iphone-ticker.de — Alles zum iPhone. Seit 2007. 19 448 Artikel
   

Hintergründe: iOS-Werbe-Weiterleitungen nehmen wieder zu

Artikel auf Google Plus teilen.
66 Kommentare 66

Nachdem Apple im vergangenen Winter auf die massive Zunahme der Werbe-Weiterleitungen im mobilen Safari-Browser mit einer Software-Aktualisierung reagierte und in den Update-Notizen der initialen Version von iOS 8 angab, Safari würde die automatischen Weiterleitungen in den App Store nun standardmäßig unterbinden, wenn keine Nutzer-Eingaben festgestellt werden können, taucht das ärgerliche Problem nun wieder vermehrt auf.

oeffnen

Seit rund einer Woche landen Zuschriften wie die im Anschluss zitierte Mail von Frank wieder im Tages-Rhythmus auf unserem Tisch:

Wieder mal dauernd unerwünschte Weiterleitungen in den App Store… Seit ein paar Tagen werde ich von diversen Webseiten in den App Store zum Spiel „Agent Alice“ von wooga.com umgeleitet, einfach so beim Browsen in Safari auf meinem iPad. Ich dachte, Apple hätte das Problem letztes Jahr in einem iOS-Update gelöst? Ihr könntet Euch ja mal umhören, ob ich der Einzige mit dem Problem bin…

Die Werbe-Anbieter und Apples Safari-Team liefern sich derzeit ein Wettrennen. Während Cupertino Schutzmaßnahmen implementiert, die die ungewollte Weiterleitung durch schadhaften Banner-Code unterbinden sollen, tüfteln auf der anderen Seite Programmierer an neuen Javascript-Schnipseln, die eben jenes Verhalten provozieren. Aktuell liegen die Banner-Anbieter vorn. Wie massiv das Problem den täglichen Einsatz von iPhone und iPad verwässern kann, demonstriert das eingebettete Video.

(Direkt-Link)

Es geht um In-App-Käufe

Wirft man einen Blick auf die verlinkten App Store Titel, stellt man schnell fest das fast ausschließlich kostenlose Anwendungen verlinkt werden, die sich über In-App-Käufe finanzieren. Die Anbieter der Apps sind jedoch nur in den seltensten Fällen für die rufschädigenden Werbe-Weiterleitungen verantwortlich.

Meist werden die fraglichen Banner von Teilnehmern des App Store Affiliate Programs manipuliert. Ein Partner-Programm, das die Verlinkung von App Store-Applikationen mit einem prozentualem Anteil am Verkaufspreis vergütet – vorausgesetzt ein Kauf kommt zustande.

Die Logik ist simpel: Teilnehmer des Affiliate-Programms ordern sich ein günstiges Banner bei Werbe-Vermarktern wie Google und Co. und platzieren einen schadhaften Code, der die iOS-Weiterleitung auch ohne bewussten Tap bzw. Klick anstößt. Das Banner wird auf einer gute besuchten Webseite platziert und leitet einen großen Teil der Besucher – ohne Wissen des Webseiten-Betreibers und ohne meist ohne Wissen des App-Anbieters – in den App Store um.

Hier wird nun eine kostenlose Applikation mit vielen In-App-Käufen angezeigt. „Kostenlos“ verleitet zum Download. Der Rest ist Mathematik: 100.000 Besucher werden weitergeleitet. 20.000 laden die verlinkte App. 1000 führen anschließend einen In-App-Kauf durch. Der Banner-Verantwortliche erhält von jedem In-App-Kauf einen kleinen Anteil.

ifun.de Banner verschwinden

ifun.de hat in der Vergangenheit ausführlich über die miesen Tricks der Werbe-Weiterleiter geschrieben:

Auch 2015 mussten wir bereits Konsequenzen ziehen. Besuchern unserer mobilen Webseiten und Nutzern der ifun|news-Applikation wird das Fehlen des üblicherweise ganz oben auf der mobilen Seite platzierten Banners, vielleicht schon aufgefallen sein.

Wir haben uns im Anschluss an die erneuten Leser-Berichte prophylaktisch dazu entschlossen die Bild-Reklame vorübergehend auszublenden um eine Weiterleitung auszuschließen und suchen mit den Werbe-Auslieferern gerade nach verträglichen Lösungen. Eine missliche Situation, für alle Beteiligten. Apple steht unter Zugzwang.

Donnerstag, 19. Mrz 2015, 11:32 Uhr — Nicolas
66 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • Mega nervig auf auch kinox.to

    So machen die 10 Sekunden keinen Spaß zu warten bis die Wartezeit abgelaufen ist….

