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Withings WS-50 ausprobiert: Beobachtungen und Kritik zur Luxus-Waage

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Mit seinem Smart-Body-Analyzer WS-50 hat Withings eine neue Luxus-Waage auf den Markt gebracht. Wir hatten euch das Designer-Stück der Franzosen bereits im Juli vorgestellt. Für den Preis von rund 150 Euro kann man allerdings ruhig einen genaueren Blick riskieren und seine Alltagstauglichkeit auf Herz und Nieren prüfen.

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Gleich vorab: Nicht nutzen sollten die Waage Menschen mit Herzschrittmacher oder anderer medizinischer Ausstattung. Diverse Funktionen werden mittels eines kleinen elektronischen Signals gemessen, das zu Interferenzen mit den Geräten führen kann.

Aufbau und Installation

Ressourcenschonend verpackt kommt die Waage mit vier etwas schmalbrüstig wirkenden Plastefüsschen an, die gegen Rutschgefahr auf Fliesenböden an der Unterseite des anthrazitfarbenen Glaskörpers angebracht werden können. Einmal im Raum aufgestellt zeigt sich, dass auch dieses Modell von Withings eine Zierde ist, deren Design für’s erste jede Frage der Funktionalität zurückstellt.

Doch auch in dieser Hinsicht hat die Waage viel zu bieten: Das Multitalent gibt neben dem Klassiker Gewicht auch Auskunft über Körperfettanteil, Puls und kontrolliert in einem Aufwasch gleich noch den CO2-Gehalt der Luft und die Raumtemperatur im Zimmer. Wie sinnvoll das alles ist, wird sich noch zeigen.
Zunächst jedoch verbindet sich die Waage beim Einschalten entweder via WLAN oder Bluetooth mit der vorab kostenlos heruntergeladenen Withings-App (AppStore-Link), die wir bereits vom PULSE Bewegungstracker kennen. Da die mitgelieferte Kurzleitfaden quasi aus einem polyglotten Zweizeiler mit einigen erklärenden Grafiken besteht, ist man froh, dass die beiden sich so gut verstehen. – Aber schon jetzt sei angekündigt: Diese Harmonie zwischen Waage und Handy währt nicht ewig. Der Datentransfer via Bluetooth hat so seine Tücken.

Die Bluetooth-Verbindung zwischen Waage und iPhone hat so ihre Schwächen

Einmal die beiden miteinander verheiratet, hat der Gesundheitsbegleiter auch schon alle möglichen Detailfragen zu Alter, Gewicht und Größe des Nutzers. Bis zu acht Gesundheitsprofile lassen sich anlegen und verwalten.

Einrichten eines persönlichen Profils

Diese Ausgangsdaten bilden die Basis für weitere Einstellungen wie beispielsweise Gewichtszielmarken. Diese Widgets können, müssen aber nicht hinzugefügt werden. Withings nennt das „einen Gesundheitsaspekt gestalten“. Insgesamt gibt es vier dieser Pakete, die – weiteres Equipment wie beispielsweise den Withings Pulse vorausgesetzt – individuell angepasst werden können und helfen sollen, die eigene Lebensqualität in exakte Algorithmen zu fassen.
Damit die angepeilte Wunschfigur auch nicht aus dem Auge verloren wird, motiviert die App über Facebook zu Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin und erinnert an die tägliche Gewichtskontrolle. Sie tut das freundlich, aber bestimmt, soweit wir das beurteilen können – denn während des Test hatten wir mit keinen starken Gewichtsschwankungen zu kämpfen und auch unser Gewichtsziel war eher unambitioniert. Wir kennen also nur die nette Seite.
In welchen Kilogramm-Schritten man sich wöchentlich seinem Ziel nähern will, lässt sich in einer Scala von 0,5 bis 10,00 kg individuell festlegen.

gewicht

Ausprobiert

Die Messdaten sollen via Bluetooth oder WLAN zur iPhone-App bzw. direkt in euren Account des Withings Web-Portals geschickt und mittels einer übersichtlichen Kurvenstatistik ausgewertet werden. Die Kommunikation zwischen iPhone und Waage über Bluetooth klappt aber nicht immer. Dies mag am eingesetzten iPhone 4 und dem in der Waage verbauten Bletooth 4-Modul liegen – das stromsparenden Drahtlosprotokoll, kennt Apples Smartphone erst seit dem iPhone 4S.

Keine Verständigungsprobleme haben die beiden über das WLAN. Die aktuellen Messungen werden automatisch in eure Kurven in eurem privaten Account auf der Withings-Webseite und im Profil der App eingetragen.

Im Anschluss an die Gewichtsmessung checkt der Alleskönner euren Ruhepuls. An sich eine prima Sache, gibt der Ruhepuls doch Aufschluss über eure Fitness. Am besten misst man den Ruhepuls morgens. Die Herzschlagfrequenz eines gesunden Menschen liegt bei 50 bis 100 Herzschlägen pro Minute, bei trainierten Ausdauersportlern kann die Frequenz sogar bei effizienten 32 bis 45 Schlägen pro Minute liegen – was den Herzmuskel freut und geschmeidig hält.

Die CO2-Messung wirkt wie eine geniale Idee der Marketing-Abteilung

Die Luftqualitätsanalyse wirkt dagegen ein wenig wie die „geniale“ Idee aus der Withings-Marketingabteilung. Multifunktionsgeräte liegen immerhin voll im Trend. Und an sich hat der Ansatz auch einiges für sich, hätte die Kombination Waage/App nicht ein großes Manko, dass das ganze doch eher in Richtung „schönes teures Spielzeug“ schiebt.

Keine intelligente Auswertung der Daten

Der App stehen bei voller Nutzung viele Rohdaten zur Verfügung, die leider nicht in einen Zusammenhang gebracht werden. Die gestalteten Gesundheitsaspekte beziehen sich nicht aufeinander.

BPM

Dabei wäre es ein leichtes Kunststück, den Nutzer beispielsweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen Schlafmangel und Gewichtszunahme aufmerksam zu machen. Ein solcher ganzheitlicher Ansatz hätte einen echten Mehrwert – ohne den Check-Up beim Arzt ersetzen zu wollen.
Interessant wäre auch zu wissen, wie die App mit starkem Gewichtsverlust umgeht. Unrealistische Gewichtsziele akzeptiert sie jedenfalls lammfromm und warnt auch nicht vor allzu viel sportlichem Ehrgeiz beim Ab- oder Zunehmen. Langfristige und nachhaltige Gewichtsziele liegen natürlich in der persönlichen Verantwortung des Nutzers. Ein wenig mehr Hilfestellung wäre dennoch wünschenswert. Bisher lassen sich die Einstellungen beliebig manipulieren, ohne Warnhinweise oder Anleitung.

Fazit

Das Design der Waage ist schick, die Verarbeitung solide, Erheben und Übertragen der Daten (meistens) problemlos. Auch Menüführung und grafische Auswertung durch die Begleit-App sind leicht verständlich und hübsch gemacht. Allerdings ist das Gesamtpaket doch mehr Begleiter als Gesundheit. Die Analysen der App entsprechen eher modernen Glückskeksweisheiten und gehen über das Offensichtliche nicht hinaus. Damit bleibt Waage und App vor allem eines: Hochwertiger Modeschmuck.

Der direkte Konkurrent zur Aria-Waage von FitBit wir bei Amazon für 150€ angeboten.

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31. Aug 2013 um 11:51 Uhr von Johanna Fehler gefunden?


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