Umsetzung im Frühjahr 2027
Großbritannien beschließt Social-Media-Verbot unter 16
Während ein allgemeines Social-Media-Verbot in Deutschland zunehmend unwahrscheinlich erscheint – wir haben erst heute früh berichtet – steuert Großbritannien in entgegengesetzter Richtung. Die britische Regierung hat angekündigt, dass sie weitreichende Beschränkungen für die Nutzung sozialer Netzwerke durch Minderjährige einführen wird. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollen künftig nicht mehr auf Plattformen wie TikTok, Instagram und X zugreifen dürfen.
Australien dient als Vorbild
Nach Angaben des britischen Premierministers Keir Starmer hat die Regierung die Argumente von Befürwortern entsprechender Maßnahmen geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass soziale Netzwerke ein Umfeld schaffen, das sich negativ auf Kinder auswirken kann. Die Regierung erachte ein generelles Verbot als sinnvolle Maßnahme. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll noch vor Weihnachten abgesegnet werden. Die Umsetzung soll dann Anfang 2027 erfolgen.
Bei der Umsetzung orientiert sich die britische Regierung wohl an dem in Australien bereits gültigen Verbot. Demnach sollen nahezu alle großen Plattformen, darunter Snapchat, TikTok, YouTube, Instagram, X und Facebook der Sperre unterliegen. Messenger wie WhatsApp und Signal sollen ebenso ausgenommen werden wie Musikdienste und Bildungsplattformen. Weitere Einzelheiten sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.
Laut dem britischen Guardian fallen auch Angebote wie Livestreaming oder bestimmte Chats, über die man mit Fremden kommunizieren kann, unter die Regelung. Davon betroffen sein könnten teilweise auch Onlinespiele wie Roblox. Zudem soll es erweiterte Richtlinien geben, die Jugendliche unter 18 Jahren von Chats und Chatbots mit erotischen Inhalten fernhalten.
Umsetzung wird spannend
Dem Vorhaben ging offenbar eine Befragung von Eltern voraus, bei der sich eine große Mehrheit für ein solches Verbot ausgesprochen haben soll. Spannend wird im Zusammenhang mit der Umsetzung sicherlich auch, wie eine Altersprüfung verlässlich und zugleich praktikabel gewährleistet werden kann.
Richtig – nur bei uns wird wieder „weichgespült“ und die Kinder zahlen die Zeche mit der Sucht.
OneExtraPlus für die Angelsachsen, die können ja doch was richtiges machen…
Was ist denn daran bitte „richtig“? Gut 70 Prozent der Jugendlichen unter 16 Jahren in Australien sagen offen, dass sie wieder Social Media wie vor dem Verbot nutzen. Tendenz steigend. Hinzu kommt noch die Dunkelziffer derer, die sich nicht trauen das öffentlich zu sagen.
Selbst die australische Regierungsbehörde für Online-Sicherheit hat ernüchtert festgestellt, dass das Verbot in der Form wie es in Australien durchgesetzt wurde eher wirkungsarm ist. Gleichzeitig warnt diese Behörde vor massiven Datenschutzrisiken durch das australische Modell.
Zwar birgt Social Media, gerade für Jugendliche, haufenweise Probleme. Aber diese lassen sich nunmal leider nicht dadurch lösen, indem man Regelungen, welche allenfalls in einem Supermarkt umsetzbar wären, auf das Internet anwendet.
Ehrlich gesagt habe ich zwar auch keine Patentlösung für das Problem. Allerdings ist das auch keine wirkliche Legitimation für wirkungslosen Aktionismus.
Nicht nur das Thema Sucht ist das Problem. Instagram empfiehlt mir permanent irgendeinen spalterischen Dreck. Immer mehr Rechte scheiße – insbesondere aus den USA.
Da macht die derzeitige US Regierung auch ihren Einfluss geltend so einen Müll zu puschen. Das war vor 1-2 Jahren noch nicht so.
Einfach Instagram den Rücken kehren – boykottieren und gut ist. ;-)
Die Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich. Der Staat sollte sich raushalten. Das Einzige was meiner Meinung nach nachhaltig helfen würde wäre mehr Inventionen in Bildung. Verbieten ist einfacher und günstiger deswegen kann ich nur weiter träumen. Unsere Kinder bekommen von uns aus kein social media vor 16. Es geht wenn man will.
