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Umsatzplus von 500%

Einfach mal teurer machen: Experimente mit In-App-Preisen

25 Kommentare 25

Interessanter Erfahrungsbericht des australischen App-Entwicklers Stuart Hall. Hall, der mit mehreren kleinen Werkzeugen wie etwa der Zusatz-Tastatur WordBoard im App Store vertreten ist – ein Download, mit dessen Hilfe sich häufig genutzte Text-Schnipsel schnell tippen lassen – berichtet von seinen Preis-Experimenten.

In App Kauf

Motiviert von einer guten Nutzer-Rezension, die den Programmierer dazu aufforderte seine App ruhig etwas teurer zu machen, drehte der Hall an der Preisschraube des bis dato stets für $1,99 angebotenen In-App-Kaufs.

I knew people who like the app really love it. It’s rated 4.9 stars in the US. But would they be happy to pay more?

Offensichtlich. Während der $1,99 teure In-App-Kauf im Tagesschnitt für einen Umsatz von etwa $17 sorgte, kamen nach der Preiserhöhung auf $4,99 satte $69 im Tagesschnitt zusammen.

Die Erhöhung auf $7,99 ließ den Tagesumsatz erneut auf $90 anwachsen. Erst bei einem Preis von $9,99 gingen die Umsätze wieder zurück, spülten mit $50 aber immer noch $33 mehr in Halls Kasse als beim $1,99-Kauf der Fall.

Laden im App Store
WordBoard - Phrase Keyboard
WordBoard - Phrase Keyboard
Entwickler: Bytesize
Preis: Kostenlos+
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WordBoard: Halls Preisexperimente im Überblick

Umsaetze In App Kauf

Dienstag, 26. Feb 2019, 11:14 Uhr — Nicolas
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  • Das nennt sich Preisfindung ist gibt es für jede Ware, Dienstleistung, etc. die für Geld angeboten wird. Egal was man verkauft, es gilt immer den Preis zu finden der den höchsten Gesamtumsatz bringt. Man sollte natürlich noch andere Punkte mit in die Kalkulation einbeziehen: Verteilen sich bei höheren Preisen die Umsätze auf weniger Nutzer muss auch weniger Support geleistet werden. Dafür gibt es weniger Nutzer und es können z.B. weniger Updates verkauft werden oder es gibt weniger Empfehlungen, etc.

    Jetzt hat der Entwickler seine Kalkulation öffentlich gemacht und bekommt damit auch noch kostenlose Werbung (z.B. hier). Für ihn also in jedem Fall eine gute Entscheidung :-)

  • Aus der Sicht des Kunden ist es ja ebenfalls gut, einen Sweatspot zu finden.

    Wenn ich eine App gerne und intensiv nutze, ist mir Weiterentwicklung wichtig, aber psychologisch / emotional gibt es für die Nutzung Preisgrenzen. Je nach App / Anwendung.

    Wie sehen das denn die Entwickler hier? Ist es erfahrungsgemäss besser, einen eher hohen Preis zu haben und über regelmässige Rabatte neue User zu generieren? Also genau anders als in diesem Beispiel?

    Oder über wichtige Funktionen aus dem Free-Modell dann zahlende Kunden zu konvertieren?

    Oder kombiniert ihr die Modelle lieber?

    • Aus der Sicht des Kunden, hermannfrank, ist nur eines gut: geringstmögliche Kosten. Ich bin doch nicht die Heilsarmee!

      • Auch als Käufer habe ich ein Interesse daran dass der Verkäufer (hier Developer) seine Leistung oder Ware nicht zum Selbstkostenpreis (geringst möglicher Preis) verkauft, sondern Kostendeckend und mit Gewinn verkauft um die Ware oder Dienstleistung weiter anbieten zu können. Du betrachtest dies anscheinend nur aus deiner (Kunden) Perspektive, vergisst aber dass zu einem Geschäft immer mindestens zwei Parteien gehören denn ansonsten gebe es weder Ware noch Dienstleistung zum Kauf für dich als Käufer. Also wird der Preis bei einem Geschäft weder der geringst mögliche noch der höchste sein.

