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Frauenhäuser üben Kritik

Gewalt gegen Frauen: Österreich führt „stillen Notruf“ per App ein

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58 Kommentare 58

Um der zunehmenden Gewalt gegen Frauen im eigenen Land zu begegnen plant Österreich die Einführung eines sogenannten „stillen Notrufs“, der sich ab Anfang des kommenden Monats per Smartphone-Applikation absetzen lassen soll.

Stiller Notruf

Foto: BMI | Alexander Tuma

Bei dem Notruf per App handelt es sich um eine gemeinsame Initiative von Innen-, Justiz- und Frauenministerium die das sogenannte Gewaltschutzgesetz ergänzt, mit dem Opfer häuslicher Gewalt besser geschützt werden soll.

Ohne Rückfragen ausrücken

Nach Angaben der österreichischen Informationsstelle gegen Gewalt des AÖF wurden allein im Jahr 2020 31 Frauen ermordet – viele davon von ihren (Ex-)Partnern. Zudem geht man derzeit davon aus, dass jede fünfte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher Gewalt ausgesetzt ist.

Damit diese in akuten Gefahrensituationen den Notruf sicher erreichen können soll ab Anfang März eine Applikation bereitgestellt werden, die für den flächendeckend im Betrieb in ganz Österreich vorgesehen ist.

Mit der Smartphone-Anwendung sollen von Gewalthandlungen betroffene Frauen die Polizei per Knopfdruck verständigen können und sich dabei sicher sein, dass diese ohne weitere Gespräche, Rückfragen oder gar einen Rückruf ausrücken wird. Laut Innenministerium soll im Anschluss an die App-Nutzung umgehend eine Polizeistreife zur auslösenden Person entsandt werden.

Das App-Angebot soll zudem von besonders geschulten Bediensteten flankiert werden, die die vor Ort aktiven Polizisten bei der Einschätzung der oft nur schwierig zu beurteilenden rechtlichen Rahmenbedingungen unterstützen. Was bislang nur in Wien und dort lediglich im Rahmen eines Pilotprojektes verfügbar war, soll mit dem Start der App in den kommenden Wochen in ganz Österreich etabliert werden.

Frauenhäuser üben Kritik

Erste Kritik erfährt das Projekt unter anderem von den AÖF-Frauenhäusern im Land. Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin im Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, kritisierte im ORF die Klarnamen– und Registrierungspflicht, die betroffene Frauen vor der Nutzung der Applikation durchlaufen müssten als zu hohe Hürde und weist außerdem darauf hin, dass allein das Vorhandensein einer entsprechenden Applikation bei besonders aggressiven Partnern schon mit erheblichem Konfliktpotenzial versehen ist.


18. Feb 2022 um 18:43 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Ich hoffe dass sich da auch Männer registrieren können.

  • Es findet sich immer jemand der kritisiert, aber selten jemand der konstruktive Verbesserungsvorschläge macht.

    • Ich finde es auch traurig und würde mir mehr konstruktive Kritik mit Lösungen wünschen.

    • IchSchreiGleich

      Ich finde es wichtig, Kritik auch ohne Lösungsvorschlag äußern zu können. Möglicherweise findet sich so jemand, der eine Idee hat, wie ein Problem behoben werden kann.

      • Damit diese neue Idee dann auch wieder kritisiert werden kann. Das ist der deutsche Kreislauf mit dem Streben nach der 100%-Lösung, die es oftmals nicht gibt. Ein Grund warum andere Länder in Vielem weiter sind. Sorry für meine Kritik.

    • Ich würde sagen die Verbesserungsvorschläge sind impliziert: keine Klarnamen-Pflicht, keine langwierigen Registrierung und besten wäre das Feature noch Teil eines ohnehin populären App-Downloads, wie etwa von der Bücherei oder der offiziellen Stadt-App, der nicht sonderlich auf dem eigenen Smartphone auffällt und nicht durch zusätzliche Marketingmaßnahmen erst bekannt gemacht werden muss.

