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Polizei wertet iPhone aus

Mordprozess: Mit GPS, WLAN und HealthKit-Daten zum perfekten Bewegungsprofil

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ifun.de-Leser Andreas schickt uns den Link zu einem Artikel der Badischen Zeitung, den wir euch gerne als Lesetipp weiterreichen. In dem Bericht wird ausführlich aus der Aussage eines IT-Fachmanns der Freiburger Kriminalpolizei in einem Mordprozess zitiert. Offenbar wurde das iPhone 6s eines Verdächtigen durch einen externen Dienstleister gehackt und ausgewertet, die in diesem Zusammenhang offengelegten Details zur Datenauswertung sind durchaus eindrucksvoll.

Bewegungsdaten

Ursprünglich gelang es den Beamten lediglich, mithilfe von Siri Zugriff auf auf dem iPhone gespeicherte Kontakte und Fotos zu erhalten. Dergleichen ist möglich, wenn in den Einstellungen die Option „Siri im Sperrzustand erlauben“ aktiviert ist. Später sei es dann mit Unterstützung der externen Spezialisten gelungen, das iPhone zu entsperren und sämtliche auf dem Gerät vorhandenen Daten zu analysieren. Wie dieser Zugriff ermöglicht wurde, bleibt allerdings das Geheimnis der von den Ermittlern beauftragten Dienstleister.

Die Beamten haben für eine Bewegungsanalyse des Verdächtigen nicht nur GPS-Informationen verschiedener Apps ausgewertet, sondern ergänzend unter anderem auch Infos aus den mit HealthKit erfassten Daten verwendet. So konnte beispielsweise anhand der Zahl der erstiegenen Stockwerke rekonstruiert werden, dass der Verdächtige eine Böschung in Richtung Tatort erklommen hat:

Jemand mit ähnlicher Statur wie der Angeklagte ist die Böschung der Dreisam hochgelaufen. Beim geraden Hochlaufen habe das Handy ein Stockwerk einer Treppe aufgezeichnet, beim quer hochlaufen jedoch nicht.

Unterm Strich gelang es den Beamten besonders durch die Kombination von klassischen Daten zur Standorterfassung und zusätzlichen Infos, etwa aus HealthKit, Fotos und auf dem Gerät installierten Apps, ein nahezu lückenloses Bewegungsprofil zu erstellen.

Montag, 08. Jan 2018, 20:22 Uhr — chris
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Rede mit!
  • Das die Strafverfolgungsbehörden dies können hätte ich nicht erwartet. Für derartige Zwecke find ich das absolut ok.

  • Da ist die Ganze Überwachung endlich mal sinnvoll!
    Gute Sache!

  • Das ist alles schön und gut und wird gefeiert, bis dann die AfD zusammen mit der CSU die Macht übernehmen und Deutschland nach ungarisch-polnisch-türkischem Vorbild umbauen.

    Spaß, wird nicht passieren. Ist ja nicht Weimar hier.

    • In Ungarn und Polen ist auch nicht Weimar.

    • Polen ist tatsächlich ein sehr schönes Land. Und Polen ist sicher, es gab dort keinerlei Anschläge, die Gewalt ist insgesamt deutlich niedriger als bei uns. Vielleicht macht Polen ein paar Dinge besser als wir.
      Deutschland ist schon lange nicht mehr „erhaben über alles“. In vielen Punkten haben wir doch längst den Anschluss verloren. Sicherheit / Datenschutz / Technologie / um nur ein paar Themen zu nennen. Wir beschäftigen uns zu sehr mit den Problemen, die nicht unsere sind.

      • Solche Länder sind „sehr schön“ wenn man angepasst ist und auf der vermeindlich richtigen Seite. Sonst nicht. Das hat mit Freiheit nichts zu tun.

