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Durchsuchungen "nach dem Abstempeln"

Apple muss Mitarbeiter für Wartezeit bei Taschenkontrollen entschädigen

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Wenn es darum geht, die Qualitäten Apples als Arbeitgeber zu bewerten, bekommt das Unternehmen oft nicht die besten Noten. Dies bestätigt aktuell auch der Oberste Gerichtshof von Kalifornien und stellt fest, das Apple seine Mitarbeiter für Wartezeiten bei Taschenkontrollen entschädigen muss.

Das Urteil geht auf eine Sammelklage von Apple-Store-Mitarbeitern zurück, die mehrere Jahre zurückliegt. Diese wollten nicht länger dulden, dass sie nach Arbeitsende in der Regel zwischen fünf und 20 Minuten, teils auch bis zu 45 Minuten ohne Bezahlung warten müssen, bevor ein Vorgesetzter ihre Taschen durchsucht hat und sie den Arbeitsplatz verlassen können.

Apple legt mit dieser Vorgehensweise ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber seiner Angestellten an den Tag. Doch damit nicht genug, dem Gericht war es eine besondere Erwähnung wert, dass Apple den Vorgang als „Maßnahme zum Vorteil der Mitarbeiter“ darstellen wollte. Die Richter wiesen diese Behauptung als weit hergeholt und keinesfalls zeitgemäß zurück.

Auch für die Aussage, das Mitführen des persönlichen iPhones am Arbeitsplatz sei unnötig, kassierte Apple eine Rüge der Richter. Dies ließe sich in keiner Weise mit den Worten Tim Cooks vereinbaren, der Apple-Chef bezeichnet das iPhone gerne als wesentlichen Bestandteil des heutigen Lebens.

Durchsuchungen der persönlichen Gegenstände von Mitarbeitern vor dem Verlassen der Gebäude gehören offenbar zumindest in amerikanischen Apple Stores zum Standard. Das Gericht legt den dafür benötigten Zeitraum als Arbeitszeit aus, da sich die betroffenen Mitarbeiter währenddessen eindeutig an die Anweisungen ihres Arbeitgebers gebunden seien.

Auf Apple kommen somit umfassende Entschädigungszahlungen zu, allerdings muss nun noch ein Berufungsgericht final in der Angelegenheit entscheiden.

Freitag, 14. Feb 2020, 12:52 Uhr — chris
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  • prettymofonamedjakob

    Meiner Erkenntnis nach eine absolut richtige Entscheidung.

  • War/ist bei Saturn oder MediaMarkt auch nichts anders! Da durfte/darf sich auch jeder MA nach Schluss filzen lassen. Das ging Teilweise sogar bis zu 20 Minuten. Das ging damals (anno 2010) sogar so weit, dass neue Slipeinlagen der Frauen (die in der Handtasche waren) auseinander gerissen wurden, weil eine SD Karte darin versteckt sein könnte.

    Hab dann zum Glück gekündigt in dem Saft-Laden.

    • Ach, dazu kam, dass man für alles was man mitgebracht hat (Beispielsweise, iPhone, iPhone-Case, Kopfhörer) einen Eigentumsnachweis mitführen und vorlegen musste (Könnte ja geklaut sein) und wehe, du hast den mal vergessen! Da wurde selbst bei ausgelutschen, versifften Kopfhörer der Chef gerufen. Ist natürlich alles Privat-zeit wo da drauf geht, ob man eventuell Bus oder Zug bekommen musste, war egal.

      • War das Zufällig in HH?
        Hab mal sowas von dem Laden gehört.

        Habe selbst 6 Jahre in einem Expert gearbeitet und das wäre für mich auch ein absolutes No-Go.
        Entweder man vertraut seinen Mitarbeitern oder man lässt es.
        Und dann würde ich in so einem „Laden“ nicht arbeiten.

      • Ne, war in Freiburg

    • Saturn / MM ist doch der charmante Laden, der trotz tausender MitarbeiterInnen keinen Betriebsrat hat. Den MitarbeiterInnen geht es einfach so gut, dass sie so etwas nicht brauchen.

