Mehr Persönlichkeit beim Übersetzen
DeepL Voice: Übersetzte Gespräche behalten die eigene Stimme
DeepL baut seinen Sprachübersetzer weiter aus. Mit neuen Modellen soll DeepL Voice nicht mehr nur das Gesagte in eine andere Sprache übertragen, sondern auch möglichst viel von der ursprünglichen Stimme erhalten. Sprecher sollen dadurch in übersetzten Gesprächen wiedererkennbar bleiben. Auch Tonfall, Rhythmus, Betonung und Sprechtempo fließen in die Ausgabe ein.
Damit versucht DeepL, einen bislang eher funktionalen Übersetzungsvorgang persönlicher wirken zu lassen. Fragen sollen weiterhin wie Fragen klingen, Aufregung, Zögern oder Nachdruck ebenfalls transportiert werden. Gerade in Gesprächen mit mehreren Teilnehmern soll zudem nicht mehr jede übersetzte Stimme gleich klingen. Zum Start steht die Stimmerhaltung für zwölf Sprachen, darunter auch Deutsch zur Verfügung.
Stimme bleibt ohne dauerhaftes Profil erhalten
Nach Angaben des Unternehmens werden dafür weder dauerhafte Sprachprofile angelegt noch Sprachaufnahmen für eine spätere Wiederverwendung gespeichert. Die Verarbeitung erfolgt während des Gesprächs. DeepL nennt die neuen Sprachmodelle für Online-Meetings, persönliche Gespräche und die Voice-API.
Auf dem iPhone lässt sich DeepL Voice inzwischen auch als reguläres Abo buchen. Der Tarif „Voice Starter“ kostet 14 Euro im Monat oder 143,99 Euro im Jahr und umfasst bis zu 300 Minuten monatlich sowie Gruppengespräche mit bis zu zehn Teilnehmern. Zum Vergleich: Das normale Individual-Abo kostet 8,99 Euro monatlich beziehungsweise 89,99 Euro jährlich und enthält lediglich 30 Minuten DeepL Voice pro Monat. Damit bleibt die Sprachübersetzung auch für Einzelanwender ein vergleichsweise hochpreisiges Zusatzangebot.
Der Dienst war Ende 2024 zunächst als Angebot für Unternehmenskunden gestartet. Damals standen vor allem übersetzte Untertitel und die Nutzung in Meetings beziehungsweise persönlichen Gesprächen im Vordergrund. Inzwischen bietet DeepL zusätzlich eine direkte Sprach-zu-Sprach-Übersetzung an.
Eine Desktop-App für drei Meeting-Plattformen
Neu ist außerdem eine gemeinsame Desktop-App für Windows und Mac. Sie arbeitet mit Zoom, Microsoft Teams und Google Meet zusammen, erkennt laufende Meetings und stellt Übersetzungen wahlweise als Untertitel oder als gesprochene Ausgabe bereit. Die Sprach-zu-Sprach-Übersetzung innerhalb dieser Desktop-App ist inzwischen regulär verfügbar. Für externe Teilnehmer im Browser befindet sie sich weiterhin in der Beta.
Das ist angesichts der Entwicklung im KI-Markt durchaus eine interessante Strategie. Übersetzen, Umschreiben und Sprachverarbeitung gehören inzwischen auch bei allgemeineren KI-Diensten zum Alltag. DeepL setzt dagegen weiter auf spezialisierte Funktionen und eine stärker auf Unternehmen zugeschnittene Vermarktung. Ähnlich ging der Anbieter bereits bei DeepL Write Pro vor, dessen voller Funktionsumfang an ein separates Bezahlangebot gekoppelt wurde.


Die rufen aber wirklich teure Preise auf gerade wenn man bedenkt, dass ChatGTP ja nun wirklich alles übersetzen kann…