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Auf eigene Faust: Wie iPhone-Entwickler gegen Piraterie vorgehen

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crackdetected.jpg„Desperate Times Call for Desperate Measures“. Das mal zur Einleitung. Über gecrackte iPhone-Applikationen haben wir uns hier bereits des Öfteren den Kopf zerbrochen und ehrlich gesagt, wir freuen uns über die jetzt von Sopods – die Firma hinter dem hier vorgestellten Full Screen Webbrowser – eingeführte Crack-Detection.

Fangen wir vorne an: Üblicherweise braucht es drei Schritte um gecrackte Versionen der im AppStore verfügbaren Downloads weiter zu verteilen. 1. Die Applikation wird im iTunes Store erworben. 2. Die Applikation wird von den Käufer-Informationen befreit und so editiert, dass der im iPhone arbeitende DRM-Mechanismus annimmt, die Applikation sei eine Apple-eigene. 3. Die Applikation wird über Online-Services wie Rapidshare oder dedizierte Torrent-Downloads verteilt. Schritt 2 ist dabei sogar schon weitestgehend automatisiert.

Für den Großteil der aktiven iPhone-Entwickler ist die Sache mit den gecrackten Apps – die obligatorischen Ausnahmen mal beiseite – alles andere als erfreulich. Einnahmen bleiben aus, Updates können nicht verteilt werden und der Enthusiasmus weiterhin für das iPhone zu entwickeln, hüpft von einem Tiefpunkt zum nächsten.

Doch Gegenmaßnahmen sind möglich. So haben Entwickler nicht nur die Option auf fertige Anti-Piracy-Pakete zurückzugreifen, auch eigene Schutzmaßnahmen lassen sich in die selbstprogrammierten Applikationen integrieren. Hier ausführlich beschrieben, ist bereits ein einfacher Datei-Check ausreichend um feststellen zu können, ob die gestartete Applikation legal erworben wurde oder nicht.

Diesen Weg ist auch Sopods gegangen. Im privaten Blog berichtet Entwickler Ben über die Schwarzkopien-Karriere des Full Screen Webbrowsers:

„The version 1.1 update of Full Screen was released on March 4th and a cracked copy showed up about 48 hours later. Since it was cracked (30 hours ago), illegitimate copies of Full Screen have been ran 1463 times on 560 devices. As there have been 5745 unique devices which have ran the 1.1 version of Full Screen during this 30 hour period, the illegitimate usage constitutes 9.75% of devices being tracked (any users running the 1.0 version are not being tracked).“

Seine Lösung: Startet eine nicht legitime Kopie seiner Applikation, meldet diese sich beim firmeneigenen Master-Server und zählt mit, wie oft sie bereits aktiviert wurde. Nach dem 10. Start bekommt der Crack-Nutzer die rechts abgebildete Warnmeldung und hat nun die Möglichkeit eine legale Kopie der Applikation zu erwerben.

Das Ergebnis: Nach dem zweitägigen Testlauf.

Since it was made available three days ago, 984 users have installed a cracked copy of Full Screen Web Browser version 1.1. In the last two days, 39 of these users have been presented with a message that their trial period had expired because they had launched the app more than 10 times. I am amazed that 5 of them have gone on to purchase a legal copy of the app. This is almost a 13% conversion rate of those presented with the warning message! While this is still a small data set, it is highly encouraging that this approach to piracy is working.

Mittwoch, 11. Mrz 2009, 20:09 Uhr — Nicolas
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  • Das ist wirklich nicht schlecht. So finde ich das klasse. Gecrackte apps finde ich scheiße da sollte man echt was gegen machen. Und der weg ist sehr gut. Nur wie mal andere es machen wollten, das sie auf einem jailbrocken iphone nicht laufen ist übertrieben. Ich hab auch ein jailbroken iphone und brauche keine gecrackte software.

  • Wie ich finde, eine sehr gute lösung – ich teste die software selbst gern vor einem kauf…. allerdings habe ich bisher nie 10 aufrufe benötigt um zu merken ob ich die app haben will oder nicht :)

  • tja und genau so könnte doch auch eine Testversion ablaufen, die man im Appstore erwirbt, bevor man den Betrag X bezahlen muss! Mann oder Frau dann feststellt das die App nichts taugt

  • Wer ein 2 € App knackt ist schon erbärmlich… Bei Photoshop könnte man das ja noch verstehen…

    • Nichtmal bei Photoshop. Entweder brauch ich die Software unbedingt, dann kauft man sichs. Ansonsten gibts legale gratis Alternativen.

      Kein Mensch muss Software, egal ob wenige cents oder tausende Euro, illegal runterladen. Ist jedem fall erbämlich.

