AirTag auf Reisen:
Für KI-Training zerlegt: AirTag verfolgt seltene Bücher zu Amazon
Ein AirTag hat Journalisten auf die Spur einer bislang kaum bekannten Amazon-Operation gebracht. Das US-Magazin 404 Media hat gemeinsam mit einem Buchhändler einen Apple-Tracker in einer Lieferung seltener Bücher versteckt und anschließend deren Reise durch die USA verfolgt.
Auslöser waren ungewöhnliche Großbestellungen. Antiquariate und Gebrauchtbuchhändler berichten seit einiger Zeit von Käufern, die hunderte oder tausende scheinbar zusammenhanglose Titel auf einmal bestellen und dabei wenig Interesse an Zustand oder Preis zeigen.
Rund 1.000 Bücher auf einmal
Bei einer solchen Bestellung von rund 1.000 Büchern schmuggelte der Händler einen AirTag zwischen die Exemplare. Über Apples „Wo ist?“-Netz ließ sich die Lieferung anschließend von Kalifornien über mehrere Zwischenstationen bis nach Las Vegas verfolgen. Dort endete die Reise in einer Amazon-Anlage mit der internen Bezeichnung VGT3.
Mitarbeiter des Standorts berichten, dass dort große Mengen gedruckter Bücher angeliefert werden. Anschließend werden die Buchrücken entfernt, damit sich die losen Seiten schneller automatisiert einscannen lassen. Die Bücher werden dabei zerstört.
Buchrücken ab, Seiten in den Scanner
Amazon bestätigte gegenüber 404 Media, Bücher über reguläre Handelswege zu erwerben, um Produkte und Dienste weiterzuentwickeln. Die Recherche ordnet den Standort der Beschaffung von Daten für KI-Systeme zu. Welche Modelle konkret mit den eingescannten Texten trainiert werden, hat Amazon jedoch nicht offengelegt.
Eigentlich werden AirTags für Schlüssel und andere Sachen verwendet.
Die Geschichte bekommt dadurch eine gewisse Ironie: Das Unternehmen, das seine Karriere als Online-Buchhändler begann, kauft heute physische Bücher, um deren Inhalte zu digitalisieren – und ein Apple-Tracker macht den Weg der Exemplare nachvollziehbar.
AirTags 2 aktuell deutlich günstiger
Wer den Rechercheansatz lieber auf Koffer, Schlüssel oder Rucksack beschränken möchte: Apple hat Anfang des Jahres die zweite AirTag-Generation vorgestellt. Sie bietet eine größere Reichweite bei der genauen Suche und einen lauteren Lautsprecher.
Bei Amazon kostet ein AirTag 2 aktuell 26,76 Euro statt 35 Euro. Das Viererpack ist für 84,99 Euro statt 119 Euro erhältlich.


Stelle nur ich mir da die Frage nach dem Urheberrecht?
Da gibt es in den USA eine Ausnahme: Solange die Bücher im Anschluss zerstört werden, ist es keine Vervielfältigung und ist somit legal.
Lies mal den entsprechenden Artikel bei Heise. Da wird genau auf diese Frage eingegangen.
Und noch einige weitere Aspekte beleuchtet.
Nein
Aber Amazons KI stellt sich diese Frage offensichtlich überhaupt nicht
Nein. Finde den Artikel in diesem Bezug auch maximalst unbefriedigend. Dass, was Amazon hier macht, wird ja (zurecht) heftigst kritisiert.
Denke ja. Was soll das Urheberrecht hier für eine Relevanz haben? Die Bücher werden legal gekauft. Danach darf der Eigentümer mit den Büchern machen was er möchte.
Du glaubst also, der Käufer eines Buches dürfte auch den Text einfach veröffentlichen oder als Grundlage eines Diensts nutzen, mit dem Geld verdient wird? Oder der Käufer einer Blu-ray oder CD darf den Film bzw die Musik einfach online stellen, weil er ja „machen kann, was er möchte“? So funktioniert Urheberrecht nicht.
Ein Urheberrechtsverstoß würde erst entstehen, wenn die trainierte KI geschützte Passagen des Buches später nahezu 1:1 an Endnutzer ausgeben würde (sog. memorization). Das reine Scannen zur Trainingsdatengewinnung verletzt nach aktuellem Rechtstand keine Autorenrechte.
Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es in den USA seit einiger Zeit ein Gesetz, dass verückterweise der Grund dafür ist, dass die Unternehmen genau diese Bücher kaufen. Sofern man das Buch gekauft hat, kann man es legal für das AI-Training nutzen.
Teilweise sollen andere Firmen wohl sogar Bücher einfach gekauft und zerstört haben (ohne sie zu scannen), da sie de facto schon den Inhalt kennen, das Buch aber noch nicht besaßen.
