Massive Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte
Wolt-Mutter DoorDash: Millionenzahlung wegen Lohnverstößen
Die Wolt-Mutter DoorDash muss in New York insgesamt 131,5 Millionen Dollar zahlen. Hintergrund sind systematische Verstöße gegen die dort geltenden Schutzregeln für Lieferfahrer. Nach Angaben der Stadt wurden mehr als 260.000 Beschäftigte zu spät, zu niedrig oder teilweise gar nicht für bereits geleistete Arbeit bezahlt.
Mehr als 115 Millionen Dollar sollen direkt an die Betroffenen gehen. Weitere rund 16 Millionen Dollar entfallen auf Strafen und Kosten. Die New Yorker Verbraucherschutz- und Arbeitsbehörde DCWP bezeichnet die Vereinbarung als größte Einigung zugunsten von Beschäftigten in der Geschichte der Stadt.
Millionen von Zahlungen überprüft
Ausgangspunkt waren Beschwerden von Fahrern, deren Lohn ausgeblieben oder verspätet eingegangen war. Die Behörde weitete ihre Ermittlungen anschließend erheblich aus. Dafür wurden mehrere Terabyte an DoorDash-Daten ausgewertet, darunter mehr als 152 Millionen Zahlungsvorgänge und 110 Millionen Arbeitsstunden.
Dabei stellte die DCWP auch Verstöße gegen den seit Dezember 2023 geltenden Mindestvergütungssatz fest. DoorDash habe bestimmte Fahrt- und Bereitschaftszeiten bei der Berechnung nicht berücksichtigt.
Betroffene müssen selbst keinen Antrag stellen. Die Stadt ordnet die Ansprüche anhand der DoorDash-Daten zu und will Ende Oktober personalisierte Benachrichtigungen verschicken. Erfasst werden Unterzahlungen zwischen dem 22. April 2022 und dem 28. Juni 2026.
App und Abrechnung werden weiter kontrolliert
Mit der Zahlung ist die Angelegenheit nicht abgeschlossen. DoorDash muss der Behörde drei Jahre lang monatlich detaillierte Daten liefern und interne Kontrollen einrichten. Zusätzlich wird eine Software entwickelt, über die Fahrer ihre in der App angezeigten Fahrt- und Verdienstinformationen direkt mit der Stadt teilen können.
Vorgeschrieben sind außerdem Änderungen an der DoorDash-Software. Lieferungen dürfen in New York künftig nur angeboten werden, wenn die dabei anfallende Zeit als vergütungspflichtige Bereitschafts- oder Fahrtzeit erfasst wird. Auch die Bezahlung gebündelter Aufträge muss angepasst werden.
Die Mitteilung der New Yorker Stadtverwaltung zeigt damit erneut, wie konfliktträchtig die Arbeitsmodelle großer Lieferplattformen sind. Auch in Deutschland sorgten zuletzt Auslagerungen und Subunternehmen bei Lieferando für Kritik. Später machten Beschäftigte ihrem Unmut mit einem Streik gegen den geplanten Stellenabbau Luft. Eine ARD-Dokumentation über Lieferando, Uber Eats und Wolt beleuchtete zudem die Rolle von Subunternehmen und schwer kontrollierbaren Beschäftigungsverhältnissen.



Freut mich sehr für die Beschäftigten!
Klingt gut!
und das nur für New York.
Sehr gut!!!!
115 Mio Euro bei 260.000 Betroffenen => knapp 450€ pro Person?!
Das scheint mir wenig.
Sehr gut. Ausbeutung pur; holt euch euer Essen selbst!