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Vergabe noch nicht erfolgt

Corona-Warn-App: Zeitplan, Kostenschätzung, Funkstille

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Seit dem 22. April hat es zur geplanten Corona-Warn-App keine Gespräche mehr zwischen der Bundesregierung und Apple gegeben – zumindest keine auf Leitungsebene. Dies schließt Kanzleramt, Bundesgesundheitsministerium und Bundesministeriums des Innern ein.

Über die achttägige Funkstille hat die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg (Die LINKE) heute informiert, die von der Bundesregierung generell wissen wollte, wie es um laufende Gespräche mit Apple steht und jetzt eine schriftliche Antwort erhalten hat.

Die Antwort macht stutzig, da in der medialen Berichterstattung mehrfach die Rede von schwierigen Gesprächen zwischen Apple und der Regierung war.

Digitalausschuss befasst sich mit Corona-App

Zudem fasst Domscheit-Berg auf ihrem Twitter-Account mehrere interessante Erkenntnisse der 53. Sitzung des Digitalausschuss zusammen, der im Bundestag gestern den Status der Corona-Warn-App diskutierte. Die wichtigsten Stichpunkte:

  • Anders als zwischen den Zeilen von der Bundesregierung kommuniziert, soll die Vergabe der Entwicklung einer dezentral speichernden App an SAP und die Deutsche Telekom noch nicht erfolgt sein. Die Regierung plane nun eine Direktvergabe wegen der Dringlichkeit der Situation.
  • Für Telekom und SAP habe man sich wegen der bedeutenden Größe der Konzerne entschieden, die in der Lage seien „auf Augenhöhe“ mit Google und Co. zu kommunizieren. Zudem besäßen diese die nötige Infrastruktur.
  • Momentan existiert weder ein Vertrag noch eine Kostenschätzung. Für die Entwicklung eines Prototyps der inzwischen verworfenen, zentrale speichernden Variante waren 600.000 Euro an Fraunhofer geflossen.
  • Ein Gesetz zur Corona-Warn-App ist weder in Arbeit noch geplant.
  • Fest steht hingegen, dass für die Entwicklung der Corona-Warn-App ein „strikter Open Source Prozess“ geplant ist. Der Quellcode soll sich von allen interessierten einsehen lassen. Dafür ist kein Audit externer Prüfer geplant.
  • Wichtig: Zur Stunde existiert kein Zeitplan zum Start der Corona-Warn-App. Laut Domscheit-Berg nicht mal ein ungefährer.

Die Parlamentsnachrichten zum Ausschuss Digitale Agenda zitieren Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitales:

„Wir verfolgen bei der Entwicklung weiter einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, Datenschutz-konform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleisten kann“, sagte Bär. Insbesondere bei der Bluetooth-Abstandsmessung seien Fortschritte erzielt worden, berichtete Bär weiter. Sie plädierte, dass bei der Entwicklung der dezentralen App auf die Interoperabilität mit anderen europäischen Ländern geachtet werden müsse, damit kein „europäischer Flickenteppich“ entstehe. Diesbezüglich sei das Bundeskanzleramt im Austausch mit Nachbarländern, etwa mit Frankreich, Spanien und Italien.

Tagesschau: Daran hakt es bei der Corona-App

Zum Thema empfehlenswert ist das Tagesschau-Interview zur Tracing-App mit Michael Backes, der beim beratenden Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit arbeitet:

Donnerstag, 30. Apr 2020, 18:48 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Der Punkt, dass es Open Source sein wird klingt gut. Der Rest zeugt eher davon, dass sich das noch sehr lange hinziehen wird, bis was passiert.

    • Die Pandemie wird sich auch sehr lange hinziehen, insofern ist es zu vernachlässigen

    • offtopic – oder vielleicht gibt es doch einen zusammenhang: bekommt ihr auch die meldung über neue betreibereinstellungen? bin bei vodafone und nehme die erst mal nicht an, solange ich nicht weiß, was dahinter steckt. viren in der luft sind die eine sache, ein infiziertes iphone eine andere. die einen verschwinden irgendwann, das andere bleibt.

