Sechs Jugendliche im Streitgespräch
Smartphones an Schulen: Was Jugendliche selbst wollen
Über Handyverbote an Schulen wird inzwischen beinahe täglich diskutiert. Politiker fordern strengere Regeln, Elternverbände warnen vor pauschalen Einschränkungen und Wissenschaftler untersuchen die Folgen intensiver Smartphone-Nutzung. Diejenigen, um die es eigentlich geht, kommen dabei vergleichsweise selten selbst zu Wort.
Das ändert eine neue Ausgabe von „logo! no.front“ bei KiKA. In der am 10. Oktober veröffentlichten Sendung diskutieren sechs Jugendliche über Sinn und Unsinn schulischer Smartphone-Verbote. Moderiert von Maral Bazargani und Sherif Rizkallah tauschen sie persönliche Erfahrungen aus und versuchen, die Argumente der Gegenseite nachzuvollziehen.
Zwischen Ablenkung und Selbstbestimmung
Die Ausgangslagen unterscheiden sich erheblich. Während an einer Schule Lehrkräfte weitgehend selbst über die Handynutzung entscheiden, müssen Jugendliche andernorts ihre Geräte ausgeschaltet im Rucksack lassen oder vor Unterrichtsbeginn in verschließbaren Taschen verstauen.
Einige der Teilnehmer begrüßen solche Einschränkungen ausdrücklich. Sie berichten davon, selbst bei ausgeschalteten Benachrichtigungen regelmäßig zum Smartphone zu greifen. Andere halten Verbote für überzogen und verweisen auf sinnvolle Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.
Besonders deutlich werden die unterschiedlichen Erfahrungen beim sozialen Miteinander. Während eine Teilnehmerin von Ausgrenzung wegen ihres älteren Smartphones berichtet, schildert eine andere, wie Mitschüler ohne ihre Zustimmung Fotos verbreiteten. Dem stehen positive Erinnerungen an gemeinsame Spiele und Fotos gegenüber.
Verbote allein lösen nicht alle Probleme
Die Sendung greift auch wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ablenkung auf. Schon die Anwesenheit eines Smartphones kann demnach Konzentration kosten. Die Jugendlichen erkennen diesen Effekt teilweise aus ihrem Alltag wieder, widersprechen aber der Vorstellung, dass alle gleichermaßen betroffen seien.
Die Diskussion ergänzt damit die Ergebnisse einer früheren Jugendbefragung, bei der sich 56 Prozent gegen pauschale Handyverbote ausgesprochen hatten. Gleichzeitig erkannten viele Befragte deren mögliche Vorteile für Konzentration und soziale Kontakte an.
Bei KiKA zeichnet sich ebenfalls keine einfache Lösung ab. Einige Jugendliche wünschen sich konsequente Verbote, andere verbindliche Regeln mit Ausnahmen. Mehrere sprechen sich dafür aus, Medienkompetenz stärker im Unterricht zu vermitteln und über problematische Nutzungsgewohnheiten aufzuklären.


schöne Erkenntnis: Die Schüler sind sich genauso uneins über die Sinnhaftigkeit, wie die Erwachsenen :D
Was ein Unfug. Die wissenschaftliche Evidenz ist absolut eindeutig und zweifelsfrei. Verbot an Schulen logische und alternativlose Konsequenz.
Schaut euch die aktuelle PISA Studie an und vergleicht die Länder mit und ohne Handy verbot an Schulen.
Und schon kann sich jeder seine Meinung bilden ob ein Handy verbot an Schulen einen Sinn ergibt.
6 Schüler aus ganz Deutschland?!
Das ist ja mal eine aussagekräftige Studie – danke dafür! Jetzt haben wir sinnvolle Daten! ;D
Ironie aus: Gut ist, dass endlich auch mal diejenigen gefragt werden, die es betrifft. Austausch und Diskussion sollten wichtig sein – offen für andere Meinungen sollte man sein – flexible Lösungen anstatt festen Regeln wären wichtig.
Die Studie ist hier:
https://www.postbank.de/unternehmen/medien/meldungen/2026/februar/handyverbot-an-schulen-mehrheit-der-jugendlichen-dagegen.html
Wobei das wie immer ist: Betroffene Gruppen sind sich der Tragweite nicht immer so bewusst. Ein Jugendlicher würde denke ich nie zugeben, dass es die Sucht fördert und auch ausgrenzen kann. Ist wie mit dem Rauchen, ein Raucher würde nie zustimmen, dass ein größere Ärger Nichtraucherschutz wichtig ist. Zum Beispiel wird im Freien ja niemand gestört …. deswegen richt man es ja auch so gut wie nie, Öhm oder doch? Man riecht es nämlich teilweise bis zu 10m wenn man daneben steht.
Es ist doch schön, dass man in unserem Land seine eigene Meinung haben und auch kundtun darf.
Zudem gibt es doch für nahezu alle Themen die zwei Seiten (positive/r und negative/r Dinge/Nutzen) zu etwas. Da finde ich es nur richtig, dass dies sich meist in einer „Uneinigkeit“ widerspiegelt.