Der Grossteil der Eltern hat selbst keine Medienkompetenz. Wann hat sich das Maximum an Ich-Perspektive gesellschaftlich eingeschlichen? Eltern sind heute Pädagogen, Mediziner und ITler zugleich. Bemerkenswert…
Ich finde es soll in der Verantwortung der Eltern liegen
Ich zeigte meinen beiden Wieses geht und stellte auch Freundschaftsanfragen ab geht alles
Alle können es und machen es. Alle? Nein, das kleine galische Dorf Deutschland eiert rum.
Kinder und Eltern sind halt nicht die Zielgruppe der Parteien.
Wenn Deutschland als erstes zugestimmt hätte, würde es eine „Neuland“-Debatte geben.
Vielleicht sollten wir alle mal wieder etwas positiver auf unser Land schauen.
Oder Eltern lernen einfach wieder Nein zu sagen. Mein Kind hat nen iPhone und über Screentime harte Grenzen. Geht auch
Hallo Alexander, genieße das Gefühl, dass Du es im Griff hast. Die Erfahrung zeigt, dass niemand die Kreativität von Kindern, die ein Verbot umgehen wollen, einschätzen kann.
Die Screentime unterstützt dabei nur den Konsum einzuschränken bzw. der Versuchung zu widerstehen. Ausnahmen bzw. Verlängerungen der ST gibt es logischerweise auch.
Parallel dazu muss ein Verständnis bei den jugendlichen dafür entwickelt werden warum man das macht. Dafür sind Gespräche wichtig genauso wie das Eltern versuchen es vorzuleben (was schwierig ist, aber nicht unmöglich).
@Alexander du machst es genau richtig und übernimmst Verantwortung für das Wohlergehen deiner Kinder. Das und mehr Bildung ist gefragt und nicht mehr sinnlose Verbote.
Hallo Alexander, verstehe mich bitte richtig. Alles, was Du anmerkst funktioniert und ist gut. Nur ist gerade bei Kindern im besonders anfälligen Alter das Gehirn im Umbau und manchmal greifen hier weder Logik noch Verständnis. Höchstbedauerlicherweise scheinen mir die Algorithmen der „social media“ exakt auf diese Zielgruppe zugeschnitten, was das Suchtpotential erhöht.
Ich habe das mit mehreren Kindern durchexerziert. Was von der Logik und vom Intellekt lange Zeit klar war, war über Nacht gelöscht und das Hirn war auf Werkseinstellungen. Paul Panzer beschreibt das sehr zutreffend : „Da kommt nachts der Dachlattenmann und sortiert das Hirn neu“
Ich wünsche Dir allzeit logischen Nachwuchs – bei allen (!), die ich kenne, blieb das ein frommer Wunsch.
@Oskar du hast es als Elternteil in der Hand. Schafft es dein Kind nicht mit gut zureden musst du halt alles sperren. Wir machen es auch so und es klappt. Wenn diese simple Sache nicht durch ein Elternteil möglich ist kann man erwarten, dass es dem Kind nicht gerecht werden kann und das Kind auch auf vielen anderen Ebenen Probleme hat/bekommt. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Stimmt. Du kannst doch das Gerät sperren. Was hindert Dich. Machen wir auch. Und dann schließen wir die Tür ab. Freunde hat unser Sohn auch keine, so dass er die Sperre nicht umgehen kann.
Glaubt ihr eigentlich, eure Kids sind blöd? Oder lügt ihr euch die Möglichkeiten schön?
@ichsagsjanur total polemisch. Du als Elternteil kannst und solltest natürlich deinen Kindern am Smartphone nur erlauben was entwicklungstechnisch gerecht ist. Natürlich muss man zwischen Freiheit und Grenze die Waage halten. Einschränkungen am Smartphone dienen dem Kindeswohl. Aber gut, dass du immerhin die Einschränkungen durch den Staat auch kritisierst. Das sehen wir beide so :)
Du nennst es polemisch – ich nenne es Realitätsbezug.
