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Jahrespressekonferenz der Zeitungsverleger: Tagesschau-App und die Gratis-Kultur im Netz

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24 Kommentare 24

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hat gestern in Berlin seine Jahrespressekonferenz über die Bühne gebracht und übt sich weiterhin in anhaltendem Selbstmitleid. Noch immer, so konstatiert der der Lobbyverband, seien die Geschäftsmodelle im Internet zu wenig entwickelt um den Besucherzuwachs der Online-Angebote erfolgreich zu monetarisieren. schuld daran hat – wie könnte es anders sein – die „Gratiskultur“ im Internet. Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des BDZV, stellt fest:

Bei den digitalen Vertriebsmodellen sind wir erst am Anfang. Es stehe fest, dass angesichts der Entwicklungen im Werbemarkt der Verkauf der Verlagsprodukte – unabhängig ob gedruckt, online oder mobil – immer wichtiger werde. Dass die Nutzer bereit seien, auch für digitale Qualitätsprodukte zu bezahlen, zeige sich beim Verkauf von Apps für Smartphones und Tablet-PCs. Bisher hätten Verlage bereits rund 40 App-Angebote für das iPad und mehr als 60 Apps für Smartphones entwickelt.

Und berücksichtigt auch die vom BDZV angestoßene Klage gegen die Gratis-App der Tagesschau (hier unsere Zusammenfassung):

Vor diesem Hintergrund seien gebührenfinanzierte Gratis-Apps der öffentlich-rechtlichen Anstalten „die Killer für ein digitales Geschäftsmodell der Presse“, erklärte Wolff. Er bekräftigte, dass alle im BDZV versammelten Zeitungshäuser die Klage der acht Verlage gegen die ARD und den NDR wegen der Tagesschau-App unterstützten. Es sei doch völlig klar, dass die Nutzer nicht für eine gute Verlags-App zahlten, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein ebenfalls gutes journalistisches Produkt umsonst anböte. „Was ARD und NDR da offerieren, ist – vor allem in seiner Textlastigkeit – ein staatlich finanziertes Presseprodukt.“ Hier werde die Grundidee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ad absurdum geführt. Es sei unverantwortlich, dass ein Produkt wie die Tagesschau-App von den Kontrollgremien nicht einmal mehr geprüft werde.

Der letzte Satz ist komplett aus der Luft gegriffen.

Mittwoch, 06. Jul 2011, 9:32 Uhr — Nicolas
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  • Ich finde die Klage lächerlich. Auch die n-tv-App kann sich sehen lassen und zeigt, wie ein werbefinanziertes Produkt funktionieren kann.

  • In meinen Augen ist es sogar die Pflicht der öffentlich rechtlichen Anstalten, hier eine “ Messlatte“ zu legen. Schliesslich wird das mobile Gerät von der GEZ berücksichtigt. Und Tagesschau, Arte etc. Zeigen hier tatsächlich, wie man es machen kann. RTL zeigt dies auch…

  • Wer sagt denn das die Tagesschau App kostenlos ist. Wir bezahlen GEZ Gebühren dafür und das nicht gerade wenig wenn ich das mal so anmerken darf. Ich finde die Tagesschau App sehr gut. Hatte mal die App der „Welt“ ausprobiert und war mehr als enttäuscht. Dafür würde ich kein Geld ausgeben liebe Zeitungsverlage. Anstatt hier rumzuklagen lieber mal selbst besser machen!!!

    • Dem kann ich nur zustimmen man zahlt 5€ im Monat GEZ Gebühr da erwarte ich eine App wie die der Tagesschau. Hab schon lange bemängelt, dass der Tagesschaupodcast fast einen Tag braucht um online zu gehen

    • Das wir GEZ zahlen ist das eine, das mag eine Rechtfertigung für dieses App sein. Was die Zeitungsverlage machen ist nur peinlich. Sie sollten sich ein funktionierendes Geschäftsmodell über legen. Mit dem Tabblets und den Smartphones haben sie eine Plattform die es ihnen einfach macht. Doch was bekommen sie hin? Printausgaben im pdf-Format ohne Mehrwert für den gleichen Preis wie die Paperausgabe. Diese muss Logistisch verteilt werden. Arme Verlage…

  • So allmählich wirds lächerlich mit den Papierfinken:

    erst nörgeln dann klagen und dann sich über Apples datenpolitik aufregen, Jungs von der Presse wisst ihr was euch droht wenn Apple die Nase voll hat?

    Ich kann es mir lebhaft vorstellen: Ihr werdet alle in eine Sammel-App eingesperrt und müsst euch ein einheitliches Publikationsformat aufdrücken lassen, auch die besonders kindische Bildzeitung mit ihrem Gyroskop-Auszieh-Mädchen

    • Aber hat nicht gerade die BILD auf dem iPad mal den Einheitsbrei verlassen und sich etwas einfallen lassen?