Das ganze Urheberrechts Thema wird es in 1-2 Jahre nicht mehr geben (zumindest nicht für neue Veröffentlichung). Es wir keiner mehr in der Lage sein zu beweisen das er etwas selber ohne KI geschrieben hat. Gleiches wird für Songs/Filme/Bilder gelten. Da wir niemand mehr in der Lage sein etwas dafür oder dagegen zu beweisen und wenn wird das so aufwändig und kostenintensiv (und auch in großer Menge) sein das das „niemand“ mehr macht.
Falsch bei einem Bild kann ich anhand der RAW Datei oder noch klassischer des Negativs beweisen das ich der Ersteller, Eigentümer und Urheber bin. Das kann und wird ne KI niemals können. Entsprechend zieht dein Argument warum das wegfallen sollte nicht.
Du kannst es evtl. noch irgendwie beweisen. aber es wird niemand mehr geben der deinen Rechtsanspruch durchsetzen wird. Nintendo kämpft jetzt gehen 10? Projekte im Jahr. wenn in Zukunft jeder 10 Jährige sein eigenen Mario Clone bauen lassen kann und es 100.000de davon gibt, wer soll das noch überprüfen/einfordern. Daran wird es scheitern und dann wird es halt eine Gesetzes Novelle geben die das Urheberrecht in der Form wie es jetzt ist abschafft.
Die, die die Bücher zerstören sind in Dystopien selten die Guten…
Und waren in der Realität auch nicht die Guten.
Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Dystopie und unserer Realität.
Wer jetzt erst checkt, was Amazon für ein Laden ist, lebt sowieso sind seiner eignen Blase. Das wilde ist doch eher, dass das den meisten immer noch egal ist. Hauptsache billig irgendeinen Müll gekauft.
Orwell war ein Optimist.
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Ich befürchte, dass du Recht hast
:-/
Meine Vermutung ist, dass besonders die seltenen Bücher gekauft und digitalisiert werden und später als digitales Medium zum Verkauf angeboten werden können. Parallel füttert man damit noch die KI um eigene KI Bücher über Amazon zu kreieren und zu verticken. Und schon lassen sich neue Geschäftsmodelle entwickeln. Dieses KI Ding ist nen riesiger Scam der den Kapitalismus einen Schritt nach vorne bringt und den selbstdenkenden Menschen 100 Schritte zurück.
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Das erlischt in Deutschland und USA 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.
Gibt wohl keine internationalen Standards, aber in der Regel wohl mindestens 50 Jahre.
„Antiquariat“ klingt zumindest nach eher „alten Büchern“, die dann vermutlich darunter fallen.
100 Jahre, Schutzzeit
Quelle?
Meine ist § 64 UrhG.
70 Jahre nach dem Tod des Urhebers wird das Werk gemeinfrei.
In USA wohl auch.
Das ist ja auch das Thema bei Disney mit der Micky Maus.
Hier bekommt dieser Satz ein ganz neues Level und unterstreicht knallhart wie wahr das ist: „Wissen ist Macht“
… und, nichts wissen macht auch nichts, wird immer dramatischer!
Urheberrecht hin oder her – in Amerika tickt man da vermutlich eh ganz anders! Ich find’s krass, dass die offensichtlich sehr selten und wertvolle Bücher einfach zerstören!
Ich bin da selber gespaltener Meinung. Einerseits ja, (physische) Bücher sind ein Kulturgut und Zeuge der Menschheit über Jahrhunderte, im weitesten Sinne (Paphyrus) Jahrtausende. Andererseits, das Wesentliche an niedergeschriebenen Texten ist der Inhalt. Digitalisieren (im allgemeinen) kann diesen Inhalt besser langfristig sichern und allgemein zugänglich machen. Das ist auf jeden Fall positiv. Das gilt noch mehr in einer Welt, in der immer weniger Menschen physische Bücher in die Hand nehmen und lesen. Die Digitalisierung der Inhalte kann auch dazu genutzt werden, um die Inhalte mit anderen Medien zugänglich zu machen, bis hin zu Zusammenfassungen. Die Nutzung zum Trainieren einer KI kann so auch dazu führen, dass mehr unterschiedliche Inhalte von der KI berücksichtigt werden und eben auch ‚alte‘ Texte, die ansonsten vielleicht gerade durch KI Nutzung verloren gingen. Die Gefahr ist natürlich, wie grundsätzlich bei KI, dass die tatsächlich Nutzung, Gewichtung von Inhalten durch Algorithmen gesteuert wird, deren Entstehung wiederum intransparent ist und bleibt. Die Menschheit steht (mal wieder) vor Herausforderungen durch Veränderungen.