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Smarte Sportuhr: Garmin Vivoactive im Review

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Mit der Vivoactive hat Garmin eine vielseitige GPS-Sportuhr mit Smartwatch-Funktionen neu im Programm. Wir haben die Uhr zwei Wochen getestet und dabei trotz mehrerer Lauf- und Fahrradtrainings nur einmal den Akku geladen.

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Akkulaufzeit ist bei einer Sportuhr mit GPS und dauerhafter Bluetooth-Verbindung zum iPhone zweifelsohne eines der wichtigsten Themen. Garmin gibt diese mit bis zu drei Wochen an, sofern man auf die GPS-Option verzichtet – mit aktiviertem GPS lässt sich die Vivoactive bis zu 10 Stunden lang benutzen.

Neben dem täglichen Aktivitäts- und Schlafmonitoring unterstützt die Uhr Outdoor-Sportarten wie Laufen, Radfahren, Golf, Wandern oder auch Schwimmen und kann alternativ auch Indoor-Trainings beispielsweise dem Laufband tracken (hier kommen die Bewegungssensoren der Uhr zum Einsatz). Den Funktionsumfang der Vivoactive haben wir ja bereits in unserem Video zur Vorstellung der Uhr umfassend beschrieben. Beschränken wir uns hier also auf den Erfahrungsbericht bei der Nutzung ausgewählter Features.

Ausgepackt und eingerichtet

Die Vivoactive kommt mit einem kleinen magnetischen Ladedock, mit dessen Hilfe sich der integrierte Akku ohne Gefummel an einem beliebigen USB-Anschluss laden lässt. Inklusive Armband ist die Uhr gerade mal 38 Gramm leicht, dementsprechend lässt sich sich angenehm tragen und stört (zumindest mich) auch bei Nacht nicht.

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Die Einrichtung geht problemlos vonstatten. Allerdings ist wie bei anderen mit der Garmin Connect App kommunizierenden Produkten, beispielsweise dem kleinen Bruder der Vivoactive, dem Fitness-Armband Vivosmart, eine kostenlose Registrierung bei Garmin Connect erforderlich. Anschließend wird die Uhr problemlos von der App erkannt und in das persönliche Garmin-Benutzerkonto integriert.

Die Bedienung der Uhr erfolgt mittels zwei seitlich angebrachten Tasten und einem berührungsempfindlichen Touchscreen. Wischt man über den Bildschirm, so kann man alternativ zur Uhrzeit zwischen der Anzeige der bislang absolvierte Schrittzahl, aktuellen Wetterdaten, Fernbedienungen für die iPhone-Musik-App oder eine Garmin-Virb-Kamera, anstehenden Kalenderereignissen und empfangenen Nachrichten wechseln. Diese Standardauswahl lässt sich konfigurieren, einzelne Bildschirme können unterdrückt oder auch zusätzliche Anzeigen wie beispielsweise der Akkustand hinzugefügt werden.

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Mit der Taste links an der Uhr kann bei Bedarf die Bildschirmbeleuchtung aktiviert werden, der rechte Knopf ruft ein Auswahlmenü mit verschiedenen Sportarten auf, darüber hinaus finden sich hier auch eine Übersicht absolvierter Trainings, eine „iPhone suchen“-Funktion sowie die Einstellungen der Uhr.

Am Fuß der Bildschirmanzeige stehen jederzeit eine Zurück- und eine Menü-Taste bereit. Letztere ruft abhängig vom aktuellen Bildschirmmodus unterschiedliche Optionen auf den Plan, hier lässt sich beispielsweise die Bildschirmanzeige bei Aktivitäten anpassen.

Bildschirm: Je heller, desto besser

Der Bildschirm der Uhr mit 28,6 mm x 20,7 mm Anzeigefläche ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Die integrierte Beleuchtung lässt sich nämlich nicht regulieren und könnte hin und wieder gerne ein klein wenig heller sein. Den „Trick“ diesbezüglich hat man dann allerdings schnell raus. Seine Stärken zeigt das Display nämlich bei Lichteinstrahlung. Sobald der Lichtschein einer Lampe oder dergleichen reflektiert wird, wird die integrierte Beleuchtung überflüssig. Dies wirkt sich dahingehend positiv aus, dass sich der Bildschirm besonders im strahlenden Sonnenlicht hervorragend ablesen lässt.

