyster Card in London ist super. Ok, dort ist auch ein deutlicher höherer Personal Einsatz als zb in Hamburg

    Ich denke auch, dass sich das „abgucken“ in anderen echten Metropolen lohnt

  • Das wollte ich auch vorschlagen. Bevor das Rad neu erfunden und viel Zeit und Geld verschwendet wird, sollten sie die Oyster-Card aus London kaufen und hier einführen. Funktioniert super und deckt alle Bedürfnisse ab.

    • das wäre doch zu einfach… ;-) außerdem wollen doch wieder n ganzen haufen leute irgendwo eine daseins-bereichtigung, weil man sich einem problem annimmt und ewig selbst dran rumdoktert… obwohl es andere schon längst geschafft haben eine lösung zu präsentieren…

      • Nur weil andere eine Lösung geschaffen haben, musst das doch nicht heißen das diese gut ist? Vllt stammen die Lösungen aus ganz anderen Zeiten, vllt gibt es neue Möglichkeiten.

        Wenn man immer nur alte Lösungen von anderen übernimmt geht man nicht voran, sondern hinterher.

  • Kann ich nur bestätigen und seit die Geo-Position beim Ticket-Kauf (BVG-App) automatisch eingetragen wird, gibt es an der Funktionalität nicht zu bemängeln

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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