      • Du arbeitest aber auch für dein Geld und möchtest dafür gut entlohnt werden. Kannst ja deiner jetzigen Arbeit nachgehen ohne Gewinn zu machen.

        Finde es in Ordnung dass eine gute App, mit Support/Weiterentwicklung/Anpassungen Geld kostet.
        Grundsätzlich bin ich persönlich eher dazu bereit einen höheren einmal Betrag zu entrichten statt monatlich etwas zu zahlen. Ist aber nur mein persönliches Empfinden.

      • @Sebo069, @DJ-Razer:

        Sebo069, daß ich Käufe ausschließlich aus meiner Kundenperspektive betrachte, hast Du völlig richtig erfaßt, und das ist mein gutes Recht. Als Käufer habe ich ein ausschließliches Interesse daran, daß ich die zu kaufende Ware/Leistung/usw. so billig wie möglich erhalte. Interessen des Verkäufers interessieren mich nicht, und haben mich auch nicht zu interessieren, denn ich bin nicht „Kindermädchen“ des Leistungsschuldners. Daß zu Geschäften -hiermit meinst Du wohl: (Kauf-) Verträge- normalerweise zwei Parteien gehören, ändert überhaupt nichts daran, daß die rein strikt-konsequente Vertretung meiner jeweiligen Käuferinteressen an einem möglichst niedrigen Kaufpreis keinerlei Einfluß auf das eigentliche „Ob“ der Verfügbarkeit von Waren- und Dienstleistungskaufangeboten für mich haben kann. Ja, Sebo, niemand muß müssen, der Verkäufer nicht – (ich als) der Käufer aber auch nicht – will der Verkäufer mir Ware/Leistung nicht zu meiner Preisvorstellung verkaufen, werde ich mir eben einen anderen suchen, der genau das möchte. So vorgegangen, wird der (mein) Preis bei einem Geschäft stets der geringste sein. Zusammenfassend gesagt: Der mögliche Preis richtet sich nach dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage – und diesbezüglich sind mir -als Käufer- die „Wehwehchen“ der Verkäuferseite Jacke wie Hose, Sebo069. Hinzu kommt, daß ich bislang immer noch die Erfahrung gemacht habe, daß es grundsätzlich mehr „Verkäufer als Käufer“ gibt: in unserer Leistungsgesellschaft ernährt meist der Käufer den Verkäufer …

        DJ-Razer, was ich für meine Arbeit von anderen erwarte, ist das eine – was ich anderen für ihre Arbeit zu bezahlen bereit bin, ist das andere – sei versichert, daß es sich hierbei um zwei völlig verschiedene Paar Stiefel handelt.

        Eine gute App mit Support/Weiterentwicklungen/Anpassungen, die Geld kostet, ist gut – eine ebensolche App, welche weniger oder kein Geld kostet, ist besser.

        Abo-Apps, welche per se Dauerkosten verursachen, sind und bleiben, da absoluter WorstCase/GAU, (für mich) ein absolutes NO-GO, und zwar auch noch prinzipiell.

        Für mein iPad habe ich bereits einen Wucherpreis bezahlt, das muß sich bei den Apps nicht auch noch wiederholen. Auch sehe ich mich, wie schon an anderen Stellen gesagt, nicht selber als „Heilsarmee“ – ich vertrete NUR meine ureigenen Interessen. Immer.

      • @momotaro
        Ich denke, geringe Preise verleiten Leute auch dazu, sich irgendwas zu kaufen, dass sie gar nicht brauchen und somit Geld für „nichts“ rauszuschmeißen.
        Außerdem interessiert mich aus MEINER Kundenperspektive vor allem die Preis/Leistung. Es gibt nicht umsonst den Spruch „wer billig kauft, kauft zweimal“!

