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Social Media kommt in Lehrpläne

Kurswechsel: Deutsches Social-Media-Verbot rückt in weite Ferne

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23 Kommentare 23

Während in Deutschland weiterhin über Altersgrenzen für soziale Netzwerke diskutiert wird, haben sich die Bildungsminister der Länder erstmals auf gemeinsame Leitlinien zum Umgang mit Social Media im schulischen Umfeld verständigt.

Kultusministerkonferenz 2026

Abschlusserklärung der Bildungsministerkonferenz

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Forderung nach einem Verbot, sondern die Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Die verabschiedete Erklärung (PDF-Download) umfasst Maßnahmen für Schulen, Lehrkräfte und Eltern und soll den Umgang mit digitalen Plattformen langfristig begleiten.

Die Initiative reiht sich in eine breitere Debatte ein. Erst am Vortag hatte sich der Deutsche Ethikrat gegen ein pauschales Mindestalter für soziale Netzwerke ausgesprochen und stattdessen einen risikobasierten Ansatz empfohlen. Nun setzen auch die Bildungsminister auf Aufklärung, Prävention und digitale Bildung statt auf starre Zugangsbeschränkungen.

Social-Media-Verbot sehr unwahrscheinlich

Die Position der Bildungsminister markiert zugleich eine deutliche Abgrenzung von Entwicklungen in anderen Ländern. In Australien gilt inzwischen eine gesetzliche Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Netzwerke. Plattformbetreiber müssen dort verhindern, dass Minderjährige Konten anlegen können, andernfalls drohen hohe Bußgelder. Auf ifun.de hatten wir über die Verabschiedung des Gesetzes berichtet.

Auch in Norwegen wurden zuletzt strengere Altersvorgaben angekündigt, während in Frankreich weitergehende Einschränkungen für Kinder und Jugendliche durchgesetzt wurden. Selbst Finnland prüft inzwischen ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige und orientiert sich dabei ausdrücklich am australischen Modell.

Social Media kommt in Lehrpläne

Nach Auffassung der Länder reicht es nicht aus, Kinder und Jugendliche lediglich vor Risiken zu warnen. Schulen sollen künftig stärker vermitteln, wie digitale Angebote verantwortungsvoll genutzt werden können. Themen wie Cybermobbing, Datenschutz, Hassrede, Desinformation und der Umgang mit KI-generierten Inhalten sollen deshalb verbindlich in Bildungs- und Lehrplänen verankert werden.

Die Erklärung verweist darauf, dass Jugendliche inzwischen durchschnittlich fast vier Stunden täglich am Smartphone verbringen. Gleichzeitig würden viele junge Nutzer Schwierigkeiten haben, ihre Nutzung sozialer Netzwerke selbst zu begrenzen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten zudem Zusammenhänge zwischen intensiver Social-Media-Nutzung und Problemen wie Schlafstörungen, Stress oder einem erhöhten sozialen Vergleichsdruck.

Als Antwort darauf soll der Unterricht stärker auf sogenannte digitale Resilienz ausgerichtet werden. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Risiken zu erkennen, Informationen kritisch zu hinterfragen und ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren. Auch der Einfluss von Deepfakes und anderen KI-generierten Inhalten wird ausdrücklich als neues Lernfeld genannt.

15. Juni 2026 um 07:22 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    23 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Bin mal gespannt wo die ganzen Expertinnen und Experten tatsächlich herkommen sollen die sowas unterrichten könnten

    Hoffe es kommt mal zusätzlich was auf den Lehrplan was die Kinder aufs Leben vorbereitet bzgl. Steuern, Banken, Formulare, Vorsorge fürs Alter etc

  • Klasse! Dann noch bitte gutes Benehmen und den verantwortungsvollen Umgang mit Geld mit in den Lehrplan aufnehmen.

  • Typisch Deutsch. Und dann heulen die Politiker rum, wenn es Probleme mit den Heranwachsenden gibt. Die darauf zurückzuführen sind.

  • Hat gute Gründe warum selbst Steve Jobs seinen Kindern kein Smartphone unter 18 erlaubte…

    Ein Verbot wär – zumindest bis 14 – dringend notwendig. Zum Glück kommt es in Österreich bis 14 Jahre – geprüft durch die AustriaID (EUDI)

  • Finde ich gut. Meine Tochter geht in einen städtischen Kindercomputerclub und da sind genau diese Themen regelmäßig. Angefangen über deep fakes bis hin zu Cybersicherheit und Gefahren in Social Media. Wenn Apple noch das Bildschirmzeitfeature optimiert, ist man gut gewappnet.

  • Und welche Experten sollen das Kindern beibringen?
    Wieder mal ein Schritt in die falsche Richtung.

