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"Apple hat geschlafen"

Rennen um den besten Heimassistenten: Siri auf dem Standstreifen

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Das Wall Street Journal nimmt die Vorstellung von Apples HomePod zum Anlass, Apples Sprachassistentin Siri mit der Konkurrenz von Amazon, Google und Microsoft zu vergleichen. In dem kostenpflichtigen Artikel kommen auch ehemalige Apple-Mitarbeiter mit für das Unternehmen wenig charmanten Aussagen zu Wort. Apple habe sich überschätzt und zu lange auf den zu Beginn zurecht durch Siri eingefahrenen Lorbeeren ausgeruht.

Hey Siri

Als Amazon seinen ersten Echo-Lautsprecher drei Jahre nach dem Start von Siri angekündigt habe, hätte niemand in Apples Siri-Team an einen ernstzunehmenden Konkurrenten erwartet. Doch dies habe sich bereits während der Produktpräsentation durch Amazon geändert, die Apple-Mitarbeiter vor Ort seien in Anbetracht der Fähigkeiten von Amazons Alexa quasi in Panik verfallen.

Bis heute versucht Apple diesen Rückstand aufzuholen. So soll Siri mit iOS 11 unter anderem in der Lage sein, in fünf verschiedene Sprachen, darunter auch Deutsch zu übersetzen und persönliche Empfehlungen für Webseiten oder Apps auszusprechen. Die Apple-Assistentin bleibt dabei allerdings weiter in erster Linie ein iPhone-Feature und der mit dem HomePod geplante Sprung in die Wohnung wird kein leichter.

Die Verantwortung für die schleppende Siri-Entwicklung liegt ehemaligen Apple-Mitarbeitern zufolge auf mehreren Schultern verteilt. So leide die Weiterentwicklung anderer Produkte allgemein unter dem massiven Fokus auf das iPhone, das als erfolgreichstes Apple-Produkt auch das meiste Geld in die Kassen des Unternehmens spült. Seit dem Tod von Steve Jobs fehle es auch an ambitionierten Zielen, zudem wirke sich der von Apple extrem hoch angesiedelte Schutz der Privatsphäre negativ auf derartige Entwicklungen aus, besonders wenn es um die Personalisierung von Produkten und Diensten gehe.

Im Laufe der Zeit hat das Siri-Team auch eine Reihe namhafter Mitarbeiter verloren. So haben zwei Gründungsmitglieder der später von Apple übernommenen Siri-Erfinder das Unternehmen inzwischen verlassen um den Konkurrenten Viv zu entwicklen. Viv wurde im vergangenen Jahr dann von Samsung übernommen und bildet die Basis für deren Sprachassistent Bixby.

Nur 62% richtige Antworten

Der Rückstand von Siri auf die Konkurrenten Amazon und Google lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Im Rahmen einer Studie mussten die drei Assistenten dem Wall Street Journal zufolge 5.000 verschiedene Fragen beantworten. Siri hatte 62 Prozent der Antworten richtig, die Erfolgsquote von Alexa und dem Google Assistant lag bei rund 90 Prozent.

Apple muss also Vollgas geben. Immerhin dürfen wir davon ausgehen, dass der Weckruf mittlerweile auch in der Chefetage des Unternehmens angekommen ist. Ankündigungen auf der WWDC wie etwa die erwähnte Übersetzungsfunktion oder das generelle Versprechen, Siri weiter für die Entwickler von Apps zu öffnen, sind ein Beleg dafür. Offen bleibt allerdings, wie Apple mit der Tatsache umgeht, dass sich Amazons Echo und Google Home sehr flexibel und kontaktfreudig zeigen. Mit Blick auf den HomePod ist bislang beispielsweise nicht bekannt, inwieweit Apple die Integration von mit Apple Music konkurrierenden Musikdiensten oder das Anbinden von nicht HomeKit-zertifizierten Heimautomatisierungskomponenten zulässt. Die Qualität von Siri spielt im Wettlauf mit Amazon und Google zwar eine wichtige Rolle, vom kompatiblen Umfeld hängt jedoch nur ungemein weniger ab.

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08. Jun 2017 um 21:57 Uhr von chris Fehler gefunden?


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