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Jetzt mit CallKit-Integration

Dropbox für Selbermacher: „Nextcloud Talk“ wird vollwertige Telefon-App

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Lasst uns mit einer kurzen Begriffsklärung starten, da auch wir immer erst nachdenken müssen, wenn die zwei Silben „Nextcloud“ fallen: Dropbox ist euch ein Begriff? Anfang 2010 startete das Open-Source-Projekt ownCloud mit dem Ziel, den Dropbox-Funktionsumfang so nachzubilden, dass sich dieser auf dem eigenen Server installieren und nutzen lässt.

Nextcloud Small

Sechs Jahre später verabschiedete sich der ownCloud-Gründer, Frank Karlitschek, aus dem Entwickler-Team und startete das damals noch baugleiche Angebot Nextcloud auf der gleichen Code-Basis. Im Gegensatz zu ownCloud – hier werden mittlerweile auch kostenpflichtige Firmenfunktionen angeboten – wird Nextcloud weiterhin komplett quelloffen entwickelt und lässt sich ohne Abstriche kostenfrei nutzen.

Inzwischen bietet Nextcloud nicht nur eine Datei-Speicherverwaltung für den eigenen Server (Mac- und iPhone-Apps zur Synchronisation inklusive), sondern auch einen Web-basierten Chat-Dienst und eine selbst betriebene Videotelefonie-Lösung, die grob mit appear.in verglichen werden kann, an.

Die App für letztgenannte, Nextcloud Talk, unterstützt nun den iPhone-Standard CallKit und wird so zur vollwertigen Telefon-App, die durch eingehende Anrufe aufgeweckt wird, die den Anrufbildschirm nutzen und die zum Absetzen neuer Gespräche genutzt werden kann.

Nextcloud Talk

Bei CallKit handelt es sich um eine von Apple bereitgestellte System-Schnittstelle, die Drittanbieter-Applikationen mit VoIP-Funktionalität auf Augenhöhe mit der Standard-Telefon-Funktion des iPhones hebt und diese zu vollwertigen Telefon-Alternativen macht. Zuletzt integrierte die FRITZ!App Fon die CallKit-Schnittstelle.

Solltet ihr Zugriff auf einen eigenen Webspace haben, dann solltet ihr euch Nextcloud definitiv mal anschauen. Auch ohne MySQL-Datenbank lässt sich der Web-Dienst problemlos in weniger als fünf Minuten installieren. Ihr müsst lediglich eine PHP-Datei auf euren Server laden, diese aufrufen und euch durch den startenden Installations-Assistenten klicken.

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Nextcloud Talk
Nextcloud Talk
Entwickler: Nextcloud GmbH
Preis: Kostenlos
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Donnerstag, 14. Feb 2019, 10:32 Uhr — Nicolas
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  • Ich frage mich bei solchen Sachen immer, wenn bei großen kommerziellen Diensten öfter gravierende Sicherheitslexks auftauchen, obwohl die ja mehr als einen it Nerd beschäftigen, wie sie da die ysicherheit aus, von so Heimfrickel Lösungen?

    Ich habe von surfen viel Ahnung, aber von so was Null. Ich würde das zwar auch zum Laufen bringen, hätte da aber immer die Bedenken, ob ich da nicht auch den bösen Buben eine Tür auf meine Server bieten würde, weil prüfen kann das ja nicht.

    • Das sind keine Heimfrickellösungen. Die werden durchaus auch verkauft, nur halt nicht an den Ottonormalbastler. Quelloffene Software kann eben durch diese Quelloffenheit von jedem geprüft werden – und das wird auch rege getan.

    • Kennst du den Film Armageddon und die Szene wo der einen Schauspieler den anderen Schauspieler auf die Frage ‚wie fühlst du dich?‘ antwortet ‚wie soll ich mich fühlen in einer Rakete deren jeder einzelne Bestandteil vom jeweils billigsten Anbieter stammt?‘

      Was glaubst du, wie heute professionell Software hergestellt wird?
      Warum meinst du das wir jeden Tag von Bugs und Sicherheitslücken in professioneller Software hören?
      Weil das aufwendigste und somit teuerste Tests sind. Und alles immer billiger werden muß. Und Firmen ihre Softwareproduktion am liebsten in Billiglohnländer verlagern. Die eine andere Sprache sprechen. Und ggf. aufgrund ihrer Mentalität ein Problem mit ‚das kann ich nicht‘ haben. Ist natürlich alles viel besser als jemand der freiwillig Software entwickelt und diese mit einer Community teilt.

    • Es reicht gerade so zum surfen … aber Lösungen wie Nextcloud als Heimfrickellösungen diffamieren … das muss man auch erst mal bringen

      • Neee, der Frickler wäre doch ich, nicht die Software. Mit der Software an sich habe ich kein Problem.