Maßgeblich Einfluss auf die Lesbarkeit der aktuellen Uhrzeit hat natürlich auch das gewählte Zifferblatt. Garmin bietet neben der standardmäßig ausgelieferten Digitalanzeige diverse weitere Designs an, mein Favorit ist derzeit eine LCARS-Anzeige, aber zu diesen Optionen später mehr.

Anzeige von iPhone-Mitteilungen

Auch die Sportfunktionen der Uhr schieben wir noch ein wenig nach hinten und gehen zunächst auf das Zusammenspiel mit dem iPhone ein. Die Uhr synchronisiert sich nämlich nicht nur mit der Garmin-App, sondern kann auch die Meldungen aus der Mitteilungszentrale des iPhone anzeigen.

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Egal ob Anruf, SMS-Nachricht, E-Mail, Kalenderereignis oder sonstige Push-Mitteilung. Eingehende Nachrichten werden durch eine sanfte Vibration signalisiert und gut lesbar auf dem Bildschirm der Uhr angezeigt. Bei Anrufen seht ihr beispielsweise sofort, wer euch erreichen will (sofern die Nummer im Adressbuch gespeichert ist), längere Mitteilungen lassen sich Scrollen und somit ebenfalls komplett lesen.

Das große Plus der Benachrichtigungsfunktion ist die Tatsache, dass man sofort sieht von wem der Anruf oder die Mitteilung stammt und je nach Ursprung auch noch mehr oder weniger vom Inhalt angezeigt bekommt. Das genügt in der Regel um zu entscheiden, ob das Telefon nun aus der Tasche geholt werden muss oder nicht. Zudem verpasst man keine Anrufe und dergleichen mehr, selbst unter der Dusche bekommt man mit wer gerade versucht, anzurufen oder eine SMS-Nachricht schickt – vorausgesetzt, das iPhone befindet sich in Bluetooth-Reichweite.

Sportfunktionen

Ungeachtet all dieser Zusatzfunktionen dürften beim Kauf der Vivoactive sicherlich jedoch die Sportfunktionen im Vordergrund stehen. Trotz der mit 43,8 mm x 38,5 mm x 8 mm sehr kompakten Gehäuseform hat die Uhr hier einiges zu bieten. Neben diversen Bewegungssensoren, Bluetooth und Ant+-Empfänger finden sich auch GPS- und ein Glonass-Empfänger. Damit zeigt sich die Vivoactive bestens gerüstet für diverse Outdoor-Aktivitäten.

Wir haben die Vivoactive beim Laufen und Radfahren intensiver getestet, darüber hinaus kann die wasserdichte Uhr auch Schwimmbewegungen tracken und kennt sich auf weltweit knapp 40.000 Golfplätzen aus (bzw. kann die zugehörigen Daten laden und speichern um dann bei der Schlagweitenmessung und dergleichen zu unterstützen).

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Beim Laufen und Radfahren misst die Uhr Entfernung und Zeit und zeichnet die GPS-Koordinaten der zurückgelegten Strecke auf, um diese später in der Garmin Connect App bzw. dem Connect-Onlineportal zu visualisieren. Neben errechneten Werten wie Durchschnittsgeschwindigkeit, Schrittfrequenz und Schrittlänge liegen hier auch die mittels GPS erfassten Höhenmeter vor. Optional lassen sich hier noch Herzfrequenzmesser oder Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensoren mit der Uhr verbinden. Bei unseren Radausflügen kamen letztere auf ANT+-Basis von Garmin zum Einsatz, für die Herzfrequenz war ein ebenfalls über ANT+ angebundener Fahrradhelm von Lazer zuständig. Sämtliche Sensordaten wurden problemlos und dauerhaft erfasst.

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Abgeschlossene Aktivität – Details aus Garmin Connect

Für die Live-Anzeige während der Aktivitäten stehen mehrere frei konfigurierbare Bildschirmseiten zur Verfügung. Wer die Edge-Fahrradcomputer von Garmin kennt, wird sich daran erinnert fühlen. Pro Seite lassen sich drei Werte für die Anzeige festlegen, beispielsweise Strecke, Geschwindigkeit und Herzfrequenz. Zwischen verschiedenen Seiten kann durch Wischbewegungen über den Bildschirm gewechselt werden.

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Beispiel Bildschirmkonfiguration Radfahren

Sofern die Herzfrequenz gemessen wird, bietet die Vivoactive auch die Möglichkeit, Herzfrequenzbereiche festzulegen und beim Über- bzw. Unterschreiten der Werte zu warnen. Bei Lauftrainings sind auch Intervalle mit zeitlich festgelegten Gehpausen und ebenso eine automatische Rundenzählung möglich. Ein vielleicht selten gebrauchtes, aber nettes Feature ist die im erweiterten Menü untergebrachte „Zurück-Funktion“. Hier dirigiert euch ein Kompass zurück zum Ausgangsort der Aktivität.