  • Klar, wieder dürfen es die Schulen richten…
    Eine weitere Bankrott erklärung der Länder. Das Schulsystem ist schon weit über den Anschlag, diese Bereiche auch noch reinzuquetschen, statt die Betreiber in die Verantwortung zu ziehen macht sich shcön auf dem Papier, ist aber in der Realität nicht umzusetzen.
    Und solange den Eltern nicht klar oder schlimmer, egal ist, was ihre Kinder da machen und was sie teils ausgesetzt sind, hilft die Aufklärung in der Schule nichts.
    Das problem ist keins einer Regierung. Alle Parteien haben das System Schule auf der Liste der Sparmaßnahmen gehabt. Alle! und auch der Alternative ist die Bildung egal.
    Leider haben wir in Deutschland keine Bodenschätze, die es lohnt auszugraben und reich zu werden. Der Umgang mit Schippe und Spitzhacke ist leider keine brotbringende Kunst für die breite Bevölkerung.
    Ohne Bildung geht das Land vor die Hunde und wir auf einem sehr „gutem“ Weg dahin!

    • Es gibt leider viele Haushalte, gerade in bildungsfernen Familien, wo die Lehrer näher an den Kindern dran sind als die Eltern.

      Trotzdem finde ich den Ansatz falsch. Nutzung sozialer Medien erfordert auch Reife, nicht nur Erziehung.

  • Während also auf X dir der Algorithmus stundenlang Prügel Filme präsentiert, hat man im Kino schon seit Jahrzehnten eine Altersregulierung.

  • Erinnerungen kommen hoch an eine Julia Klöckner als Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft. Bloß keine Verbote dazu Treffen/ Video mit dem Nestle Chef.

    Lootboxen (Packs) bei fifa…
    Social Media….

    Eine schlechte Entscheidung nach der anderen.

    Aber was erwartet man von einem Mr. BlackRock – ich bin seit Geburt an privat versichert.

    Unser täglich Lobbyismus in Deutschland.

  • Karol Krzyzewski

    Wieso sollte man den etwas umsetzen, das schon von anderen Ländern umgesetzt wurde UND für gut empfunden wurde?

    Wir erfinden lieber das Rad neu. Mit Erfindungen haben wir es nur leider seit einigen Jahren nicht mehr so.

  • Den Ansatz finde ich grundsätzlich sinnvoll. Dass dies effektiv umgesetzt werden kann, scheint mir aber fern ab von realistisch. Haben doch viele Lehrkräfte weiterhin selbst viel Nachholbedarf an IT-Verständnis. Das soll kein Pauschalurteil sein. Ich kenne zum Glück gute Ausnahmen. Aber im Schulalltag meiner Kinder sind gute Ausnahmen eben nicht die Regel.

    Daher bin ich weiterhin für ein grundsätzliches Verbot in Altersabstufungen.

  • Das Problem in Deutschland wird wohl wieder die deutsche Bräsigkeit in allem sein, was auch nur den Hauch einer klaren Kante hat.

    Warum spricht man nicht ein Verbot aus wie in anderen, normalerweise sehr vernünftigen Ländern (Beispiele siehe Text), und setzt *parallel dazu* eine Bildungsinitiative auf.

    Ich befürchte, jetzt wird erstmal wieder eine „Expertenkommission“ eingesetzt, die dann nach 2 Jahren Arbeit Leitlinien und Empfehlungen rausgibt, an die niemand in unserem föderalistisch geprägten Land gebunden ist.

    Und wieder sind Jahre verloren, in denen die Indoktrination der Jugendlichen durch AfD und andere Demokratiefeinde sowie andere, mittlerweile erwiesen schädliche Auswirkungen von TikTok und Co. ungebremst weitergehen.

  • Die Schulen sind doch schon mit dem normalen Lehrplan völlig überfordert. Zusätzlich schaffen sie es auch nicht die Digitalen Endgeräte (iPADs) die die den Schülern zur Verfügung stellen adäquat zu sichern.
    Da redet sich die Politik schön wieder raus. Aber Eltern und deren Kinder sind halt nicht die Wählergruppe die man bauchstreicheln muss…,

  • Immer nur meckern.
    Wahrscheinlich würden die gleichen auch dann meckern wenn Deutschland es verboten hätte.

    Ist doch gut, dass die Politik eingesehen hat, dass digitale Kompetenz wichtig ist.
    Jetzt sollte nur die Umsetzung (Geld, Lehrmaterialien ect.) vernünftig sein.

    Selbst bei einem Social Media Verbot, wären die Kinder und Teenies nicht geschützt vor den Gefahren, weil sie trotzdem Internet konsumieren würden (egal ob weiterhin legale oder dann „illegale“ Angebote).

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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