  • ich wurde noch nie gefragt ob ich in den App Store möchte…der öffnet sich einfach!
    Dort hat Apple auf jeden Fall Handlungsbedarf um das ganze besser einzudämmen

  • Mir ist das in letzter Zeit in der eBay Kleinanzeigen App passiert. Es war keine andere App geöffnet und ich wurde in den App Store weitergeleitet.
    Nervend.

  • Sehr nervig.

    Ich find eure Reaktion aber Vorbildlich, die Banner auszublenden, auch wenn euch dadurch Geld durch die Lappen geht! Danke!!!

  • Twittelatoruser

    Das Video ist interessant wegen den angesteuerten Seiten. Diese Seiten nutze ich auch oft, aber ich wurde von denen nie in den AppStore zu einer dieser Apps automatisch weitergeleitet.
    .
    Somit stellt sich mir die Frage, ob der betreffende Anwender nicht ein Jailbreak oder ähnliches hat und dann irgendeine unsaubere Applikation installiert hat (oder der Jailbreak selbst dafür verantwortlich ist).

  • Twittelatoruser

    Es muss sich um ein unsauberes System handeln, da ich viele der im Video gezeigten Seiten auch ansteuere, aber mir dies nie passiert ist (und das auf mehreren iOS-Geräten!).

  • Wie kann es sein daß der „Banner-Verantwortliche“ nichts mit dem App-Anbieter zu tun hat?
    Daß der App-Anbieter davon nichts wissen sollte halte ich für ein Gerücht.
    Und wenn er nicht selbst für das Banner verantwortlich ist, was sollte der, der ein verwanztes Banner plaziert dann davon haben?!

  • Äh ok. Man müßte im Text besser unterscheiden zwischen dem App-Ersteller der IRGENDWELCHE Werbung einblenden LÄSST und dem, dessen App beworben wird.
    Denn daß DER dessen App beworben wird nichts davon wissen soll, das darf bezweifelt werden.

  • Hatte ich vor zwei Wochen auch dauernd, z.B. auf engadget.com.
    Nachdem ich mich bei Apple, engadget und wooga.com beschwert habe, habe ich folgendes gemacht:
    Zuerst in den Safari-Einstellungen unter Cookies blockieren: „Immer erlauben“ angehakt.
    Dann in Safari auf die folgende Ads-Opt-Out-Seite gegangen: aboutads.info/choices
    Dort dann alle Anbieter als unerwünscht ausgewählt (choose all companies…) und bestätigt.
    Dann in den Safari-Einstellungen folgendes eingestellt:
    Cookies blockieren: nur „Von aktueller Website erlauben“ anhaken
    Seitdem habe ich Ruhe…

  • Twittelatoruser

    Ich werde ständig blockiert. warum?

  • Twittelatoruser

    Auch ,wenn ich wieder blockiert werde … Das Video ist interessant, weil ich viele dieser Seiten ich selbst aufrufe, aber nie unvermittelt in den Store weitergeleitet wurde. Deshalb vermute ich, dass er ein Ja.il.br.eak hat und dies oder ein Zusatz unsauber waren.

  • Twittelatoruser

    Und schon wieder blockiert … ach, ich sage es nicht mehr … zu anstrengend den Hinweis immer wieder wiederholt zu tippen.

  • Twittelatoruser

    Ich sage nur, der Anwender hat offenbar ein unsauberes System, gibt aber einfach so anderen die Schuld.

  • Wenn man in den Einstellungen -> Allgemein -> Einschränkungen die Option „Apps installieren“ ausschaltet, verschwindet zwar das AppStore-Icon komplett vom Homescreen, aber man hat endlich seine Ruhe.
    Möchte man Apps installieren, bzw. Updates machen, muss man halt das oben Genannte vorübergehend wieder rückgängig machen: „Apps installieren“ wieder aktivieren und der AppStore taucht wieder auf und alles ist wie immer… Dies ist mein Workaround schon seit sehr langer Zeit.

  • Twittelatoruser

    Warum kommen immer nur die Nachrichten durch, dass ich blockiert werde, aber nie die Nachrichten mit dem Hinweis?

    • Stellenweise Filtert unser Spam-Filter auch ordentliche Beiträge. Wenn dem so ist, einfach 1-2 stunden abwarten, wir haben diesen ständig im Blick und geben die Beiträge dann leicht verzögert per hand frei.

      • Ich habe gesehen, dass ihr gestern einige Beiträge eines Artikels gelöscht habt. Gute Aktion – wie wäre es, wenn ihr mal einigen Usern, die hier durch häufiges Beschimpfen anderer auffallen, mehr auf die Finger schaut.