Aktivitätstracking im Alltag

Im Alltagseinsatz ohne GPS zählt die Vivoactive eure Schritte und erinnert auf Wunsch auch nach einer Stunde Inaktivität daran, sich mal wieder zu bewegen. Hierbei handelt es sich um „normale“ Schrittzählerfunktionen, bei Garmin erweitert um die Möglichkeit, mit anderen Garmin-Connect-Nutzern in den Wettbewerb zu treten. Wir haben diese Features bereis bei unserem Review des Vivosmart-Armbands beschrieben. Die aktuelle Schrittzahl lässt sich auf der Vivoactive übersichtlich auf einem separaten Bildschirm abrufen, der durch eine Wischbewegung über das Zifferblatt aktiviert wird.

Schlafüberwachung

Dank ihrer hervorragenden Akkulaufzeit kann die Vivoactive auch dann arbeiten, wenn ihr euch zur Ruhe legt. Die Uhr zeichnet auf, wie ruhig oder unruhig euer Schlaf ist, diese Daten werden anschließend in der Connect-App oder auf dem Connect-Onlineportal grafisch dargestellt. Wenngleich es ursprünglich von Garmin vorgesehen war, diesen Schlafmodus manuell zu aktivieren und wieder zu deaktivieren, scheint aktuell eine automatische Schlaferkennung per Softwareupdate hinzugefügt worden zu sein. Ersten Erfahrungen zufolge funktioniert dies außerordentlich gut.

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Aktivitätsstatistik und automatische Schlaferkennung (Grafiken aus Garmin Connect)

Garmins App Store „Connect IQ“

Mit Connect IQ betreibt Garmin einen eigenen App Store, in dem der Hersteller selbst wie auch Drittanbieter kostenlose Erweiterungen für die Vivoactive und weitere Garmin-Sportuhren anbieten.

Mit Blick darauf, dass die Vivoactive gerade erst in den Handel kommt, kann sich die dort vorhandene Auswahl an kompatiblen Apps durchaus schon sehen lassen. Neben alternativen Zifferblättern finden sich sogenannte Widgets, Apps und Datenfelder. Widgets lassen sich auf der obersten Bedienebene durch eine vom Zifferblatt ausgehende Wischgeste aufrufen, hier stehen beispielsweise wöchentliche Zusammenfassungen oder eine detaillierte Akkuanzeige bereit. Bei den Apps handelt es sich um kleine Programme wie etwa eine Stoppuhr oder auch einfache Spiele. Datenfelder erweitern die Anzeigeoptionen während Aktivitäten.

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Das Handling und die Installation dieser Erweiterungen geht nicht ganz so elegant vonstatten, wie wir es von Apple gewohnt sind, man kann sich mit dem Procedere allerdings gut arrangieren. Interessierte Entwickler haben die Möglichkeit, eigene Apps zu erstellen und im Connect-IQ-Store anzubieten.

Garmin Vivoactive im Video

Fazit

Die Vivoactive kombiniert eine leistungsfähige Sportuhr mit praktischen Smartwatch-Funktionen. Mit Blick auf den gebotenen Funktionsumfang fällt die Uhr überraschend kompakt aus und lässt sich somit zu jedem Anlass und auch rund um die Uhr tragen. Die von Garmin angegebenen Akkulaufzeiten lassen sich weitgehend bestätigen, konkret lief die Uhr bis zur ersten Akkuwarnung bei uns fast acht volle Tage am Stück, davon knapp drei Stunden mit aktivem GPS-Tracking.

Garmin bietet die Vivoactive im hauseigenen Webshop in den Farben Weiß und Schwarz zum Preis von 249 Euro an. Bei Amazon ist die Uhr teils schon ein paar Euro günstiger erhältlich. Optional gibt es die Vivoactive bei Garmin auch im Paket mit einem Herzfrequenzmesser für 299 Euro, zusätzliche Austausch-Armbänder in verschiedenen Farben werden in Kürze erhältlich sein.

Ergänzend sei hier nochmal unsere umfassende Vorstellung inklusive Video aus dem Januar erwähnt.

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01. Apr 2015 um 18:29 Uhr von chris Fehler gefunden?


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