      • Ja Icon ändern wär ja mal a Idee.
        Aber die Anmeldung find ich nicht schlecht sonst gibts „spass-Klicks“ von jugendlichen oder ähnliches…

      • Das habe ich mir auf sofort gedacht. Ohne Registrierung mit Klarnamen drückt doch in der heutigen Zeit jeder Depp drauf. Aber Hauptsache mal kritisieren anstatt sich über einen wirklich sinnvollen Schritt zu freuen…

      • Vor allem weiß die Polizei dann wohl nicht, wo sie überhaupt hin müssen bzw. wer die richtige Person in Not ist.
        mit Nickname geht das vermutlich nicht, oder?

      • Die Registrierungs- und Klarnamenpflicht ist wohl sinnvoll um Mißbrauch einzuschränken. Es gibt bestimmt lustige Menschen, die die Beamten sonst gerne ohne Sinn durch die Gegend schicken.

      • Ein „geändertes Icon“ könnte evtl. über ein Kurzbefehl umgesetzt werden.

      • Ohne Namen, Adresse ETC kein Klingeln an der Haustür…

      • Zu umständlich, das mit einem Kurzbefehl zu lösen. Das muss standard sein.

      • Woher soll die Polizei denn, ohne Klarnamen, wissen wo sie klingeln soll? Bei einem 11-Stöcker kann das ansonsten lange dauern …

      • @waldelf: Da hast du recht. Aber ich glaube (!) das wird von Apple bei Apps nicht zugelassen. Alternativ könnte Österreich natürlich dann die App zirückstellen und über die EU einen Antrag bei Tim auf Änderung von iOS stellen ;-)

  • Das stimmt. Man sollte diese App unsichtbar machen können. Geht das nicht schon …?

  • Ihr schreibt mal so locker-flockig über „zunehmende(…) Gewalt gegen Frauen im eigenen Land“ – ist das mit Zahlen belegbar? Oder eher so gefühlt?

    Guckt man auf die nüchternen Zahlen, gehen Gewaltdelikte zurück (https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/soziales/kriminalitaet/index.html und https://bundeskriminalamt.at/501/). Der relative Anteil an Frauenmorden an der (zurückgehenden) Gesamtzahl von Morden ist in Österreich recht hoch (https://www.derstandard.at/story/2000129736490/oesterreich-bei-frauenmorden-ueber-eu-durchschnitt), aber das rechtfertigt m.E. nicht die Aussage in Eurem Text.

  • Nur als Hinweis, weil auch ein großer Waschmittelhersteller (aufgrund Unwissenheit) sein Produkt vom Markt nehmen musste : „88“ steht in rechten Kreisen für die entsprechenden Buchstaben des Alphabets und der daraus gebildete Satz wurde früher mit erhobenen Arm gerufen. Das ist ein dort absolut etabliertes Zeichen wie das entsprechende Kreuz und das Bärtchen.
    88 ist also entweder unwissend oder er schmiert die ganze Zeit Kreuze in die Kommentare.

    • @Hans Hauser: unglaublich, dass man das den Leuten noch immer erklären muss…
      Aber hier im Forum tummelt sich ja ein brauner Vogel namens 88er, der nicht nur durch seinen Nick unangenehm auffällt, sondern seine Äußerungen sind tendenziös und eindeutig rechter Natur!

    • schön, dass ich 1988 geboren bin und wenn man einen Nickname mit dem Geburtsjahr hinten dran wählt, man immer gleich assoziiert wird mit der entsprechenden Gesinnung.
      totaler tunnelblick sowas. Es gibt für jedes Wort, Zahl, usw irgendeine negative Verbindung auf der Welt.

      • @Anni Helfer
        vielleicht solltest einfach mal lernen, differenziert zu denken. Du bist ja mittlerweile Mitte 30, da sollte der Groschen eigentlich längst gefallen sein…

        Wäre schon mal ein Anfang ;-)

        Und dann gibt es sowas wie Common Sense, der so Vielen schlicht fehlt. Muss es unbedingt sein, dass man etwas verwendet, dass negativ assoziiert werden könnte?

