iphone-ticker.de — Alles zum iPhone. Seit 2007. 44 302 Artikel

Bildungsministerium will notfalls nationale Lösung

Expertenkommission fordert strengere Regeln für soziale Netzwerke

Artikel auf Mastodon teilen.
15 Kommentare 15

Die Diskussion um Social-Media-Sperren wird uns noch ein ganzes Weilchen beschäftigen. Nachdem sich in der vergangenen Woche der Ethikrat und die Bildungsminister der Länder in dieser Angelegenheit geäußert haben, nimmt nun auch das Bildungsministerium Stellung.

Die von der Bildungsministerin Karin Prien (CDU) einberufene Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat nun ihre Handlungsempfehlungen an das Ministerium übergeben. Der Kommission gehören 18 Fachkräfte aus den Bereichen Rechtswissenschaft, Medizin, Psychologie, Kriminologie, Pädagogik und Bildungsforschung an. Auf Basis einer bereits im April dieses Jahres veröffentlichten Bestandsaufnahme wurden insgesamt 56 Handlungsempfehlungen erarbeitet.

20260624 Schaubild Handlungsempfehlungen Data

Die Kommission hat dabei unterschiedliche Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen sowie die Rolle der beteiligten Akteure untersucht. Dabei sei auch die Sichtweise junger Menschen in die Auswertung eingeflossen. Der Kommission zufolge verbinden die Empfehlungen einen entwicklungsbezogenen mit einem verantwortungsorientierten Ansatz und richten sich nicht nur an Politik, Behörden und Kommunen, sondern auch an Eltern, Schulen und das Gesundheitssystem.

Die vollständigen Texte der Handlungsempfehlungen sollen inklusive detaillierter Problem- und Zielbeschreibungen im kommenden Monat veröffentlicht werden. Ein Abschlussbericht soll dann im September folgen und zusätzlich die Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligung sowie weitere Stellungnahmen enthalten.

Plattformen stärker in der Pflicht

Zu den zentralen Empfehlungen zählt, Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Für minderjährige Nutzer sollen besondere Kontenrichtlinien gelten, die beispielsweise die Anzeige von Werbung oder manipulativen Elementen wie Endlos-Feeds begrenzen. Zudem hält die Kommission eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für sinnvoll.

Prien C

Karin Prien (Bild: Dominik Butzmann / photothek)

Die Bildungsministerin sieht dies als richtigen Weg und spricht sich für eine Altersgrenze von 13 Jahren in Verbindung mit einer wirksamen Altersüberprüfung und abgestuften Schutzvorkehrungen für Jugendliche bis 18 Jahre aus. Ergänzend erachtet Prien einen gesetzlichen Erlaubnisvorbehalt für Kinder unter 13 Jahren als sinnvoll, der nur nachweislich kindgerechte und risikoarme Angebote zulässt.

Ministerium setzt auf nationale Lösung als Alternative

Die Ministerin betont, dass sie, wenn keine Einigung auf EU-Ebene zustande kommt, eine gesonderte Lösung für Deutschland anstrebt: „Ich setze mich dafür ein, dass uns eine europäische Lösung gelingt. Für den Fall, dass auf europäischer Ebene keine ausreichenden und zeitnahen Fortschritte erzielt werden, werde ich parallel die notwendigen nationalen Regelungen vorbereiten“. Ein Zeitplan für das weitere Vorgehen liegt bislang nicht vor.

25. Juni 2026 um 16:14 Uhr von chris Fehler gefunden?


    15 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Solange die Eltern nicht mitziehen wird das nix. In Australien sieht man, dass es nichts bringt. Die Kinder hier sind genauso schlau. Die Verantwortung liegt bei den Eltern. Das Einzige was hilft ist mehr und bessere Bildung. Diese wird leider seit Jahrzehnten von jeder Regierung vernachlässigt. Was dann zu solchen Problemen führt.

    • Und die Mrd. Konzerne die absichtlich die Kinder süchtig machen….
      Was ist mit diesen?

      Man muss:
      A) Social Media verbieten bis zum 16 Lebensjahr.
      b) Die Verantwortung der Einhaltung hat der Plattform Betreiber zu tragen.