  • Echt traurig so ein Vertrauen zu seinen Mitarbeitern zu haben.
    Schon sehr bedenklich.

    • Und den Kunden wird (mehr oder minder) blind vertraut. Ich kann als Kunde die Ware einfach scannen (oder es lassen) und einstecken.
      Den eigenen Mitarbeitern so zu misstrauen, dass ist schon ein starkes Stück.

    • Der eigene Mitarbeiter verursacht den „meisten“ Schwund. Egal ob es sich um Verkaufsware oder aber um Büroartikel, Hygieneartikel etc handelt. Daher halte ich es für sinnvoll dies auch zu überprüfen. In welcher Art und Weise steht auf einem anderen Blatt.

      • Was selbstverständlich haltloses Geschwätz ist…

      • Sehe ich auch so.

      • Nein das ist kein sinnloses Geschwätz, aber (!) wenn man einfach seine Mitarbeiter ausreichend bezahlen würde, gäbe es da keinen Grund zu. Ich hab früher in einer Sicherheit gearbeitet und du glaubst nicht wie viel Ware durch MAs versucht wurde aus dem Geschäft zu bringen.

        Anderes Beispiel:
        Wenn in einem Kaffeehaus der Stundenlohn bei 9,xx Euro pro Stunde liegt, der Mitarbeiter das mit maximal zwei Getränken erwirtschaftet hat und dann sieht das die restlichen 70 Getränke pro Stunde nur noch dem Konzern Gewinn bringen (oder anders ausgedrückt nach ca 4,6 Arbeitstagen ist der Monatslohn erwirtschaftet), er aber mit dem jämmerlich Gehalt nicht Mal als Single eine Wohnung samt Leben finanziert bekommt, darf man sich auch nicht wundern.

      • Der Kaffee ist doch für’s Unternehmen nicht kostenlos und Personalkosten nicht die einzigen Kosten:

        Der Laden, die Ausstattung, Strom/Wasser, Werbung …

      • Dann kann der Mitarbeiter nicht rechnen und ist nicht ganz grundlos in so einem prekären Arbeitsverhältnis sage ich mal habt böse…

      • @Marcel und Derek
        Die Kosten sind auf den Endpreis gesehen verschwindend gering. Wer rechnen kann und sich mal eine Stunde in einen Laden setzt, der kann sich den Tagesumsatz selber überschlagen und wer mal in der Gastronomie (und sei es der Luxus-Italiener) gearbeitet hat, der kennt die Kosten und wer weiß wie Franchising funktioniert der weiß wie die Kosten noch gedrückt werden können durch zentralisierung. So what?

      • Kein Geschwätz. Du bist eher ein Ahnungsloser. Vom Toilettenpapier, Seife bis hin zu kompletten Motoren bei einem Automobilhersteller. Geht heute nicht mehr, aber früher wurde dort geklaut wie die Raben. So schaut’s aus

      • @Phil, (zu) niedriger Lohn rechtfertigt keinen Diiebstahl.

        Wenn Du tatsächlich früher in einer Sicherheit gearbeitet hast, hast Du den entsprechenden Schein nach § 34a GewO absolviert, undmüßtest das somit selber wissen.

        PUNKT.

    • Völlig richtig. Im Einzelhandel gehen etwa 1/3 der Diebstähle auf Kunden, 1/3 auf Lieferanten und 1/3 auf Mitarbeiter zurück.

      Im übrigen völlig unabhängig vom Einkommen. Es wird geklaut, was nicht Niet-und Nagelfest ist.

      Jeder der im Einzelhandel mal Verantwortung getragen hat, weiß das, auch wenn nicht gerne darüber geredet wird.

      Das verwerfliche ist höchstens, das es den Mitarbeitern aus Kostengründen sehr einfach gemacht wird, anstatt die Ware ordentlich zu sichern und z.B. 4-Augen Kontrollen einzuführen. Taschenkontrollen sind schlicht günstiger.

    • Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ich arbeite auch im Einzelhandel. Hab da auch schon einige Enttäuschungen erlebt. Man kann eben in die Leute nicht rein schauen.