      • Die Zahl der Straftaten ist in Polen tatsächlich deutlich niedriger als hier. Interessanterweise gibt es allerdings ein 25% mehr Morde (pro Einwohner) als in Deutschland: https://de.wikipedia.org/wiki/Tötungsrate_nach_Ländern. Rational wäre es wohl genau zu betrachten welche Straftaten denn z.B. hier begangen werden, die es in Polen prinzipiell schon einmal nicht geben kann. Z.B. wird es in einem Land ohne Migration (Polen) wohl kaum Straftaten gegen das Aufenthaltsrecht geben, die hier z.B. recht häufig vorkommen, etc.
        Persönlich lebe ich lieber in einem Land wo es Leute gibt, die sich in einer Stadt aufhalten in der sie nicht sein dürfen, aber weniger, die einen umbringen wollen… ;)

  • Ich finde gut, dass die Daten zur Strafverfolgung genutzt werden können, allerdings ist mit unwohl bei dem Gedanken, dass es nun möglich ist IOS zu hacken. Den wo die „Guten“ Lücken nutzen, kommen auch die „Bösen“. Hoffe das Apple da Nachbessert und gleichzeitig eine Funktion für Polizei und Co einführt

    • „nun“?! In welcher Welt lebst Du denn? Das zu „Hacken“ ist für Sicherheitsfirmen täglich Brot.

    • Diese „Option“, die du in deinem letzten Satz forderst, ist nur leider wieder eine „Lücke“, die du einen Satz vorher geschlossen sehen wolltest.
      Was willst du denn nun, dass Sicherheitslücken geschlossen werden, oder dass absichtlich welche eingebaut werden?

    • Seit wann gibt es in der Polizwei keine schwarzen Schafe?!
      Generell bin ich gegen Überwachung Punkt.
      Das man Straftäter dingfest machen will ist aber nachvollziehbar.

      Ich sehe das so.
      Solange man nicht jeden als Täter sieht und alles gespeichert und ausgewertet wird kann ich es gerade noch tolerieren.
      Wenn ein Handy aufwändig und kostspielig gehäckt wird ist eine ganz andere Sache als wenn Jedes verdammte Telefon ausspioniert wird.

      • Wenn ich die Welt in ein Model (aka Vereinfachung der Wirklichkeit) „presse“, dann ist die Polizei auf der Seite der „Guten“. Mit einem anderen Weltbild kann man auch gleich aus der Gesellschaft aussteigen und irgendwo im Wald leben…

      • Dann aber eher auf hoher See, weil im Wald ist kein rechtsfreier Raum.

    • Ach, und eine Funktion für Polizei und Co kann nicht von Hackern genutzt werden? looool.

      Genau dagegen sträubt sich Apple, dass es mit Absicht seine Geräte unsicher machen soll. Gut so.

  • Genau richtig. Alles richtig gemacht, Danke POLIZEI.

  • Nucleusdentatus

    Was auch immer die Polizei hier ausgewertet hat… Ein hoher Aufwand für Indizien. Denn niemand kann sagen (bzw. beweisen) wer das iPhone bei sich trug… Insgesamt wirkt das aus juristischer Sicht verzweifelt.

    • Wenn die Indiziendichte hoch genug ist kann dies zu einer Verurteilung führen. Es gehört sicherlich noch mehr dazu. Beziehung zum Opfer, Tatmotiv, mögliche Spuren etc. Aber am ende könnte die Summe aus allem reichen. Hätte nur ein Indiz gefehlt würde es evtl. zu einem Freispruch kommen.
      Wenn der Täter evtl. schon gesagt hatte das er das Handy nie weg gegeben hat dann sieht es ja schon etwas erdrückender aus. Aber das klären die schon vor Ort und ist aus dem Artikel ja eh nicht ersichtlich.

    • Diese Ausführung ist rechtlicher Unsinn. Sorry.

  • wo ist denn dieser, in dem bericht beschriebenen, „cache“, dass die wifi signale und gps daten speichert?
    kann otto normal nutzer bei einem entsperrten handy auch drauf zugreifen? ist damit „häufige orte“ in den ortungsdiensteinstellungen gemeint?