      Es gibt technische Möglichkeiten.
      Leute; das ist keine Reise zum Mars.

      Bei Zigaretten und Alkohol ziehen Eltern auch mit, erwarten aber zu Recht das die Verkäufer sich auch an die Gesetze zum Kinderschutz halten.

      • Nein, es gibt eben schlichtweg keine wirklich brauchbaren technischen Möglichkeiten. Und das Internet ist KEIN Straßenkiosk.
        Und entsprechend kann man das Problem auch nicht einfach an die Betreiber auslagern, indem man von denen eine weitgehend nutzlose Altersverifikation fordert. Das würde das Kernproblem nämlich, wie bereits erwähnt wurde, nichtmal im Ansatz lösen.

      • Wann Social Media Verbot für ü60? Die können Propganda und KI Inhalte noch schlechter erkennen.

    • In der Pubertät stellen sich Kinder naturgemäß quer. Da hilft auch gute Bildung nicht unbedingt. Das einzige was hilft, sind technische Vorkehrungen und konsequentes Durchsetzen. Habe selbst 2 Kinder und kenne die täglichen Diskussionen und Streitereien über immer dieselben Themen. Es ist einfach unrealistisch, dass man dem Jugendschutz durch noch so gut gemeinte Erziehungsmaßnahmen gerecht wird. Abgesehen davon sind Kinder im Alter von 12-16 den Erwachsenen meist schon im technischen Verständnis voraus. Wie Eltern und Lehrer da „erziehen“ sollen, ist viel zu ambitioniert.

  • Schönes Feigenblatt.
    Im Endeffekt soll es um Alterskontrolle mittels Verknüpfung mit der Digitalen ID gehen!

  • „Zudem hält die Kommission eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für sinnvoll.“

    Genau in der Pubertät…
    Das ist eine total schlechte Wahl.

    Sorry, wie sagte mir mal jemand:
    In Deutschland sucht man 10 Probleme für eine Lösung (Social Media verbot bis 16 Jahre).

    Vielleicht ist das ganze die nächste ABM für Sozialarbeiter und Sonderpädagogen. Paar Politiker bekommen bestimmt auch neuen Posten im neuen Amt XY.

  • Wenn man das Einstiegsalter wirklich bei 13 belässt, dann kann man das Ganze auch bleiben lassen. Ein gestern veröffentlichter Bericht aus Australien hat im Übrigen gezeigt, daß das Social Media Verbot bis 16 in Australien praktisch völlig verpufft ist.

    • Und wen wundert es?
      Niemanden.

      Man muss die Plattform Betreiber zwingen das Alter jedes Benutzers zu verifizieren.

      Problem gelöst.

    • Australien hat auch eine relativ einfach zu überlistende Altersverifikation. Mit dem Eudi Wallet dürfte das nicht so einfach sein. Ganz wasserdicht wird vermutlich keins der Systeme sein.

      • Ja, theoretisch schon, aber in der Praxis wird’s auf fast das gleiche hinauslaufen. Bevor ich zum x-ten Mal einen Mehrseiter dazu schreibe, nenne ich nur die trivialste Methode die auch die Altersverifikation via EUDI Wallet vollkommen obsolet macht und die den Kids sowieso seit Jahren von ihren Lieblingsinfluencern beworben wird: Proxy.
        In Australien gaben übrigens zum Jahreswechsel nur 40 Prozent der Jugendlichen an noch oder wieder social media zu nutzen, vor 2 Monaten waren es bereits wieder 70 Prozent, mittlerweile sind es mehr als 85 Prozent. (Plus Dunkelziffer.)

  • Nichts reizt Kinder und Jugendliche mehr, als das Verbotene.
    Da war auch schon vor 50 Jahren so. Wer da Zigaretten besorgen konnte, wusste wie man ein Mofa frisiert oder einen Flachmann mit Schnaps in der 8. Klasse dabei hatte, der war cool. Heute sind es eben andere Dinge…
    Das wird sich nie ändern, das ist Teil der Pubertät und gehört zum Erwachsenwerden.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPhone, iPad, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 44302 Artikel in den vergangenen 6889 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2026 aketo GmbH   ·   Impressum   ·      ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven