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Datenschutz aus Prinzip

Apple im Privacy-Porträt: China-Bedenken fehl am Platz?

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Zwei Monate bevor der britische Guardian am vergangenen Freitag darüber berichtete, dass auch Cupertino die Siri-Sprachbefehle seiner Anwender sichern, auswerten und von Mitarbeitern der Qualitätskontrolle bewerten lässt, veröffentlichte der ebenfalls in England beheimatete INDEPENDENT ein stattliches 5000-Wort-Stück über Apples Datenschutz-Anstrengungen.

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INDEPENDENT-Reporter Andrew Griffin war dafür extra nach Cupertino gereist und hatte sich mit Apples Software-Chef Craig Federighi unterhalten – vor allem dessen Passagen und Gedanken machen das Unternehmens-Porträt lesenswert.

Auf Apples Datenschutz-Verständnis und den Umstand angesprochen, dass chinesische iPhone-Nutzer ihrer iCloud-Inhalte auf chinesischen Servern speichern müssen, merkt Federighi an, dass der Ort der Datenspeicherung an Relevanz verliert, wenn die Menge der gesicherten Daten minimiert wird.

Zuerst konzentrieren wir uns natürlich auf das Ausmaß, mit unseren Techniken zur Datenminimierung, zur Aufbewahrung von Daten auf dem Gerät und zum Schutz der Geräte vor externem Zugriff – all diese Dinge bedeuten, dass Daten erst gar nicht in einer Cloud liegen, auf die jedermann zugreifen kann.

Sammelt Apple keine Daten chinesischer iPhone-Nutzer ein, können diese auch nicht gegen die Nutzer eingesetzt werden – klingt erst mal logisch.

Was im Gespräch zwischen Griffin und Federighi jedoch unter den Tisch fällt, ist die Tatsache, dass wirklich alle iCloud-Daten der chinesischen Kunden auch auf chinesischen Servern liegen. Wer in China die iCloud-Nutzungsbedinungen abnickt, schließt nicht wie hierzulande einen Vertrag mit Apple, sondern mit der in China ansässigen „IPO CLOUD (GUIZHOU) TECHNOLOGY CO., LTD.“, oder kurz: der „GCBD“.

Da, wie Apple-Blogger Nick Heer feststellt, stellenweise auch die Schlüssel, die zum kryptographischen Ver- und Entschlüsseln von iCloud-Inhalten benötigt werden, ebenfalls in der chinesischen iCloud gespeichert werden, sind Apples Prinzipien zwar valide, dürften im Alltag aber nicht verhindern, dass dennoch persönliche Daten chinesischer Nutzer preisgegeben werden.

Daran ändern auch die Hitze-Tests nicht, die Apples iPhone-Chips über sich ergehen lassen müssen und denen Griffin gleich mehrere Abschnitte seines Privacy-Porträts eingeräumt hat.

Trotzdem: Lesenswert.

Dieser Eintrag wurde korrigiert. Wir haben als Datum des INDEPENDENT-Artikels fälschlicherweise den 27. Juli, anstatt den 27. Mai angegeben.

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31. Jul 2019 um 13:23 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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