  • So wie ich das verstehe meldet sich die Anwendung jedes mal wenn sie gestartet wird beim „masterserver“ und überträgt dabei ne Art Seriennummer. Wenn nun mehr als 9 mal die selbe Applikation (die selbe Seriennummer) am masterserver erscheint greift der Mechanismus.
    Für den FSB vielleicht ganz nett, weil es eh ne App ist, die nur wirklich Sinn macht, wenn man online ist.
    Aber für Spiele wieder recht ungeeignet, da man eben den masterserver nur erreicht, wenn eine Internetverbindung besteht.
    Und nicht zu vergessen:
    ich will eigentlich nicht, dass sich eine gestartete App erstmal irgendwo anmeldet und dann irgendwelche Daten überträgt… bin auch nicht sicher, ob das in Deutschland mim Datenschutz vereinbar ist…

    • Nur gecrackte Versionen melden sich beim Masterserver. Du hast also schlechte Karten wenn du in dem Fall mit dem Datenschutzgesetz wedelst.

      • Klar, da merkt man, dass Du 0 Ahnung hast….
        wenn das Programm selbst merken würde, dass es gecrackt wurde muss es sich wohl nich beim masterserver melden, oder ?!
        Bisschen mitdenken wäre schön

      • lol immer wieder lustig ….

    • Ich habe das so verstanden, dass das Programm seine eigene Datei checkt (das geht ja offline), und erst im Falle einer Modifizierung an den Masterserver „petzen“ geht.
      Bin kein Hacker, aber wenn die DRM Infos usw in den Dateien umschreiben können, dann bestimmt auch die Dateiprüfung. Wenn das nicht geht, wird ein anderer Weg gefunden. Das alte Katz und Maus Spiel. (edit: sehe gerade den Beitrag von iPhonePro weiter unten, der genau das bestätigt)

  • Naja…Wer weis ob die Hacker das nich auch irgendwann wegbekommen. Irgenwie bekommt man den „Master-Server“ bestimmt ausgetrickst.

    Trotzdem:
    Gekrackte app´s sind kacke und man sollte mal wirklich was dagegen tun

    und zu den Vorpostern:
    Sowas in der Art als Demo zu machen, find ich auch sehr gut…da sollte sich apple mal was einfallen lassen, nur müsste man ja dann immer internet zur verfügung haben und wenn man mal keins hat kann man das app nicht starten. Mal schauen was raus kommt.
    mfg

    Alex

  • Warum geht ihr immer von einer vorhandenen Internet Verbindung aus?
    Reicht doch wenn das Programm bei jedem Start ein kleines +1 in eine plist schreibt, und wenn das Programm dann einmal mit Internet Verbindung gestartet wird, dann hauts gleich die gesamte Anzahl an Starts raus. Man könnte natürlich immer vor dem öffnen der App EDGE/WLAN deaktivieren, aber dazu sind die Besitzer meist zu faul ;)

    • Das bringt nichts, da das System nicht zählt, wie oft EINER das Programm schon gestartet hat, sondern wieviele GLECHZEITIG das Programm starten

      • ähm ihr redet aneinander vorbei glaube ich;)
        und @ Smirnoff: das kann dann genauso (noch leichter) unterbunden werden wie den DRM Schutz zu entfernen

  • Diese methoden, die der entwickler nutzt, sind leider schon seit 2 Wochen gehackt… :(

  • Kopierschutzmaßnahmen sind für mich komplett uninteressant, weil ich alle meine Apps kaufe. Ärgerlich wird es für mich aber, wenn alle Apps nach Hause telefonieren wollen und kostenpflichtigen Traffic verursachen, oder das System wegen irgendwelcher für mich unwichtiger Kopierschutzmaßnahmen total langsam wird…

  • Das Problem ist, dass man die Apps automatisch cracken konnte, wenn jeder Entwickler seine eigene Routine zur Überprüfung schreibt, wirds viel schwieriger, da muss irgendein Assemblerfreak manuell ran. Dann lohnt es sich hoffentlich nicht mehr!

    Edit: Hey! Ich habe auf Reply geklickt!

  • Wenn wir uns hier über gecrackte Apps ereifern und die Folgen für die Programmierer, sollte man sich bei Gelegenheit auch über gecrackte iPhones unterhalten, die mit Sicherheit auch nicht ganz lupenrein und so toll sind wie sie hier immer propagiert werden.

    Auch hier gibt es Entwickler, Programmierer und etliche andere, die davon leben wollen was sie tun. Deswegen finde ich den Hinweis der Programmierer müsse sein Kind ernähren als polemischen Hohn. Die Entwickler interessiert es im Zweifel nicht, ob ihre Programme auf legalen iPhones laufen.

    So, nun viel Spaß beim in der Luft auseinander nehmen ;)

    Schönen Tag noch

  • Nach hause telefonieren ist immer Mist, das wissen wir spätestens seit WGA von M$. Es sollte also nochmals herausgestellt werden, wann die jew. App nach hause telefoniert, also ob nur im gecrackten Falle oder immer!?!

  • Wie mein Arbeitskollege heute wieder einmal treffend sagte:

    „Alles ist manipulierbar..“

  • Pingback: Gecrackte Applikationen: Mit “Mega” nun auch kommerziell vertrieben

  • Pingback: iFUN.de/iPhone :: Alles zum iPhone − Gecrackte AppStore-Downloads: Erfahrungen aus Deutschland

  • Pingback: iFUN.de/iPhone :: Alles zum iPhone − AppStore-Piraterie: Fallstudie "Tap-Fu"

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