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Gesammelte Alltagsnotizen

48 Stunden mit dem iPhone X: Was auffällt

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Der UPS-Mann stand am Freitag gegen 10 Uhr vor der Tür. Seitdem verrichtet das iPhone X, nach einigen Schwierigkeiten bei der Ersteinrichtung, seinen Dienst.

Schreibblock

Während der Formfaktor begeistert und uns Apples Face ID, trotzt anfänglicher Skepsis, problemlos davon überzeugen konnte, dass sich die Gesichtserkennung angenehmer als der Fingerabdruckscanner Touch ID in den Alltag einfügt, können wir andere Design-Entscheidungen Apples aktuell noch nicht nachvollziehen.

Wir haben die vergangenen 48 Stunden genutzt, um unsere initialen Beobachtungen zum neuen Flaggschiff in einem karierten Brunnen-Block zu notieren. Unsere Stichpunkte, inzwischen kennen wir die meisten Eigenschaften des iPhones immerhin geschlagene 10 Jahre, füllen zwar nur eine Din-A-5-Seite, wollen aber kurz an euch durchgereicht werden.

Die Performance von iOS 11

iOS 11.1, das aktuelle Betriebssystem des iPhone X fühlt sich unfertig an und macht auf uns den Eindruck, als hätten Apples Entwickler hier noch mindestens ein halbes Jahr auf akribische Fehlersuche gehen sollen. Vor allem die Performance des Gerätes und die Reaktion auf Nutzereingaben liegen nicht auf Augenhöhe mit dem Verkaufspreis des iPhone X.

Wenn das System gerade rund läuft gibt es nichts zu beanstanden, verschluckt sich iOS 11.1 jedoch – dies konnten wir in den vergangenen Tagen sicher 3-4 Mal beobachten – frieren offene Anwendungen ein, stottern Animationen, stürzen System-Komponenten ab, bleiben Touchscreen-Eingaben unbeantwortet. iOS 11.1 fühlt sich auf dem iPhone X nicht wie die finale, bereits einmal aktualisierte Version des diesjährigen Mobilbetriebssystems an, sondern wie eine zweite oder dritte Vorabversion aus der Beta-Phase.

Bug

Zahlreiche Darstellungsfehler in iOS 11

Kein Anzeige-Zoom

Dem iPhone X fehlt die Option „Anzeigezoom“, die sich auf anderen Geräten im Bereich „Anzeige & Helligkeit“ der Einstellungen versteckt. Schade, denn gerade für Brillenträger und Freunde großer App-Icons gehörte das Umschalten der Homescreen-Ansicht zu einem der Standard-Handgriffe bei neuen Geräten.

Zoom

Der Zoom bleibt den Plus-Geräten vorbehalten

Kein Querformat

Alles beim iPhone X wurde auf die Nutzung des Gerätes im Hochformat hin ausgelegt. Entsprechend drehen sich auch die HomeScreen-Icons nicht mehr auf die Seite – Eine Funktion die den Plus-Geräten Vorbehalten war, aber auch dem iPhone X gut zu Gesicht gestanden hätte.

Zu viel Leerraum unter und neben der Tastatur

Unsere Theorie, dass die Tastaturen der anderen iPhone-Varianten beschnitten wurden, weil das iPhone X dem Texteingabefeld einiges an Kompromissbereitschaft abverlangt, habt ihr bereit gelesen. Beim Einsatz des neuen Modells fällt die neue Tastatur jetzt besonders auf. Im Querformat fehlen die Angestammten Sondertasten. Hochkant gehalten, hat Apple die Diktat-Taste und den Tastatur-Umschalter unter das eigentlich Keyboard gesetzt und setzt zum Erreichen des Mikrofon-Buttons mehr Fingerfertigkeit voraus. Uns fehlt ein Rückgängig-Knopf und die Angestammte Anordnung der Tasten.

Tastatur

Wichtige Sondertasten sucht man jetzt vergebens

Kein App Switcher vom linken Rand

Ihr erinnert euch sicher daran, dass Apple vor wenigen Wochen die 3D Touch-Geste, mit deren Hilfe sich der App Switcher mit den zuletzt genutzten Anwendungen schnell anzeigen ließ, aus dem iPhone-Betriebssystem entfernte. Seit dem Verkaufsstart des iPhone X steht fest warum.

Das iPhone X nutzt die Geste (ein kräftiger Druck auf den Linken Display-Rand) nicht mehr, sondern setzt zum Umschalten zwischen den zuletzt benutzten Anwendungen ausschließlich auf die Wisch-Geste nach links oder rechts über dem Home-Indikator. Für unsere Daumen ist der kontinuierlich angezeigte Balken jedoch etwas zu weit entfernt. Wir hätten uns gefreut wenn auch das iPhone X die 3D Touch-Geste unterstützt hätte.

3d Touch

Kam wieder zurück – aber nicht auf das iPhone X

Das Mikrofon-Loch bleibt am Auge hängen

In Sachen Hardware-Design gefällt das iPhone X ausgesprochen gut. Die Glasrückseite liegt angenehm griffig in der Hand, mit der Display-Aussparung können wir uns anfreunden, an den versetzten Lautstärketasten und dem Edelstahl-Rahmen haben wir nichts auszusetzen. Das Mikrofon-Loch im neuen Kamera-Modul (rechts unter dem Blitz) stört jedoch die Symmetrie und unsere Augen. Hier hätten wir definitiv eine Platzierung in der Mitte bevorzugt.