        Mir geht es nur darum, das ich keinen Plan habe und dann etwas auf meinem Server läuft und ich nur hoffen kann.

      • ok verstehe … aber wie bei jedem solchen System sollte man so etwas auch nicht produktiv benutzen, wenn man keine Ahnung hat. Es gibt natürlich Hoster, die Komplettpakete anbieten. Das iust dann aber wieder bei einem Dienstleister. Man kann aber zum Erfahrung sammeln auch erst einmal im heimischen Netzt anfangen, ohne seine Nextcloud nach draußen zu hängen. Bezüglich der erforderlichen Sicherheit gibt es eigentlich genug Seiten, die einem da weiter helfen – Nextcloud selbst bitet auch Testseiten, die die eigenen Cloud überprüfen (geht aber natürlich nur, wenn die public erreichbar ist)

    • Naja, auch wenn es Nextcloud einem schon recht leicht macht, dass auch ordentlich abgesichert selbst zu betreiben, muss man sich dennoch ein bisschen mit der Materie befassen und ein Verständnis davon haben, weshalb etwas wie Konfiguriert werden muss.
      Es gibt genug kompromittierte Server da draußen, in der Regel aufgrund schlechter Konfiguration und veralteter Software. Wenn man keine Muße hat sich in die Thematik einzuarbeiten lässt man es dann auch lieber, das selbst zu hosten. Denn wie oft sieht man im Internet installationstutorials, welche Sachen zwar zum laufen bringen aber teils gravierende Sicherheitslücken erzeugen.

      Und dann ist es nur mit Nextcloud auch nicht getan. Man braucht noch eine Datenbank für den flüssigen Betrieb, SSL-Letsencrypt für die sichere Kommunikation im Internet, Eine DMZ für ordentliche Separation vom Heimnetzwerk falls doch mal was schief geht und eine vernünftige Backup Lösung. Außerdem regelmäßig Zeit für Updates.

      Meine Nextcloud Instanzen laufen über das offizielle Docker Image dadurch ist zum Beispiel der Aufwand des Aktuell haltens und die Gefahr für Konfigurationspannen minimiert. Aber das wäre wieder ein Thema, dass dann Einarbeitung erfordert…

  • Gab mal ein gutes ToDo von heise.de, wie man auf seiner Synology NextCloud in Kombi mit mariaDB und LetsEncrypt als eigene Cloud-Lösung einrichtet.

    Leider hat mir bis heute die Zeit gefehlt, das in Angriff zu nehmen.

  • Denke das ist genauso sicher wie dein Webspace oder WordPress Installation dort. Um den Datenstrom zu sichern brauchst du dann auch ein SSH Zertifikat. Die Frage ist wohl eher, ob dies eine gute Alternative zu DropBox ist!?

  • Wir nutzen Nextcloud in großem Stil in der Firma und auch zu Hause verrichtet eine auf dem Raspi basierende Nextcloud seit Jahren verlässlich ihren Dienst.

  • Als Open Source cloud Server würde ich immer Seafile vorziehen. Etwas komplizierter in der Installation aber sehr viel performanter.

    Diese Telefon/Video Konferenz Lösung klingt aber echt interessant. Muss man sich mal ansehen. Könnte man ja dafür neben der Seafile betreiben.

    Cooles Feature!

  • Ich habe einen Managed Server mit SSL Zertifikat (kein Kostloses). Da läuft eine Nextcloud mit 65 Usern und vielen Shares… Die Passwörter sind mind. 20 Zeichen lang. Es liegen ca. 400 GB Daten da und das passt.

    Jetzt kann man noch in den Gruppen chatten… sehr cool gemacht.

  • Bei Nextcloud kommt es darauf an, welche Cloud-Dienste man da nutzt. Kalender und Co. funkltionieren ganz okay (gut wäre übertrieben, dazu fehlt es einfach doch an zu vielem).

    Was mit einer größeren Nutzerzahl in der Praxis gar nicht geht ist die Dateisynchgronisation. Ich probiere das alle Jahre wieder und jedes Mal versagt es bei uns im Lasttest. Mit >50 Nutzern die parallel synchronisieren wird es so gähnend langsam, dass es zu Synchronisationsproblemen und Konflikten kommt, wo eigentlich keine sein sollten. Ich bin wirklich kein Gegner von PHP, aber einen sync-client in PHP zu schreiben ist in etwa so sinnvoll, wie einen Grafiktreiber in Javascript. Falsches tool für den Job.

    Wir setzen bei uns mit >100 usern seit Jahren problemlos Seafile ein. Der einzige Grund warum wir immer wieder Nextcloud testen ist, weil wir gerne alle Cloud-Dienste aus einem Guss hätten.

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