Wenigstens sind wir uns einig
Wir schaffen es ja auch unseren Jungen auf seinem Smartphone von dem Müll auf social media fern zu halten. Natürlich geht es nur auf seinem Handy. Bei seinen Kumpels nicht. Natürlich wollen wir ihm seine Kumpels nicht verbieten. Deswegen die Waage zwischen Freiheit und Grenzen. Gehört ja auch zum Leben dazu. Wir haben damals als 12 Jährige auch Hexen oder Soldier of Fortune gespielt bei Kumpels.
Richtig und wichtig! Hoffentlich auch bei uns bald!
In Australien wurde ein großer Anstieg bei VPN-Diensten verzeichnet, die Kids sind nicht dumm heute. Finde ich aber richtig und wichtig, schade dass hier wieder so rumgeeiert wird.
Naja, Apple bringt ja bald Funktionen ins Betriebssystem, mit dem Eltern besser steuern können, was ihre Kinder sehen und nutzen können.
Niemand braucht sowas. Die Verbotskultur heutzutage, ist keine Lösung, sondern nur das Eingeständnis von Unfähigkeit, die Selbstbestimmung anderer zu akzeptieren. Das zieht sich durch von Tempo / Rauchen / Zuckersteuer / Medienverbot für Kinder usw.
Du hast Gewalt vergessen. Kann doch jeder selbst entscheiden, wenn er verkloppen will. Es darf einfach keine Regeln in einer Gesellschaft geben. *ironie off*
Was hat denn Gewalt mit dem zu tun was er meinte? Deine Argumente sind echt schwach.
Da gebe ich Dir Recht.
Alle die dies hier bejubeln! Es ist nur der Anfang!
Die Kinder sind nur das Feigenblatt für das was wirklich kommen soll!
Ihr scheint es nicht zu verstehen! In der Politik passiert nichts ohne Grund und lange Planung.
Endziel: Social Credit System!
Digitale ID+ Digitale Geldsystem+ Digitale Wallet, alles um einem Smartphone und zentral gespeichert! Was wird das werden?
Ah, Ich hab vergessen, der CO2 Fußabdruck kommt auch noch dazu!
Für die Ungläubigen, lest Klaus Schwab zu seiner 4. industriellen Revolution
Alles zu finden!
Die Eliten, verbergen es nicht einmal.
Genau meine Meinung! Warum machen wir überhaupt einen Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern? Ein Neunjähriger sollte völlig selbstbestimmt entscheiden dürfen, ob er bei Tempo 200 rauchend auf der Autobahn fährt, während er auf TikTok streamt. Alles andere ist doch nur linke Verbotskultur.
Die Freiheit stirbt immer zentimeterweise.
Würde es mit der Selbstbestimmung klappen, käme ja niemand auf die Idee Regeln aufzustellen.
Ja alle Verbote abschaffen! Am besten auch für Mord, Todschlag… Böse Verbote…
Du hast Sicherheitsgurte und Helme vergessen ;-)
Wenn’s so gefährlich für Kinder ist dann offenbar auch für Erwachsene. Kann man doch gleich für alle verbieten fertig ist :D
Hätte nix dagegen!
Brauche diesen ganzen Schmarrn nicht – nur Verschwendung von Speicher/Energie.
+1 Das ist das Geschwür der Neuzeit. Da können die Klimaschützer mal rummeckern. Was für Social Media für Ressourcen verschwendet werden. Noch dazu der KI Schrott.
Als Folge ist in den letzen Jahren die Qualität der Bewerber für Ausbildungsplätze und auch normale Stellen ins Bodenlose gesunken. Hatten letztens einen der 2 Tage vor einem Gespräch angerufen und sich entschuldigt hat, dass sein Lebenslauf so wie eingereicht wohl (dank KI) nicht ganz korrekt war..
Da fällt einem nichts mehr zu ein….
Und was unsere sich wieder ausdenken: Die Schule soll den Kindern das verantwortungsvoll beibringen. Die schaffen doch den normalen Lehrplan schon nicht.