    • Wir haben aber zum Glück zwei Extra-Wochen, da zum Aufzeichnen der Kontakte nur das iOS-Update und noch nicht die App der Regierung gebraucht wird.

  • meinetwegen können die sich die arbeit und Muse dafür insgesamt sparen.
    ;-)

    • Nein, die schreiben sie es europaweit aus, dann macht es irgendeine Billigfirma, überzieht und geht dann schließlich pleite.

      • Den Artikel gelesen?

        „Anders als zwischen den Zeilen von der Bundesregierung kommuniziert, soll die Vergabe der Entwicklung einer dezentral speichernden App an SAP und die Deutsche Telekom noch nicht erfolgt sein. Die Regierung plane nun eine Direktvergabe wegen der Dringlichkeit der Situation.
        Für Telekom und SAP habe man sich wegen der bedeutenden Größe der Konzerne entschieden, die in der Lage seien „auf Augenhöhe“ mit Google und Co. zu kommunizieren. Zudem besäßen diese die nötige Infrastruktur.“

      • „notwendige infrastruktur“ und „dezentraler ansatz“ klingen widersprüchlich. telekom und sap – sind übrigens dieselben, die auch die toll collect daten haben. nachtigall, ick hör‘ dir trapsen.

  • diese App wird wohl die digitale Ausgabe der Berliner Flughafens BER

  • Was ist eher da?
    Impfstoff oder App?
    Wetten werden angenommen…

    • @DP ja wir werden das Thema App schon noch totlabern und tot diskutieren. Während ein Impfoff noch nicht gefunden ist, muss die App nur Programmiert werden. Aber wir diskutieren hier lieber drüber – seit Anfang März wird über eine App als Mögliche Lösung diskutiert und labern und labern und labern und labern und labern. Nix passiert. Dann wird eine Entscheidung getroffen (PEPP-PT) – wir streiten und diskutieren noch weiter. Es vergeht Woche um Woche, die Wirtschaft steuert auf den Abgrund zu. Und wir haben „Bedenken“. Wenn uns irgendwann mal ein Feind Militärisch angreift wird Deutschland im nu eingenommen, weil wir erstmal darüber diskutieren ob jetzt Waffen überhaupt und dann welche Waffe genau nun moralisch Vertretbar ist den Feind zu bekämpfen.

      • @Mike Auf den Punkt!

      • @Mike
        Nennt man Demokratie. Aber endlich darf der Deutsche wieder Untertan sein und seine Grundrechte abgeben.

      • Enigma, kannst ja mal sehen, wieviele sich für ihre Grundrechte bei der nächsten Wahl gehen. Insbesondere Nichtwähler haben meist die größte Klappe und keine Ahnung von Demokratie

      • corona geht, die app bleibt. und alle einmal aufgemachten türen zu noch mehr überwachung und zu neuen einschränkungsmöglichkeiten der grundrechte werden sich nach corona nur schwer wieder schließen lassen. hier werden präzedenzfälle geschaffen, deswegen ist es auch gut, das zu diskutieren. und es war von anfang an klar, dass die app – zumindest für die erste welle – nicht mehr rechtzeitig kommt. selbst wenn ganz schnell etwas auf die beine gestellt worden wäre.

    • Ich wette: App.

      Die, so oder so, auf meinen Geräten nichts verloren hat.

  • Ich sehe die anderen möglichen Kandidaten schon wieder gegen die „Direkte Vergabe“ klagen :-(

  • Bevor die Bundesrepublik den Auftrag zur Programmirerung der App vergibt ist China schon mit „Covid 19S Pro“ am Start.

  • Also als Softwareentwickler und unter Einbezug der vorliegenden Apple-API inkl. Einrichtung von Servern, Schaffung der Tools für Gesundheitsämter usw. würde ich dem Projekt ca. 14 Arbeitstage geben…der Rest ist dann meiner Meinung nach Bürokratie und politisches Blabla.

    • Das habe ich auch gerade gedacht.