      • @Claus 26.02.2019, 16:50 Uhr: Ich denke, daß Leute erwachsen genug dafür sind, unabhängig von der Höhe des jeweiligen Preises zu unterscheiden, ob sie etwas (das) benötigen, oder eben nicht, Claus.

        Wie Du ferner richtig erkannt hast, Claus, handelt es sich bei „wer billig kauft, kauft zweimal“ um einen Spruch. M. E. um einen recht dummen – denn nicht alles, was billig verkauft wird, ist per se auch „billig“ gemacht.

        Deshalb stimme ich, was MEINE Kundenperspektive angeht, mit Deinem hier getroffenen Schluß überein: das Preis-/Leistungsverhältnis muß stimmen, wozu das Wort „Teuer“ aber, wie ich es bereits zum Ausdruck gab, per se einen Widerspruch darstellt.

    • Sweatspot?

      Herrlich. Du hast völlig Recht: Insbesondere die Apple Preise haben einen Schweißpunkt erreicht… oder meintest Du sweet spot?

      • Sami Negm-Awad, weil Du meinen Kommentar herrlich findest, und man bekanntlich dreimal raten darf, gebe ich Dir zu Deinen bereits zwei Rateversuchen noch einen dritten frei.

        Mit dem Hinweis, daß das, was ich mit den Apple-Preisen meinte, ein deutsches Wort ist.

        Na, Sami, ahnst Du schon etwas?

        Ich meinte … TUSCH!! … : … … …: SCHMERZPUNKT.

      • Meintest du vielleicht Schmerzgrenze?
        – Schmerzpunkt kenne ich eigentlich nur von Akupressur oder Akupunktur… ;-)

  • Bei mir wäre dieser Prozess recht einfach:
    Ein Einmalkauf würde ich abwägen, ob mir der Preis es wert wäre. Bei regelmäßigen Zahlungen erzielt man bei mir genau 0€, egal ob 1,99€ oder 109,99€ monatlich. Ich suche mir etwas anderes und verzichte dann gänzlich auf die App …

    • Auch da solltest du umdenken. Eine App, die dir kontinuierlichen Service und Updates anbietet, kann durchaus Monatszahlungen wert sein. In nutze Abos von FieryFeeds und Infuse. Beides wird weiterentwickelt, kostet jährlich nicht zu viel, aber ich kann mir sicherer sein, dass die Entwicklung nicht in 1-2 Jahren stehen bleibt und ich mir andere Apps suchen muss…

      • genau das ist der Punkt … du denkst du bist es, kannst die aber nicht wirklich sicher sein

      • Da bin ich bei Dir Bernd, jedoch gibt es App-Schmieden, die das Abomodell ad absurdum führen. Auch bei Preisgestaltung hier ist oft kein Augenmaß zu erkennen. Einfach nur weil Apple das anbietet und einen drängt, das zu tun, ist es nicht immer Sinnvoll. Und für mich als Anwender gibt es herzlich wenige Apps, die ich abonnieren würde. Hier wäre eine angebotene Updatefunktion von Apple wesentlich sinnvoller. Aber hier ist Apple ja taub.

      • Natürlich ist es gut, wenn zum einen derjeniger, der für eine nützliche App verantwortlich ist, auch dafür belohnt wird, und derjenige, der die nützliche App nutzt, auch dafür zahlt.

        ABER: Infuse ist so’n Beispiel: Das war am Anfang mal ein ganz slicker Videoplayer, der einfach ein paar Opensource-Codecs genutzt hat und man konnte Nicht-unterstützte Videoformate abspielen. Das Ding ist aber mittlerweile so aufgeblasen, dass die Features nicht mehr für alle interessant sind. Worum es geht ist, dass diese Dauer-Abos auch Dauer-Neue-Features verlangen und die Apps immer größer, schwerfälliger, unübersichtliche und letztlich auch anfälliger werden. Dem Kunden nützt das nichts, weil sein ursprüngliches Interesse galt einen kleinen Spezialisten, den er unterstützen wollte.