Das ernüchternde Fazit der Australier findet sich direkt auch in dem Artikel: „Australia’s eSafety commissioner has said a “substantial proportion” of under-16s in the country have kept their accounts, managed to create new ones or bypassed age-gating systems.“. Und der Anteil derer unter 16 Jähriger, die in Australien wieder social media nutzen, steigt monatlich weiter an. Gleichzeitig wird der Grundsatz der Datensparsamkeit unterwandert. Außerdem beträfe der Plan der Briten auch kleine Foren etc. (sofern sich der jeweiligen Betreiber nicht bemüht explizit auf die Whitelist gesetzt zu werden). Und obgleich man die Betreiber dazu anhalten möchte mehr personenbezogene Daten zu sammeln als die Australier, werden auch die Bemühungen bei den Briten zum zahnlosen Tiger werden. Die Jugendlichen werden konsequenzfrei pentesten können und werden das auch gnadenlos durchziehen.
Social Media stellt durchaus ein Problem dar, gerade für Jugendliche. Aber dass die diesbezüglichen Entscheidungen ständig von technischen absolut unbedarften Laien getroffen werden, die in ihrem Unwissen glauben das Problem mit wirkungslosen Altersverifikationen lösen zu können, wird allmählich müßig.
Bitte auch in Deutschland!
Bitte mal ganz genau nachdenken, was das bedeutet!
Das hört bei den Kindern nicht auf!
Wie sagte Junker mal? Wir stellen etwas in den Raum. Wenn es kein großes Geschrei gibt, machen wir weiter. So lange bis es kein Zurück mehr gibt!
So geht Politik!
Instagram, TikTok, Snapchat usw. ist doch alles unnöiger Mist, braucht kein Erwachsener!
Erst gestern wieder ein Autofahrer gesehen, der im Stop-and-Go an der Ampel schlangenlinien fuhr und im Handy gelickt hat irgend so ein Dauerscroll-Mist.
Deswegen Handy am Steuer 5.000€, ein Jahr Fahrverbot 4 Punkte. Eine Seuche ist das. Auch mal eben WhatsApp an der Ampel checken. Für wie wichtig halten sich die Leute?
Wie Australien zeigt, hat man die Kids wieder mal unterschätzt und sie umgehen sämtliche Restriktionen.
Sinnvoller wäre es, die Anbieter zu einer mit Ausweispflicht zu einer Altersverifikation zu zwingen.
Wenn sie sich nicht fügen, wird der Dienst einfach für alle dicht gemacht, bis sie es umsetzen.
Was meinst ihr, wie schnell das dann möglich ist…
Du merkst zwar vollkommen korrekt an, dass die Kids in Australien die Altersverifikationen – auch jene die eine Ausweiskopie verlangen – schlichtweg umgehen. Und meinst dann, dass dieses Problem durch eine Altersverifikation durch Ausweiskopie zu lösen sei. Mal ganz davon ab von dem massivem Datenschutzproblem (welches in Australien auch von der Regierungsbehörde für Online-Sicherheit massiv kritisiert wird), ist dir der Widerspruch deiner Aussage hoffentlich bewusst.
Sorry, ich wusste nicht, dass in Australien MIT Ausweis verifiziert werden musste und trotzdem die Sperre ausgehebelt werden konnte.
Ich dachte, die hätten das über VPN geschafft.
Dann macht meine Aussage natürlich keinen Sinn.
Aber so viel Verstand hättest du mir ruhig zutrauen dürfen
;-))
Nun, in dem Moment, in dem ein Proxy (VPN) genutzt wird um einen Länderstandort zu wählen, in dem der Anbieter keine Altersverifikation via Ausweiskopie durchführt, ist die Altersverifikation mit Ausweiskopie erfolgreich via Proxy umgangen. Allerdings nutzen die Kids in Australien zum Aushebeln der Altersverifikation via Ausweiskopie noch weitere Wege. Hierzu gehört in erster Linie die Verifikation durch Dritte. Also Familienmitglieder, Freunde, ältere Mitschüler oder sonstige Personen die gewillt sind kurz die Verifikation zu übernehmen. Notfalls im Austausch gegen eine Hand voll Dollar. Was sicherlich seltener vorkommt (aber ebenso möglich ist), ist Identitätsdiebstahl mit Ausweisdokumenten völlig Fremder. Die Menge frei (bzw. gegen Bezahlung) im Web (bzw. Darknet) verfügbarer Ausweisdaten steigen durch genau diese Altersverifikationsprozesse mit Ausweiskopie übrigens tendenziell an.
Das kritisiert wie gesagt auch die australische Regierungsbehörde für Online-Sicherheit. Als konkretes Beispiel lässt sich hier Discord benennen. Diese hatten letztes Jahr in vorauseilendem Gehorsam auch in Australien eine Altersverifikation via Ausweiskopie eingeführt. Und prompt wurden beim Dienstleister mindestens 70.000 Ausweisdokumente von Hackern abgefischt. Die Ausweiskopien können im Darknet gekauft werden.
Allerdings beruhigt es mich, wenn ich dir verständlich machen konnte, das solche Altersverifikationsprozesse wenig Nutzen haben, aber gerade wenn eine Ausweiskopie verlangt wird massive Risiken mit sich tragen.
Das sollte auch für Erwachsene eingeführt werden! Wir sind nicht besser als die unter 16 jährigen
Ich frage mich, warum so viele nach verboten rufen? Habt ihr überhaupt selbst Kinder? Was gehen euch andere Kinder an? Das einzige, was so ein Verbot bringen würde, wir würden eine Generation von Hackern heran ziehen. Was eigentlich nicht verkehrt ist. Kaum hat man eine Wand hochgezogen, ziehen die Kinder nach und finden das nächste Schlupfloch. Alleine daran sieht man, dass hier viele Kommentatoren überhaupt keine Kinder bzw Ahnung haben. Sonst wüssten Sie von diesen Dingen. Ein Verbot würde überhaupt nichts bringen. Glaubt ihr ernsthaft, Kinder lassen sich aussperren? Hahahahaha! Anstatt zu verbieten, sollte man Unterrichtsstunden einführen und den Umgang mit diesem Medien den Kindern beibringen. Parallel dazu die Daumenschrauben der Anbieter anziehen. Bei Verstößen gnadenlos Strafen verhängen. Notfalls stundenweise etc. abschalten. Anstatt den Kindern Social Media zu verbieten, sollte man eher die Anbieter in die Pflicht nehmen. Warum macht man das nicht? Wenn es Ihnen wirklich einst wäre, wäre das eigentlich der erste Weg. Ich glaube, es wäre leichter, die Anbieter zu prüfen, anstatt jedes einzelne Kind. Aus meiner Sicht, ist Social Media aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Der Stellen Wert ist mittlerweile so hoch, dass ein Verbot eher kontraproduktiv wäre.
Lass bitte das mit den Unterrichtsstunden weg. Man kann nicht immer alles an die Schule delegieren.
@Blub
Man erkennt es wahrlich sofort – fast schon mit ehrfürchtigem Staunen: Du hast Kinder. Und viele andere hier… nun ja, offenbar nicht.
Denn du verkörperst in nahezu lehrbuchhafter Perfektion das große moderne Erziehungsdrama: Regeln? Ach, die sollen bitte die Schule aufstellen. Oder besser noch die Konzerne. Zur Not der Gesetzgeber. Hauptsache, die Erziehungsberechtigten bleiben von dieser lästigen Pflicht verschont.
Wie praktisch.
Doch ein kleiner, unbequemer Einwurf aus der Realität: Nein – Eltern müssen es regeln. Ja, genau die. Die, die sich einst freiwillig für diese Rolle entschieden haben.
Aber ach, diese charmant-naive, antiautoritäre Ideologie hat euch mittlerweile elegant in die Sackgasse manövriert. Und dort steht ihr nun – etwas ratlos, ein wenig überfordert, und vor allem: handlungsunfähig.
Heutzutage scheint es beinahe zur Norm geworden zu sein, dass Eltern weder Regeln vermitteln noch durchsetzen können. Woran das liegt? Vielleicht an den endlosen Arbeitsstunden. Vielleicht auch daran, dass man selbst nur allzu gern vor Bildschirm und Smartphone versackt, während man gleichzeitig über „die Jugend von heute“ sinniert.
Ich als Lehrer – jemand mit Blick auf dieses Schauspiel – muss seit Jahren einen kognitiven Rückgang beobachten. Doch halt! Die Kinder sind selbstverständlich nie das Problem. Die Eltern? Um Himmels willen, ebenfalls unantastbar. Nein, die Schuld wird mit beeindruckender Konsequenz immer fein säuberlich dem „System“ zugeschoben.
Wie beruhigend.
