Street-View-Widersprüche verschärft
Street View: Häuser lassen sich nicht mehr anonym verpixeln
Google verschärft das Verfahren zur Unkenntlichmachung privater Wohnhäuser in Street View. Eigentümer und Mieter müssen seit dem 28. Juli einen aktuellen Adressnachweis einreichen, bevor Google eine Hausfassade dauerhaft verpixelt. Eine Begründung für den Widerspruch wird weiterhin nicht verlangt.
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hält die zusätzliche Prüfung grundsätzlich für zulässig. Sie soll verhindern, dass fremde Personen versehentlich oder missbräuchlich die Verpixelung eines Hauses beantragen.
Antrag direkt in Google Maps stellen
Auf dem iPhone beginnt der Antrag in der Google-Maps-App oder im Browser. Nutzer suchen nach ihrer Privatadresse, öffnen das betreffende Street-View-Bild und wählen „Problem melden“. Anschließend lässt sich der Bildausschnitt markieren und die Unkenntlichmachung des Gebäudes beantragen.
Über die Rückkehr aktueller Street-View-Aufnahmen nach Deutschland hatten wir bereits 2023 berichtet. Gesichter und Kfz-Kennzeichen macht Google grundsätzlich automatisch unkenntlich. Für ein komplettes Gebäude ist dagegen ein eigener Antrag notwendig.
Stromrechnung oder Behördenbrief genügen
Als Nachweis akzeptiert Google beispielsweise eine aktuelle Stromrechnung oder einen Behördenbescheid, der an die betreffende Adresse gerichtet ist. Der Datenschutzbeauftragte empfiehlt, alle nicht erforderlichen Angaben zu schwärzen. Erkennbar bleiben müssen lediglich die Anschrift und das Datum des Schreibens.
Name, Kunden- und Kontonummern, Rechnungsbeträge sowie Angaben zu weiteren Personen sollten vor dem Hochladen entfernt werden. Von einem Personalausweis oder einem anderen amtlichen Ausweisdokument rät die Behörde ausdrücklich ab. Google will die eingereichten Nachweise spätestens nach 60 Tagen löschen.
Verpixelung lässt sich nicht rückgängig machen
Der zusätzliche Aufwand schützt auch Hausbesitzer, die ihr Gebäude weiterhin in Google Maps sehen möchten. Eine einmal vorgenommene Verpixelung ist dauerhaft. Google löscht die unveränderten Originalaufnahmen und kann die Fassade später nicht einfach wieder sichtbar machen.
Bislang hatten Eigentümer und Mieter daher Pech, wenn ein Fremder oder ein früherer Bewohner den Antrag gestellt hatte. Mit der Nachweispflicht soll künftig zumindest sichergestellt werden, dass nur tatsächlich berechtigte Personen über die Darstellung eines Hauses entscheiden.
Die Möglichkeit zum Widerspruch bleibt sowohl vor als auch nach der Veröffentlichung neuer Aufnahmen bestehen. Die Straßenansichten selbst lassen sich inzwischen vollständig in Google Maps aufrufen; die frühere eigenständige Street-View-App wurde bereits 2023 eingestellt.

Gibt es die Möglichkeit auch bei Apple Karten? Dort habe ich keine Info gefunden.
1+
das Frage ich mich auch. Hallo Ifun? Helfen!
Ja, geht direkt in der Karten App bei „Problem melden“. Da gibt es die Punkte: „Persönliche Informationen verbergen“ und „Bilder von meinem Zuhause verbergen“
Klingt lustig. Da kann einer mit seiner Stromrechnung ein komplettes Mehrfamilienhaus bluren lassen?
+1
Warum macht man das??
Weil ich nicht will, dass andere online ihre Neugierde befriedigen – wenn sie wissen wollen WIE & WO ich wohne, sollen sie sich die Mühe machen und selbst vorbeikommen ;))
Gib mir deine Adresse und ich sage dir warum.
Das ist so affig. In so gut wie keinen anderen Land haste diesen Firlefanz, wo Nachbar Bolte seine Fassade verpixeln lässt, damit niemand seine preisgekrönten Begonien sieht….
Ich werde dies nicht machen.
So werden die Häuser doch erst recht interessant für Einbrecher und Co.
Einbrechende oder Einbrecher:innen.
Bitte gendern
> Google löscht die unveränderten Originalaufnahmen
Natürlich tun sie das ;-)
Ah. Du kennst den Code dahinter?
Einfach weglassen den Ressourcen-Fresser!!!
Was soll das überhaupt? Die Ansicht von der Straße aus ist doch eh für jedermann öffentlich einsehbarer Bereich?
Schade, dass man es noch immer nicht rückgängig machen kann.
Bin Hausbesitzer und hätte es gerne wieder drin, nachdem ein ehemaliger Mieter damals kurz vor Auszug verpixeln lassen hat.
Neu-Vermietung war damit umständlicher.
Ja, wurde hier vom Vormieter bei Apple Karten auch gemacht. Kein Plan warum man es nicht für zukünftige Neuaufnahmen rückgängig machen können sollte. Die fahren doch alle paar Jahre durch die Straßen.
Selbst Tim Cook hat sein Haus verpixeln lassen und dazu noch mit Extra-Wurst: nicht nur in der Look Around sondern auch in der normalen Kartenansicht (Vogelperspektive) sieht man da nichts.
Das wurde aber auch Zeit. Diese lächerliche Datenschutzhysterie gibt es sowieso nur in „Blurrmany“, und dass auch Nichteigentümer Häuser verpixeln lassen konnten, war ein völliges Unding.
„[…} eine einmal vorgenommene Verpixelung ist dauerhaft. Google löscht die unveränderten Originalaufnahmen […]“
und wenn neue Aufnahmen gemacht werden? Oo
Ich kann mich doch daran erinnern, dass nach Einführung von Google Street View Schalke 04 und Borussia Dortmund die gegnerischen Stadien haben verpixeln lassen.