Mikroloch

Warum nicht mittig? Das Mikrofon-Loch im Kamera-Modul

Schnellzugriffe auf dem Sperrbildschirm

Die neuen Schnellzugriffe auf dem Sperrbildschirm fühlen sich fantastisch ein. Die Taptic-Engine liefert auf dem iPhone X ein so gutes haptisches Feedback ab, dass wir fast das Gefühl haben auf einen mechanischen Knopf zu drücken. Allerdings würden wir gerne selbst bestimmen, welche Tasten der Sperrbildschirm anzeigt. Taschenlampe und Kamera sind OK, Kontrollzentrum und Kamera oder HomeKit und Taschenrechner würden uns aber besser gefallen.

Schnellzugriff

Sollte konfigurierbar sein: Der neue Sperrbildschirm

Die virtuelle Home-Taste sitzt zu weit unten

Vielleicht haben wir einfach nur zu kurze Daumen (der Erreichbarkeit von Bedienelementen haben wir uns ja bereits im Tastatur-Absatz gewidmet) aber so richtig konnten wir uns mit der neuen Geste, die auf dem iPhone X den Druck auf die Home-Taste ersetzt noch nicht anfreunden. Gerade bei der einhändigen Bedienung ist uns der Home-Indikator einen Zentimeter zu weit entfernt. Das neue Bedienkonzept wäre perfekt, wenn sich die Wischgeste nach oben, die nun zum Schließen offener Apps vorausgesetzt wird, einen Zacken weiter oben ausführen lassen könnte. So benötigen wir entweder die zweite Hand oder können das iPhone X nicht mehr ordentlich greifen, sondern müssen das Gerät auf dem kleinen Finger balancieren.

In Sachen Erreichbarkeit: Kontrollzentrum

Gleiches Thema. Das Kontrollzentrum lässt sich nur noch von der Geräte-Ecke rechts oben erreichen. Wir verstehen nicht, warum Apple sich hier nicht am iPad orientiert hat und das Kontrollzentrum mit in die Wischgeste zum Schließen offener App integriert hat. Aktuell experimentieren wir mit einem auf 15% Sichtbarkeit eingestellten „Assistive Touch“-Button, der uns das Kontrollzentrum auf Knopfdruck einblendet. Abwarten…

Assistive

Über Assistive Touch: Schnellzugriff auf das Kontrollzentrum

In die Hose greifen

Wir nutzen bis zum Eintreffen unserer favorisierten Hüllen aktuell zwei Übergangscases – Low-Budget Modelle von EasyAcc – die auf der Geräte-Rückseite etwa so viel wie das Kamera-Modul auftragen. Entsprechend fühlt sich die Rückseite des iPhone X sehr einheitlich an. Da nun auch die Vorderseite keine fühlbaren Alleinstellungsmerkmale mehr mitbringt haben wir das neue Gerät schon mehrmals falsch herum aus der Tasche genommen. Kein Beinbruch, aber Fehlgriff, mit dem uns vergangenen iPhone-Generationen noch nicht konfrontiert haben. Kurz: Man merkt nicht mehr so schnell welche Seite oben ist.

Die Aufmerksamkeitserkennung

Die Aufmerksamkeitserkennung des iPhone X, die unter anderem beim Stromsparen helfen soll und das iPhone-Display deaktivert, wenn man das Gerät nicht wirklich aufmerksam anschaut, stört den Lese-Einsatz im Bett. Nutzer die gerne auf der Seite liegend lesen und den halben Kopf im Kopfkissen vergraben werden von Face ID nicht mehr erkannt und triggern entsprechend die Aufmerksamkeitserkennung – diese lässt sich glücklicherweise deaktivieren.

Schlafen

Halber Kopf im Kissen? Hier steigt Face ID aus

Randgesten reagieren schlechter

Wir wissen nicht ob es sich hier um ein Software-Problem von iOS 11 oder eine Eigenart des iPhone X handelt, aber die Gesten die vom Rand aus ausgeführt werden – um etwa in der Tagesschau, der ifun.de, der Reddit oder der Amazon-App von ausgewählten Artikeln wieder zurück in die Übersicht zu kommen – werden deutlich schlechter erkannt und müssen auf dem iPhone X konzentrierter ausgeführt werden.

Die Aussparung stört und stört nicht

Beim Video-Konsum, bei der Nutzung von Apps und bei Surfen stört uns die Aussparung des iPhone X bislang überhaupt nicht, auf dem Sperrbildschirm hat uns der Streifen jedoch in unserem Hintergrundbild genervt. Hier haben wir das eingesetzte Bild entsprechend bearbeitet und verstecken die Aussparung mit einem schwarzen Bereich. Wer Interesse hat: Das ist unsere Photoshop-Vorlage.

Screen

Unser Hintergrundbild versteckt die Display-Aussparung

Hintergrund im Header-Bild: Pieby2

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05. Nov 2017 um 15:55 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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