    • Wirklich traurig ist, dass dieses Misstrauen zu einem großen Teil berechtigt ist! Es sind dann immer die eher netten Mitarbeiter die dann da drunter leiden müssen, so ist unsere Welt

  • Ich kann nur aus der Erfahrung bei Apple berichten und halte die Durchsuchungen für absolut überzogen.

  • Diese Vorgehensweise ist typisch für US-Unternehmen.
    Bei McDonald’s ist das nicht anders.

  • Ist bei Amazon Deutschland auch so. Zur Weihnachtszeit stand ich ca.20- 30 Min.

    Vorher abstempeln danach kontrollieren.

  • Wurde denn in den Apple Stores irgendwann mal so viel geklaut, dass die Chefetage die Durchsuchungen für richtig hält oder ist das einfach präventiv?

  • Das ist leider in fast jedem Elektronik-Markt so. Das machen die, zumindest in Berlin, auch bei MediaMarkt, Saturn und Cyberport. Aber nur die Taschen/Rucksäcke wurden kontrolliert, lustigerweise keine Jackentaschen oder so, aber wir brauchten keine Eigentumsnachweise oder so. Nur wenn was neu in OVP war den Kaufbeleg.

    • Es gibt auch einen Unterschied zwischen dem kontrollieren einer externen Tasche (Rucksack, Handtasche, ..) und dem durchsuchen von Jacken- oder Hosentaschen.

  • Dieses gibt es auch bei Autohersteller.
    Stichprobenartige Taschenkontrollen an den Wachen.

    • Stichprobenartig ist ja noch O.K. Auch ständige Kontrollen in einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung sind nachvollziehbar, aber in Verkaufsläden und Märkten finde ich schon arg übertrieben. Vor allem wenn es noch nicht mal als Arbeitszeit hinzugezählt wird.

      • Aber selbst in der Forschung und Entwicklung gibt es nur stichprobenartige Kontrollen.

        Hängt aber auch damit zusammen, wie die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber ist. Und ein Mitarbeiter, der gut behandelt wird, ist wohl meist auch loyaler als einer, dem es nicht so geht…

    • Da wird aber auch beim reinkommen kontrolliert, wg Alk.

  • War im Abercrombie Konzern Führungskraft. Dort gibt es ebenfalls Taschenkontrollen. Beim Stempeln für Pause Beginn oder Schichtende werden zufällig Mitarbeiter für die Taschenkontrolle ausgewählt. Erst wenn ein Manager diese dann durchgeführt hat und mit seiner Manager-Karte diese in der Kasse bestätigt hat, wurde die Stempelung registriert. Gab dann auch manchmal 10 Minuten mehr bezahlt, die man an anderen Tagen früher gehen durfte.

  • Ich arbeite im Einzelhandel. Und wir haben auch Taschenkontrollen. Das finde ich legitim. Es aber nicht als Arbeitszeit zu werten ist nicht in Ordnung.
    Wir sind Gott sei Dank nicht viele Mitarbeiter und das ist immer fix vorbei.

    Aber auch bei uns gab es schon Diebstähle durch jetzt ehemalige Mitarbeiter. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

  • Mitarbeiterdiebstähle kosten die Wirtschaft jährlich Milliarden (kann man easy diverse Quellen zu googeln). Ihr habt keine Vorstellung was alles geklaut wird. Ich war lange Rechtsanwältin für Arbeitsrecht und hatte ua auch Firmen aus dem Einzelhandel als Mandanten und war danach in einem Unternehmen tätig. Die beliebtesten Gegenstände dort waren alles aus Kantine was nicht angeschraubt war, wie die plastikkaffeebecher (stapelweise) und Servietten (stapelweise), Abdeckhauben aus den Mikrowellen, Geschirr, Besteck, Salz und Pfefferstreuer. Aus der Produktion insbesondere Edelmetalle und Bauteile. Und und und. Bei 2000 Mitarbeitern läppert sich da einiges an Kosten auch bei Diebstahl von Centartikeln zusammen. Und zum Thema festgeschraubt: ca alle 2 – 3 Wochen wurde einer der Süßigkeitenautomaten aus der Wandverankerung gerissen, um ihn schräg zu halten bis die Süßigkeiten raus purzeln. Einmal ist so einer mal auf den Dieb draufgefallen. Und bevor mir einer kommt mit zuwenig Gehalt (was aus meiner sich auch keinen Diebstahl rechtfertigt) wir haben nach Metalltarif West gezahlt, das ist einer der bestdotierten Flächentarifvertäge in DE. PS: allerdings finde ich die Entscheidung korrekt, dass das dann Arbeitszeit ist bei den langen Wartezeiten.