Dabei ist die Rechnung eigentlich erschreckend simpel: Wer sich entscheidet, Kinder in die Welt zu setzen, übernimmt damit auch die Verantwortung. Für Erziehung. Für Regeln. Und – jetzt kommt der wirklich unangenehme Teil – für deren konsequente Durchsetzung.
Alles andere ist kein modernes Erziehungskonzept. Es ist schlicht Bequemlichkeit in gut klingender Verpackung.
Sehr schön gesagt, sehe ich ganz genauso!
Sorry, ein Nachtrag muss noch her:
. . . und selbstverständlich – welch überraschende Wendung in diesem großen gesellschaftlichen Schauspiel – sind genau diese Kinder dann rein zufällig das Problem von morgen… und übermorgen… und, wer weiß, vielleicht auch noch am überübermorgen.
Aber bitte: Nicht alle! Um Himmels willen, man will ja differenzieren.
Nur eben auffällig viele, die ohne Regeln aufgewachsen sind, dafür aber mit einer beneidenswerten Selbstverständlichkeit im Grenzentesten, im Lautwerden und – wenn es ganz ungünstig läuft – im gepflegten Aus-dem-Ruder-Laufen brillieren. „Systemsprenger“ nennt man das heute so elegant. Früher hätte man wohl einfach gesagt: Da hat jemand nie gelernt, wo Schluss ist.
Und während die einen diese Rolle mit bemerkenswerter Intensität ausfüllen, steht die andere Fraktion daneben – ebenfalls hervorragend vorbereitet auf das Leben: ohne nennenswerte Fähigkeiten, ohne praktisches Geschick, dafür aber mit umfassender Erfahrung im Wischen über Displays.
Denn wann hätte man auch Zeit gehabt, mit Vater mal etwas zu bauen, zu reparieren, sich die Hände schmutzig zu machen? Oder mit Mutter zu kochen, zu backen, ein Gefühl für Dinge – und vielleicht sogar für andere Menschen – zu entwickeln? Empathie, Fürsorge, Nähe… alles nette Konzepte, irgendwo zwischen Termindruck und Dauerberieselung verloren gegangen.
Und so dürfen nun die älteren Generationen – jene, die noch in einer etwas weniger… nennen wir es „dynamischen“ Gesellschaft sozialisiert wurden – die Früchte dieser Entwicklung genießen. Eine zunehmend verrohte Umgebung, in der Respekt optional erscheint und Verantwortung eher als Zumutung gilt.
Doch der eigentliche Höhepunkt dieser Tragikomödie: Selbst die bewährten, über Jahrzehnte gewachsenen Systeme – etwa das Rentensystem – geraten plötzlich in Ungnade. Die nachfolgende Generation zeigt sich wenig begeistert, das Ganze weiterzutragen.
Wer hätte das ahnen können.
Oder, um es mit einem Hauch klassischer Dramatik zu sagen: Die Geister, die man rief… zeigen sich nun erstaunlich selbstbewusst – und leider völlig unbeeindruckt von den Erwartungen ihrer Beschwörer . . .
„ Ich habe fertig“
Im Kino gibt es für andere Leut Kinder auch Alterskontrollen.
Das Internet ist weder ein Kino, Supermarkt noch Straßenkiosk. Es sei denn du meinst es handele sich um ein Freiluftkino ohne Zäune und der Mitarbeiter, der für die Alterskontrolle zuständig ist, ist blind und hat keine Beine. Dann ließe sich die Parallele vielleicht ziehen. Aber erwarte nicht, dass in einem solchen Kino die „Alterskontrolle“ irgendeine Wirkung hätte.
Das real existierende Problem lässt sich nicht durch Altersverifikationen lösen. Es müssen andere Lösungen gefunden werden.
Alles was den Plänen der Politiker irgendwie stört oder schadet, wird in irgendeiner Form reguliert, zensiert oder gar verboten.
Wie soll sich die Jugend eine unabhängige Meinung bilden können, wenn alle Informationen nur noch gefiltert und einseitig kommuniziert werden?
Zwar ist es problematisch, wenn ein Social Media Verbot so weit gefasst wird, dass streng genommen auch jede Nachrichtenseite betroffen ist, die in ihrem CMS die Kommentarfunktion aktiv hat. Aber das scheint bei den Briten zumindest nicht der Fall zu sein (obgleich dort die meisten Foren betroffen sein dürften).