        Das andere Problem sind Abos für Tools, die gar nicht so viel Service-Aufwand benötigen. Kommen keine neuen Features hinzu und muss einmal im Jahr nur gecheckt werden, ob noch alles mit dem neuen OS läuft, dann hält sich der Aufwand sehr in Grenzen. Ich hab viele verweiste Apps, die auf wundersameweise immer noch problemlos laufen, weil sie einfach am Anfang sauber umgesetzt wurden. Und dann heißt es immer „Der Entwickler muss doch davon leben müssen“ … Nein, muss er nicht! Bloß weil er einmal ein kleines, nützliches Tool gemacht hat und die Leute das immer noch nutzen, heißt das nicht, dass er bis an sein Lebensende Tausende von Euro kassieren kann. Früher und in jeder anderen Branche macht man was, verkauft es und macht was neues und verkauft das dann. Nur wollen die Herren heute lieber am Strand unter Palmen liegen statt normal zu arbeiten und sich immer was neues überlegen zu müssen, und ggf. auch mal scheitern. Wo kämen wir denn dahin, wenn ich jeden Monat 5% meiner Küchenkosten an den Aufbauer zahlen müsste, bloß weil ich die jeden Tag nutze – und das auch gerne? Er soll neue Küchen aufbauen. Oder Wohnzimmer. Oder komplett eigene Möbel. Was tun!

      • Infuse habe ich schon mehrfach zum Beispiel gegen einen einmaligen Preis gekauft, wenn mir die Entwicklung zusagt. Ansonsten nutze ich weiter die alte Version, die weiterhin einwandfrei funktioniert.
        Bei einem dauerhaften Kostenfaktor wie Serverkomponenten und Betriebskosten dafür könnte ich ein Abo noch verstehen, aber mittlerweile gibt es für eine App die mir eine Stickerpaket anbietet ein Abo, weil die Entwickler entweder zu dumm sind einen vernünftigen Preis zu ermitteln oder die Käufer zu dumm sind und gerne abgezockt werden…

    • komacrew, da stimme ich einhundertprozentig mit Dir überein, halte es für mich seit Jahr und Tag ganz genauso.

  • Erinnert mich irgendwie früher an SIM City. Steuern auf Maximal, bis die Einwohnerzahl drastisch sinkt, dann wieder auf Normalnieveau… So hab ich damals Geld gescheffelt :-D

  • Nachdem ich den Artikel gelesen habe, erwartete ich unsachliche und blöde Kommentare. Deshalb hier einfach mal Lob an die Kommentatoren: Sachliche und differenzierte Anmerkungen und Ergänzungen zum Artikel. Das ehrt dieses Forum und die Kommentatoren! Sowas wünscht man sich überall!

    • Ja, die Qualität der Kommentare find auch gut.
      Einen Punkt möchte ich noch ergänzen:
      Eigentlich müßte der Entwickler alle vier Preise anbieten:
      Den billigsten mit allen oder fast allen Essentials, ein paar durchaus wichtige Dinge fehlen.
      Den zweiten (mittleren von drei) Preisen mit allen Essentials und allen durchaus wichtigen Features.
      Den dritten mit zusätzlich ein paar „nice to have“ addons, auf die man aber eigentlich verzichten kann.
      Damit ist das klassische drei-Preis-Modell abgedeckt.
      Zusätzlich kann man dann noch einen (deutlich) überhöhten Preis anbieten, mit „ganz tollen“ Features
      Z.B. Persönlicher Support, Urkunde, Besondere Oberfläche oder äh Loch unsinniges, das aber gut und exklusiv klingt
      (Z.B. Ein angebissener Apfel als <Logo ;-) ), es finden sich immer Leute, die auch für "exklusives" gerne mehr bezahlen,
      Einfach weil sie es können

    Redet mit. Seid nett zueinander!

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