  • Da braucht man gar nichts unterscheiden. Gleich und Gleich gesellt sich eben gern. Betrüger und Ausbeuter (restruktiv und GIERig … na wer könnte hier wohl gemeint sein) schätzen schon immer die Symbiose. Übrigens – Eure Daten sind sicher. Auch IPIN. Glaubt der Lügenpresse nicht – Apple (wir) sind die Guten !!!

  • Twittelatoruser

    Letzter Versuch: Diese gezeigten Seiten besuche ich auch mit unterschiedlichen iOS-Geräten, aber wurde bisher nie unvermittelt weitergeleitet. Er scheint ein anderes Problem zu haben.

  • Es muss ein Gesetz gegen PopUp und solchen weiterleitungen her. Werbung ja. Aber nicht so.

    • Besser als ein Gesetz wäre es, wenn es einfach nicht mehr möglich wäre.

      • Ein Gesetz würde eine Bestrafung möglich machen, aber nicht das Problem lösen.

        Auch bei anderen Gesetzen nehmen die Schuldigen die Strafe hin um damit Geld zu machen.

    • Dann wundern sich die meisten, warum so viele Adblocker nutzen.

      Ja, ich weiß, es hat nichts mit den Seitenbetreibern zu tun, sondern mit den Werbetreibenden, die die Werbung bei den Werbepartnern schalten. (Richtig ausgedrückt?)

      Dennoch ist die User Experience, wie es manche ja so schön nennen, einfach gestört, wenn erstmal 2 Popups erscheinen und dann der Seitenrand noch mit blinkenden Flash-Bannern vollgemüllt ist. Noch schlimmer ist es, wenn normale Begriffe in Artikeln plötzlich mit Links zu Shops versehen sind (z.B. „iPhone 5“ unterstrichen, führt auf einen Shop für iPhones).

      Und ja, sowas passiert mittlerweile auch ohne Adware, auch auf frischen Systemen.

      Ich würde ja gerne viele Seiten unterstützen, indem ich die Werbung erlaube, aber wie ihr meinem Kommentar sicherlich entnehmen könnt, bin ich absolut kein Fan von Popup-Werbung oder blinkender Werbung. Daher müssen die Seiten, die sowas schalten, damit rechnen, dass viele sich weigern, den Adblocker auszuschalten.

      Aktuell sind auf meiner Whitelist 4 Seiten. Vor wenigen Wochen waren es noch mehr als 10.

      • Ja, der Kommentar ist ein bisschen Off-Topic, weil er nur teils Relevanz zum Artikel hat.

        Worauf ich hinaus wollte: Durch nervige Werbung (Popups, animierte Werbung, Weiterleitungen zum App Store / Play Store) benutzen nun mal immer mehr Leute Adblocker.

  • Versucht mal die App „Weblock“ aus dem App Store. Das ist ein Adblocker für iOS-Geräte (funktioniert aber nur im WLAN über einen lokalen Proxy, der Werbung auf dem Gerät filtert, es wird kein Traffic extern über Weblock geroutet).

    • Weblock nutze ich auch, sehr komfortabel.

      • dev-null@mailbox.org

        Mit etwas knowhow kann man auch nen transparenten proxy einsetzen… (DD-WRT genügt um das auf nem router direkt zu erledigen)

      • @dev-null
        Geht übrigens auch auf AVM-Geräten (inkl. Speedports, die von AVM hergestellt wurden) oder anderen Geräten ohne DD-WRT-Kompatiblität.

        Wenn es für den Router gar keine Möglichkeit gibt, kann man auch seinen Computer, einen alten Computer oder sogar (unbenutzte) Tablets benutzen.
        Dass man die jedoch 24/7 laufen lassen muss, um Erreichbarkeit zu garantieren, muss man eigentlich nicht erwähnen. Ich finde die Methode mit einem Tablet ganz nett, wurde mal vor einiger Zeit irgendwo ein Artikel veröffentlicht.

  • Ich hab Java Script deaktiviert. Habe seitdem keine nervigen Weiterleitungen und auf den Seiten, die ich sonst so besuche, bemerke ich keine Einbußen.

    Zuhause im Firefox sind Java Script und Flash gar nicht erst installiert.

    Läuft bei mir. ;-)

  • Einfach die beworbenen Programme aus dem AppStore schmeissen und ruhe ist. Das spricht sich schnell rum.

  • App „weblock“ ist Super! Der Tipp von Alex mit Ads-Opt-Out-Seite dagegen ganz fatal: ich hatte plötzlich viel mehr Banner! „weblock“ hat es gerettet!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 19448 Artikel in den vergangenen 3382 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2016 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Datenschutz   ·   Auf dieser Seite werben aketo GmbH Powered by SysEleven