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Apple Watch Praxistest: Herzfrequenzmessung exakt aber mit Schluckauf

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Am Wochenende durfte der in der Apple Watch verbaute Herzfrequenzsensor sein Können unter Beweis stellen. Herausforderung war eine 60-km-Runde beim Berliner Radrennen Velothon, die vergleichsweise ruhige Handposition am Lenker sollte ja beste Voraussetzungen für eine Herzfrequenzmessung am Arm mit sich bringen.

velothon-start

Also die Apple Watch am rechten Arm ordentlich festgezurrt, um eine möglichst konstante Messung zu gewährleisten. Als Referenz dient der Fahrradhelm Genesis Lifebeam mit integrierter Herzfrequenzmessung. Von der Genauigkeit des darin verbauten Sensors haben wir uns ja bereits im direkten Vergleich mit einer Brustgurtmessung überzeugt. Im Team mit der Garmin Vivoactive oder dem Fahrradcomputer Edge 1000 habe ich den Helm regelmäßig im Einsatz, beim Velothon musste die Apple Watch gegen die Kombi Lifebeam und Vivoactive antreten.

Die Apple Watch trage ich beim Radfahren bewusst „falsch rum“, also mit den Bedienelementen nach hinten am rechten Arm. Bei korrekter Tragweise kam es durch die angewinkelte Handhaltung am Lenker vor allem in Kombination mit Handschuhen immer wieder zu einer ungewollten Bedienung der digitalen Krone oder der Favoriten-Taste. Die Platzierung am falschen Arm finde ich angenehmer, als die komplette Uhr „richtig“ aber mit mehr Abstand zum Handgelenk zu tragen.

apple-watch-herzfrequenz-vergleich

Zunächst ein paar Anmerkungen zu den Screenshots oben. Der linke Bildschirm stammt aus Apples „Aktivität“-App, der rechte aus Garmin Connect. Die unterschiedliche Gesamtzeit ist darauf zurückzuführen, dass ich die Apple Watch schon etwas vor dem Start aktiviert hatte. Bei der Länge der Strecke zeigt sich die Apple Watch bzw. das verbundene iPhone allerdings etwas großzügig. Die von der Vivoactive gemessenen 66,91 km sind mit Blick darauf, dass ich die Messung schon im Startblock also vor dem Überqueren der Startlinie gestartet und erst etwas nach der Ziellinie gestoppt habe realistisch. Offiziell war die Strecke 66,5 km lang.

Grundsätzlich ist es schade, dass Apple – zumindest bislang – weder eine Kartenansicht der mit der Apple Watch gelaufenen oder gefahrenen Strecke noch eine grafische Darstellung der Herzfrequenzmessung während einer Aktivität anbietet, denn die hierfür benötigten Daten liegen ja vor. Ich musste mir die Herzfrequenzkurve also selbst basteln und sämtliche von der Uhr erfassten Messwerte in eine Tabelle übernehmen. Da die Apple Watch bei sportlichen Aktivitäten alle 5 Sekunden eine Messung vornimmt, waren gut 1500 Messpunkte aus der Health-App in Numbers zu übertragen. Das Ergebnis seht ihr unten. Rot die Originalkurve aus Garmin Connect und blau darüber gelegt die Messergebnisse der Apple Watch.

apple-watch-hf-vergleich-klein

Auf den ersten Blick ist ersichtlich, dass die Messergebnisse der Uhr durchaus akkurat sind und sich im Wesentlichen mit der roten Referenzkurve decken. Störend sind allerdings die weißen Löcher. Hierbei handelt es sich um von mir zusätzlich eingegebene Nullwerte. Die Apple Watch hat nämlich immer mal wieder statt zwölf Messungen pro Minute nur weniger Werte an Health übermittelt. Bei den fehlenden Werten hat die Uhr vermutlich Messfehler erkannt bzw. vermutet und diese um den Durchschnittswert nicht zu verfälschen verworfen.

Hier und da einen oder auch zwei Aussetzer pro Minute halte ich bei der Herzfrequenzmessung am Handgelenk durchaus für akzeptabel. Auffällig ist aber der jeweils längere Messausfall bei 1:15 und am Schluss. Hier scheint es, als habe die Uhr den abrupten Anstieg der HF-Werte für fehlerhaft gehalten und vielleicht sogar einen Reset der Messeinheit durchgeführt, bevor die Messung wieder aufgenommen wurde. Der Anstieg in der Mitte war dadurch begründet, dass ich am Verpflegungspunkt Halt gemacht habe, der Peak am Schluss wurde durch den Zielsprint verursacht.

Wenn die Apple Watch misst, dann misst sie genau

Meine Ergebnisse können natürlich keinesfalls als Referenz herhalten, sondern sollen einfach mal dazu beitragen, die Qualität der Herzfrequenzmessung mit der Apple Watch einzuordnen. Egal welcher Anbieter dahinter steht, das Messverfahren am Handgelenk kann kein vollwertiger Ersatz für einen Brustgurt oder andere verlässliche Messvarianten sein. Möglicherweise kann Apple noch an der Fehlerkennung schrauben. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, wenn die Uhr als falsch erkannte Messwerte verwirft. Nur so lässt sich unser Fazit halten: „Wenn die Apple Watch misst, dann misst sie genau“.

Anmerkung weil in den Kommentaren gefragt wurde: Ich bin an dem Tag um 5:30 aufgestanden und erst um 1 wieder ins Bett. Trotz der gut 2 Stunden Workout war der Akku abends noch über 20 Prozent. Allerdings benutze ich die Apps so gut wie nie, Push-Mitteilungen und Nachrichten laufen dagegen regelmäßig ein.

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02. Jun 2015 um 16:26 Uhr von chris Fehler gefunden?


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