    • Und wie immer gilt bei Software-Zeitschätzungen: Den besten Wert direkt mal verdoppeln und immer an das Beispiel mit den Schwangeren denken: Wenn 1 Frau 9 Monate für ihr Kind benötigt heißt dies nicht, dass 9 Frauen das Kind in einem Monat zur Welt bringen können.

      Anders formuliert: Oft können auch zusätzliches Geld oder Ressourcen die Projekte nicht beschleunigen.

      • Definitiv! Das sollte jeder erfahrene Projektmanager wissen.

        Zu viel Personal kann ein Projekt sogar noch weiter verzögern.

        Wie sagt man so schön: Viele Köche verderben den Brei ;)

      • gut erklärt!

    • Omniga bekommt das bestimmt mal schnell in 14 Tagen über eine VPN-Verbindung vom Homeoffice aus hin ;-)

  • Die österreichische open Source Version schlummert in GitHub
    https://github.com/austrianredcross/stopp-corona-android

    Könnte man ja mal fragen, verwenden und ggf. ausbauen.

    Wenn hier aber wirklich SAP/Telekom/Whatever wer noch erst sich wichtig einbringen will, dann wird es wie oben schon mal beschrieben erst den Release zu Covid -22 geben.

  • „… der inzwischen verworfenen, zentrale speichernden Variante waren 600.000 Euro an Fraunhofer geflossen.“ Meine Fresse, was haben wir Kohle. Wenn ich so mit Investoren umgehe, legen die mich um. Der Steuerzahler bleibt ruhig und zahlt weiter !

  • Wieviele Corona Apps brauche ich, wenn Ich irgendwann wieder Auslandsreisen machen kann? Macht jedesLand sein eigenes oder wird das irgendwie zusammengefasst?

  • Usambara Veilchen
  • Die App ist doch bestimmt schon kurz vor Launch. Ich denke da sin mal wieder grandiose Fake News unterwegs. SAP unt Telekom machen das bestimmt kostenlos. Gratis Werbung sag ich nur.

    • Du meinst für Likes und Visibility.

      Ich denke auch, dass SAP und Telekom die besten Kandidaten sind, wenn es um Geschwindigkeit, Flexibilität, Professionalität, Pünktlichkeit und eine lange Geschichte an erfolgreichen Digital-Projekten geht. Mir fallen da spontan … ähm … Joyn, Breitbandausbau, 5G … naja … wird schon. Wir haben ja keine Alternativen. Wir haben ja in Deutschland keine erfolgreichen Startups, die wissen, wie man schnell ne funktionierende App aufsetzen kann. Sowas gibt’s ja nur in San Francisco.

      Wundert mich eigentlich, dass nicht auch noch die Post, Bosch, DB, Deutsche Bank oder VW beteiligt sind. Die waren wohl zu langsam oder durften wegen Corona nicht mit dem Klingelbeutel nach Berlin fahren.

  • Die müssen das Open source machen und den Datenschutz einhalten. Also alles schön anonym machen sonst installiert das keiner und sie bekommen nur Kritik. Das dürfe die Regierung mittlerweile verstanden haben.

  • Wir sind hier in einem Technik-Forum. Ich finde, das sollte aber nicht ausschließen, sich um Zusammenhäönge zu kümmern.
    Konkret: mit der Diskussion über eine wie auch immer geartete App zur „Eindämmung des Corona-Virus“ machen wir es in etwa so: Achtung!Hinkender Vergleich: wir dikutieren über die Art der Fenster, haben aber beim neuen Haus vergessen, uns das Fundament genau anzuschauen.
    Will sagen: Alle verfügbaren erhobenen (nicht spekulativen) Daten (besonders auch die des RKI) zeigen, dass das Virus weder hochinfektiös noch hochgefährlich ist. Das ist jetzt nicht meine Meinung, sondern Stand der Wissenschaft.
    Bei allen Massnahmen, die noch mehr sensible Daten in Umlauf bringen, sollte man daher sehr genau hinschauen und den Nutzen hinterfragen. „Cui bono?“ ist nie ungeschickt und oft aufschlussreich.

  • Kann man eine installierte App nicht wieder deinstallieren wenn sie nicht mehr gewünscht wird?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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