„Social Media“ in Form von Facebook, Instagram, TikTok und Konsorten sind für eine unabhängige Meinungsbildung jedoch sowieso ungeeignet. Und damit für eine unabhängige Meinungsbildung eher unnötig. Bzw. sie sind durch manipulative Algorithmen, der Tatsache dass jeder Dulli Lügen als Wahrheit verkaufen kann und fehlender Kuration sogar schadhaft.
Richtig ist jedoch, dass die Probleme nicht durch Altersverifikationen gelöst werden können.
Und bevor jetzt jemand mit der Aussage „es gibt dann ja nur noch ÖRR“ und dass dieser „staatsgelenkt“ sei um die Ecke kommt: Diese Hypothese ist auf mehreren Ebenen falsch. Der ÖRR ist weder ein „Staatsfunk“, noch mangelt es an (privat geführten) Alternativen. Sowohl in Schrift, Ton wie auch Bild.
Es wird hier Leute geben, die sicher mehr dazu sagen können. Aber es sollte möglich, sein Identifikations – App auf jedem Handy zu installieren, gegenüber der man sich mit seinem Ausweis identifizieren muss. Die Daten bleiben nur auf der App u/o dem jeweiligen Handy gespeichert. Das muß natürlich sicher sein. Und dann muss jeder Mensch, der mit seinem Handy (oder auch anderem Gerät) ins Internet will, sich eben einen Personalausweis besorgen, mit dem er sein Alter belegen kann und das Handy gibt nur die Seiten frei, die für das jeweilige Lebensalter erlaubt sind. Das heißt zuallererst, es wird ein Personalausweis benötigt, den man beantragen muss und das dauert. Dann können die Kinder ohne Ausweis schon mal 6 Wochen Enthaltsamkeit üben. Und neben der Funktion des angemessenen Alters müßte auch einzustellen sein, zu welchen Uhrzeiten auf das Internet zugegriffen werden kann. Für Kinder ist zB um 18 Uhr Feierabend, für Jugendliche um 20 Uhr oder 22 Uhr. Und Tagsüber könnte man regeln, dass das Internet für Schüler und alle Menschen im entsprechenden Alter erst um 16 Uhr beginnt. Oder wenn die Hausaufgaben erledigt sind. :)
Handys sind dann natürlich auch personalisiert und können nur von den jeweiligen Eltern/Erziehungsberechtigtem verwaltet werden. Das heißt, dass es sich auch nicht mehr lohnt, Handys zu klauen.
Das müsste doch in einer App zu programmieren sein. In China soll es so ähnlich laufen. Aber vielleicht hat ja auch jemand hier Erfahrungen aus China und kann berichten?
Nur technische Laien fordern Altersverifikationen. Das was du vorschlägst klingt etwas wie die EU-App zur Altersprüfung, die nicht nur binnen weniger Stunden nach der Vorstellung gehackt wurde, sondern auch massives Usertracking ermöglicht. Während ein simpler Proxy die ganze Gängelei kinderleicht aushebelt und damit obsolet macht.
Nochmal zum Mitschreiben: Altersverifikationen sind im Internet schwierig bis gar nicht praktikabel umsetzbar. Jedes Kind kann Altersverifikationsprozesse spielend umgehen, wenn man ihm nicht ein komplett verdongeltes Gerät in die Hand drückt und ihm die Arme abschlägt, wenn es sich wagen sollte einfach ein anderes Gerät zu benutzen. In Australien sind übrigens „Eltern/Erziehungsberechtigte“ genau jene Personen, die für ihren Nachwuchs die Altersverifikation durchführen. Wenn es nicht ältere Geschwister, Freunde, Mitschüler oder sonstwer – notfalls gegen eine Hand voll Dollar – das übernehmen. Die anderen Kids nutzen Proxies, GenAI etc.
Wieso sollte man also für ein vollkommen nutzloses Unterfangen den Grundsatz der Datensparsamkeit komplett untergraben?
Das Problem benötigt leider eine andere Lösung als Altersverifikationen.
Verbieten ist schon die richtige Richtung. Aber besser umsetzten.