Das Wichtigste aus Cooks letzter Telefonkonferenz
Siri AI kostet womöglich extra: Die Details aus Apples Quartalsgespräch
Apple hat mit den aktuellen Quartalszahlen vor allem das starke Wachstum bei iPhone und Mac hervorgehoben. Der Mac-Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent zu, gleichzeitig scheint das Dienstegeschäft ein Plateau erreicht zu haben. Im anschließenden Gespräch mit Analysten lieferte Konzernchef Tim Cook zusätzliche Details zu Siri AI, steigenden Speicherpreisen und den aktuellen Lieferproblemen.
Siri AI könnte an höhere iCloud-Tarife gekoppelt werden
Apple denkt offenbar darüber nach, besonders intensive KI-Nutzung über kostenpflichtige iCloud-Tarife abzurechnen. Cook erklärte, dass Nutzer bei umfangreicher Verwendung von Siri AI möglicherweise innerhalb von iCloud+ in einen höheren Tarif wechseln könnten.
Eine endgültige Preisstrategie gebe es noch nicht. Apple rechnet jedoch damit, dass Teile der Anfragen auf den eigenen Geräten verarbeitet werden, während andere Aufgaben über Apples Private Cloud Compute oder externe Rechenzentren laufen. Die dadurch entstehenden Kosten könnten langfristig zumindest teilweise über zusätzliche iCloud-Angebote finanziert werden.
In der EU zunächst nur auf dem Mac
Für Nutzer in Deutschland und anderen EU-Staaten zeichnet sich (trotz des jüngsten Dialoges) eine Einschränkung ab. Siri AI soll auf dem Mac angeboten werden können, zunächst aber nicht auf dem iPhone und iPad. Cook begründete dies mit den unterschiedlichen regulatorischen Vorgaben für die Geräteklassen.
Apple stehe mit der EU-Kommission in Kontakt und wolle die Funktionen möglichst vollständig anbieten. Einen Zeitplan für iPhone und iPad nannte Cook nicht. Bereits in der Vergangenheit hatte Apple die Einführung neuer KI-Funktionen in Europa mit Verweis auf regulatorische Unsicherheiten verzögert.
In China hat Apple inzwischen eine Freigabe für erste Funktionen von Apple Intelligence erhalten. Dazu zählt unter anderem das Entfernen störender Objekte aus Fotos. Die neue Siri benötigt dort jedoch weitere Genehmigungen.
Speicherpreise belasten Mac und iPad
Ungewöhnlich deutlich äußerte sich Cook zu den Kosten für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher. Er sprach von extremen Preissteigerungen, die Apple zu höheren Preisen bei Mac und iPad veranlasst hätten. Die Anpassungen seien nur widerwillig vorgenommen worden.
Im laufenden Quartal rechnet Apple mit nochmals höheren Speicherkosten. Ein Teil davon kann zunächst noch durch früher eingekaufte Lagerbestände ausgeglichen werden. Dieser Effekt dürfte nach Angaben des Unternehmens jedoch nachlassen. Apple prüft daher zusätzliche Lieferanten, um die Verfügbarkeit zu verbessern und möglicherweise auch den Preisdruck zu reduzieren.
Nachfrage nach iPhone und Mac unterschätzt
Die aktuellen Lieferprobleme führt Apple nicht auf Ausfälle einzelner Zulieferer zurück. Das Unternehmen habe vielmehr die Nachfrage nach iPhone und Mac unterschätzt. Besonders knapp seien moderne Fertigungskapazitäten für die Apple-Prozessoren.
Die Einschränkungen betreffen inzwischen auch das iPad und sollen sich im laufenden Quartal verstärken. Apple habe bereits Komponenten aus späteren Produktionszeiträumen vorgezogen, stoße damit aber zunehmend an Grenzen.
MacBook Neo gewinnt viele Neukunden
Das MacBook Neo hat nach Angaben Apples einen großen Anteil am Wachstum der Mac-Sparte. Das Modell habe weltweit besonders viele Neukunden und Umsteiger erreicht. Apple meldet für den Mac sowohl bei Erstkäufern als auch bei Besitzern älterer Modelle neue Rekordwerte.
Auch im Bildungsbereich gewinnt das MacBook Neo an Bedeutung. Rund die Hälfte der großen Bestellungen amerikanischer Bildungseinrichtungen habe zuvor eingesetzte Windows-Computer oder Chromebooks ersetzt. Mehrere Schulbezirke orderten jeweils mehrere Tausend Geräte.
App Store spürt Schwäche bei mobilen Spielen
Im Dienstegeschäft meldet Apple inzwischen mehr als 1,5 Milliarden kostenpflichtige Abonnements. Darin enthalten sind sowohl Apple-Dienste als auch Abos von Drittanbietern, die über Apples Plattformen abgerechnet werden.
Gleichzeitig räumte Finanzchef Kevan Parekh eine schwächere Entwicklung bei mobilen Spielen ein. Hinzu kommen Änderungen am App-Store-Geschäftsmodell und externe Zahlungslinks, die Apple in den USA aufgrund eines Gerichtsurteils zulassen muss. Der App Store erreichte dennoch einen neuen Umsatzrekord für ein Juniquartal.
Cooks letzter Auftritt
Für Tim Cook war es zugleich das letzte Konferenzgespräch zu Apples Quartalszahlen in seiner Rolle als Vorstandschef. John Ternus übernimmt den CEO-Posten am 1. September, während Cook dem Unternehmen als Vorsitzender des Verwaltungsrats erhalten bleibt. Ternus nahm bereits an der Fragerunde teil, hielt sich bei seiner ersten Wortmeldung zur künftigen Ausrichtung Apples jedoch noch auffallend zurück.

Also man hat die AI Entwicklung komplett verschlafen, kauft das jetzt von Google zu, das ist aber bei einem 1000€ gerät trotzdem nicht inklusive.
Danke für’s gespräch.
Haha genauso, und was wirklich innovatives neues wirds nicht sein, eher was notdürftig zusammen gebasteltes, dafür dann extra zahlen genau mein Humor
Ja, ich denke auch, wenn ich den sauteuren Porsche kaufe, sollte das Benzin doch im Kaufpreis mit drin sein…
Im Ernst: große serverbasierte KI-Modelle verursachen dauerhaft hohe Kosten, und dass die Anbieter das nicht durch einmalige Zahlungen kompensieren können, sollte klar sein. kI ist teuer.
Ich habe mir extra ein Pro gekauft für die Siri AI (und für die Kamera). Dann hätte wohl ein normales iPhone gereicht, wenn dann vieles ausgelagert wird in die Cloud.
Jemand Erfahrung mit macOS 27 Public Beta? Funkt (fast) alles?
Wenn Siri AI trotz meines iCloud+ Abos mit 2TB extra kostet, kann mich diese AI mal kreuzweise…
Siri soll kostenpflichtig werden…..sowas aber auch. Hätte ich bei Apple nie vermutet….
Und „intensive Nutzung“ lässt viel Spielraum für Interpretationen.
Zuerst lässt man die EU Nutzer warten – um sie dann ab Tag 1 gleich zur Kasse zu bitten.
Clever !