      • Da gibts auch andere Zeitungen die nette Ideen umgesetzt haben die weit aus besser sind und flüssiger laufen, da lobe ich mir entweder die Papierausgabe einer guten Zeitung oder das PDF im Folio-Case

        Wenn Zeitungen wirklich innovativ wären mit ihren Ideen und es schaffen würden den Grossteil der Leserschaft auf ihre Seite zu ziehen dan gäbe es auch nicht deren destruktiven Neid auf die Tagesschau-App!

        Ein Gyroskop-Ausziehmädchn ist ja auch eher was für ne Schmuddel-App

        Sinnvoller wäre mal sowas mit Augment-Reality oder eine zusammenstellbare modulare Zeitung.

      • Es ist mir in diesem Fall vollkommen egal ob und wie sich BILD abzuheben versucht. Der INHALT, und um den geht es mir, ist nicht mal ansatzweise als Qualitätsjournalismus zu bezeichnen. Geld dafür auszugeben liegt mir völlig fern.

        Ich erwarte einfach, dass ich für meine Zwangs-Gebühren auch mobil ein entsprechendes Angebot bekomme. Schlimm genug, dass das Online-Archiv ständig geleert werden muss. Wenn man nicht gerade Volksmusik, Tatort und Herzschmerz-Geschichten bevorzugt, sind die Öffentlichen im TV eh nur spät abends attraktiv. Man gut, dass es noch Radio wie NDR Info gibt.

    • Die Produkte des Springer-Verlags sind geistige Brandstiftung und werden von mir boykotiert, gleich ob bunte Bilder drauf sind oder nicht drauf sind.

      Und iFun diskreditiert sich als dauerndes Sprachrohr von Matthias Döpfner. Sie berichten häufiger über seine geistigen Ergüsse, als er sie macht. Pfui!

  • Ich schließe mich den hier und auch schon früher geäußerten Meinungen voll an.
    Es ist Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Anstalten „neutral“ zu berichten, wie auch immer!
    Im übrigen soll man sich nur mal den ARD und ZDF „Text“ im TV anschauen.
    Das Internet ist nun mal das Medium unserer Zeit. Zahlen tun wir auch dafür, obwohl ich schon oft die GEZ Gebühren kürzen wollte, wegen ständiger Wiederholungen und sonstigem Schrott im Fernsehen!

  • Erstens ist die Tagesschau-App nicht kostenlos, sondern bereits durch die GEZ-Gebühren bezahlt. Es wäre unfair, wenn man dafür noch Geld hätte zahlen müssen.

    Zweitens sollen die Verlage qualitativ hochwertige Produkte anbieten und die Preise der Nachfrage anpassen, dann brauchen sie nicht zu heulen!

  • Wir müssen alle Geschäfts-Reservate schützem.
    Mitbewerber werden per Gesetz ausgeschaltet.
    Strengt Euch an. Ihr Meinungsmacher. Angenommen wird die überzeugendste Leistung.

  • Einfach mal die WAZ-App laden… und lachen, lachen, lachen. Bei solcher ‚Qualität‘ wundert es nicht, dass die Leute lieber zur Konkurrenz gehen – das ist so dermassen schlecht, da ist der Preis echt zweitrangig.

  • Das wird ein richtig schönes Prezedenzurteil des digitalen Zeitalters werden – die Printmedien sind offensichtlich darin noch nicht ankekommen!

    • Du sollst keine großen Worte in den Mund nehmen. Das muss noch geübt werden: prä|ze|dent… So wie die Anekdote mit Kon|fi|tü|re und Marmelade
      ;-)

      NB: In der deutschen Rechtsordnung ist sowas nicht anerkannt.

  • „Es sei doch völlig klar, dass die Nutzer nicht für eine gute Verlags-App zahlten, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein ebenfalls gutes journalistisches Produkt umsonst anböte.“
    .
    Was machen die Jungs eigentlich, wenn sie feststellen, dass NTV, N24 und andere so ziemlich das Gleiche bieten, wie die Tagesschau? Und, diese Angebote sind ebenfalls kostenlos.

  • Tja da hat man mal wieder den trend verschlafen.

  • Schliesse mich den Meinungen an. Selbst als Print Abonent verlagen die Verlage viel zu hohe Gebühren oder gewähren oft keinen Nachlass auf den App Prei.

  • Seinen wir mal ehrlich, die haben einfach keinen Plan, wie sie es selber umsetzen sollen.

    Warum soll ich z.B. für eine Digitale Version meiner Zeitschrift im iNetz mehr zahlen/oder gleich viel) als wie die Druckversion?

    Paßt die Preise an und wir die Käufer werden bereit sein dafür zu zählen!

      • Nun ja, wenn sie den Preis um den wegfallenden Kostenfaktor „Vertrieb“ senken würden, hätten sie die gleiche Gewinnspanne wie mit ihren Printausgaben…Damit sollte man klarkommen können…

      • Kosten entstehen aber auch für digitale Ausgaben: Apple will 30%, die App muss entwickelt werden, Traffic und Hosting.

    Redet mit. Seid nett zueinander!

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