  • Natürlich findet das jeder gut, wenn es Aufklärung oder gar Verhinderung von Straftaten geht, aber die Gefahr von Missbrauch besteht auch durch staatliche Stellen.
    Noch gruseliger wird es, wenn man sich ausmalt, welche dieser Daten bei einem Android Smartphone alles an Google geht und zum Erstellen von Profilen für Werbezwecke und zur Preisgestaltung ausgenutzt werden.
    #BraveNewWorld

  • Ohne den Zugriff auf Siri aus dem Sperrbildschirm heraus, wäre dieser Cybercrime-Experte niemals so weit gekommen.
    Aus dem Grund ist der Zugriff auf Siri bei mir nur im entsperrten Zugriff möglich!

  • Wer isn so bekloppt und nimmt ein Smartphone zu einem Mord mit? Also bitte…

  • Wenns einer knacken kann, könne es bald alle knacken.
    Appple sollte an dieser Sicherheitslücke dringends arbeiten!

  • Mich würde interessieren, in wie weit Datenkraken-Apps von Google, Facebook & Co. bei der Analyse hilfreich waren: denn diese Apps sind dafür extra ausgelegt ein möglichst lückenloses Profil des Nutzers für die Werbetreibenden vorzuhalten!
    Gehe mal davon aus, dass der Betroffene – wie vermutlich > 90% der User – mindestens Whatsapp, Facebook, Google-Maps in seinem Portfolio hatte…

  • Das große Problem ist das Einseitige Denken der Menschen: vor Jahren wollten viele ein freies und unkontrolliertes Internet, das Tor-Netz schien als Lösung. Vor einigen Jahren hieß es dann, dass sich dort kriminelle aufhalten. Naive Computerfreaks meinten, das wäre alles nur Quatsch und Fakes, das ist überhaupt nicht realistisch und das Internet muss frei bleiben. Dann kamen die Anschläge in Europa, das Tor-Netz wurde medial deshalb bekannt und auch kleinere Verbrechen, die damit realisiert wurden. Somit gab es zwei Fronten, die einen wollen die Überwachung zur Verhinderung von Straftaten, die anderen, wohl bemerkt in der Luxus Welt und nie in einer Diktatur lebend, Füchten plötzlich einen totalitären Staat, weil sie überhaupt keine Ahnung von unserer wunderbaren Verfassung haben. Mich erschreckt dabei, wie manche Verbrechen so runter spielen können auf der einen Seite. Auf der anderen kann es aber nicht sein, dass jeder Mensch in einen Generalverdacht fällt. Die Unschuldsvermutung muss auch bei der Überwachung Priorität haben, genauso wie die Privatssphäre. Allerdings ist ein hoch verschlüsselter, für jedermann zugängliche, geheime Unterhaltungswg in Teilen so einzustufen, wie eine Schusswaffe. Trotz dass es viele Schützen Vereine gibt, in denen man damit umgehen kann, gibt es immer wieder Ausnahmen, die Siemes brauchen. Zumeist dann aber illegal über das Dark Net beschafft. Daher sollte klar sein, dass eine Einseitige Denkweise allerhöchstens Das Problem blockieren, aber keinesfalls lösen kann. Mittelweg müssen her! Und die Verrohrung der Gesellschaft lässt sich ohne Aufwand ganz einfach in Facebook ablesen. Der Respekt und Grenzen vieler Menschen sind leider nach unten gegangen, was in einer anonymen Welt auch sehr einfach und logisch ist.

    • Um sich Schusswaffen zu besorgen braucht es kein Darknet. Dank fehlende Grenzen kann man sich besorgen was man will und ohne große Probleme quer durch Westeuropa schmuggeln

  • Was lernen wir daraus? Bei der nächsten Straftat das Smartphone zuhause lassen und wenn nach einem gefahndet wird, das Smartphone auf einem LKW in Richtung Osten deponieren.

  • So und das stell dir mal mit den x vor die volle Kontrolle und du merkst es nicht .

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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