Was macht Apple?
Xreal Aura: Die Konkurrenz zeigt, was Apple bei Datenbrillen noch fehlt
Während Apple weiterhin an einer alltagstauglichen Datenbrille arbeitet, macht die Konkurrenz bereits den nächsten Schritt. Gemeinsam mit Google hat Xreal die Aura auf den Markt gebracht. Die neue Brille nutzt Android XR, stellt digitale Inhalte auf transparenten Displays dar und wiegt weniger als 95 Gramm. Möglich wird das durch einen externen Mini-Computer, der einen Großteil der Technik aufnimmt.
Rechenleistung und Akku wandern in die Hosentasche
Anders als klassische XR-Headsets trägt die Xreal Aura nicht sämtliche Komponenten direkt am Kopf. Stattdessen befindet sich die Recheneinheit in einem kleinen, per Kabel verbundenen Gerät, das sich beispielsweise in der Hosentasche verstauen lässt.
Darin arbeiten Qualcomms Snapdragon Reality Elite und ein Akku. Der sogenannte Puck dient gleichzeitig als Trackpad zur Steuerung. Die Brille selbst verfügt über transparente Micro-OLED-Displays von Sony mit jeweils 1.920 × 1.200 Pixeln, bis zu 120 Hertz und einem Sichtfeld von 70 Grad.
Android XR bringt Apps und Gemini auf die Brille
Als Betriebssystem kommt Googles Android XR zum Einsatz. Damit lassen sich Anwendungen aus dem Play Store verwenden und mehrere Fenster gleichzeitig im Sichtfeld platzieren. Ein angeschlossener Computer kann über USB-C ebenfalls als virtueller Bildschirm eingebunden werden.
Hinzu kommt Gemini. Googles KI-Assistent kann nicht nur Fragen beantworten, sondern auch Inhalte auf den virtuellen Bildschirmen und in der realen Umgebung berücksichtigen. Für Filme und andere Medien lassen sich die Brillengläser elektronisch abdunkeln. Die Audiotechnik wurde gemeinsam mit Bose abgestimmt.
Die Auslieferung soll Mitte November beginnen. Zum Start kostet die Xreal Aura in den USA vorübergehend 1.099 US-Dollar mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher. Die größere Version mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher liegt bei 1.299 US-Dollar. Deutschland gehört bislang nicht zu den ersten Verkaufsmärkten.
Und was macht Apple?
Apple bietet mit der Vision Pro zwar bereits ein leistungsfähiges Mixed-Reality-Headset an, verfolgt damit aber einen anderen Ansatz. Die aktuelle M5-Version kostet mindestens 3.699 Euro und ist deutlich größer als eine klassische Brille.
Nach bisherigen Berichten will Apple deshalb 2027 eine eigene KI-Brille vorstellen. Diese soll allerdings zunächst ohne integrierte Displays auskommen. Stattdessen stehen Kameras, Mikrofone, Audiowiedergabe und Siri im Mittelpunkt. Als Ergänzung zum iPhone wäre sie damit eher eine Antwort auf Metas Ray-Ban-Brillen.
Eine echte AR-Brille mit eingeblendeten Informationen wird bei Apple dagegen nicht vor 2029 erwartet. Offiziell bestätigt ist dieser Zeitplan natürlich nicht. Die Xreal Aura zeigt unterdessen, dass sich räumliches Computing schon heute in ein deutlich leichteres Format bringen lässt – auch wenn dafür weiterhin ein Kabel und ein zusätzlicher Rechner erforderlich sind.
