Kurze Lebenszeichen statt Chats
Knuff statt Gruscheln: Deutsche Social-App für Familie und Freunde
Ein kurzes Lebenszeichen, ohne gleich eine Unterhaltung anfangen zu müssen. Mit Knuff startet eine neue Social-App aus München, die Familien, Freunde und andere private Gruppen miteinander verbinden soll. Statt öffentlicher Profile, endloser Nachrichtenverläufe oder sozialer Netzwerke mit großer Reichweite geht es um eine einfache Frage: Ist bei den Menschen, die mir wichtig sind, alles in Ordnung?
Entwickelt wurde Knuff vom Softwareunternehmen equinux, das unseren Lesern bereits durch die TV-Programm-App TV Pro bekannt sein dürfte. Die Idee stammt aus dem Familienalltag von Firmenchef Till Schadde. Weil eine 94-jährige Angehörige allein lebt, wollte die Familie unkompliziert nachvollziehen können, ob jemand mit ihr Kontakt hatte und wie es ihr geht.
Private Gruppen mit einem Klick informieren
Das Grundprinzip ist schnell erklärt. Nutzer organisieren sich in sogenannten Bubbles, also geschlossenen Gruppen für Familie, Freunde oder beispielsweise den eigenen Verein. Ein Fingertipp genügt, um den anderen Mitgliedern zu signalisieren, dass alles in Ordnung ist.
Auf einer gemeinsamen Übersicht lässt sich erkennen, wann die einzelnen Personen zuletzt ein Lebenszeichen gesendet haben. Bleibt dieses länger als gewohnt aus, können Angehörige oder Freunde nachfragen. Eine automatische Überwachung ersetzt Knuff damit nicht. Die App setzt darauf, dass ihre Nutzer selbst aktiv werden.
Wer mehr mitteilen möchte, kann seinen Check-in um Stimmungsangaben, Fotos, Videos oder Sprachnachrichten ergänzen. Auch Umfragen und die Weitergabe des aktuellen Standorts sind vorgesehen. Mehrere Bubbles lassen sich parallel und unabhängig voneinander verwenden.
Beim Datenschutz setzt equinux auf eigene Infrastruktur. Entwicklung und Betrieb erfolgen in Deutschland, die Daten liegen im firmeneigenen Rechenzentrum. Auf US-Cloudanbieter wie Amazon, Google und Microsoft verzichtet das Unternehmen nach eigenen Angaben ebenso wie auf Meta-Cookies und Google-Werbung.
Kostenloser Einstieg ohne laufendes Abonnement
Knuff lässt sich zunächst auch ohne Registrierung ausprobieren. Ein Benutzerkonto dient dazu, die eingerichteten Gruppen abzusichern.
Die App steht kostenlos für iPhone und iPad ab iOS 16 sowie für Android bereit. Die grundlegenden Check-in-Funktionen sind gratis. Zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten, virtuelle Figuren namens Knufflinge und erweiterte Gruppenfunktionen lassen sich gegen Bezahlung freischalten. Automatisch verlängerte Abonnements gibt es nicht.
Als Alternative zu WhatsApp oder iMessage versteht equinux die Anwendung ausdrücklich nicht. Knuff soll vielmehr die kleinen Rückmeldungen übernehmen, für die bislang häufig eine eigene Nachricht im Familienchat nötig war.



Holy AI
Ok, man nehme einen gewöhnlichen Messenger (gibt ja so wenige davon) und schmeißt 90% des Funktionsumfangs raus? Ahja. But why? Sorry, but why? Und noch eine App, und noch eine App. Wieviele denn noch? Demnächst für jeden Angehörigen eine eigene App? Warum einfach wenn es auch kompliziert geht. „Zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten, virtuelle Figuren namens Knufflinge und erweiterte Gruppenfunktionen lassen sich gegen Bezahlung freischalten.“ Puuuuh…
Die Idee finde ich grundsätzlich ganz nett, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sich aufgrund der „Nettigkeit“ viele Leute nochmal eine extra App holen, wo sie doch sowieso ununterbrochen bei allen möglichen Messengern und Socials unterwegs sind. Meine Tochter schickt einfach manchmal ein Herz-Emoji mit ihrer Watch, das reicht mir auch.
Mir erschließt sich der Mehrwert nicht ganz… kindlicheres Design?
Dinge die die Welt nicht braucht.
Wer soll das denn nutzen? Zu Threema geht auch keiner.
Merkwürdiger Ansatz. Die App will kein klassischer Messenger sein, ist es am Ende aber doch. Mit Fotos, Texten, Gruppen usw. Finde es zudem sehr unübersichtlich, überladen und kleinteilig. Meine Oma würde damit nicht klar kommen.