  • Es gibt ja für alle, denen eine App zu auffällig ist, die Möglichkeit, 5x die Seitentaste beim iPhone zu drücken. Den Countdownton kann man ja abschalten.

  • Und am besten noch die kurzbefehlanleitung fuer anderes icon dazugeben, damit es keiner erkennt.

  • Hoffentlich schaffen es die Betroffenen überhaupt ihr Smartphone zu nutzen, wenn sie in Not geraten. Vielleicht wäre eine zusätzliche Möglich, wenn der Notruf mit einer Smartwatch aktiviert werden kann. Ähnlich der Sturzerkennung bei der Apple Watch.

  • Warum kann man eigentlich nie normal über solche Dinge diskutieren ohne das immer die Nazikeule rausgeholt wird?
    Ich sag nur Köln Silvester, also bitte was und wer war das?
    Da kommt dann immer nichts mehr!

  • Super Idee, sehr nützlich und ein vergleichbares Angebot in D wünschenswert.

    Die Verbesserungsvorschläge sind nachvollziehbar und sollten umgesetzt werden.

    Völlig egal ob die Fälle von Morden/Körperverletzungen bei Menschen (egal welchen Geschlechtes) steigen oder fallen. Wenn nur einer Person damit geholfen wird , ist Sinn und Zweck erfüllt.

    Gut das es derartige Ideen gibt und auch umgesetzt werden!

  • Nur wollte man in Österreich unter der rechts/rechtsextremen Koalition ÖVP/FPÖ Frauenhäuser sogar schließen. So viel zum Thema Herr Kurz und seine Garde. Die Frau soll sich schließlich um die Kinder kümmern, den Haushalt erledigen und gefälligst die Goschn halten.

    Von daher ein guter Ansatz mit der App. Auch um das Thema „häusliche Gewalt“ wieder in den Fokus zu rücken.

    In Wien wurde eine Frau (Verkäuferin im Trafik) angezündet.

    Zum Nachlesen:
    https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/6041505/Frau-angezuendet_Hoechststrafe-fuer-Mord-an-Wiener-Trafikantin

    Also haltens hier einige besser amal die Pappn.

  • Ich zweifele doch an der Wirksamkeit einer solchen App. Auch wenn ich derlei Ansätze begrüße. Lädt eine Frau die App auf ihr Handy ist sie vermutlich bereits in einer Gewaltbeziehung und ist sich dessen bewusst. Dann könnte sie auch direkt Hilfe suchen. Und wie stelle ich mir das in der Realität vor? Der Partner drischt gerade auf die Frau ein und sie sagt „Moment mal, ich muss gerade mal was auf meinem Handy tippen“? Wieso dann nicht gleich den Notruf wählen? Ergebnis ist dasselbe. Polizei kommt.
    Es ist schlimm, dass es solche Hilfsmittel überhaupt geben muss aber ich glaube eine App hilft da wenig. Und nein, ich habe keinen konkreten Vorschlag wie es besser ginge.

    • Eigentlich ist es ja gut, dass Dir die Phantasie fehlt, wie Gewaltbeziehungen funktionieren.
      Ich hoffe, dass Du die Erfahrung auch nie machen musst.

      Für viele Menschen ist es halt nicht so einfach, diese als solche zu erkennen bzw. erkennen zu wollen.
      Bis zum Verlassen dieser bzw. sich Hilfe zu suchen ist es dann ein noch weiterer Weg.

    • Das Verhältnis dürfte bei 1/5 liegen. Also das größere Problem angehen statt ins klein zu gehen. Das ist keine Diskriminierung, genau so wenig ist der Schutz von Kindern mithilfe einer App eine Diskriminierung von Männern.

  • Wie viele Fake Anrufe es da gibt. Wird ganz schnell abgesetzt

  • die „diskussion“ hier – eine ausschliesslich unter männern – was wohl die eine oder andere antwort erklärt …

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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