    • So sieht es aus :-) !
      Und manch einer ist auch labil – wenn es demjenigen zu einfach gemacht wird, dann ist man ja selber schuld, wenn man beklaut wird… ;-)

    • Gut aber Mal ehrlich die meisten zahlen Mindestlohn und davon kann keiner wirklich leben. So ehrlich sollte man sein. Schlimm ist allerdings das selbst in den Führungsteams geklaut wird, nur leider kontrolliert man sich halt nicht selber, wie ich oft erfahren durfte.

  • Bei Bauhaus muss man nach dem Umziehen einen Button auf einem Gerät drücken, wenn es grün leuchtet -> Happy Feierabend. Leuchtet es rot und piepst, ab zur Info und Tasche kontrollieren lassen. Ich denke, dass das im Handel einfach normal ist.

    Bei uns im Restaurant klauen zB manche Mitarbeiter auch Weinflaschen und Schnapsbuddeln… Echt Crazy, wie einige drauf sind.

  • Meine Schwester arbeitet in einem deutschen Apple Store. Dort werden auch die Taschen kontrolliert, jedoch VOR Dienstende. :)

  • Macht der H&M auch, wie zig andere Textil und Technikeinzelhändler…

  • Hier sieht man endlich einmal effektiv-praktisch, daß das Recht dem Unrecht nicht zu weichen hat.

    Weiter so!!! :->>

  • Arbeite am Köln/Bonn Flughafen für ein Logistikunternehmen. Da muss man 3 Kontrollen über sich ergehen lassen. Die erste um in den Flughafen Sicherheitsbereich zu gelangen, die zweite um das Firmengebäude betreten zu können und die dritte wenn man das Firmengebäude verlässt… jede Kontrolle dauert aber zum Glück nur ein paar Sekunden dank Security Mitarbeiter inkl. Metalldetektoren und Röntgenanlagen. Die zweite und dritte Kontrolle zählen als Arbeitszeit.

    • Stefan B. aus H.

      Sicherheitsbereiche in Flughäfen sind ja noch mal ein anderes Kaliber. Da geht’s ja nicht (primär) um Diebstahlprävention sondern um die Flugsicherheit.

      • Und um gesetzliche Vorgaben. Manche Kontrollen kann sich der AG nicht aussuchen, die MUSS er nachweisen können.

  • Mhmm, in DE übrigens schlicht nicht erlaubt.

    Das „Filzen“ von privatem Eigentum wie z.B. der persönlichen Handtasche ist einzig der Polizei erlaubt.
    Das bedeutet, das man diese Kontrollen boykottieren kann, in dem man jedesmal darauf besteht das die Polizei kommt.

    Womit ich nicht darauf hinaus will das es ok ist seinen Arbeitgeber zu bestehlen, ganz im Gegenteil, aber ich denke das Persönlichkeitsrecht sollte schon eingehalten werden.

    • Das ist richtig, Freiwilligkeit wird meist vorausgesetzt, bis sich jemand dagegen verwehrt. Aber dann wird die Wartezeit eben auch länger. Und wenn die Kontrolle nicht auf einem begründeten Verdacht basiert, muss sie auch bezahlt werden.

  • Saturn HH wurde vor ca. 10 Jahren so heftig bestohlen, da wurde die komplette Security ausgetauscht, weil die darin heftig verwickelt waren !

  • Traurig Apple, wie …. seit ihr eigentlich

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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